Dienstag, 13. Dezember 2011

Neuseeland - Das andere Ende der Welt

Halloechen meine Lieben,

Australian ist weit weg von zu Hause und ich vermisse euch und Deutschland wirklich sehr, aber trotzdem hat mich mein immer groesser werdendes Fernweh nach Neuseeland, dem anderen Ende der Welt getrieben. Die Zeitverschiebung nach Deutschland betraegt hier 12 Stunden, d.h. weiter weg geht wirklich nicht mehr. Um so verrueckter ist es, wenn ich waehrend meines Aufenthaltes hier auf dieser Insel alles so getroffen habe.

Am Flughafen in Christchurch hat es direkt angefangen. Johannes hat mich dort abgeholt. Er ist seit einem halben Jahr oder so hier und hat die Zeit hauptsaechlich fuer seine Lieblingsbeschaeftigung genutzt, das Klettern. Abgehaertet von den harten Bedingungen in den Bergen der Nordinsel ist er auch barfuss am Flughafen rumgeschlappt. Das hat mir gleich gezeigt, dass der Lifestyle der Neuseelaender wohl ziemlich dem der Australier aehnelt und dass sich Johannes schon ziemlich gut daran angepasst hat.

Das koennte daran liegen, dass er mit einigen Locals zusammen wohnt. Er darf sich die ganze Ausruestung (Surfboards, Kites usw.) von den Leuten in der WG (oder wie auch immer man es nennen mag) ausleihen und so waren wir direkt mal am Strand Kitesurfen. Es hat echt Spass gemacht, auch wenn ich mich glaub ich ziemlich doof angestellt hab. Ich bin nur froh, dass kein riesen Windstoss kam und mich in die Luefte gerissen hat. Zurueck im Haus hab ich ein paar der Bewohner getroffen. Ich glaube nicht mal Johannes ist sich sicher, wer alles genau dort wohnt, weil so viele kommen und gehen. Er pennt im Wohnzimmer auf dem Boden und das scheint niemanden zu stoeren bzw. manche scheinen es nicht mal zu bemerken. Johannes hat erzaehlt, dass einmal jemand bei ihnen im Wohnzimmer gewohnt hat, fuer 3 Monate oder so, den aber niemand kannte. Keiner wusste wo er her gekommen war und ploetzlich war er wieder weg. Also echt verrueckt. Schwer vorzustellen fuer uns Deutsche. Stellt euch vor, da liegt auf einmal ein Schlafsack in eurem Wohnzimmer und ab und zu liegt auch jemand drin und euch stoert das absolut nicht. Naja, in dem Haus sah es eh so aus, als wuerde niemanden irgendetwas stoeren, so dreckig und vergammelt war alles.

Wir haben in einem Cafe in Christchurch geschlafen. Johannes hilft dem Bsitzer Paul mit den Gaesten usw. und bekommt dafuer Essen. Es war ziemlich gemuetlich auf den Sofas der Lounge in dem Cafe.

Am naechsten Tag hat mir Johannes Christchurch gezeigt, bzw. was davon noch uebrig ist. Im Februar war ja das grosse Erdbeben. Dabei sind 180 Menschen gestorben und viele wurden verletzt. Das gesamte Stadtzentrum ist seit dem gesperrt und viele Wohnviertel wurden evakuiert. Die leeren halbzerstoerten Haeuser hat mir Joannes gezeigt. An vielen Huegel standen einfach nur noch halbe Villen, man konnte in die Raeume reinschauen, weil ein Teil weg gebrochen war. Es sah wirklich schlimm aus und mir war vorher nicht klar, dass die Spuren von dem Erdbeben jetzt noch so deutlich sind. Da das Zentrum zerstoert ist, gab es ausser den Schaeden, einem Lookout, von dem aus man die Kueste sehen konnte und dem Botanischen Garten nicht viel zu sehen.

Da Johannes seine restliche Zeit in Christchurch verbringen wollte und die Maedels Magda und Theresa noch auf Fiji waren, hab ich beschlossen mir die Suedinsel alleine anzuschauen. Also bin ich am naechsten Tag nach Wellington, der Hauptstadt von Neuseeland geflogen.

Mein Tag dort ist unheimlich schnell rum gegangen und war echt schoen. Da Wellington am Meer liegt ist es dort oft regnerisch und windig, aber ich hatte total Glueck, weil den ganzen Tag die Sonne gescheint hat. Ich war am Civic Centre, dem Clyde Quay Warf (einem Art hafen), auf dem Mount Victoria, in dem Te Papa Museum, im Museum of Wellington City and Sea, bin mit dem Cable Car (alter Strassenbahn) zum Botanischen Garten gefahren, habe mir das Parliament House, die Library und die St. Pauls Church angeschaut und war auf dem Lambton Quay, der Haupteinkaufsstrasse, shoppen.

Am besten hat mir der Mount Victoria gefallen. Von dort hatte man eine wunderschoenen Aussicht auf die Stadt. Wellington ist zwar die Hauptstadt Neuseelands, aber trotzdem nicht sehr gross. Sie ist so vielseitig wie z.B. Auckland, aber alles ist viel naeher beieinander und daher fuer Backpacker wie mich, die alles zu Fuss erkunden, sehr viel praktischer. Mir hat die Stadt wirklich richtig gut gefallen. Spaeter hab ich sogar erfahren, dass auf dem Mount Victoria (so wie fast ueberall in Neuseeland) `Herr der Ringe` gedreht wurde. Ich glaube die Szene ist im ersten Teil. Die Hobbits, Frodo usw. verstecken sich unter so ein paar Wurzeln an einem Baum vor den Oarks. Ich fand es richtig cool in dem Wald zu sein, durch den vor ein paar Jahrn Oarks gerannt sind.
Das Te Papa Museum fand ich auch richtig cool, obwohl es dort fuer einen Tag viel zu viel zu sehen gab.

Nach diesem vollen Programm war ich ganz froh, dass es in meiner naechsten Haltestellen, Palmerston North, etwas noerdlich von Wellington, ein bisschen ruhiger zu ging. An sich hat die kleine Stadt nicht wirklich viel zu bieten. Es gibt einen `Square` in der Mitte, um den im Quadrat alle Geschaefte angereiht sind, eine Library mit kostenlosem Wifi und das `Te Manawa` Museum. Dort gab es einiges an Kunst und Infos ueber die Maori, die Erstbewohner Neuseelands. Ausserdem war ein Rugby Museum integriert, in dem ich erfahren habe, dass Heidelberg einen Rugby Verein hat. Echt witzig, auf der anderen Seite der Welt, etwas ueber die Heimat zu lernen :)

Ich war zwei Tage in Palmerston North und habe die meiste Zeit am Computer verbracht. Zuerst hab ich dort nach Laptops gesucht und dann sass ich an meinem neuen eigenen Laptop. Da mir meine Kamera in Melbourne geklaut wurde, wollte ich ganz schnell eine Neue und zusammen mit dem Laptop hab ich einen super Deal gemacht. So war mein Aufenthalt in der kleinen Stadt von touristischer Seite ein ziemlich Flopp aber von shoppingmaessiger Seite ein riesen Erfolg.

Von `Stadt` hatte ich jetzt aber trotzdem genug. Ich war in Neuseeland und hatte noch nichts von der abwechslungsreichen und wunderscheonen Natur hier gesehen. Davon aber naechstes mal mehr.

Machts gut da drueben :) Ich hab euch lieb und wuensche euch allen eine schoene restliche Vorweihnachtszeit.

Eure Franzi

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen