Freitag, 23. Dezember 2011

Water can be hot or cold !

Hallo ihr Lieben,

Nach den ganzen Bergen und Vulkanen war mein naechster Halt wieder auf flacherem Gebiet.

Morgens sass ich noch ein bisschen mit Joris im Hostel rum, wir haben Bilder und Filme ausgetauscht und waren im Internet. Er wollte dann Richtung Wellington trampen und ich bin mit dem Bus nach Taupo, der `Events Capitol of New Zealand`, gefahren.

Maggie und Esa sind schon seit ca. 3 Monaten in Neuseeland und sind mit ihrem Auto fast die ganze Nordinsel abgefahren. Nach dem ganzen Stress ;) waren sie dann auf Fiji in Urlaub. Vor einigen Tagen waren sie wieder in Auckland gelandet und nun in Richtung Sueden unterwegs. Heute waren sie auch in Taupo, also haben wir den Zufall natuerlich genutzt und uns getroffen. Es war richtig schoen sie wieder zu sehen. Sie waren mit Oskar, einem Hollaender unterwegs, den sie auf ihrer Reise getroffen haben.
Wir 4 haben zusammen gekocht, Sekt getrunken und gaaaanz viel erzaehlt. Nach so vielen Abenteuern gab es natuerlich auch ganz viel zu berichten.

Fuer den naechsten Tag hatte ich einen Bungysprung gebucht. Der war aber schon ganz frueh morgens und da die Maedels Pencakes von ihrer Hosterin versprochen bekommen hatten, hatten sie erst ab mittags Zeit. Also haben wir uns gegen 12 an den `Huka Falls` verabredet.

Den `highest water touch in New Zealand` - Sprung in den `Waikato River` musste ich also alleine ueberstehen.
Bungy Springen wurde in Neuseeland erfunden. Eigentlich zwar in Queenston auf der Suedinsel, aber dort hat es das doppelte wie in Taupo gekostet.
Mit Bikini und Handtuch geruestet bin ich also morgens Richtung Fluss gelaufen. Von 50 Metern Hoehe sollte ich von einer Plattforn kopfueber nach unten springen. Ich war schon ein bisschen aufgeregt, aber habe mich auch schon total auf den Adrenalinschub gefreut. Ich habe bezahlt und nachdem ich einem Paerchen Arm in Arm beim Springen zugesehen hab, war ich auch schon dran. Ich bin ueber eine kleine Bruecke auf die Plattform in Mitten der Schlucht gelaufen und habe die ganzen Gurte und Seile angeschnallt bekommen. Dann hat mich die Mitarbeiterin noch gefragt: `Do you want to touch the water?` Da hab ich natuerlich nicht nein gesagt, obwohl wir wohl eine unterschiedliche Definition von `touch` hatten. Ich musste mich an die Kante stellen, noch schnell nach oben schauen und in die Kaemera laecheln, dann die Arme nach oben strecken und mich einfach nach vorne lehnen. Es war wirklich cool, es sah so hoch von da oben aus und als ich da so stand hats im ganzen Koerper gegribbelt. Sogar jetzt wenn ich nur daueber schreibe bekomme ich wieder schwitzige Finger :) Aber es hat sich absolut gelohnt. Das Fallen ging total schnell. Generel ging das ganze ziemlich schnell. Nach ein paar mal hoch und runter dopsen, hab ich von ein paar Maennern in einem Boot schon einen Stab hingehalten bekommen, an dem ich mich festhalten musste und durch den ich in Richtung Boot gezogen wurde. Als der Mann meine Haende hatte, wurde ich langsam runter gelassen und bin so sanft im Boot gelandet. Ich hab glaub ich richtig gezittert. Es war echt geil. Aber erst jetzt hab ich gemerkt, dass ich komplett nass war. Auf den Bildern hab ich dann auch gesehen, dass ich fast komplett im Wasser war. So viel also zu `touch`. Beim Sprung hab ich das aber komischerweise gar nicht gemerkt, weil alles so schell ging.

