Hallo ihr Lieben,
ich bin zwar inzwischen schon in Neuseeland, muss euch aber noch berichten, was ich so in Adelaide und Melbourne erlebt habe.
Nach Coober Pedy gings ja mim Bus weiter nach Adelaide, der Hauptstadt von South Australia. Dort hat es mir richtig gut gefallen. Ich bin schon ziemlich frueh morgens angekommen und so hatte ich den ganzen Tag noch vor mir. Als ich mein Essen im Hostel in die Kuche gebracht habe, hab ich Liezelot wieder getroffen. Mit ihr war ich zusammen am Ayers Rock. Sie war richtig nett und ich hab mich echt gefreut sie wieder zu sehen. So musste ich die naechsten drei Tage nicht alleine verbringen. Da sie fuer diesen Tag auch noch nichts vor hatten, sind wir zusammen ein bisschen in die Stadt gelaufen.
Adelaide ist in Quadrate aufgeteilt und daher ziemlich uebersichtlich. Um das gesamte Stadtzentrum, in dem fast alles Sehenswerte liegt und das komplett zu Fuss zu bewaeltigen ist (also perfekt wenn man kein Auto hat), ist Park. Nicht ein Park, sondern dutzende verschiedene mit jeweils anderen Namen, aber eigentlich ist es einfach nur Wiese. Nach dem Park fangen dann die Wohnviertel an. Die Stadt ist sauber, vielseitig und sicher (es gibt hier fast keine Aborigines, ich hab keinen einzigen gesehen), es gibt jede Menge Geschaefte, sogar eine Fussgaengerzone und einen kostenlosen Fahrradverleih. Ich kann nicht sagen, wie gluecklich ich war, als ich bei strahlendem Sonnenschein durch diese schoene Stadt gelaufen bin. Outback war der Wahnsinn und echt eine Erfahrung, aber wieder in der Zivilisation zu sein, war auch nicht schlecht.
Liezelot und ich sind durch den Central Market (riesen Markt, der fast jeden Tag geoeffnet ist) an den Victoria Square gelaufen. Das ist ein Verkehrsknotenpunkt. Ganz viele Busse und Trams halten hier. Direkt daneben war eine riesen Kirche. Die haben wir uns dann auch noch angeschaut. Danach gings in den PeterPans, der fast direkt neben unserm Hostel war, zum kurzen Internetcheck und anschliessend in die `Rundle Mall`. Das ist die Fussgaengerzone und wirklich ein Traum fuer jedes Maedchen. Soooo viele Geschaefte. Was mich nur ein bisschen irritiert hat, war die Weihnachtsdeko, die schon ueberall hing. Es waren schliesslich noch fast 2 Monate bis Weinachten. Vorallem war es richtig heiss. Wir sind in Top und kurzer Hose rum gelaufen und durften uns an jeder Ecke den Nikolaus in seinem dicken roten Mantel anschauen. Sowas verruecktes. Ausserdem gibt es in Australien keine Tannen, aber zur Weihnachtszeit stehen ueberall welche aus Plastik. Also das ist doch echt nix halbes und nix ganzes. Naja, also die Deko passt meiner Meinung ueberhaupt nicht hierher.
Da wir nach diesem ersten `Orientierung bekommen` noch ewig Zeit hatten, sind wir noch zu `Haighs Chocolate Factory` gelaufen. Hier wird wie der Name schon verraet Schokolade hergestellt. Man kann bei einigen Arbeitsschritten zuschauen und in dem angrenzenden Laden auch ein wenig probieren. Das haben wir dann naturlich auch gemacht. Wir haben sogar beide ein bisschen Schokolade gakauft (war richtig lecker), uns einen kostenloen Kaffee gemacht und auf der Terasse den Nachmittag genossen. Es war sehr schoen, den tollen Tag nicht alleine zu geniessen :)
Wieder im Hostel haben wir zusammen gekocht und abends noch einen DVD geschaut.
