Donnerstag, 16. Februar 2012

Was wollen wir trinken 13 Tage lang? :)

Halloechen ihr Lieben,

Nach der ganzen Natur in Neuseeland war mein naechster Stop Sydney, das uebrigens mit seinen 4 Millionen Einwohnern genauso viele Menschen beherbergt wie NZ :)

In Eastwood, einem aufgrund seiner Einwohner leider sehr asiantischem Teil von Sydney, hatte wir schon ueber ein halbes Jahr vorher eine Wohnung gemietet. Ich hab mich total darauf gefreut dort mit Henrik, Basti, Pablo, Lars und Gutzler Weihnachten und Silvester zu verbringen.

Als ich dort ankam, war Henrik als einzigster schon da. Spaeter kam dann das Chaotentrio (Alex, Gutzler, Pablo), die neben einigen Surfbrettern, einem Cityroller (den sie natuerlich gefunden hatten) und der frischen Story, das Alex das Auto kaputt gefahren hat, auch noch die drei Weinheimer Maedels Marie, Marlene und Tabea mitgebracht haben. Ganz unerwarteter Weise kam Basti also als letztes an. Es war schoen alle wieder zu sehen und so zu hoeren was alle so erlebt haben.

In den paar Tagen bis Weihnachten haben wir nur relativ wenig produktives gemacht, was aber irgendwie vorher schon klar war, und mir nach dem ganzen Reisestress in Neuseeland auch gut getan hat. Um ein bisschen vorweihnachtliche Stimmung in unsere kahle, aber sehr grosse, saubere (zumindest die ersten paar Stunden unser Bewohnung) und gepflegte Wohnung zu bringen, haben Basti und ich Plaetzchen gebacken. Wir hatten eigentlich keine Ahnung wie genau das geht und auch absolut nicht das richtige Equipement dafuer. Trotzdem haben wir es geschafft aus Mehl, Eiern, Margerine, Milch, Mandeln und Kokos einigermassen leckere Nascherein zu zaubern. Leider sahen sie total verbrannt und nicht sehr appetitlich aus, aber trotzdem wurden beide Blaeche in den naechsten Tagen gegessen. Wir waren sehr stolz auf unser Ergebnis, aber noch stolzer auf unsere neu erworbene Penisbruderschaft, die uns nun wohl den Rest unseres Lebens verbindet^^.

Ausserdem haben wir in der Zeit vor Weihnachten einen der besten Abende unseres Lebens verbracht. Alle zusammen wollten wir am 21.12.2011 ins Casino am Darling Harbour, aufgrund des leicht suechtigen Spielsverhaltens einiger Mitglieder unserer Gruppe. Es hat alles ganz gut angefangen. Nachdem wir zu Hause schon etwas vorgeglueht hatten und dann die Maedels, die uebrigens in Manly gewohnt haben (aber irgendwie trotzdem meistens bei uns waren^^) in einer Bar getroffen haben, gings ins Casino. Tabea, Marie und ich wollten alle nicht so viel Geld ausgeben und haben deshalb fuer 20 Dollar an einem Rollettisch gespielt. Wir hatten irgendwie keine Ahnung wie genau das funktioniert, also haben wir einfach unsere Chips irgendwo auf dem Spielfeld verteilt, so geguckt als wuessten wir absolut was wir da machen und da wir deutsch miteinander reden konnten ist auch keinem aufgefallen, dass wir nicht unsere Theorie diskutiert haben, sondern, das der intelektuelle Inhalt unserer Gespraeche sowas war wie: `Haee, wieso sind da jetzt rote und weise Felder? Und wieso haben unsere Chips jetzt so ne Farbe? Wo sollen wir die denn jetzt hinlegen?.....`

Es war auf jeden Fall ganz witzig. Ploetzlich wurden wir dann von 2 Typen angesprochen, die uns einen Drink bezahlen wollten. Also sind wir mit den beiden in die unglaublich teure Casino Bar, wo sie jedem von uns innerhalb von 15 Minuten 3 Tequila Sunrise gekauft haben. Ich will nicht wissen was die gekostet haben, ich hab nur gesehen, dass sie einen 50 Dollar Schein nach dem andern auf die Theke geknallt haben. Der eine hat uns dann erklaert, dass er gerade 2000 Dollar gewonnen hat und deshalb ordentlich feiern will. Dann haben wir erfahren, dass sie in dem Casino Hotel eine Suite haetten, die wohl 2000 Dollar die Nacht kosten wuerde und das sie uns dorthin einladen wollen. Natuerlich war es sehr reizvoll, aber uns war dann doch ein bisschen unwohl, weil sie immer mal wieder versaute Andeutungen gemacht hatten und sie ja auch schon relativ alt waren.