So, jetzt war ich also komplett nass und hatte nichts zum Wechseln dabei. Deshalb hat es sich ganz gut getroffen, dass auf dem Weg zu den Huka Falls in dem `Spa Thermal Park` eine heisse Quelle lag. Es sah einfach aus wie ein kleiner Bach, der in den Fluss gefuehrt hat und wenn dort nicht schon einige Leute im Wasser gewesen waere, haette ich sie vielleicht nicht einmal bemerkt. Die Quelle an sich war richtig heiss, ich hab mich wirklich verbrannt als ich rein bin, aber an der Stelle, an der sie in den Fluss gelaufen ist und sich somit mit dem kalten Wasser gemischt hat, war es voll schon angenehm. Mir war wirklich ein bisschen kalt gewesen von meinem `Watertouch`, aber hier hab ich mich wieder aufgewaermt. Ich liebe dieses Gefuehl, wenn man langsam wieder warm wird und es so kribbelt. Einige Familien waren da und kleine Kinder. Die waren so suess, es war schoen ihnen beim planschen zuzusehen.

Die `Huka Falls` waren meiner Meinug nach gar keine Wasserfaellle. Der Fluss hat sich an einer Stelle einfach durch eine enge Stelle der Schlucht durchquetschen muessen, weshalb das Wasser hier ziemlich schnell geflossen ist. Es sah schon schoen aus und war sehr laut, aber es war kein Wasserfall. Naja, auf jeden Fall hab ich dort die Maedels und Oskar wieder getroffen und da wir ja in der `Events Capitol of New Zealand` waren, wollten wir hier auf dem Fluss auch noch Jetboot fahren gehen.

Auf dem Weg dorthin lag aber noch `Honey Hive`. Nachdem wir unsere Haende und Gesichter mit diversen Honig Cremes Testern eingeschmiert hatten und unsere Maegen mit Honigproben gefuellt hatten waren wir bereit fuer die Fahrt.

Unser Guide war richtig cool und lustig. Wir haben ober mega haessliche Regenmaentel bekommen und Schwimmwesten und durften dann ins Jetboot. Das oberste Ziel des Fahrers schien es zu sein durch verrueckte Wendemanoever alle Leute an Bord komplett nass zu bekommen... und das hat er absolut erreicht. Immer wieder hat er mit dem Boot 360 Grad Drehungen gemacht, hat vorgetaeuscht gegen diverse Baeume und Felsen zu fahren und hat uns die Huka Falls von unten gezeigt. (Die Plattform, von der aus wir mittags die Falls betrachtet haben war am oberen Ende de Wasserfalls, wir waren jetzt am unteren Ende) Ueberall hier hat es auch nach Schwefel gestunken, weil die ganze Gegend eben so vulkanisch aktiv ist. An einer Stelle hat er einen Becher rausgeholt, ihn mit Wasser gefuellt und dann rum gegeben, um allen zu zeigen wie warm das Wasser war. Als der Becher wieder bei ihm war, har er ihn natuerlich ganz ausversehen auf Esas Hose ausgeleert und sie dann dafuer ausgelacht, dass sie sich wegen der schnellen Fahrt eingenaesst haette. Er war wirklich lustig. Ein anderes mal hat er den Becher wieder gefuellt und mir ins Gesicht geschuettet. Ich hab vor Schreck voll aufgeschrien, das war richtig peinlich, weil ich nach einer kurzen Schrecksekunde gemerkt hatte, dass in dem Becher gar nichts drin war. Er hatte das auffuellen nur vorgetaeuscht. Naja, somit hab ich auch mal fuer einen Lacher im Boot gesorgt.

Zurueck im Hostel haben wir noch etwas gegessen und mussten uns dann auch schon wieder trennen. Aber nur fuer ein paar Tage. Ich wollte noch den Rest der Nordinsel sehen, den die Maedels aber schon gesehen hatten. Also haben wir uns fuer den 5.12., eine Woche spaeter, in Christchurch verabredet.

