Mittwoch, 30. November 2011

Big City Life

Hallo ihr Lieben,

ich bin zwar inzwischen schon in Neuseeland, muss euch aber noch berichten, was ich so in Adelaide und Melbourne erlebt habe.

Nach Coober Pedy gings ja mim Bus weiter nach Adelaide, der Hauptstadt von South Australia. Dort hat es mir richtig gut gefallen. Ich bin schon ziemlich frueh morgens angekommen und so hatte ich den ganzen Tag noch vor mir. Als ich mein Essen im Hostel in die Kuche gebracht habe, hab ich Liezelot wieder getroffen. Mit ihr war ich zusammen am Ayers Rock. Sie war richtig nett und ich hab mich echt gefreut sie wieder zu sehen. So musste ich die naechsten drei Tage nicht alleine verbringen. Da sie fuer diesen Tag auch noch nichts vor hatten, sind wir zusammen ein bisschen in die Stadt gelaufen.

Adelaide ist in Quadrate aufgeteilt und daher ziemlich uebersichtlich. Um das gesamte Stadtzentrum, in dem fast alles Sehenswerte liegt und das komplett zu Fuss zu bewaeltigen ist (also perfekt wenn man kein Auto hat), ist Park. Nicht ein Park, sondern dutzende verschiedene mit jeweils anderen Namen, aber eigentlich ist es einfach nur Wiese. Nach dem Park fangen dann die Wohnviertel an. Die Stadt ist sauber, vielseitig und sicher (es gibt hier fast keine Aborigines, ich hab keinen einzigen gesehen), es gibt jede Menge Geschaefte, sogar eine Fussgaengerzone und einen kostenlosen Fahrradverleih. Ich kann nicht sagen, wie gluecklich ich war, als ich bei strahlendem Sonnenschein durch diese schoene Stadt gelaufen bin. Outback war der Wahnsinn und echt eine Erfahrung, aber wieder in der Zivilisation zu sein, war auch nicht schlecht.

Liezelot und ich sind durch den Central Market (riesen Markt, der fast jeden Tag geoeffnet ist) an den Victoria Square gelaufen. Das ist ein Verkehrsknotenpunkt. Ganz viele Busse und Trams halten hier. Direkt daneben war eine riesen Kirche. Die haben wir uns dann auch noch angeschaut. Danach gings in den PeterPans, der fast direkt neben unserm Hostel war, zum kurzen Internetcheck und anschliessend in die `Rundle Mall`. Das ist die Fussgaengerzone und wirklich ein Traum fuer jedes Maedchen. Soooo viele Geschaefte. Was mich nur ein bisschen irritiert hat, war die Weihnachtsdeko, die schon ueberall hing. Es waren schliesslich noch fast 2 Monate bis Weinachten. Vorallem war es richtig heiss. Wir sind in Top und kurzer Hose rum gelaufen und durften uns an jeder Ecke den Nikolaus in seinem dicken roten Mantel anschauen. Sowas verruecktes. Ausserdem gibt es in Australien keine Tannen, aber zur Weihnachtszeit stehen ueberall welche aus Plastik. Also das ist doch echt nix halbes und nix ganzes. Naja, also die Deko passt meiner Meinung ueberhaupt nicht hierher.

Da wir nach diesem ersten `Orientierung bekommen` noch ewig Zeit hatten, sind wir noch zu `Haighs Chocolate Factory` gelaufen. Hier wird wie der Name schon verraet Schokolade hergestellt. Man kann bei einigen Arbeitsschritten zuschauen und in dem angrenzenden Laden auch ein wenig probieren. Das haben wir dann naturlich auch gemacht. Wir haben sogar beide ein bisschen Schokolade gakauft (war richtig lecker), uns einen kostenloen Kaffee gemacht und auf der Terasse den Nachmittag genossen. Es war sehr schoen, den tollen Tag nicht alleine zu geniessen :)

Wieder im Hostel haben wir zusammen gekocht und abends noch einen DVD geschaut.

Am naechsten Tag gings direkt weiter mit dem Sightseeing. Wir sind durch die Rundle Mall ans noerdliche Ende des Zentrums gelaufen. Dort steht das Parliament House, die Railway Station und das Convention Centre, die zwar alle nichts zu bieten haben, aber doch eine kurze Besichtigung wert sind. Das Convention Centre steht direkt am Fluss und ist ein wirklich schoenes Gebaeude. Dort finden so wichtige politische Meetings und sowas statt glaub ich und halt grosse Veranstaltungen. Am Fluss haben wir dann ein Boot entdeckt, das zu einer Rundfahrt eingeladen hat. Da wir schon keine Lust mehr zu Laufen hatten, sind wir gerne mitgefahren. Es ging den Fluss ein bisschen aufwaerts, dann wurde gewendet und es ging zum Zoo und den Botanischen Garten. Es war sehr schoen sich einfach nur alles anzuschauen. Wir sind wieder bis zum Convention Centre zurueck gefahren. Ueber die Bruecke gings dann raus aus dem Zentrum und rein nach `Adelaide North`. Dort gab es ein riesen Cricket Stadium zu sehen, das `Adelaide Oval`. Es war sogar auf, also wir sind zumindest einfach rein gelaufen und waren echt beeindruckt. Um die runde saftig gruene Wiese waren die Zuschaueremporen, die teilweise ueberdacht sind (hier ist ja immer gutes Wetter) aufgebaut. Wir waren von diesem maechtigen Gebilde so beeindruckt, dass wir dort erst mal Mittag gegessen haben und dabei geraetselt haben wie Cricket ueberhaupt funktioniert. Wir hatten beide absolut keine Ahnung. Sitzen die Cricketspieler auf einem Pferd oder stoechern sie doch mit einem Billiardstab aehnlichen Stock auf den Rasen ein? Wir hatten echt keinen Plan. Naja, in Deutschland und Holland ist das zu unserer Verteidigung aber auch nicht so bekannt.

Direkt daneben stand noch eine Kirche. Sie sah von aussen nicht sehr besonders aus, aber manchmal wird man ja ueberrascht. Hier wurden wir aber leider nicht ueberrascht. Zumindest nicht von der Schoenheit oder Besonderheit der Kirche, aber von einem uebermotivierten Guide. Oh ja, richtig gehoert, direkt am Eingang standen mehrere Guides. Der Mann hat uns direkt eine Fuehrung angeboten. Da wir die aber dankend abgelehnt haben, hat er uns dann einen Haufen Broschueren in die Hand gedrueckt, sogar auf deutch und hollaendisch. Wir waren also perfekt ausgeruestet, um die Kirche, die so gross war wie unsere Kirche in Birkenau und wahrscheinlich nur halb so alt, zu besichtigen. In den Fuehrern war jede Kerze beschrieben. Also sowas langweilges, wir dachten das waer ein Schert. So verstecke Kamera maessig. Aber das war es nicht. Das wohl absolute Highlight und Schmuckstueck der Kirche war das eine Fenster. Ca. so gross wie unser Kuechentisch, mit einigen Mustern, aber absolut nicht mit europaeischer Kirchen Glaskunst vergleichbar. Naja, so ist das eben hier in Australien, das Land hat so gut wie keine Geschichte, deshalb ist auch alles was man hier in den Museen zu Gesicht bekommt maximal 150 Jahre alt und Haeuser , die 100 Jahre alt sind, gehoeren zum Weltnaturerbe. Echt nicht begreiflich fuer uns. Der Mann hat auch ziemlich verbluefft geguckt als wir ihm nach ca. 1 Minute (wir sind einmal zum Altar und wieder zurueck gelaufen) den Berg an Buechern, Heften und Broschueren wieder zurueck gegeben haben.

Wieder im Zentrum und nach einem kurzen Abstecher im `Festival Centre` sind wir in Hoffnung auf kostenloses Internet in die Library. Das gab es hier aber nicht, bzw. das gab es schon, aber Facebook, alle E-Mail Seiten und alles ,was fuer Backpacker interessant ist, war gesperrt und damit waren die PCs hier fuer uns voellig nutzlos. Neben der Library ist die University of Adelaide, deshalb sassen hier jede Menge Studenten, fuer die die Library zu Lernzwecken auch wohl sehr hilfreich war. Naja, wir waren ziemlich schnell wieder draussen und sind in das `Museum of South Australia`. Es war, wie die meisten Museen in Australien, kostenlos und wirklich richig interessant. Zuerst waren wir in einem riesen Raum, indem alle moeglichen ausgestofpten Tiere ausgestellt waren. Nach Kontinenten sortiert, konnte man so sehen, was wo auf der Welt so lebt. Dann gab es jede Menge ueber die Aborigines, das fand ich total interessant. Ich koennte immer ewig ueber dieses Thema schreiben. Diese Kultur ist fuer uns einfach so unbegreiflich und so anders als jede andere Kunltur auf der Welt. Es ist einfach mit nichts vergleichbar und wirklich speziell. Ich wuerde so gerne mehr darueber erfahren, aber man hat einfach nicht mehr Moeglichkeiten als all das, was so in den Museen berichtet wird, aufzusaugen. Es gibt kaum andere Quellen, zumindest sind die meisten, fuer Normalsterbliche wie mich, nicht zugaenglich. Naja, hier gabs einiges ueber das Jagdverhalten und Waffen, familiaere Beziehungen und Beziehungen zu den Ahnen, Schmuck, Koerbe, Geschichten, Sprache, Boote, Glaube,  Didgeridoos, Kunst und noch ganz vieles mehr. Es waren echt viel zu viele Infornationen fuer einen Tag. Dann gab es noch jede Menge ueber Fossilien, noch mehr ueber Tiere, Steine, Meer, Forscher usw. Wir hatten nach zwei Stunden wirklich genug. Unser Kpf war voll und unsere Fuesse am Ende. Deshalb sind wir nur nochmal in den PeterPans und dann ins Hostel.

Ich hatte fuer diese Nach einenCouchsurfer gefunden, Chris. Er war echt nett. Er lebt alleine und hat mir sein Wohnzimmer zur Verfuegung gestellt.


Am naechsten Morgen hab ich mich wieder mit Liezelot in der Innenstadt getroffen. Wir haben kostenlos Fahrraeder ausgeliehen ,weil wir zum 13 km entfernten Strand fahren wollten. Die Fahrt war richtig schoen. Wir hatten perfektes Wetter und sind direkt am Fluss entlang bis zum `Henley Beach` gefahren. Der Strand war (wie alle Straende in Australien) wieder total leer und wunderschoen. Es gab dort einen kleinen Platz mit Cafes und Laeden, wo wir erst mal Mittag gegessen haben. Den Rest de Tages lagen wir dann am Strand rum. Liezelot hat gelesen und ich hab an meiner Braeune gearbeitet. Da wir die Raeder bis spaetestens 4 zurueck bringen mussten, war der Rueckweg nicht mehr so gemuetlich wie der Hinweg. Wir mussten uns ziemlich beeeilen, sind dann aber mit leichter Verspaetung puenktlich^^ angekommen. Nachdem wir noch ein wenig im PeterPans waren mussten wir uns auch schon voneinander verabschieden. Liezelot ist am naechsten Tag zu einer 3- taegigen Tour nach Melbourne aufgebrochen und ich wollte ja noch ein wenig in Adelaide bleiben.
Es war wirklich sehr schoen mit ihr. Viele Touren sind eben einfach schoener, wenn man sie nicht alleine macht.

Ich hab mich an dem Abend noch mit Volker getroffen. Er war auch gerade auf der Durchfahrt. Es war wieder ziemlich lustig und auch produktiv, da ich ja den gesamten Block vom Stuart Highway nicht mehr hatte und er mir so helfen konnte wieder zusammen zu bekommen wo wir ueberhaupt ueberall waren. Abends war dann noch ein anderer Couchsurfer bei Chris. Er war Franzose und konnte fast kein Englisch. Er wollre mich und Chris zum Franzoesisch reden ueberreden, aber das ist  wegen meinen hervorragenden Franzoesisch Kenntnissen leider gescheitert. Naja, irgendwie haben wir es geschafft uns zu verstaendigen. An dem Abend hab ich ausserdem erfahren, dass Chris ein richtiger Hardcore- Couchsurfer ist. Er hat erzaehlt, dass er am vorherigen Wochenende eine Party fuer seinen 100. Couchsrfer IN DIESEM JAHR (also in 10 Monaten) geschmissen hat. Das ist ect verrueckt. Und er meinte er haette einmal 9 auf einmal da gehabt. Ich konnte mir absolut nicht vortsellen, wo in dieser 3 Zimmer Wohnung 9 Schlafsaecke hingepasst haben sollen aber ok, muss wohl irgendwie funktioniert haben.

Am naechsten Tag hab ich erstmal die Shoppingmeile ausgenutzt und hab dann noch ein wenig Kultur Sightseeing gemacht. Ich war in der Art Gallery, die an sich schon cool war, aber halt wieder ein bisschen langweilig. Ich finde es wirklich faszinierend wie viel Kunstausstellungen es in Australian gibt. Jedes kleine Kaff hat mindestens eine Art Gallery. Also in Deutschland gibt es das glaub ich nicht, es ist mir zumindest noch nie aufgefallen. Naja, hier gabs auf jeden Fall australische, asische, islamische und dekorative Kunst. Bei der Dekorativen Kunst hab ich mein Liebligsstueck entdeckt. Es war ein Teller, der `Adam und Eva` hiess und der ein Paerchen dargestellt hat, die vor einem Baum standen und Sex hatten. Sowas beklopptes. Wer haengt sich denn das an die Wand? Vorallem war es eben in diesem Oma- Style. Das kennt man ja, die Omis die Teller sammeln und ihre Waende vollhaengen. Aber die haengen sich doch keinen Porno- Teller an die Wand. Naja, ich fands ziemlich lustig.

Dann war ich im `Migration Museum` und das war richtig interessant. Es ging eben darum, dass es in South Australia unheimlich viele Nationalitaeten gibt. Von ueberall her sind die Einwanderer gekommen, deshalb gibt es eine richtige kulturelle Vielseitigkeit, verschiedene Hintergruende und unterschiedliche Erfahrungen, die hier alle aufeinander treffen und das Leben hier gestalten. Es war echt interessant. Dann gabs noch einiges ueber die Politk hier frueher. Zum Beispiel war es fuer Englaender kein Problm hier einzureisen, aber fuer Asiaten oder Osteuropaer so gut wie unmoeglich. Die Englaender haben Australien als erstes entdeckt bzw. in ihren Besitz genommen, aber da es ja ein riesen Land ist mit unentdeckten Ressourcen usw. hatten sie Angst, dass die Asier kommen und es ihnen wegnehmen. Deshalb wollten sie es so schnell wie moeglich mit Menschen besiedeln, das sollten aber natuerlich hauptsaechlich Englaender sein, da das ja ihr Land war. Weil es aber nicht so viele Englaender in Ebgland gibt, durften auch Deutsche und ein paar andere Nationalitaeten einreisen, aber nur wenn die Leute irgendetwas zu bieten hatten. Sie mussten Englisch sprechen und z. B irgendeine tolle Ausbildung oder Faehigkeit haben und die Ueberfahrt natuerlich bezahlen koennen. Fuer Englaender gab es das 10 Dollar- Angebot. In dem Museum wurden ganz viele Plakate gezeigt, die frueher in England ausgehaengt waren, um Australien attraktiv zu machen. Schliesslich gabs hier nichts und die Ueberfahrt dauerte 3 Monate und war ziemlich gefaehrlich. So mussten Englaender nur 10 Dollar  zahlen und konnten nach Australien. Das alles wurde `White Australian Policy` genannt, weil es fuer Schwarze unmoeglich war einzureisen. Selbst wenn sie Englisch konnten mussten sie einen Testbogen in irgendeiner Sprache ausfuellen, die sie nicht kannten und konnten dadurch nur scheitern. Echt bekloppt. Dann gab es noch eine kleine Ausstellung darueber wie das Leben hier frueher fuer die Schueler so war. Das Museum war naemlich frueher eine Schule oder ein Internat oder Kinderheim oder sowas. Ein Versuch der Politik die Aborigines zu sozialisieren damals war es, den Familien die Kinder wegzunehmen, in Internate zu stecken und dort zu bilden. Die waren aber leider in einem voellig schlechten Zustand. Es gab zu wenig Essen, Kleidung, Betreuer, Lehrer und alles was Kinder brauchen. So ist das ganze ziemlich nach Hinten los gegangen. Viele Kinder sind gestorben, die die das alles ueberlebt haben, hatten keine Familie oder Vertraute, ihnen wurden jeliche Wurzeln weggenommen, sie hatten sowieso keine Zukunft, weil Aborigines es sehr schwer haben hier einen Job zu bekommen auch wenn die talentiert sind und so hatten sie keine andrere Chance als Alkoholiker zu werden. Echt schlimm. Die Politik hat sowas von versagt. Ja, also der Einfluss und der Umgang der Weissen auf/ mit den Aborigines wurde auch erklaert. Nach 2 Stunden war mein Kopf voll  und so hab ich mich nur noch mit David im Skype getroffen und dann alles fuer Kangaroo Island am naechsten Tag vorbereitet.


Kangaroo Island

Kangaroo Island ist die drittgroesste Insel um Australien. Sie ist 155 km lang und somit eigentlich viel zu gross, um sie in einem Tag zu erkunden. Aber ich hatte keine andere Wahl. Auf der Insel leben nur 3000 oder 4000 Menschen und somit gibt es keine oeffentlichen Verkehrsmittel, aber dafuer dutzende Touren. Da die billigste EIN!!- Tages Tour aber 250 Dollar gekostet haette, war mir das absolut zu viel. Also hab ich mich an den PC gesetzt und nach einem Couchsurfer gesucht. Es gab genau einen auf der ganzen Insel, der eine Couch zur Verfuegung hatte und er hat sich auch als total nett herausgestellt. Er hat mir sofort angeboten so lange zu bleiben wie ich will und er meinte, dass er montags frei haette und er mir die Insel zeigen koenne, wenn ich an dem Tag kommen wuerde. Das Angebot hab ich natuerlich dankend angenommen.

So hab ich sonntags nur ein bisschen an meinem Blog geschrieben, gepackt und bin dann ab in den Bus, der mich nach Cape Jervis bringen sollte, von wo die Faehre nach Penneshaw auf Kangaroo Island abgelegt ist. Dave hat mich sogar an der Faehrstation abgeholt und mir sein bescheidenes Haus gezeigt. Fuer diese Nacht waren sogar noch 2 Franzosen da. Dave hatte 2 Stockbetten in einem Raum und sein Schlafzimmer. Er wollte aber nicht, dass sich das aeltere franzoesische Ehepaar ein Zimmer mit mir teilen muss (das waer uns aber echt egal gewesen) und deshalb wollte er, dass ich in seinem Schlafzimmer schlaf. Das war mir wieder so unangenehm. Er hat dann auf der Couch geschlafen, echt peinlich. Naja, an dem Abend hab ich auch erfahren, was Dave beruflich macht. Er ist Tourguide auf Kangaroo Island :) Also besser haette ich es glaub ich nicht treffen koennen. Ein Tourguide zeigt mir an seinem freien Tag die Insel, kostenlos. Das war echt cool. So musste ich mich auch gar nicht so sehr mit der Insel auseinander setzen. Ich hab einfach nur gemeint, dass ich so viel wie moeglich sehen will. Er wusste schliesslich was an einem Tag machbar ist und was die besten Plaetze sind.

Wir sind relativ frueh los und von Penneshaw ganz im Osten Richtung Westen gefahren. Zuerst waren wir auf `Clifford`s Honey Farm`. Der Honig auf Kangaroo Island ist anscheinend beruehmt, deshalb darf man auch keine Bienen auf die Insel importieren. Wir haben ein bisschen Honig probiert (richtig lecker), uns die Bienen angeschaut und dann noch das Honigeis gekostet. War echt lecker. Dave hat natuerlich ungefaehr jeden an dem Tag gekannt. Er ist eben immer am tourguiden und da es hier nur so wenig Menschen gibt kennt eh jeder jeden. So hat er den Tag genutzt, um mit all seinen Bekannten und Freunden zu plaudern.

Dann waren wir im `Raptor Domain`. Das war richtig cool. Es war eine Vogelshow. Es gab einige Eulen und ganz viel Greifvogel zu begutachten, sogar einen richtig grossen Adler. Ich hatte auch eine Eule auf dem Schoss und einen Adler oder sowas auf dem Arm. Ganz schoen schwer aber die Eule hat sich unglaublich weich angefuehlt.

Nach einem kurzen Stop in einer Art Gallery, wo ich einige einheimische Kangaroos im Garten gesehen habe , sind wir den `Koala Walk` in der `Hanson Bay Wildlife Sanctuary` gegangen. Das war richtig cool, weil ich hier das erste mal wildlebende Koalas gesehen habe. Hier ist einfach ein Eukalyptus Wald und man muss zwar schwer suchen, aber es waren wirklich einige zu sehen. Dort haben wir dann auch Mittag gegessen. Ich hab Dave eingeladen, weil das ungefaehr das einzige war, was ich als Dankeschoen machen konnte. Aber da Dave auch hier alle kannte, war das Essen spotbillig. Also ich hatte echt Glueck an dem Tag.

Dann gings zum absoluten Highlight: dem `Flinders Chase Nationalpark` Am Info Centre hab ich Eintritt bezahlt (Dave natuerlich wieder nicht, er hat nirgends Eintritt bezahlt, weil er ja jeden kannte) und dann sind wir zu den `Remarkabke Rocks` gefahren. Die fand ich richtig cool. Es waren riesen Felsen mit den verruecktesten Formen, die direkt an de Kueste am Abhang lagen. Sie waren roetlich und zusammen mit dem blauem Meer und dem blauen Himmel, sah das echt richtig schoen aus. Ich bin um alle Felsen rumgelaufen und fand es voll faszinierend wie die Natur es schafft, nur mit Wind und Wasser so schoene Formen zu gestalten. Am `Cape du Couedic`, wo wir danach waren, fand ich es aber noch schoener. Erstmal stand hier ein wunderschoener Leuchtturm an der Kueste und dann konte man die Kueste ein Stueck runter laufen und hunderte Seeloewen beobachten. Sie waren so gluecklich. Einige haben gekaempft bzw. gespielt, manche haben froehlich im Wasser rumgeplantscht und andere lagen einfach nur faul in der Sonne. Ich haette ihnen stundenlang zuschauen koennen. Dabei kam das coolste erst noch. Wenn man den Weg ein wenig weiter nach unten ist, ist man an eine Art Fenster gekommen. Man hat unter den Klippen durchgeschaut und konnte noch mehr Seeloewen und das Meer auf der anderen Seite sehen. Echt schoen. Dave meinte, das ware sein absoluter Lieblingsplatz und obwohl er hier beruflich mehrmals die Woche ist, kommt er trotzdem manchmal an seinen freien Tagen her und starrt einfach nur auf das Meer. Echt cool. Ich hab mich schon gewundert, warum er an seinem freien Tag das gleiche macht, wie an einem Arbeitstag und ihm das anscheinend auch noch gefaellt. Aber ich schaetze, wenn man so einen coolen Baruf hat, wenn man immer an so tollen Orten sein darf, Orte, die andere in ihrem Urlaub besuchen, dann kann das Arbeiten nicht wirklich Arbeit sein

Er war wirklich lieb. Aber was er mir auf dem Rueckweg alles erzaehlt hat, hat mir voll Leid getan. Er hat eine Tochter in meinem Alter, die er aber seit fast 10 Jahre nicht mehr gesehen hat. Ich hab mich die ganze Zeit schon gewundert, weil er die ganze Zeit so viel von ihr erzaehlt hat und wirklich stolz auf sie ist, aber er wusste eigentlich hauptsaechlich nur ihre Schulnoten. Die hat er anscheinend immer zugeschickt bekommen, aber das sind die einzigen Informationen, die er ueber sie hat. Er weiss nicht mal wo sie gerad wohnt und ich mein, Australien ist ziemlich gross. Er meinte, dass er waehrend der Scheidung zu wenig fuer sie gekaempft haette, weil er gedacht hatte, dass ein Kind seinen Vater eh immer sehen will, egal was das Gericht sagt, aber er hat den starken Einfluss der Mutter vergessen. Echt unfair, er war so nett und er vermisst seine Tochter sehr, aber sie will ihn einfach nicht sehen. Ich weiss natuerlich nicht, was genau vorgefallen ist und wie verstaendlich das Verhalten der Tochter ist, aber ich wusste, dass er sie liebt und sehr vermisst. Einige auf der Insel an dem Tag haben gefragt, ob ich denn seine Tochter sei und dass sie die ja so lange nicht mehr gesehen haben, jetzt verstand ich warum. Dave war echt suess, er meinte dann immer nur: Ja fuer heute ist sie meine Tochter.

Ausserdem hat er mir auch einiges ueber die Insel erklaet. Er meinte, dass es hier vor 4 Jahren einen riesigen Brannt gegeben hat, bei dem 85% der Natur abgebrannt ist. Voll krass, jetzt konnte man schon fast nichts mehr davon sehen. Er hat dann den schlauen und wie ich finde zweideutigen Satz gesagt: ` Nature has time, humans don`t`. Das hat wieder irgendwie zu der Gechichte mit seiner Tochter gepasst. 

Wir waren dann noch kurz in Kingscote, der Hauptstadt von Kangaroo Isalnd. Dort gab es aber  nicht wirklich viel zu sehen und so sind wir noch zusammen Pizza essen gegangen und dann hat Dave mich auch schon wieder an die Faehre gebracht. Er hat mir angeboten wieder zu kommen und dass ich dann sein Auto haben koenne und den Rest sehen koenne. Und ich soll den David mitbringen und wir koennten so lange bleiben wie wir wollen, auch Wochen oder Monate. Er war wirklich so herzensgut und ich war sehr dankbar fuer diesen schoenen Tag.

Die restliche Zeit vor Neuseeland gibts im naechsten Blogeintrag.
Ich vermiss euch und hab euch lieb :)

Franzi

Donnerstag, 17. November 2011

Opal Capital of the World

Hey meine Lieben,

endlich war ich weg von Alice Springs, mim Greyhound Bus gings weiter in den Sueden Richtung Adelaide. Einen Stop hab ich aber bevor ich in der Hauptstadt von `South Australia` angekommen bin, noch eingelegt, und zwar in `Coober Pedy`.

Nach einem ganzen Tag Bus fahren bin ich dort abends um 8 angekommen. Da die Busfahrt Aktion ziemlich spontan geplant war (ich hatte morgens um halb 9 gebucht und um halb 10 ist er gefahren) hatte ich noch kein Hostel reserviert. Im Lonely Planet hatte ich im Bus das Guenstigste raus gesucht, aber dort musste ich jetzt erstmal noch hinkommen und hoffen, dass die Rezeption noch auf hatte. Das war aber zum Glueck alles kein Problem. Ein Mann und ich waren die einzigsten (der Bus war wegen dem Quantas Streik voll), die in Coober Pedy ausgestiegen sind. Er wollte zum gleichen Hostel wie ich und hatte schon gebucht, d.h. er musste nur noch einchecken, aber das hiess ja, dass die Rezeption noch auf hatte. Ein Glueck, ich hatte echt ein bisschen Angst, dass ich fuer die Nacht heimatlos bin. Ich hab die teuren 32 Dollar fuer eine Nacht bezahlt und bin dann in mein `Untergrund Dorm`.

Da die Temperaturen hier zwischen 50 Grad plus und Minusgraden schwanken, leben 50% der 3500 Einwohner hier im Untergrund in sogenannten `Dogouts`. Das sind alte Minen, die einfach als Raeume eingerichtet wurden. Irgendwie voll verrueckt aber auch interessant. Die Temperatur dort ist immer zwischen 23 und 25 Grad und somit viel angenehmer als ein Haus an der Oberflaeche. Das Hostel, in dem ich war, war richtig angenehm und kuehl. Es geheort zu den `Top 10 Worlds Coolest Hostels`. Die Betten standen einfach in den Gaengen rum, es gab also keine Tueren oder Raeume oder so. Das war aber nicht schlimm, weil ausser mir und dem Typ eh nicht viele in dem Hostel waren. Nach einem staerkenden Adendessen und einer erfrischenden Dusche bin ich auch schon ins Bett, ich wollte ja am naechsten Tag viel sehen. Der Besitzer von dem Hostel war richtig cool. Ich musste zwar um 10 auschecken, aber er meinte, dass ich den ganzen Tag die Duschen und die Kueche nutzen koenne. Das ist nicht selbstverstaendlich und hat mir die Planung fuer den Tag um einiges erleichtert. Ich konnte mein Gepaeck in einem Raum an der Rezeption lassen, wo ich auch immer dran gekommen bin und bin los auf Entdeckungstour.

Als erstes gings in die `St Peter & Paul Catholic Church`, die natuerlich auch unter der Erde war. Man ist den Eingang rein und dann erstmal ein paar Treppen nach unten. Es war echt interessant. In der `Kirche` standen dann ein paar Stuehle und ein Tisch, was wohl der Altar war. Ich hab eine Kerze fuer alle in Deutschland angezuendet, die kuehle Luft dort unten genossen und bin dann weiter. Als naechstes gings ins Information Centre, wo nur einige Infos ueber die Stadt waren, das meiste wusste ich aber schon und so gings gleich weiter in eins der vielen Schmucklaeden dort. `Opalios` war der erste Laden und der Mann dort war richtig nett. Er hat mir ein paar unbearbeitete Opale geschenkt (die sind wertlos, nur 10% der Opale haben eine Farbe und sind somit wertvoll, der Rest wird `Potch` genannt und ist farb- und wertlos). Ich fands trotzdem voll nett. So hab ich gesehen wie das im Berg aussieht. Dann durfte ich mir noch so einen anderen Stein aussuchen, der geschliffen war (aber kein Opal). Ich hab mich ein wenig umgesehen, dann wollte er wissen woher ich komme, was ich hier schon gesehen hab und wie es mir so gefaellt. Der uebliche Smalltalk eben. Er meinte er haette gehoet, dass das Essen in Europa besser sei als in Australien (was ich nur absolut bestaetigen konnte) und dass er deshalb unbedingt nach Europa reisen wolle. Er bat mich ihm ein Restaurant zu nennen, dass ich gut finde. Er hat sein Atlas rausgeholt, in dem er von jedem Land hunderte Adressen von irgendwelchen Restaurants hatte, die ihm irgendwelche Touristen gegeben hatten. Echt verrueckt, ich hab nur gemeint, wenn er die alle besucht ist er danach 100 Kilo schwerer und ihm natuerlich die Adresse vom `Da Gianni` gegeben und dafuer ein kleines Kaenguru als Dankeschoen bekommen, voll nett.

Jeder zweite Laden auf der einen Strasse in Coober Pedy war ein Opalgeschaeft und so hab ich an dem Tag jede Menge Opale gesehen. Vor dem `Opal Beetle` standen zwei Kaefer und ein Schild mit ganz vielen Staedten und den Entfernungen. Dort gab es sogar Mannheim, was ich richtig cool fand.

Die grossen Opale sind echt richtig teuer, aber ich hab gedacht es waer voll cool einen als Andenken zu haben. Also hab ich mir in jedem Laden die guenstigsten Ketten angeschaut und auch einige fuer 20 Dollar gefunden, die mir echt gut gefallen haben. Das Geld ausgeben hat sich dann aber auch eruebrigt, weil ich in einem Laden von einem sehr netten alten Mann, der ebenfalls extrem interessiert an meiner Herkunft und meinen Erlebissen hier war, ein paar Opalohrringe geschenkt bekommen hab. Echt richtig cool. Sie bestehen zwar aus nicht sehr viel Opal, aber wenigstens aus ein bisschen. So hab ich ohne etwas zu kaufen schon ziemlich viel von den Opallaeden geschenkt bekommen.
Einige waren aber auch nicht so nett. In den einen Laden bin ich rein (ich war IMMER die einzigste Kundin) da kam schon der Besitzer angerannt und meinte `Guten Tag`. Ich hab darauf nur gefragt, ob ich denn so deutsch aussehe, darauf hat er nur gelacht. Dann hat er ploetzlich gefragt wo ich denn her komme, voll strange. Irgendwie war der wohl verwirrt. Dann hat er gemeint, dass seine Soehne in Darmstadt studieren und ich soviele Opale bekomme wie ich will, wenn ich einen von ihnen heirate. Ich hab dankend abgelehnt, aber trotzdem einen Rabatt von 40% bekommen. Er wollte unbeding etwas verkaufen und hat mir 100 Ketten gezeigt (alle um die 200 Dollar). Erst nachdem ich das 10. mal erwaehnt hatte, dass ich Backpacker bin und kein Geld habe ist er in der Preisklasse etwas nach unten. Jetzt waren wir bei 50 Dollar, dabei wollte ich ja gar nix kaufen sondern nur mal schauen. Hat echt ewig gedauert ihm das klar zu machen und ich war danach echt genevt. Ich hab gefragt, ob es denn viel Touristen hier gaebe und zu meiner Ueberraschung meinte er, dass fast niemand hier her kaeme. Das hat mich voll gewundert, weil Coober Pedy aber eigentlich ziemlich bekannt ist. Vielleicht wollte er nur Mitleid, dass ich was kaufe. Als naechstes wollte ich auf den `Big Winch Lookout`, von dem man einen scheonen Ausblick auf die Stadt haben soll.

Da ich keinen richtigen Weg dorthin gefunden habe bin ich einfach quer feld ein auf diesen Huegel gelaufen. Da die meisten Haueser hier unter der Erde sind, hat man kaum Hindernisse auf dem Weg. Als ich oben angekommen bin, kam ploetzlich ein kleiner Assiate auf mich zugerannt und hat mich in seinen kleinen Laden gezogen. Er musste erstmal das Lichtr anmachen (so viele Kunden hat er wohl nicht). Nach einer Minute hat er dann ploetzlich ganz ungeduldig gefragt `Want to buy something?`. Als ich dankend abgelehnt hatte, hat er mich wieder raus gezogen, das Licht aus gemacht und ist verschwunden. Also sowas verreucktes. Das Angebot ist echt zu gross in Coober Pedy und die Touristen zu wenig, deshalb nerven die einen alle so. Naja, als ich dann an dem Lookout war, nachdem ich mir die total kranke und haessliche Kunst angegeuckt hatte, die um das kleine Haus des Assiaten stand, hab ich ein australisches Ehepaar getroffen, die mich direkt gefragt haben, ob ich auch von dem verreuckten kleinen Assiaten ueberfallen worden sei :D Das ist also anscheinend seine Masche. Die `Aussicht` in Coober Pedy ist eher bescheiden. Die Landschaft ist total trocken, es gibt also so ziemlich nichts was waechst, ueberall liegt Muell rum und die meisten Haeuser sind unter der Erde. Es ist also eine Mischung aus Mondlandschaft (wegen den ganzen Loechern und Ausgrabungsstellen) und Muelldeponie. Ich hab so etwas echt noch nie gesehen. Kaum vorzustellen, dass hier richtige Familien usw. leben und es ihnen hier gefaellt. Echt krank. Naja, ich bin nach dieser ernuechternden Aussicht in die `Old Timers Mine`.

Die Mine wurde 1916 ausgeschachtet, irgendwann zugeschuettet und als jemand sein Dogout gegraben hat wieder gefunden. Es ist also eine Original Mine und auch ein Untergrundhaus und damit alles, was es so in Coober Pedy zusehen gibt. Es war ganz interessant. Man hat noch einige Opaladern gesehen, Werkzeuge, die Schaechte, durch die die Arbeiter rein gekrabbelt sind (voll winzig) und auch einige Raeume, die die heutige Lebensweise in den Dogouts gezeigt haben. Danach hat ein Mann noch die Werkzeuge draussen erklaert. Er war total begeistert von einer Maschine, die die Steine, die aus der Mine geschafft werden muessen, also den Dreck, nach draussen blaesst. Wie ein gigantischer Staubsauger suagt er die Steine ein und befoerdert sie an die Oberflaeche. Wir durften  alle auch mal einen Stein hinhalten und es war echt beeindruckend, wie stark das Ding war. Naja, fuer ihn war es die Erfindung des Jahrhunderts, fuer mich war es ein grosser Staubsauger.

Dann war ich noch kurz in der `Revival Underground Church`, die direkt neben dem Museum war. Sie war der andren Kirche ziemlich aehnlich. Auf dem Weg zurueck zum Hostel wollte ich noch in dem `Underground Restaurant` vorbeischauen, dass mit dem groessten Didgeridoo der Welt wirbt. Das wollte ich natuerlich unbedingt sehen. Ich dachte eigentlich in dem Pub sitzen einige Australier, trinken ihr Bier und ich kann mich in Ruhe umschauen. Aber natuerlich wurde ich eines besseren belehrt. Wie ueberall an diesem Tag war ich auch hier der einzigste Mensch. Die Tuer zu dem Restaurant war zu und so wollte ich grade wieder gehen, als ein Mann von drinnen angerannt kam, die Tuer aufgeschlossen hat, das Licht angemacht hat und wohl in der Hoffnung etwas zu verdienen sehr nett war. Ich meinte, dass ich mir nur mal die Didgeridoos ansehen wolle. Er hat sie mir ganz stolz gezeigt und auch das groesste der Welt, dass 3 Meter lang war. Echt riesig. Die Digeridoos waren voll schoen, richtig schoen bemalt, doch das zu sagen, war ein Fehler. Jetzt wollte er mir natuerlich unbedingt eins verkaufen. Ich hatte natuerlich kein Interesse, aber alle meine Ausreden waren nutztlos. Man kann es ja ganz leicht nach Deutschland schicken, ich muesste es also nicht mit mir rumtragen und ich koennte das spielen ja ganz einfach lernen. Das wurde ja nur 10 Minuten dauern. Also musste am Ende wieder die `ich- bin- Backpacker- und- hab- kein- Geld` - Ausrede herhalten, die auch hier wunderbar funktioniert hat.

Nachdem ich ein bisschen eingekauft hatte und etwas gegessen hab, bin ich in den Gottesdienst in der `St Peter & Paul Catholic Church`. Ich war erstens ewig nicht mehr im Gottesdienst, zweitens war ich noch nie in einem englischen Gottesdienst und drittens noch nie in einem Gottesdienst in einer Untergrund Kirche. Das wollte ich mir also nicht entgehen lassen. Dafuer, dass ich an dem Tag fast keine Menschen gesehen hatte, hab ich in der Kirche dann ganz viele auf einem Haufen gesehen. Mit mir waren wir bestimmt 10 Leute, was wohl hier ein ziemlich gut besuchter Gottesdienst ist. Ich kam mir nur so bloed vor, weil natuerlich keines der Gebete auf Englisch konnte, nicht mal das Vater unser. Naja, ansonsten war der Gottesdienst genau so wie bei uns, nur halt auf Englisch. Dem Pfarrer ist wohl auch aufgefallen, dass ich Reisende bin, er kam naemlich nach dem Gottesdienst zu mir und wollte wissen, wo ich her sei und was ich so mache. Er war voll nett, dadurch hab ich mich nicht mehr ganz so doof gefuehlt, weil ich die ganze Zeit nur schweigend da sass.


Zurueck im Hostel hab ich mich noch ein wenig mit dem Kanadier unterhalten, der mit mir gekommen war, hab dann geduscht und dann gings auch schon wieder zum Bus. Da ich ausversehen viel zu frueh war, konnte ich mir noch den Sonnenuntergang angucken, der dort uebrigens wunderschoen ist und hab mich dann von der `Opal Hauptstadt der Welt` veabschiedet.

Jetzt veranbschiede ich mich auch von euch :) Bis zum naechsten Mal. Ich hab euch lieb.

Eure Franzi

Dienstag, 15. November 2011

Central Australia

G` Day Mates :),

Nachdem ich eine Woche mit Volker im Outback unterwegs war, war ich jetzt im richtigen Outback angekommen. Obwohl, eigentlich war ich ja in Alice Springs, aber um diese Stadt im Zentrum Australiens ist eben sonst gar nix.
Die ersten drei Tage in Alice Springs gingen ziemlich langsam rum.
Ich musste mich zwar von Volker trennen, aber jetzt war ich ja wieder mit Basti zusammen. Es war schoen ihn wieder zu sehen und voll interessant zu hoeren, was er so erlebt hatte. Viel zusammen unternommen haben wir aber ausser zu kochen und zu labbern nicht, weil ich die naechsten zwei Tage leider krank war. Ich war nur froh, dass das ich nicht im Outback krank geworden bin, das waere richtig doof gewesen. So war ich also mehr oder weniger in dem Hostel fest gesessen. Das war aber gar nicht sooo schlimm, denn nach all den Horrorgeschichten, die ich ueber Alice Springs gehoert hatte, wollte ich sowieso nicht so viel machen.
 
Alice ist die gefaehrlichste Stadt in ganz Australien, weil es dort so viele Aborigines gibt. Die meisten von ihnen haben Alkoholprobleme und werden unter dem Einfluss von Alkohol aggressiv. Man hoert wirklich auch tagsueber immer  irgendwelche Aborigines streiten, die schreien echt immer voll rum. Ich hatte sogar Angst zum Supermarkt zu laufen, und das mitten am Tag und obwohl der voll nah war. Naja, also ich war zwar krank aber ich hatte nicht das Gefuehl etwas zu verpassen.

Am vierten Tag in Alice Springs hab ich ausser ein bisschen Blog schreiben auch nicht viel gemacht und so hab ich beschlossen, dass ich genug von der Stadt hab und endlich wieder weg will. Ich hatte bisher niemanden gefunden, der nach Adelaide faehrt. Ich hatte gehofft jemanden mit Auto zu finden, der weiter in den Sueden will und dabei vielleicht (so wie ich) auch den Uluru mitnehmen moechte. Da das aber nicht geklappt hat, hab ich halt doch wieder eine Tour gebucht. Man kann ja nicht in Alice Springs fest sitzen und den ganzen Stuart Highway abfahren ohne am Uluru gewesen zu sein.
Karmen, unser Tourguide hat uns wie vereinbart am Donnerstag Morgen um 6 Uhr am Hostel abgeholt. Der Uluru ist 300 km weg von Alice, d.h. wir hatten eine lange Fahrt vor uns. Das fand ich gar nicht so schlimm, so konnt ich naemlich noch ein bisschen schlafen. Wir haben immer mal wieder zwischendrin angehalten. Karmen musste erstens voll oft tanken und wir natuerlich ganz oft aufs Klo. Sie war voll cool. Als sie morgens mit diesem fetten Grinsen und einen super gut gelauntem lauten : `Heeeeey, how are youuuuuuu?` aus dem Bus gesprungen ist, war ich, morgenmuffelig wie ich bin, zwar irgendwie ein bisschen genervt, aber umso wacher ich wurde um so netter fand ich sie. Sie hat die ganze Zeit irgendwelche Sachen an die Windschutzscheibe gekritzelt. Oben rechts in der Ecke stand: `My name is Karmen`. Links oben hatte sie hingeschrieben:

If it rains : Dance in it!
If there`s dust: Roll in it!
If there`s a snake : kuddle it!

Ausserdem war ihr Lieblings Aborigine Wort : Tjaka, was soviel heisst wie `Just the Way it is!` Das ist wohl eine sehr haefig genutzte Begruendung bzw. Erklaerung der Aborigines und Karmen hat das sehr gerne uebernommen :)

Die erste Haelfte von der Fahrt ungefaehr haben wir alle geschlafen. Dann wollte Karmen, dass wir uns alle besser kennen lernen. Also mussten wir nacheinander zu ihr nach vorne kommen und etwas ueber uns erzaehlen. Sie hat aber den Anfang gemacht. Sie ist aus Australien, aber eine wirkliche Heimat hat sie nicht. Sie ist in Sydney geboren, aber war nie lange an einem Ort. Ihre Familie ist anscheinend alle paar Jahre /Monate umgezogen. So lebt sie also den typischen australischen Lifestyle: Sie hat eigentlich keine Ahnung was sie mit ihrer Zukunft anfangen soll (sie war 27 oder so) und arbeitet mal hier und mal da, um so ueber die Runden zu kommen. Das ist so unvorstellbar in Deutschland. Ausser der Herkunft haben wir auch noch ueber unsere Aengste, Camping Faehigkeiten/ Erfahrungen (da konnt ich natuerlich punkten^^), Lieblingsplatz in Australien, unseren Job und unsere Hobbys berichtet. Ich war die einzige Deutsche (was bei einer Gruppenstaerke von 9 Leuten sehr ungewoehnlich ist). Zwei Paerchen waren aus England, ein Typ aus Vietnam, ein Australier und Liezelot aus Holland. Mit ihr hab ich mich gleich gut verstanden. Sie war im selben Hostel wie ich und ebenfalls alleine unterwegs und so haben wir uns schon morgens bevors los ging getroffen.

Die Gruppe war so aber noch nicht komplett. Am Flughafen beim Uluru haben wir noch ein deutsches Ehepaar (die fand ich voll unsympathisch), eine andere Deutsche, Bettina, die gerade fuer einige Monate zum studieren und reisen in Australien ist/ war, einen Typ aus Frankreich, der aber einige Jahre in Deutschland gewohnt hat und deshalb fliessend deutsch gesprochen hat (voll beneidenswert 3 Sprachen fliessend zu sprechen) und zwei Franzosen, abgeholt. Damit war das deutsch- andere Nationen- Verhaeltnis wieder wie ich es gewohnt war. Mit Bettina hab ich mich gleich gut verstanden. Sie, Liezelot und ich waren ziemlich schnell ein Trio :) Das deutsche Ehepaar war voll strange. Erstens sahen die schon so voll deutsch aus, mit ihrer viel zu perfekten Ausruestung und die Frau hat kein Wort Englisch gesprochen, was ja an sich nicht schlimm ist, aber dadurch hat sich ihr Ehemann, der natuerlich immer uenbersetzen musste, total toll gefuehlt. Er war mir einfach von Anfang an total unsympathisch. Lustigerweise hat Bettina unabhaengig von mir genau das selbe gesagt :)

Als erstes waren wir im `Aboriginal Cultural Centre`, dass fast neberm Uluru war. Dort gab es einige Infos ueber die Aborigines, die seit Tausenden von Jahren am Uluru und in der Umgebung leben. Am coolste dort fand ich das `Sorrybook`. Ein Buch, dass aus hunderten von Briefen besteht, die von Leuten sind, die als Andenken an den Uluru einen Stein oder Sand mit nach Hause genommen haben, dann irgendwie mit irgendetwas Pech hatten, ihr Andenken dafuer verantwortlich machen und es mit samt einem Entschuldigungsbrief zurueck nach Australien schicken. Jede Woche bekommt das Infocenter im Schnitt 8 Briefe von der ganzen Welt. Das ist so krank. Da passiert irgendwas schlimmes und der Stein ist schuld. Naja, war sehr amuesant sich ein paar Briefe durchzulesen. Dann gings endlich an den Uluru. Karmen hat uns zuerst einige Infos gegeben. Zum Beispiel warum die Aborigines nicht wollen, dass man den Uluru besteigt. Fuer sie gibt 3 Gruende. Erstens die kulturellen Gruende. Fuer die Aborigines ist der Uluru heilig und Karmen meinte ihn zu besteigen ist genau so respektlos wie zum Beispiel in einer Kirche auf den Altar zu spucken. Zweitens die Sicherheit. Bisher sind 35 Menschen am Uluru umgekommen. Die Aborigines fuehlen sich dafuer verantwortlich und schuldig und trauern, wenn so etwas passiert. Und drittens die Umwelt. Man sieht richtig den Weg an dem alle hochlaufen, weil der Stein da schon voll abgelaufen ist. Ausserdem gibt es auf dem Uluru natuerlich keine Toiletten und anscheineind gab es schon einige Leute die sich dort leider trotzdem entlehrt haben. Da bekommt man bei Regen wohl ab und zu zu spueren. Aus diesen Gruenden ist der Aufstiegspfad fast immer geschlossen. In der Nacht, im Sommer, bei Hitze, Regen, Wind, Wolken und diversen anderen Gruenden. Ausserdem hab ich erfahren, dass der Uluru zum Weltnatuererbe gehoert und das sogar doppelt, wegen seinem kulturellen und seinem natuerlichen Wert.

Dann sind wir den `Mala Walk` gelaufen. Das war voll interessant. Jede Spalte, jedes Loch, und jedes Schlitz hat fuer die Aboriginers eine Bedeutung und hinter allem steckt eine Geschichte. Karmen hat uns einige davon erzaehlt. 

Mit der Kultur der Aborigines ist es voll kompliziert. Es ist nicht so wie in anderen Religionen, dass man alles im Internet nachlesen kann. Bevor die Weissen gekommen sind gab es ueber 200 Staemme in ganz Australien und jeder von ihnen hatte seine eigene Sprache. Die Aborigines haben aber keine Schriftsprache und so wurde alles immer nur muendlich weiter gegeben. Die Europaer haben dann angefangen alles aufzuschreiben und den Aborigines eine Schritsprache gegeben, aber trotzdem gibt es nicht viel Infos zum Nachlesen. Karmen hat uns erklaert, dass das mit den Infos ganz anders wie bei und ist. Wir sind neugierig und stellen ganz viele Fragen, wir wollen alles wissen und kennen keinen Grund, warum wir etwas nicht wissen sollten. Die Aborigines sind anders. Sie lehren nach Zeit. Man erhaelt bestimmte Informationen (zum Beispiel Geschichten) erst, wenn sie einen fuer reif halten. Und das dauert Jahre. Karmen beschaftigt sich mit ihnen seit ueber zwei Jahren und sie meinte, sie sei noch im Kindergarten. Es wuerde ewig dauern bis sie ein paar mehr Geschichten hoeren wuerde und alle wird sie wohl niemals kennen. Die Aborigines kennen ausserdem keine Zeit, sie hatten keine Zeit bevor die Europaer kamen. Es ist einfach so anders und irgendwie unvorstellbar fuer uns. Aber ich finde es voll faszinierend und fand es echt total interessant was Karmen so erzaehlt hat.

Danach durften wir noch komplett um den Uluru laufen. Das haben wir natuerlich getan, nur leider hat es angefangen zu regnen. Naja, war trotzdem ganz cool. Der Sonnenuntergang ist damit aber leider auch ins Wasser gefallen. Es war so bewoelkt, dass man den Uluru fast gar nicht gesehen hat und die Sonne war natuerlich auch nicht zu sehen. Es war einfach nur ein grosser grauer Fels. Naja, wir hatten ja noch den Sonnenaufgang auf den wir gehofft haben. Abends im Camp gabs dann ertsmal was zu Essen.
Zufaelligerweise war Volker auch grade am Uluru, das hat er mir per SMS geschrieben. Als ich ihn dann angerufen hab, haben wir rausgefunden, dass er sogar am gleichen Campingplatz war und so haben wir uns dann dort nochmal getrofen. Es war ganz schoen ihn wiederzutrefen. 

Die Nacht war dann allerdings ziemlich kurz und nicht sehr gemuetlch. Wir haben in Swags geschlafen, das sind schlafsackaehnliche Saecke, die aber wasserdicht sind und in die man sich mit dem normalen Schlafsack reinlegt. Sie waren voll alt und verdreckt. Ich war nur froh, dass ich meinen eigenen Schlafsack hatte, die Schlafsaecke die von der Tour gestellt wurden sahen naemlich nicht besser aus. Durch den Regen war der ganze Boden nass. Wir hatten zwar ein Dach, aber es war eben zu allen Seiten offen. Liezelot, Bettina und ich waren bei der Platzvergabe zum Glueck ziemlich schnell und haben uns die besten Plaetze auf den Tischen geschnappt. Die andern lagen auf dem nassen Boden. Um 5 gings dann aber auch schon weiter. Karmen hat uns geweckt und irgendwie hat sie dann voll rumgestresst. Wir hatten nur gefuehlte 10 Minuten Zeit, um unser `Bett` zu verpacken und uns fertig zu machen. Total gestresst und schweisgebadet sass ich dann also um 10 nach 5 wieder im Bus und es ging zum Uluru, um den Sonnenaufgang zu betrachten. Der war aber auch nicht besser als der Sonnenuntergang. Das hat mich total geaergert. Das gibts doch nicht. Dann faehrt man schon in die Wueste, wos ungeaehr 3 Tage im Jahr regnet und dann erwischt man auch noch 2 von diesen Tagen. Echt nervig. Wir haben uns also den wolkenbedeckten grauen Felskoltz angeguckt und haben uns schoen vollregnet lassen. Dann gabs Fruehsteuck. Das war ganz ok.

An diesem Tag waren die `Kata Tjuta`, die Olgas unser Ziel. Das sind 36 Felskuppeln, die 500 Millionen Jahre alt sind. Es gibt dort ganz viele tiefe Taeler und steile Schluchten. Wir sind den Hauptwanderweg `Valley o the Winds Walk` gegangen. Er war zwar nur 7,4 km lang aber dadurch, dass es so auf und ab ging ziemlich anstrengend. Auf dem Weg hat und Karmen noch erklaert wie der Uluru und die Olgas entstanden sind (war ganz interessant, aber es wiederzugeben ist jetzt zu viel). Faszinierend ist auf jeden Fall, dass der Uluru nur ` die Spitze des Eisbergs` ist, wenn man das so sagen kann. Er ist zwar 348 Meter hoch, aber die restlichen 2/3 sind sind unter der Oberflaeche.

Von den Olgas hat man teilweise voll die schoene Aussicht gehabt. Der Weg hat mir wirklich mehr Spass gemacht als am Tag zuvor 10 km um den Uluru zu laufen. Und es hat sogar aufgehoert zu regnen. Mittags gabs dann Raps zur Staerkung und dann sind wir wieder ganz viel Bus geahren. Am letzten Tag gings naemlich zum `Kings Canyon` und der war nochmal ca. 5 Autostunden entfernt.

Am Zeltplatz angekommen war das Wetter dann viel besser. Wir sind auf einen kleinen Huegel gelaufen und haben uns endlich den Sonnenuntergang angeschaut. Und der war hier wunderschoen. Nur leider gabs weit und breit keine roten Felsen oder Berge, die besonders toll haetten leuchten koennen. Naja, ich hab es trotzdem voll genossen. Dann hat Karmen wieder fuer uns gekocht, wir haben ein Lagerfeuer gemacht (das Holz hatten wir vorher mitten in der Wueste gesammelt) und ein bisschen erzaehlt. Es war ein sehr schoener Abend. Diesmal konnten wir auch unter dem Sternenhimmel schlafen.Ich lag direkt am Lagereuer. Es war echt kuschelig warm und ich konnte beim ins Feuer starren einschlafen. Das war schoen. Wir sind aber wieder frueh raus, weil wir den Sonnenaufgang am Kings Canyon sehen wollten. Nach einem hektischen Fruehstueck noch direkt am Campingplatz gings dann dort hin. 

Der Kings Canyon ist eine 270 m tiefe Spalte und der Weg, den wir gelaufen sind beginnt mit dem `Heart Attack Hill` (Karmen hat diesen Namen erfunden, weil er ganz steil rauf geht), den Aufsteig sozusagen, dann laeuft man am Schluchtenrand entlang bis man zum `Garden of Eden` kommt, der in der Schlucht ist und wandert dann durch ein Labyrinth aus bienenkorbartigen Felskuppeln. Es war ein wunderschoener Weg und mein absolutes Highlight von dieser Tour. Um 6 Uhr hatten wir schon den Aufstierg hinter uns und haben die Sonnen ueber der Schlucht aufgehen sehen. Es war echt magisch, total schoen. Fuer die 6 km Weg haben wir auch 3 Stunden gebraucht, weil Karmen immernoch so viel erzaehlt hat und wir so viele Bilder gemacht haben. Es war echt hammer schoen. Leider waren nur meine Fuesse total kaputt. Ich hatte nach dem ersten Tag total fette Blasen an den Fersen, die am zweiten Tag nur noch schlimmer wurden, weil die Pflaster, die ich drauf hatte voll Sand waren, der dann noch schoen gerieben hat und nachts bin ich auf dem Weg auf Klo auch noch ueber einen riesen Fels gefallen (meine Taschenlampe war kaputt) und hab mir den halben grossen Zeh abgerissen. So waren meine Fuesse eben komplett verbunden und es war echt nicht angenehm. Aber dadurch, dass wir so langsam gelaufen sind und durch die ganzen Endorphine hab ich da die meiste Zeit gar nicht dran gedacht. 