Trotzdem haben sie es aber irgendwie geschafft uns zu ueberreden. Wir waren also gerade auf dem Weg zu der Suite als der eine Typ Tabea an den Hintern gefasst hat, was bei ihr eine sehr reife und erwachsene Reaktion ausgeloest hat. Sie hat angefangen zu lachen, hat sich umgedreht und ist weggerannt, anscheinend war ihr der Annaeherungsversuch doch zu krass, Marie und ich natuerlich hinterher, und so kam es, dass wir zu dritt, relativ angetrunken und mit dem groessten Lachflash ueberhaupt durch das Casino gestolpert sind und unsere Jungs gesucht haben. Ich hab auf unserer Route nur einige Security Maenner ganz boesse schauen und `No running` rufen hoeren, das haben wir aber dezent ignoriert und so wohl das ein oder andere Pokerface einiger sehr konzentrierter Spieler ruiniert. Es war echt so witzig.

Total verwirrt haben Alex, Lars, Marlene und Henrik geschaut als wir sie angetroffen haben. Obwohl wir ihnen versucht haben zu erklaeren was passiert ist, hat sich ihr verwirrter Blick irgendwie zu extrem verwirrt veraendert, was daran liegen koennte, dass wir immer noch am Lachen waren, total durcheinander geredet haben und am Ende halb auf dem Boden lagen vor Lachen. Noch krasser mussten wir aber Lachen als die zwei Typen ploetzlich wieder hinter uns standen (sie sind uns anscheinend hinterher gerannt) und immernoch mit uns auf ihre Suite wollten. Da wir das jetzt alleine aber nicht mehr wollten, haben wir sie gefragt, ob unsere Freunde denn mitkommen koennten. Anscheinend hatten wir es ihnen echt angetan, denn sie haben letzt endlich eingewillig. Auf dem Weg bis nach oben, haben sie ein paar mal versucht die Jungs loszuwerden. Als wir alle in den riesengrossen Fahrstuhl eingestiegen sind, ist dieser angeblich nicht losgefahren, weil wir zu viele waren, also sollten die Jungs doch wieder aussteigen und den naechsten Fahrstuhl nehmen. Ein Glueck waren die aber noch nuechtern genug, um alle Tricks zu raffen und so haben wir es alle zusammen in die riesengrosse hammergeile Suite geschafft. Es gab 2 Flachbildfernseher und sogar einen Whirlpool. Wir haben hoeflichkeitshalber einen Drink aus der Minibar angeboten bekommen, was wir wirklich dreist und herzlos ausgenutzt haben. Der eine Typ hat sich, nachdem er gemerkt hat, dass keine von uns mit ihm schlafen wird, eine Prostituierte auf die Suite bestellt, mit der er fuer ca. 2 Stunden in sein Zimmer verschwunden ist. So waren wir jetzt in klarer Ueberzahl und haben den zweiten Typ knallhart ausgeutzt. Immer eine von den Maedels hat sich mit ihm unterhalten und wir anderen haben in der Zeit die komplette Minibar, die gefuellt 1000 Dollar wert ist, leer getrunken. Wir hatten Champagner, Sekt, Wein, Vodka und diverse andere Schnaepse. Es war der hammer und wir haben keinen Cent bezahlt. Ausserdem haben wir mehrere Chipstueten und Kekse gefuttert. Es ging sogar so weit, dass wir Maedels angefangen haben kleine Flaschen in unsere Handtaschen zu schmuggeln. Am Ende war wirklich alles ess- und trinkbare aus dem Apartment in unseren Maegen oder Handtaschen verschwunden und somit war es Zeit fuer uns zu gehen. Die beiden haben echt gar nichts mehr gerafft, sie waren glaub ich auch ziemlich betrunken.

Im Casino haben wir dann Pablo und Basti wieder getroffen, die 200 Dollar an dem Abend verspielt hatten :D So unterschiedlich waren an diesem Abend also unsere Einnnahmen bzw. Ausgaben.

Das naechste Highlight waehrend unserer Zeit in Sydney war dann Weihnachten. Es war fuer uns alle der erste Heilige Abend ohne unsere Familie und wir waren froh ihn nicht alleine verbringen zu muessen. Wir wollten, dass es etwas ganz besonderes wird und da Weihnachten fuer uns alle auch in Verbindung mit gutem Essen steht, wollten wir etwas richjtig gutes kochen. Das hat sogar unerwarteterweise ziemlich gut geklappt. Da wir 9 Leute waren und unsere Kueche zu klein fuer 9 Koeche war, haben wir verschiedene Gruppen gegruendet. Die Vorspeisen Gruppe hat Spargel bzw. Bohnen in Schinken eingerollt, zum Nahtsich gabs Beeren mit Joghurt und das absolute Hightlight, die Hauptspeise war ein Truthanh mit Gemuese und selbstgemachten Knoedel.

Bevor wir uns alle getroffen haben waren Pablo, Lars, Basti, Henrik und ich in der St. Mary`s Cathedral im Gottesdient. Zumindest hatten wir das alle am Anfang vor, aber Pablo und Lars haben auf der Fahrt in der Tram ploetzlich mehr Lust auf Bier als auf Weihrauch bekommen und sind deshalb ganz spontan lieber in eine Kneipe. Naja, wir wollten ja ein etwas anderes Weihnachten :)

Der Gottesdienst war leider auch gar nicht so gut, weil alles gesungen wurde. Es gab eine Chor der den kompletten Gottesdienst auf Hebraeisch (glaub ich zumindest, auf jeden Fall haben wir kein Wort verstanden) gesungen hat. Es war leider ziemlich langweilig, aber wenigtens war die Kirche relativ cool.

Nach diesem geringfuegig weihnachtlichem Event gings dann wieder raus in den bluehenden und warmen Park vor der Kirche, der dann jegliche Weihnachtstimmug wieder zerstoert hat.

Zurueck in der Wohnung war Alex mit dem Truthahn zu Werke, der zu unser aller Ueberraschen schon ziemlich gut aussah. Abends kamen dann auch die Maedels mit dem Nachtisch und etwas zu Trinken.

Wir haben ungefaehr 2 oder 3 Stunden gegessen, es war richtig lecker. Dann hab ich mit meiner Familie geskypt, die sich zu Hause vor meinem PC versammelt hat. Es war total schoen, jeder einzelne hat mir Frohe Weihnachten gewuenscht und am Ende haben wir sogar `Oh Tannenbaum` gesungen. Dazu haben die anderen im Apartement angetrunkenerweise auch froehlich mit eingestimmt.

Anschliessend gabs Bescherung. Auch wenn keiner von uns dem anderen jemals etwas zu Weihnachten gechenkt hatte, wollten wir das dieses Jahr aendern. Weihnachten ohne Bescherung ist schliesslich kein Weihnachten und so hat jeder jedem eine Kleinigkeit gekauft. Es war alles nichts besonderes, aber trotzdem war es total lustig die Dinge auszupacken und zu raten vom wem es wohl kam. Ich habe einen Nagellack, eine Gesichtscreme, einen Bierkuehler, Kekse, einen Woolies- Gutschein, einen Mini- Ventilator und das absolute Highlight ein riesen Frosch Kuschltier bekommen. Es war wirklich das aussergewoehnlichste Weihnachten, das ich je erlebt habe und sehr sehr lustig, aber trotzdem freue ich much jetzt schon darauf naechstes Weihnachten wieder mit meiner Familie und dem gewohnten Essen Kartoffelbrei, Bratwuerste und Sauerkraut zu verbringen. Mit der Familie ist Weihnachten eben einfach am schoensten.

Die naechten Tage bis Silvester haben Henrik und ich genutzt, um ein bisschen Sightseeing zu machen. Wir waren am Bondi Beach, am Opera House und der Harbour Bridge, dem Viertel `The Rocks` , im Australian Museum und ein bisschen in der Stadt. Die anderen Jungs haben sich eine Spielekonsole gekauft und so die Tage mit `Super Mario` zocken und chillen verbracht.