Davor hab ich unter anderem noch einige Nasen an Schwefelgestank ertragen muessen, vorallem bei meinem naechsten Stop in Rotorua. Die Stadt ist fuer seine ausgepraegte Maori Kultur und die ganzen Thermalareas beruehmt.
Nachdem ich im YHA Hostel angekommen war, gewaschen hatte, mir die Stadt ein wenig angeguckt hatte und shoppen war, hab ich mich mit diversen Flyern in mein Zimmer zurueck gezogen, um den naechsten Tag zu planen. Rotorua hat unheimlich viel zu bieten. Ich war komplett ueberfordert mit dem grossen Angebot, vorallem weil ich nur einen Tag Zeit hatte. Ziemlich erleichtert war ich als Petra, ebenfalls Deutsche (was eine Ueberraschung) ins Zimmer kam und mich beraten hat. Sie war schon einen Tag da und hatte schon einiges gemacht. Am Ende hab ich mich fuer eine Tour zu `Wai-O-Tapu`, einem Park mit ganz viel Thermal- und anderen Blubberpools, am Morgen und `Whakarewarewa`, einem Maori Dorf, am Nachmittag, entschieden.

Diesen Abend hab ich mit Petra verbracht. Wir waren im `Kuirau Park`, einer kleinen Rasenflaeche mitten in der Stadt, die wirklich einiges zu bieten hatte. Ich fand es so faszinierend, dass 10 Meter entfernt ueberall Haeuser standen und es in dem Park wie auf einer anderen Welt war. Es gab ganz viele Wasserloecher und Mudpools, die um die Wette geblubbert haben. Natuerlich hat es auch wieder ordentlich gestunken. So hab ich schon einen leichten Vorgeschmack auf den naechsten Tag bekommen.

Dann sind wir noch an den Rotorua Lake gelaufen und sind dort Essen gegangen. Petra war wirklich ganz nett. Sie war Mitte oder Ende 20 und Lehrerin. Was nur absolut gar nicht ging und mich echt genervt hat, war, dass sie mindestens in jedem Satz zweimal `halt so` gesagt hat. `Ich hab dann halt so studiert, halt so an der Uni, weil ich halt Lehrerin werden wollte`!!!!! Ich hab mir ihre Schueler vorgestellt, die da sitzen, sich das Lachen verkneifen und Strichliste fuehren wie oft sie das sagt. Genau das haette ich naemlich gemacht. Ausserdem hat sie als sie von meinem Berufswunsch gehoert hat ploetzlich den Lehrerberuf ziemlich schlecht geredet und meinte ich wuerde das psychisch nicht aushalten. Also sowas nervt mich dann ja schon. Da ich kraeftig gegen argumentiert habe, haben wir dann doch lieber schnell das Thema gewechselt. Ansonsten war es ein schoener und gemuetlicher Abend.

Im `Wai- O- Tapu` , was das Maori Wort fuer `Sacred Waters` ist, hat es mir ziemlich gut gefallen. Im Bus dorthin hab ich 2 andere Deutsche kennen gelernt, mit denen ich dann rumgelaufen bin. Es gab ganz viel Muddpools, den beruehmten Champagne Pool und vulkanische Krater in den unterschiedlichsten Farben und Temperaturen. Ausserdem haben wir den `Lady Gnox Gayser` gesehen. Jeden Tag wird kuenstlich ein Ausbruch` ausgeloest, d.h. das eine 15 Meter hohe Wasserfontaine aus ihm raus geschossen kam.

Mittags war ich dann in dem Maori Dorf. Die Maori leben dort seit ueber 300 Jahren und nutzen das Thermalgebiet zum Kochen, Waschen und Baden. Es war ziemlich interessant, weil in dem Dorf tatsaechlich noch Maori leben, die eben tagsueber ihre Tueren fuer die Touristen oeffnen. Ich hab ihre Backoeffen gesehen, was einfach nur aussah wie eine kleine Art abgedeckter Brunnen, in dem sich die Hitze von unten gestaut hat. Ausserdem gabs richtige Badeloecher usw. Bei er Fuehrung haben wir noch ganz viel erklaert bekommen, z.B. dass `Kia Ora` soviel wie `Hallo`, `Wie gehts dir?`, `Das finde ich auch`, `Tschuess`, `Danke`, `Bitte`, und noch ganz viel mehr heisst. Bei einer Show hat eine Gruppe Maori getanzt und gesungen. Ich fand sie richtig gut. Besonders witzig war ihre Gestik dabei. Es gibt viele Taenze mit denen die Maori ihre Feinde abschrecken wollen, deshalb strecken sie beim Singen immer wieder die Zunge raus und reisen ihre Augen auf. Das sieht voll lustig aus.