Das wars dann auch schon mit der Tour. Fast zumindest. Karmen hat uns alle wieder an unseren Hostels abgesetzt, aber abends haben wir uns im `Rock Cafe` alle wieder getroffen. Es war zwar noch nicht Halloween (es war der 29.), aber trotzdem gab es dort eine Halloween Party. Es war auch ganz cool. Einige Gruppen haben etwas aufgefuehrt und Karmen war total krank verkleidet. Es war echt witzig. Die Heimahrt war dann allerdings total bekloppt. Das Hostel war ca. 500 vom Pub weg, aber trotzdem sind Liezelot und ich mim Taxi heim gefahren, weil alle meinten, es waere zu gefaehrlich, um heim zu laufen. Das hat mir dann nochmal vor Augen gefuehrt wie wenig ich Alice Springs mochte und obwohl mir die Tour richtig gut gefallen hat, wusste ich, dass ich hier bald weg will.

Davon beim naechsten mal mehr. Ich hab euch lieb.

Eure Franzi

Montag, 7. November 2011

Outback, ich komme !!!

Hallo ihr Lieben,
ehrlich gesagt bin ich absolut nicht motiviert diesen Blog zu schreiben!

Ich hab es naemlich schon mal getan und er war auch richtig gut (meiner Meinung nach), er war 9 Seiten lang und das ganze hat 4 Stunden gedauert. Ich war echt stolz darauf. Aber leider ist die Datei weg bzw. laesst sich nicht mehr oeffeen. Sogar David hat es nicht hinbekommen und der schafft sonst alles was Computer betrifft. Da die Woche mit Volker jetzt schon ueber 2 Wochen her ist und ich alles bezuegliche dazu abgehakt hab, weil ich ja den Blog schon geschrieben hatte, kann ich mich nicht mehr an alles erinnern (was die Namen usw. bestrifft). Trotzdem versuche ich jetzt nochmal das alles zusammen zu bekommen, weil die Woche echt richtig schoen war und ich das in Erinnerung behalten will.

Also wie gesagt hab ich mich mit Volker freitags in Darwin getroffen und wir haben uns gleich gut verstanden. Also stand ziemlich schnell fest , dass wir die Strecke von Darwin nach Alice Springs ueber den `Kakadu Nationalpark` zusammen machen wuerden. Am naechsten Tag gings dann auch schon los.

Auf der Fahrt haben wir uns wieder nett unterhalten und unser erster Stop war der `Mary River Nationalpark`, der noch vorm Kakadu lag. Wir haben erstmal Mittag gegessen und sind dann einen 2 Stunden langen Track (das war zumindest auf dem Schild angegeben) gegangen. Leider haben wir gekonnt ignoriert, dass auf dem Schild angeben war, dass man Wasser mitnehmen soll und einen Hut tragen soll. Wor sind in FLipFlops und ohne irgendetwas losgeschlappt. Nach 5 Minuten haben wir das aber schon bereut und als uns dann noch ein paar Renter entgegen kamen, die alle Huette aufhatten, Wanderschuhe an hatten und prall gefuellrte Rucksaecke auf hatten, die wahrscheinlich bis oben hin mit Wasserflaschen gefuellt waren, haben wir uns schon etwas unvorbereitet gefuehlt. Schliesslich war es mal wieder vieel zu heiss. Die Renter waren echt nett. Sie meinten es waere nicht mehr weit zum Billabong, von dem man ganz viele Voegel sehen konnte. Trotzdem mussten wir aber irgendwie ueber sie lachen. Sie hatten fuer die 4,5 km lange Srecke nicht nur die perfekte Wanderausruestung dabei, sondern jeder von ihnen hatte ausserdem eine Spiegelreflexkamera um den Haks haengen und der eine Mann hat ein riesiges Stativ mit sich rum getragen :) Naja, jeder wie er will.


Nach wenigen Minuten wurden wir schon von unserem Durst abgelenkt, als ein paar Meter vor uns ca. 15 Wildschweine den Track ueberquert haben. Das war echt cool. Voll die Herde,die einfach vor uns rum gerannt ist. Ganz kleine waren auch dabei. Und so hatten wir schon nach wenigen Stunden die ersten wilden Tiere gesehen.


Am Billabong war es echt schoen. Es gab ganz viele Voegel und angeblich auch Krokodile, von denen wir aber keine entdeckt haben. Das faszinierende an der Landschaft war, dass es ueberall total trocken war, der Boden hatte Risse und war steinhart, die Pflanzen waren ausgetrocknet, aber dann gab es ploetzlich im Nichts so ein Wasserloch. Und der trockene Boden ist auch dirket in das Wasser uebergegangen, das sah coll witzig aus. Als wir um den Billabong rumgelaufen sind, ist Volker fast auf eine riesige Spinne getreten, womit wir unser zweites cooles Tier entdeckt hatten. Auf dem Rueckweg sind uns dann noch ein paar Kaengurus und Wallabies begegnet, die entweder faul unter irgendwelchen Baeumen lagen oder froehlich durch die Gegend gehoppelt sind.

Voellig ausgetrocknet sind wir nach einer Stunde (nicht nach 2, wie auf dem Schild angegeben war; die Angaben sind aber immer voll uebertrieben) am Auto angekommen und haben erstmal unsere Wasservorraete zur Haelfte reduziert. Dann gings weiter Richtung Kakadu Nationalpark.


Zu dem Park gibt es keinen besonderen Eingang. Es gibt ja eh nur eine Strasse von Norden nach Sueden bzw. umgekehrt. Man faehrt einfach an einem `Kakadu Nationalpark - Schild` vorbei und dann ist man da. Die Landschaft vor und nach dem Schild sieht aber vollkommen gleich aus. Also nichts spektakulaeres. Trotzdem haben wir uns gefreut als wir das Schild gesehen haben und noch mehr als wir Paul gesehen haben. Ich hatte nur Mitleid mit ihm. Er ist uns auf der geraden heissen ewig langen Strasse entgegen gekommen....auf seinem Fahhrad!! Ich hab schon im Auto ohne mich zu bewegen geschwitzt und er ist mit seinem Fahrrad durch die Gegend gefahren. Naja, ich hab ihn ja gar nicht gekannt. Volker meinte ploetzlich, als wir an ihm vorbei gefahren waren: Oh Gott, den kenn ich!!. Echt verreuckt, da ist Australien schon so gross und trotzdem trifft man so viele Reisende wieder. Sogar mitten im Outback auf der Strasse, die von ca. 30 Autos am Tag befahren wird. Wir sind also umgedreht und haben dem armen Paul ein Becher Wasser gegeben. Er hat gesagt, dass wir unbedingt zum `Cahills Crossing` muessten. Das sei eine Strasse, die bei Flut ueberschwemmt wird und an der man dann ganz vielem Krokodile sieht. Nachdem er uns also einige Tipps gegeben hatte und wir ihm einige Glaeser Wasser, hat er sich wieder auf sein voll beladenes Fahhrad geschwungen und ist weiter Richtung Darwin geradelt (sein naechstes Ziel, 300!!! km weg).

Wir sind an dem Tag noch bis zum noerdlichsten Punkt vom Kakadu gefahren und haben an dem Campingplatz `Merl` uebernachtet. Bevor wir dort angekommen waren haben wir in der Daemmerung zwei wilde Pferde gesehen. Das war richtig schoen. Sie waren einige Meter neben der Strasse am grasen. Wir haben sie bebachtet. Die Sonne ist gerade unter gegangen, es gab hohes Gras, ein paar Baeume, Termitenhuegel, die in der Sonne geleuchtet haben (wegen dem roten Sand) und ein kleines Wasserloch. Dazwischen standen die Pferde. Als sie uns entdeckt haben sind sie ein wenig auf uns zu galaufen (sie waren wohl auch neugierig) und haben sich dann aber schliesslich umgedreht und sind weg galoppiert. Das war echt irgendwie magisch. Als wir auf dem Camingplatz angekommen sind, war es dann also schon dunkel. Volker hat ein Feuer gemacht, wir haben gekocht und meine letzten Goon Reste verdrueckt. Es war ein schoener Abschluss von einem schoenen ersten Tag.