Dann war es endlich soweit, der 31. Dezember 2011. Sydney ist bekannt fuer sein hammergeiles Feuerwerk an der Harbour Bridge und die vielen Menschenmengen, die genau das sehen wollen. So natuerlich auch wir. Wir wollten unbedingt das Feuerwerk an der Bruecke und ausserdem auch das Opera House sehen. Eines der wenigen Orte, an denen das moeglich ist, ist der `Mrs Macquaries Chair` im Botanischen Garten. Dort ist Platz fuer 20 000 Menschen und der Platz ist jedes Jahr voll. Deshalb muss man frueh dort sein und anstehen, um einen Platz zu bekommen. Und so haben wir es geschafft mal frueh aufzustehen und um 9 Uhr vorm Eingang zu stehen. Die Schlange war leider schon ziemlich lang und deshalb mussten wir fast 4 Stunden anstehen. Die Stimmung war zum Glueck richtig cool. Anscheinend hatten alle durch die Vorfreude auf Silvester in Sydney richtig gute Laune und so gab es immer mal wieder eine riesen Laola- Welle, bei der wirklich jeder mitgemacht hat. Es hat total Spass gemacht.
In Australien ist oeffentliches Trinken verboten und da die Veranstalter ausserdem Gewalt vermeiden wollten, war es auch hier strengstens verboten. Am Eingang wurden alle Taschen kontrolliert und man musste alle Flaschen abgeben, egal was drin war. Nur wenn sie leer waren durfte man sie behalten, um sie drinnen mit Leitungswasser zu fuellen. Wir hatten nur leider fuer 130 Dollar Alkohol gekauft und jetzt ziemlich Angst, dass wir unsere Investition in den Muell schmeissen mussten. Da wir ausserdem 4 Stunden Zeit hatten, um unsere anfaenglichen Bedenken zuerst in minderwertig ernstzunehmende Sorgen und schlieslich regelrechte Panik zu verwandeln, kam es, dass wir bevor wir drin waren und bevor die Sonne ueberhaupt richtig am Himmel stand, schon die Haelfte getrunken hatten. Relativ angeschwipst kamen wir den Kontrollen also naeher und so entstanden die verruecktesten Theorien wie wir den Alkohol rein schmuggeln konnten. Es ging sogar so weit, dass wir es bereut hatten unsere Eier nicht auszublasen und mit Hilfe einer Spritze mit unserem guten Vodka zu fuellen. Am Ende haben wir aber keine von unseren Ideen gebraucht, weil wir ironischerweise einfach durch laufen konnten. Es waren so viele Menschen ueberall, dass keinem der Securities aufgefallen ist, dass wir uns an den Taschenkontrollen gar nicht angestellt haben, sondern einfach vorbei gelaufen sind. Wir haben uns tierisch gefreut, jetzt konnte Mitternacht kommen.

Auf der Wiese, von der aus man das Opera House und die Harbour Bridge sehen konnte, lagen schon ziemlich viele Leute, aber da wir noch relativ frueh waren, haben wir noch einen Platz im Halbschatten gefunden. Obwohl wir noch ca. 10 Stunden warten mussten, ging die Zeit ziemlich schnell rum. Wir haben unglaublich viel gegessen, wir hatten eben auch unglaublich viel gute Sachen dabei, wir haben getrunken und geschlafen. Ausserdem war die Stimmung richtig gut. Die Wiesen haben sich allmaehlich gefuellt und die starke Sonne schien auch so manch einer nicht zu vertragen. Auf jede Fall war es so, dass immer wenn ein Security oder irgendein Angestellter vorbei gelaufen ist, irgendjemand angefangen hat zu klatschen und zu jubeln und am Ende irgendwie jeder mitgemachjt hat. Irgendwann war es sogar schon so, wenn nur jemand aufs Klo musste und aufgestanden ist. Andauernd hat man irgendjemanden jubeln hoeren und hat einfach mitgejubelt. Es war echt lustig.

All das Gewarte hat sich am Ende auf jeden Fall richtig gelohnt, wir haben die Harbour Bridge gesehen, von der aus das wohl groesste und schoenste Feurwerk abgeschossen wurde, das ich je gesehen habe und das Opare House, das durch das bunte Feuerwerk in den schoensten Farben geleuchtet hat. Um das einmal zu erleben war es die Warterei absolut wert, aber ich kann verstehen warum die Ausralier selbst nicht jedes Jahr von dort aus feiern, es ist eibfach unglaublich anstrengend. Ich bereue es auf keinen Fall, es war wirklich ein ganz besonderes Silvester, aber ich finde einmal im Leben reicht es dann auch :)

Jetzt war unsere gemeinsame Zeit in Sydney fast vorbei. Den 1. Januar haben wir damit verbracht auszunuechtern und am 2. mussten wir uns dann auch schon trennen. Die Maedels, Pablo, Lars, Alex und Basti wollten in die Blue Mountains, Henrik wollte noch 3 Tage in Sydney bleibeen bevor er nach Canberra weiter ist und ich bin an dem Tag ab nach Melbourne, um mir einen Job zu suchen.

Unsere Wege haben sich hier also wieder getrennt, aber trotzdem werden wir die gemeinsame aufregende und besondere Zeit in Sydney wohl nie vergessen.



Ich denke an euch.

Eure Franzi

Donnerstag, 2. Februar 2012

Why does it always rain on me?

Hallo ihr Lieben,

Ich weiss es ist schon eeeewig her, aber ich muss euch immer noch von meinen letzten Tagen in Neuseeland berichten.

Wie gesagt, haben mich Maggie und Esa in `Marahau` abgesetzt, weil ich in den `Abel Tasman Nationalpark` wollte.
Der Nationalpark soll total schoen sein, das kleine Marahau dagegen war ziemlich langweilig. Es gab nichts dort. Wenn wir in Motueka nicht einkaufen gegangen waeren, waere ich dort hoechst warscheinlich auch verhungert. Naja, meine Vorfreude auf die aufregende Natur in dem Park hat meine Langeweile uebertroffen. Aber nicht auf Dauer.

Am naechsten Tag hat es immer noch wie in Stroemen geregnet. Wenn ich so los gelaufen waere, waere ich nach 10 Minuten komplett nass gewesen und haette (so wie ich mich kenne) total gefroren. Deshalb bin ich in dem Hostel geblieben (in dem ich die einzige war!!!) und wollte abwarten bis es besser wird. Es wurde aber nicht besser !!!

Also hab ich mir fuer den naechsten Tag vorgenommen, egal wie das Wetter ist, dass ich trotzdem in dem Nationalpark wandern geh. Ich wollte nicht umsonst her gekommen sein und der vorherige Chill Tag hatte mich schon genug aggressiv gemacht, weil man wirklich absolut nichts machen konnte. Also hab ich mir morgens um 8 den Wecker gestellt und bin durch den stroemenden Regen ins Infozentrum gerannt, um meinen Trip in den Abel Tasman zu buchen. Hochmotiviert und laechelnd kam ich dort an, um dann gesagt zu bekommen, dass der Park wegen dem straken Regen an dem heutigen Tag geschlossen war. Das gab es vorher anscheinend noch nie.

Da ich keine Lust mehr hatte noch einen sinnlosen Tag mitten im Nichts zu verbringen und das auch noch vollkommen alleine, hab ich beschlossen noch an diesem Vormittag zurueck nach Motueka zu fahren.

So hab ich also ganze zwei Tage wegen dem Wetter komplett vergeudet. Das krasse war aber auch noch, dass die Strasse, die Motueka und Marahau verbindet sehr kurvenreich ist (so wie alle Strassen in Neuseeland) und direkt an einem steilen Berg entlang fuehrt. Im Hostel in Motueka hab ich erfahren, dass ein riesen Teil der Strasse abends weggebrochen ist, weil sie unterspuelt war. Da bin ich ein paar Stunden vorher noch drueber gefahren und wenn ich Marahau nicht rechtzeitig verlassen haette, waere ich dort festgesessen. Also hatte ich wohl noch Glueck im Unglueck.

Mein naechster Stop war die 45 000 Einwohner grosse Stadt Nelson, in der auch gerade Maggie und Esa waren und die angeblich die sonnigste Stadt Neuseelands ist. Das hat sich fuer mich zum Glueck bestaetigt. Das Wetter war heute naemlich auch endlich wieder gut, also konnte ich mir viel von der Stadt ansehen. Es hat mir richtig gut gefallen. Zuerst war ich in der `Christ Church Cathedral`, die auf einem Huegel im Zentrum der Stadt steht und deshalb irgendwie etwas erhabenes und beeindruckendes hat. Verrueckterweise wurde ich auch richtig sensibel in der Kirche. Es war kurz vor Weihnachten und es gab dort ganz viele verschiedene Weihnachtsbaeume. Die Gemeinde hatte so eine Aktion, in der ganz viele Vereine oder Schulen, Kindergaerten, Geschaefte oder Verbaende mitgewirkt haben. Jede Gruppe hat ihren eigenen Baum geschmueckt. Es gab sogar einen `German Tree`, den ich absolut am schoensten fand und auch einen Baum, an den man einen Stern haengen konnte, auf den man Gruesse an seine Lieben schreiben konnte. Das hab ich natuerlich auch gleich gemacht. Ich waere auch total gerne in den 4. Advent Gottesdienst gegangen, aber da die Busse so bloed gefahren sind, musste ich am naechsten Tag schon frueh weiter und war somit nicht lange genug in Nelson, um den Gottesdienst besuchen zu koennen.
In den diversen Geschaeften hab ich Geschenke fuer die Jungs (Basti, Henrik, Pablo, Alex, Lars) gekauft, die ich ja in Sydney fuer Weihnachten und Silvester getroffen habe. Ausserdem hab ich den Schmuckmacher gesehen, der den Ring fuer `The Lord of the Rings` designed und hergestellt hat. Nachdem ich im Museum und der Library war hab ich mich abends nochmal mit Maggie und Esa getroffen.

Am naechsten Morgen hatte ich nur nochmal kurz Zeit mir den beruehmten `Nelson Market` anzuschauen, der klein aber fein war, bevor ich nach Kaikura gefahren bin.

Die Stadt liegt 180 km noerdlich von Christchurch direkt am Meer und ist deshalb ein beliebtes Urlaubsziel. Ich bin dort hingekommen, weil ich unbedingt die Seal Colony sehen wollte, die dort am Ufer lebt.
Die hunderte Seeloewen liegen einfach am Strand und auf den Felsen im Meer und chillen dort. Man kann einfach hingehen und ein paar Fotos mit ihnen machen. Bevor ich das gemacht habe, bin ich aber morgens in die Kirche, denn schliesslich war es der 4. Advent und ich hatte irgendwie noch absolut kein Weihnachtsfeeling. Trotzdem hatte ich total das Beduerfnis in die Kirche zu gehen, vorallem weil ich dachte, dass ich mit den Jungs an Weihnachten in Sydney bestimmt nicht gehen wuerde. Die Entscheidung war absolut richtig, denn es war einer der schoensten Gottesdienste, die ich je besucht habe.

Es war eine winzig kleine, total suesse Kirche und als ich sie betreten habe, hab ich sofort gemerkt, dass jeder weiss, dass ich nicht nach Kaikura gehoere. Es sassen nur ca. 10 Leute in den Reihen und es wurden auch nicht mehr mehr. Alle waren total interessiert, wo ich herkomme und was ich hier mache und ausserdem glaub ich ein bisschen stolz, dass ich ihren kleinen suessen Gottesdienst besuchen wollte. Neber dem Altar stand die ganze Zeit eine Leinwand, auf der alle Liedtexte und Gebete abgebildet waren, deshalb konnte ich auch endlich mal mitbeten und mitsingen in einem englischen Gottesdienst. Sonst sass ich immer nur bloed da. Die Lieder waren viel schoener als unsere Weihnachtslieder finde ich und bei manchen Texten hab ich wirklich einen Klos im Hals und Gaensehaut bekommen, so schoen fand ich sie. Nach dem Gottesdienst haben sich alle noch im Pfarrheim getroffen, in das ich auch herzlich eingeladen wurde. Eine andere `fremde` Deutsche sass auch noch in dem Gottesdienst und so hatte ich jemanden in der gleichen Situation. Der sonstige Altersdurchschnitt dort war 65. Die Frauen waren so suess und ich kam mir ein bisschen vor wie zu Hause bei Oma :) Wir haben Tee und Kekse in dem Pfarrheim bekommen und ausserdem eine Seife zu Weihnachten geschenkt gekriegt. Das war das weihnachtlichste Erlebnis, das ich dieses Weihnachten hatte und ich habe es echt gebraucht. Die eine alte Frau hat mir dann sogar angeboten mich zu der Seal Colony zu fahren, der Fussweg haette ungefaehr eine Stunde gedauert.

So war ich frueher dort als geplant und hatte mehr Zeit fuer den `Peninsula Walkway`, der ueber den ganzen noerdlichsten Fitzel von Kaikura fuehrt, vorbei an 2 Seal Colonys und wieder zurueck ins Zentrum. Nicht nur die Seeloewen waren sehenswert, sondern die gesamte Kueste. Es war wirklich wunderschoen und so hab ich ein letztes mal die atemberaubende Natur Neuseelands genossen.

Den Bus, der mich abends nach Christchurch bringen sollte, hab ich leider verpasst, was aber nicht an einer Verspaetung meinerseits lag, sondern an einer falschen Markierung des Busses. Mit 2 anderen aus meinem Hostel, hab ich an der Bushaltestelle gewartet, doch der `Naked Bus` kam nicht. Nach einer Stunden haben wir vom Infocenter erfahren, dass es einen Bus mit der Aufschrift `Atomic` gab, der anscheinend auch fuer uns bestimmt war. Der Busfahrer ist aber wohl weg gefahren, obwohl 10 Leute nicht anwesend waren.

Weil wir keine Lus hatten, ein zweites mal Geld fuer den Bus zu zahlen und noch eine Nacht in Kaikura zu verbringen, haben wir uns an die Strasse gestellt und sind getrampt. Wie bereits erwaehnt funktioniert das in Neuseeland ja aussergewoehnlich gut. Nach 20 Minuten haben 2 Autos angehalten, die insgesamt noch 3 Plaetze frei hatten und uns mitnehmen konnten. Die Australier waren total cool. Sie waren in meinem Alter und total betrunken (ausser die Fahrer). So war die Fahrt sehr lustig und warscheinlich viel besser wie die mit dem langweiligen Bus.

Mit etwas Verspaetung kam ich in Christchurch an und wurde von Robert abgeholt. Ihn hatte ich bei meinem ersten Aufenthalt dort kennen gelernt und er hatte mir angeboten, dass ich bei ihm Couchsurfen koenne, wenn ich nochmal nach Christchurch komme. Das Angebot hab ich also gerne angenommen. Er war total nett und hat mir sein Wohnzimmer zur Verfuegung gestellt. Seine Mutter war 2 Tage vorher erst gestorben, weshalb ich es noch beeindruckender fand, dass er mir trotzdem helfen wollte.

An meinem letzten Tag in Neuseeland hab ich mich nochmal mit Johannes in New Brighton getroffen. Wie auch an meinem ersten Tag hier, wollte er mir das Kitesurfen beibringen. Leider hat das nicht so gut geklappt, was aber nicht an seinem Potential als Lehrer lag sondern an meiner Unfaehigkeit als Schueler. Aber trotzdem hat es Spass gemacht. Abends sassen wir noch lange am Strand, haben 2 Flaschen Wein getrunken und uns unterhalten. Es war der perfekte Abschluss fuer einen unglaublich aufregenden, spannenden und lustigen Monat in Neuseeland!!! Ich werde die Zeit hier nie vergessen. Es ist wirklich ein sehr facetenreiches Land, das so viel zu bieten hat. Ich verstehe nur nicht, weshalb es immer mit Australien verglichen wird, es ist naemlich total unterschiedlich und absolut nicht vergleichbar. Australien hat so viele verschiedene und wild lebende Tiere zu bieten. In Neuseeland hab ich ausser Voegeln und den Seeloewen nichts gesehen. Und auch die Landschaften sind total unterschiedlich. Neuseeland ist viel gruener und bergiger als Australien, es gibt dort Tannen und jede Menge Seen.

Das einzige was meiner Meinung nach absolut identisch ist, ist das Essen und die Menschen. Neuseelaender sind genauso cool wie Australier, also `No Worries Mate` :)

Bis zum naechsten Mal :)

Hab euch lieb.

Eure Franzi