Im Rotorua Museum gabs auch noch ganz schoen viel zu sehen, aber leider hatte ich nur 2 Stunden Zeit, weil es dann schon zugemacht hat. Es gab natuerlich viele Infos ueber die Maori, ueber die Geschichte des Museums selbst, das naemlich frueher ein Badehaus war und ebenfalls die Thermalwaerme dafuer genutzt hat und noch ganz viel mehr fuer das ich aber keine Zeit mehr hatte. Ich hab einen Film gesehen in dem es darum ging, dass einige Maori im Zweiten Weltkrieg gekaempft haben, das mussten sie zwar nicht, aber sie haben sich freiwillig gemeldet und somit fuer Grossbritanien gekaempft. Es war total krass wie ueber die Deutschen in dem Film geredet wurde. Man hat echt ein schelchtes Gewissen bekommen. Die hinterbliebenen Familien wurden gefilmt, die sich aufgeregt und getrauert haben. Ich bin wirklich immer wieder schockiert wie oft man so weit weg von zu Hause mit der Deutschen Geschichte konfrontiert wird. Deutschland scheint, nicht nur wegen dem Zweiten Weltkrieg sondern auch wegen seiner grossen Wirtschaftsmacht immer und ueberall praesent zu sein.
In dem Museum hab ich auch gelernt, dass das 8. Weltwunder die `Pink and White Terraces`, die hier in der Gegend waren und wegen ihrem Spa Effekt das berueehmteste Touristenziel Neuseelands waren 1886 beim Ausbruch des Vulkan Tarawera vollstaendig zerstoert wurden.

Da ich von Erdwaerme immernoch nicht genug hatte war mein naechster Halt `Whitianga` im Osten der Nordinsel.
Der Hot Water Beach in der Naehe von Whitianga ist ein Strand unter dem eine heisse Quelle verlaeuft. Bei Ebbe wird diese frei und man kann sich seinen eigenene Whirlpool bauen indem man sich ein Loch in den Sand graebt. Da aber abends Ebbe war als ich hier war konnte ich mit dem einzigen Bus um 11 Uhr morgens nicht fahren. Auf den Rat der Besitzerin meines Hostels bin ich getrampt und das hat unerwartet gut funktioniert. Morgens gings erst mal mit der Faehre ueber die eine Bucht und an ganz viele schoene Straende. Ich bin entlang gelaufen am Front Baech, an der Flaxmill Bay, ich war an der Lonely Bay, wo wirklich niemand ausser mir war und am Cooks Beach, der seinen Namen natuerlich mal wieder von dem Endecker hat. Zur Cathedral Cove und zum Hot Water Beach waren es jetzt aber noch 15 km, doch es war echt kein Problem. Ein netter alter Mann hat mich direkt zum Parkplatz vom Catherdral Cove gefahren. Hier hat es mich ziemlich stark an die Great Ocean Road erinnert. Es gab halt ganz viele wunderschoene kleine Buchten und die verruecktesten geformten Felsen, die im Wasser standen. Von hier ist dann so ziemlich jeder zum Hot Water Beach gefahren. 2 Hollaender haben mich mitgenommen. Am Strand hab ich mir eine Schuafel geliehen und gegraben. Es war echt faszinierend. Wenn man seine Fuesse in den Sand gegraben hat, hat man sich fast verbrannt aber dann kamen die Wellen die einem den Fuss weider abgekuehlt haben. Ich hatte also kalte Knoechel und heise Zehen. An sich war es schon schoen das mal zu sehen, wie hunderte Menschen in irgendwelchen Dreckloechern am Strand liegen, aber da man so eine lange Anfahrt hat und die Quelle taeglich nur 2 Stunden frei liegt, muss man sich echt ueberlegen ob sich das lohnt.

Fuer mich hatte es sich auf jeden Fall gelohnt. So viele unterschiedliche Erfahrungen mit Wasser werde ich in so einer kurzen Zeit wohl nicht mehr machen und deshalb fand ich den Aufwand und Reisestress absolut lohnend.

Bis naechtes Mal.
Eure Franzi

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