Am naechsten Tag gings direkt weiter mit dem Sightseeing. Wir sind durch die Rundle Mall ans noerdliche Ende des Zentrums gelaufen. Dort steht das Parliament House, die Railway Station und das Convention Centre, die zwar alle nichts zu bieten haben, aber doch eine kurze Besichtigung wert sind. Das Convention Centre steht direkt am Fluss und ist ein wirklich schoenes Gebaeude. Dort finden so wichtige politische Meetings und sowas statt glaub ich und halt grosse Veranstaltungen. Am Fluss haben wir dann ein Boot entdeckt, das zu einer Rundfahrt eingeladen hat. Da wir schon keine Lust mehr zu Laufen hatten, sind wir gerne mitgefahren. Es ging den Fluss ein bisschen aufwaerts, dann wurde gewendet und es ging zum Zoo und den Botanischen Garten. Es war sehr schoen sich einfach nur alles anzuschauen. Wir sind wieder bis zum Convention Centre zurueck gefahren. Ueber die Bruecke gings dann raus aus dem Zentrum und rein nach `Adelaide North`. Dort gab es ein riesen Cricket Stadium zu sehen, das `Adelaide Oval`. Es war sogar auf, also wir sind zumindest einfach rein gelaufen und waren echt beeindruckt. Um die runde saftig gruene Wiese waren die Zuschaueremporen, die teilweise ueberdacht sind (hier ist ja immer gutes Wetter) aufgebaut. Wir waren von diesem maechtigen Gebilde so beeindruckt, dass wir dort erst mal Mittag gegessen haben und dabei geraetselt haben wie Cricket ueberhaupt funktioniert. Wir hatten beide absolut keine Ahnung. Sitzen die Cricketspieler auf einem Pferd oder stoechern sie doch mit einem Billiardstab aehnlichen Stock auf den Rasen ein? Wir hatten echt keinen Plan. Naja, in Deutschland und Holland ist das zu unserer Verteidigung aber auch nicht so bekannt.
Direkt daneben stand noch eine Kirche. Sie sah von aussen nicht sehr besonders aus, aber manchmal wird man ja ueberrascht. Hier wurden wir aber leider nicht ueberrascht. Zumindest nicht von der Schoenheit oder Besonderheit der Kirche, aber von einem uebermotivierten Guide. Oh ja, richtig gehoert, direkt am Eingang standen mehrere Guides. Der Mann hat uns direkt eine Fuehrung angeboten. Da wir die aber dankend abgelehnt haben, hat er uns dann einen Haufen Broschueren in die Hand gedrueckt, sogar auf deutch und hollaendisch. Wir waren also perfekt ausgeruestet, um die Kirche, die so gross war wie unsere Kirche in Birkenau und wahrscheinlich nur halb so alt, zu besichtigen. In den Fuehrern war jede Kerze beschrieben. Also sowas langweilges, wir dachten das waer ein Schert. So verstecke Kamera maessig. Aber das war es nicht. Das wohl absolute Highlight und Schmuckstueck der Kirche war das eine Fenster. Ca. so gross wie unser Kuechentisch, mit einigen Mustern, aber absolut nicht mit europaeischer Kirchen Glaskunst vergleichbar. Naja, so ist das eben hier in Australien, das Land hat so gut wie keine Geschichte, deshalb ist auch alles was man hier in den Museen zu Gesicht bekommt maximal 150 Jahre alt und Haeuser , die 100 Jahre alt sind, gehoeren zum Weltnaturerbe. Echt nicht begreiflich fuer uns. Der Mann hat auch ziemlich verbluefft geguckt als wir ihm nach ca. 1 Minute (wir sind einmal zum Altar und wieder zurueck gelaufen) den Berg an Buechern, Heften und Broschueren wieder zurueck gegeben haben.
Wieder im Zentrum und nach einem kurzen Abstecher im `Festival Centre` sind wir in Hoffnung auf kostenloses Internet in die Library. Das gab es hier aber nicht, bzw. das gab es schon, aber Facebook, alle E-Mail Seiten und alles ,was fuer Backpacker interessant ist, war gesperrt und damit waren die PCs hier fuer uns voellig nutzlos. Neben der Library ist die University of Adelaide, deshalb sassen hier jede Menge Studenten, fuer die die Library zu Lernzwecken auch wohl sehr hilfreich war. Naja, wir waren ziemlich schnell wieder draussen und sind in das `Museum of South Australia`. Es war, wie die meisten Museen in Australien, kostenlos und wirklich richig interessant. Zuerst waren wir in einem riesen Raum, indem alle moeglichen ausgestofpten Tiere ausgestellt waren. Nach Kontinenten sortiert, konnte man so sehen, was wo auf der Welt so lebt. Dann gab es jede Menge ueber die Aborigines, das fand ich total interessant. Ich koennte immer ewig ueber dieses Thema schreiben. Diese Kultur ist fuer uns einfach so unbegreiflich und so anders als jede andere Kunltur auf der Welt. Es ist einfach mit nichts vergleichbar und wirklich speziell. Ich wuerde so gerne mehr darueber erfahren, aber man hat einfach nicht mehr Moeglichkeiten als all das, was so in den Museen berichtet wird, aufzusaugen. Es gibt kaum andere Quellen, zumindest sind die meisten, fuer Normalsterbliche wie mich, nicht zugaenglich. Naja, hier gabs einiges ueber das Jagdverhalten und Waffen, familiaere Beziehungen und Beziehungen zu den Ahnen, Schmuck, Koerbe, Geschichten, Sprache, Boote, Glaube, Didgeridoos, Kunst und noch ganz vieles mehr. Es waren echt viel zu viele Infornationen fuer einen Tag. Dann gab es noch jede Menge ueber Fossilien, noch mehr ueber Tiere, Steine, Meer, Forscher usw. Wir hatten nach zwei Stunden wirklich genug. Unser Kpf war voll und unsere Fuesse am Ende. Deshalb sind wir nur nochmal in den PeterPans und dann ins Hostel.
Ich hatte fuer diese Nach einenCouchsurfer gefunden, Chris. Er war echt nett. Er lebt alleine und hat mir sein Wohnzimmer zur Verfuegung gestellt.
Am naechsten Morgen hab ich mich wieder mit Liezelot in der Innenstadt getroffen. Wir haben kostenlos Fahrraeder ausgeliehen ,weil wir zum 13 km entfernten Strand fahren wollten. Die Fahrt war richtig schoen. Wir hatten perfektes Wetter und sind direkt am Fluss entlang bis zum `Henley Beach` gefahren. Der Strand war (wie alle Straende in Australien) wieder total leer und wunderschoen. Es gab dort einen kleinen Platz mit Cafes und Laeden, wo wir erst mal Mittag gegessen haben. Den Rest de Tages lagen wir dann am Strand rum. Liezelot hat gelesen und ich hab an meiner Braeune gearbeitet. Da wir die Raeder bis spaetestens 4 zurueck bringen mussten, war der Rueckweg nicht mehr so gemuetlich wie der Hinweg. Wir mussten uns ziemlich beeeilen, sind dann aber mit leichter Verspaetung puenktlich^^ angekommen. Nachdem wir noch ein wenig im PeterPans waren mussten wir uns auch schon voneinander verabschieden. Liezelot ist am naechsten Tag zu einer 3- taegigen Tour nach Melbourne aufgebrochen und ich wollte ja noch ein wenig in Adelaide bleiben.
Es war wirklich sehr schoen mit ihr. Viele Touren sind eben einfach schoener, wenn man sie nicht alleine macht.
Ich hab mich an dem Abend noch mit Volker getroffen. Er war auch gerade auf der Durchfahrt. Es war wieder ziemlich lustig und auch produktiv, da ich ja den gesamten Block vom Stuart Highway nicht mehr hatte und er mir so helfen konnte wieder zusammen zu bekommen wo wir ueberhaupt ueberall waren. Abends war dann noch ein anderer Couchsurfer bei Chris. Er war Franzose und konnte fast kein Englisch. Er wollre mich und Chris zum Franzoesisch reden ueberreden, aber das ist wegen meinen hervorragenden Franzoesisch Kenntnissen leider gescheitert. Naja, irgendwie haben wir es geschafft uns zu verstaendigen. An dem Abend hab ich ausserdem erfahren, dass Chris ein richtiger Hardcore- Couchsurfer ist. Er hat erzaehlt, dass er am vorherigen Wochenende eine Party fuer seinen 100. Couchsrfer IN DIESEM JAHR (also in 10 Monaten) geschmissen hat. Das ist ect verrueckt. Und er meinte er haette einmal 9 auf einmal da gehabt. Ich konnte mir absolut nicht vortsellen, wo in dieser 3 Zimmer Wohnung 9 Schlafsaecke hingepasst haben sollen aber ok, muss wohl irgendwie funktioniert haben.
Am naechsten Tag hab ich erstmal die Shoppingmeile ausgenutzt und hab dann noch ein wenig Kultur Sightseeing gemacht. Ich war in der Art Gallery, die an sich schon cool war, aber halt wieder ein bisschen langweilig. Ich finde es wirklich faszinierend wie viel Kunstausstellungen es in Australian gibt. Jedes kleine Kaff hat mindestens eine Art Gallery. Also in Deutschland gibt es das glaub ich nicht, es ist mir zumindest noch nie aufgefallen. Naja, hier gabs auf jeden Fall australische, asische, islamische und dekorative Kunst. Bei der Dekorativen Kunst hab ich mein Liebligsstueck entdeckt. Es war ein Teller, der `Adam und Eva` hiess und der ein Paerchen dargestellt hat, die vor einem Baum standen und Sex hatten. Sowas beklopptes. Wer haengt sich denn das an die Wand? Vorallem war es eben in diesem Oma- Style. Das kennt man ja, die Omis die Teller sammeln und ihre Waende vollhaengen. Aber die haengen sich doch keinen Porno- Teller an die Wand. Naja, ich fands ziemlich lustig.
Dann war ich im `Migration Museum` und das war richtig interessant. Es ging eben darum, dass es in South Australia unheimlich viele Nationalitaeten gibt. Von ueberall her sind die Einwanderer gekommen, deshalb gibt es eine richtige kulturelle Vielseitigkeit, verschiedene Hintergruende und unterschiedliche Erfahrungen, die hier alle aufeinander treffen und das Leben hier gestalten. Es war echt interessant. Dann gabs noch einiges ueber die Politk hier frueher. Zum Beispiel war es fuer Englaender kein Problm hier einzureisen, aber fuer Asiaten oder Osteuropaer so gut wie unmoeglich. Die Englaender haben Australien als erstes entdeckt bzw. in ihren Besitz genommen, aber da es ja ein riesen Land ist mit unentdeckten Ressourcen usw. hatten sie Angst, dass die Asier kommen und es ihnen wegnehmen. Deshalb wollten sie es so schnell wie moeglich mit Menschen besiedeln, das sollten aber natuerlich hauptsaechlich Englaender sein, da das ja ihr Land war. Weil es aber nicht so viele Englaender in Ebgland gibt, durften auch Deutsche und ein paar andere Nationalitaeten einreisen, aber nur wenn die Leute irgendetwas zu bieten hatten. Sie mussten Englisch sprechen und z. B irgendeine tolle Ausbildung oder Faehigkeit haben und die Ueberfahrt natuerlich bezahlen koennen. Fuer Englaender gab es das 10 Dollar- Angebot. In dem Museum wurden ganz viele Plakate gezeigt, die frueher in England ausgehaengt waren, um Australien attraktiv zu machen. Schliesslich gabs hier nichts und die Ueberfahrt dauerte 3 Monate und war ziemlich gefaehrlich. So mussten Englaender nur 10 Dollar zahlen und konnten nach Australien. Das alles wurde `White Australian Policy` genannt, weil es fuer Schwarze unmoeglich war einzureisen. Selbst wenn sie Englisch konnten mussten sie einen Testbogen in irgendeiner Sprache ausfuellen, die sie nicht kannten und konnten dadurch nur scheitern. Echt bekloppt. Dann gab es noch eine kleine Ausstellung darueber wie das Leben hier frueher fuer die Schueler so war. Das Museum war naemlich frueher eine Schule oder ein Internat oder Kinderheim oder sowas. Ein Versuch der Politik die Aborigines zu sozialisieren damals war es, den Familien die Kinder wegzunehmen, in Internate zu stecken und dort zu bilden. Die waren aber leider in einem voellig schlechten Zustand. Es gab zu wenig Essen, Kleidung, Betreuer, Lehrer und alles was Kinder brauchen. So ist das ganze ziemlich nach Hinten los gegangen. Viele Kinder sind gestorben, die die das alles ueberlebt haben, hatten keine Familie oder Vertraute, ihnen wurden jeliche Wurzeln weggenommen, sie hatten sowieso keine Zukunft, weil Aborigines es sehr schwer haben hier einen Job zu bekommen auch wenn die talentiert sind und so hatten sie keine andrere Chance als Alkoholiker zu werden. Echt schlimm. Die Politik hat sowas von versagt. Ja, also der Einfluss und der Umgang der Weissen auf/ mit den Aborigines wurde auch erklaert. Nach 2 Stunden war mein Kopf voll und so hab ich mich nur noch mit David im Skype getroffen und dann alles fuer Kangaroo Island am naechsten Tag vorbereitet.
Kangaroo Island
Kangaroo Island ist die drittgroesste Insel um Australien. Sie ist 155 km lang und somit eigentlich viel zu gross, um sie in einem Tag zu erkunden. Aber ich hatte keine andere Wahl. Auf der Insel leben nur 3000 oder 4000 Menschen und somit gibt es keine oeffentlichen Verkehrsmittel, aber dafuer dutzende Touren. Da die billigste EIN!!- Tages Tour aber 250 Dollar gekostet haette, war mir das absolut zu viel. Also hab ich mich an den PC gesetzt und nach einem Couchsurfer gesucht. Es gab genau einen auf der ganzen Insel, der eine Couch zur Verfuegung hatte und er hat sich auch als total nett herausgestellt. Er hat mir sofort angeboten so lange zu bleiben wie ich will und er meinte, dass er montags frei haette und er mir die Insel zeigen koenne, wenn ich an dem Tag kommen wuerde. Das Angebot hab ich natuerlich dankend angenommen.
So hab ich sonntags nur ein bisschen an meinem Blog geschrieben, gepackt und bin dann ab in den Bus, der mich nach Cape Jervis bringen sollte, von wo die Faehre nach Penneshaw auf Kangaroo Island abgelegt ist. Dave hat mich sogar an der Faehrstation abgeholt und mir sein bescheidenes Haus gezeigt. Fuer diese Nacht waren sogar noch 2 Franzosen da. Dave hatte 2 Stockbetten in einem Raum und sein Schlafzimmer. Er wollte aber nicht, dass sich das aeltere franzoesische Ehepaar ein Zimmer mit mir teilen muss (das waer uns aber echt egal gewesen) und deshalb wollte er, dass ich in seinem Schlafzimmer schlaf. Das war mir wieder so unangenehm. Er hat dann auf der Couch geschlafen, echt peinlich. Naja, an dem Abend hab ich auch erfahren, was Dave beruflich macht. Er ist Tourguide auf Kangaroo Island :) Also besser haette ich es glaub ich nicht treffen koennen. Ein Tourguide zeigt mir an seinem freien Tag die Insel, kostenlos. Das war echt cool. So musste ich mich auch gar nicht so sehr mit der Insel auseinander setzen. Ich hab einfach nur gemeint, dass ich so viel wie moeglich sehen will. Er wusste schliesslich was an einem Tag machbar ist und was die besten Plaetze sind.
Wir sind relativ frueh los und von Penneshaw ganz im Osten Richtung Westen gefahren. Zuerst waren wir auf `Clifford`s Honey Farm`. Der Honig auf Kangaroo Island ist anscheinend beruehmt, deshalb darf man auch keine Bienen auf die Insel importieren. Wir haben ein bisschen Honig probiert (richtig lecker), uns die Bienen angeschaut und dann noch das Honigeis gekostet. War echt lecker. Dave hat natuerlich ungefaehr jeden an dem Tag gekannt. Er ist eben immer am tourguiden und da es hier nur so wenig Menschen gibt kennt eh jeder jeden. So hat er den Tag genutzt, um mit all seinen Bekannten und Freunden zu plaudern.
Dann waren wir im `Raptor Domain`. Das war richtig cool. Es war eine Vogelshow. Es gab einige Eulen und ganz viel Greifvogel zu begutachten, sogar einen richtig grossen Adler. Ich hatte auch eine Eule auf dem Schoss und einen Adler oder sowas auf dem Arm. Ganz schoen schwer aber die Eule hat sich unglaublich weich angefuehlt.
Nach einem kurzen Stop in einer Art Gallery, wo ich einige einheimische Kangaroos im Garten gesehen habe , sind wir den `Koala Walk` in der `Hanson Bay Wildlife Sanctuary` gegangen. Das war richtig cool, weil ich hier das erste mal wildlebende Koalas gesehen habe. Hier ist einfach ein Eukalyptus Wald und man muss zwar schwer suchen, aber es waren wirklich einige zu sehen. Dort haben wir dann auch Mittag gegessen. Ich hab Dave eingeladen, weil das ungefaehr das einzige war, was ich als Dankeschoen machen konnte. Aber da Dave auch hier alle kannte, war das Essen spotbillig. Also ich hatte echt Glueck an dem Tag.
Dann gings zum absoluten Highlight: dem `Flinders Chase Nationalpark` Am Info Centre hab ich Eintritt bezahlt (Dave natuerlich wieder nicht, er hat nirgends Eintritt bezahlt, weil er ja jeden kannte) und dann sind wir zu den `Remarkabke Rocks` gefahren. Die fand ich richtig cool. Es waren riesen Felsen mit den verruecktesten Formen, die direkt an de Kueste am Abhang lagen. Sie waren roetlich und zusammen mit dem blauem Meer und dem blauen Himmel, sah das echt richtig schoen aus. Ich bin um alle Felsen rumgelaufen und fand es voll faszinierend wie die Natur es schafft, nur mit Wind und Wasser so schoene Formen zu gestalten. Am `Cape du Couedic`, wo wir danach waren, fand ich es aber noch schoener. Erstmal stand hier ein wunderschoener Leuchtturm an der Kueste und dann konte man die Kueste ein Stueck runter laufen und hunderte Seeloewen beobachten. Sie waren so gluecklich. Einige haben gekaempft bzw. gespielt, manche haben froehlich im Wasser rumgeplantscht und andere lagen einfach nur faul in der Sonne. Ich haette ihnen stundenlang zuschauen koennen. Dabei kam das coolste erst noch. Wenn man den Weg ein wenig weiter nach unten ist, ist man an eine Art Fenster gekommen. Man hat unter den Klippen durchgeschaut und konnte noch mehr Seeloewen und das Meer auf der anderen Seite sehen. Echt schoen. Dave meinte, das ware sein absoluter Lieblingsplatz und obwohl er hier beruflich mehrmals die Woche ist, kommt er trotzdem manchmal an seinen freien Tagen her und starrt einfach nur auf das Meer. Echt cool. Ich hab mich schon gewundert, warum er an seinem freien Tag das gleiche macht, wie an einem Arbeitstag und ihm das anscheinend auch noch gefaellt. Aber ich schaetze, wenn man so einen coolen Baruf hat, wenn man immer an so tollen Orten sein darf, Orte, die andere in ihrem Urlaub besuchen, dann kann das Arbeiten nicht wirklich Arbeit sein
Er war wirklich lieb. Aber was er mir auf dem Rueckweg alles erzaehlt hat, hat mir voll Leid getan. Er hat eine Tochter in meinem Alter, die er aber seit fast 10 Jahre nicht mehr gesehen hat. Ich hab mich die ganze Zeit schon gewundert, weil er die ganze Zeit so viel von ihr erzaehlt hat und wirklich stolz auf sie ist, aber er wusste eigentlich hauptsaechlich nur ihre Schulnoten. Die hat er anscheinend immer zugeschickt bekommen, aber das sind die einzigen Informationen, die er ueber sie hat. Er weiss nicht mal wo sie gerad wohnt und ich mein, Australien ist ziemlich gross. Er meinte, dass er waehrend der Scheidung zu wenig fuer sie gekaempft haette, weil er gedacht hatte, dass ein Kind seinen Vater eh immer sehen will, egal was das Gericht sagt, aber er hat den starken Einfluss der Mutter vergessen. Echt unfair, er war so nett und er vermisst seine Tochter sehr, aber sie will ihn einfach nicht sehen. Ich weiss natuerlich nicht, was genau vorgefallen ist und wie verstaendlich das Verhalten der Tochter ist, aber ich wusste, dass er sie liebt und sehr vermisst. Einige auf der Insel an dem Tag haben gefragt, ob ich denn seine Tochter sei und dass sie die ja so lange nicht mehr gesehen haben, jetzt verstand ich warum. Dave war echt suess, er meinte dann immer nur: Ja fuer heute ist sie meine Tochter.
Ausserdem hat er mir auch einiges ueber die Insel erklaet. Er meinte, dass es hier vor 4 Jahren einen riesigen Brannt gegeben hat, bei dem 85% der Natur abgebrannt ist. Voll krass, jetzt konnte man schon fast nichts mehr davon sehen. Er hat dann den schlauen und wie ich finde zweideutigen Satz gesagt: ` Nature has time, humans don`t`. Das hat wieder irgendwie zu der Gechichte mit seiner Tochter gepasst.
Wir waren dann noch kurz in Kingscote, der Hauptstadt von Kangaroo Isalnd. Dort gab es aber nicht wirklich viel zu sehen und so sind wir noch zusammen Pizza essen gegangen und dann hat Dave mich auch schon wieder an die Faehre gebracht. Er hat mir angeboten wieder zu kommen und dass ich dann sein Auto haben koenne und den Rest sehen koenne. Und ich soll den David mitbringen und wir koennten so lange bleiben wie wir wollen, auch Wochen oder Monate. Er war wirklich so herzensgut und ich war sehr dankbar fuer diesen schoenen Tag.
Die restliche Zeit vor Neuseeland gibts im naechsten Blogeintrag.
Ich vermiss euch und hab euch lieb :)
Franzi