Am naechsten Morgen gings direkt weiter mit unserem Abenteuer. Wie Paul es uns befohlen hatte, sind wir erstmal zum Cahills Crossing gefahren, was gar nicht weit war. Dort waren schon ganz viele Australier am Angeln. Einer von ihnen hat uns dann auch gesagt, dass erst um 12.30 Uhr Flut sei und man ja dann erst die vielen Krokodile sehen wuerde. Also sind wir zuerst nach `Ubirr` gefahren. Dort gab es ganz viel Aborigine Kunst zu bewundern. Das war das erste mal, dass ich richtig schoene Felsmalerei gesehen habe. Es gab ganz ganz viele Barramundis, andere Fische, Kaengurus, Wallabies, Schildkroeten und Menschen. Einige der Kunstwerke waren an so unerreichbaren Stellen gemalt, dass man sich bis heute nicht erklaeren kann, wie die Aborigines da frueher hin gekommen sind. Ueber uns haben wir so eins entdeckt. Es war an der Unterseite eines bestimmt 10 Meter hohen Felsvorsprungs. Ich hab mir echt nicht erklaeren koennen wie die das gemacht haben. Die Aborigines heute glauben, dass die `Mimi` Geister die Felsen einfach runter geholt haben, dann bemalt haben und anschliessend wieder an ihren Ursprungsort plaziert haben. Naja, das kann ich nicht so richtig glauben. Auf jeden Fall war es sehr beeindruckend. Ich hab gelesen, dass die aeltesten Felsmalereien im Kakadu 20000 Jahre alt sind. Es gibt auch echt richtig viele, aber nur die wenigsten sind fuer Besucher zugaenglich. Auf dem Walk haben wir auf jeden Fall ganz ganz viele gesehen. Schockiert waren wir allerdings als es ploetzlich angefangen hat zu regnen. Das war echt verrueckt. Es war voll heiss und dann hat es ploetzlich geregnet. Mir ist da erst klar geworden, dass ich seit fast 2 Monaten keinen Regen mehr gesehen hatte. Es hat in Brisbane geregnet, als ich angekommen bin und danach aber sonst nirgends mehr. Echt krank, in Deutschland regnets andauernd. Wir haben uns richtig gefreut ueber die Erfrsichung, nur um unsere Fotos haben wir uns ein bisschen Sorgen gemacht. Trotzdem sind wir auf dem Lookout gekletter. Das war hammer cool. Die Aussicht war so schoen. Es war einfach ein fesliger Berg von dem man die ganze Umgebung ueberblickt hat. Wir haben ein paar Kaengurus durch die Graeser unter uns hoppeln sehen, aber sonst nichts als Pflanzen. Es war echt schoen.


Als der Regen dann aber doch zu doll wurde, haben wir im Auto ein bisschen gewartet bis es besser wurde und sind, nachdem wir nochmal auf dem Lookout waren (es war einfach zu schoen) wieder zum Cahills Crossing. Jetzt war die Strasse ueberschwemmt und noch mehr Australier waren zum Angeln da. Wir waren von ihrem Verhalten total schockiert. Der East Alligator River war durch die starke Stroemung total aufgewuehlt und das Wasser war wirklich total undurchsichtig. Trotzdem standen die Australier teilweise sogar mit ihren Kindern direkt am Ufer und haben geangelt. Die Krokodile koennten einen halben Meter von ihnen entfert im Wasser sein und sie wueden sie nicht sehen. Und so schnell wie die Krokodile angreifen kann auch kein Vater reagieren, da ist sein Kind schon weg. Wir sind also immer in sicherem Anstand zum Ufer geblieben und das hat sich auch gelohnt. Wir standen ein bisschen weiter oben, von wo wir eine richtig gute Aussicht hatten und haben total viele Krokodile gesehen.



Es war echt cool wie die da einfach rumgeschwommen sind. Wir haben ca. 30 Meter von dem Fluss gesehen und auf dieser kurzen Strecke teilweise 5 oder 6 Krokodile. Aber sobald sie 10 cm unter getaucht sind hat man sie wirklich schon nicht mehr gesehen. Voll krass. Wir sassen auf einem Flesen neber dem Fluss und haben sie bestimmt 2 Stunden beobachtet. Manche waren auch voll gross. Einige Touristenschiffe kamen vorbei, die mit aufgedrehten Reisenden gefuellt waren, die ganz aufgeregt Fotos geschossen haben, als sie die Krokodile gesehen haben. Wir haben das gleiche gesehen (vielleicht sogar noch besser, weil wir weiter oben waren) und haben kein teures Schiff bezahlt :) Nach dieser aufregenden ersten Haelfte des Tages, gabs erstmal Mittagessen und dann gings weiter nach Sueden.Wir sind durch Jabiru, der einzigen `Stadt` im Kakadu durchgefahren. Da Volker einen richtig schlimmen Ausschlag hatte, sein ganzer Koerper war rot und pickelig und seine Handgelenke waren angeschwollen, wollten wir die Zivilisation nutzen und zum Arzt gehen. Da es aber Sonntag war, hatte der zu. Echt verueckt, die NOTaufnahme hatte sonntags zu. Naja ok. Wir haben beschlossen am naechsten Tag nochmal zu kommen.



Auf unserem Weg haben wir entschieden auf der geraden entlosen Strasse bei jeder Einfahrt anzuhalten, um zu sehen, was es da gibt. Das hat sich bei unserem naechsten Halt schon ausgezahlt. Auf dem Parklatz stand ein Schild, dass es hier einen kurzen Rundgang gibt. Wir sind an ausgetrockneten Fluessen vorbei gekommen und an einem kleinen Teich. Ueberall lagen riesen Felsen rum, die aussahen wir Pfannkuchen, die aufeinander geschichtet lagen. Echt total schoen. Irgendwie sind wir dann aber von dem `kurzen Weg` abgekommen. Wir waren jetzt auf dem `Bardedjiligji Sandstone Walk` und der war mein absolutes Highlight an dem Tasg. Es war wie eine Landschaft aus Felsen Hoehlen und Schluchten. Wir haben gesehen, dass hier auch mal Aborigines gelebt haben muessen, denn in einer Hoehle war auf einem Fels so ein Loch in einem Stein. Dort haben sie immer die Farbe fuer ihre Kunstewerke gemahlen. Wir haben aber keine Felsenmalerei entdeckt. Es war aber echt so cool. Wir sind also durch die Schluchten und Hoehlen geklettert und haben nur immer gehofft, dass wir wieder am richtigen Weg rauskommen. Hat am Ende geklappt. Ich dachte nur, wenn dieses Naturwunderwerk in Europa stehen wuerde, waere es bestimmt voll bekannt. Hier war aber niemand, wir waren die einzigen. Das war irgendwie eh immer so. Wir waren an so vielen wunederschoenen Orten und fast nie mussten wir sie mit igendwem anderes teilen. Dabei besuchen 300000 Menschen den Kakadu Nationalpark jedes Jahr. Aber er ist wohl zu gross, das verteilt sich echt gut.



Jetzt war es schon spaeter Nachmittag und wir sind auf den `Malabanjbanjdu` Campingplatz gefahren. Dort gab es kein fliesendes Wasser, das war unsre erste Hardcore Camping Nacht :) Wir waren sogar nicht alleine. Ein Australier stand mit seinem Wohnwagen auch noch dort. Neber dem Campingplatz gab es einen Billabong, um den wir dann noch rumgelaufen sind. Ganz ganz viele tote Fische lagen am Rand rum. Der Australier hat erklaert, dass die zu Beginn der Regenzeit immer sterben, weil irgendwelche Gase aus dem Boden kommen. So genau hab ichs nich verstanden, auf jeden Fall war es normal, dass die Fische alle tot waren. Es gab wieder ganz viele Voegel und auch einige Adler von denen der Volker ganz begeistert war :) Krokodile gab es auch wieder (wie an jedem Wasserloch), aber wir haben wieder keine gesehen. Fand es teilweise eh voll schwer vorstellbar, dass in ach zu kleinsten Pfuetzen Krokodile seien sollen. Naja, war aber wohl so. Auf dem Weg zurueck im Auto haben wir im Busch direkt neber uns noch eine ca. 2 Meter lange gelbe Schlange gesehen. Echt verrueckt. Man muss in Australien nur durch den Busch laufen und bekommt ohne zu suchen garantiert ne riesen Spinne, ne Schlange, sowieso immer Kaengurus, Wildschweine oder Pferde zu Gesicht. Voll cool. Auf dem Platz haben wir dann gekocht. Der Australier kam und hat uns zu einem Glas Wein und einem DVD in seinem Wohnwagen eingeladen. Da haben wir natuerlich nicht nein gesagt. Also gabs nach dem Essen noch ein schoenes Glas Wein, Nuesse, Kekse und `Sherlock Holmes`. Der Australier war 69 und ist alleine durch sein Land gereist. Voll beeindruckend. Er sah viel juenger auds aber er hat uns dirket auf seinen 70. Geburtstag eingeladen. Er meinte er wuerde mit Freunden zusammen in Melbourne feirern und haette schon ganz viele Traveller, die er auf seiner Reise kennen gelernt hat, eingeladen. Fanden wir voll nett.

Leider war die Nacht ziemlich schlimm. Da wir diekt an dem Wasserloch lagen, gab es unglaublich viele Stechmuecken. Die ganze Nacht hat man das Schwirren um sein Ohr gehoert und konnte deshlab absolut nicht schlafen. Volker hat es eh voll gejuckt wegen seinem Ausschalg.



So war der erste Stopp am naechsten Morgen das Krankenhaus in Jabiru. Und das war wirklich eine Erfahrung wert. Das `Krankenhaus` war erstmal total klein und eher wie eine Arztpraxis aufgebaut. Als wir reingekommen sind war ich direkt von den Frauen an der Anmeldung ueberrascht. Sie hatten keine weisse Kleidung oder irgendwas einheitliches an, sondern das, was sie an dem Tag wohl aus dem Schrank gezogen haben. Ausserdem waren es voll viele Arzthelferinnen. Volker musste einen Bogen ausfuellen und dann haben wir gewartet. Ich bin zuerst mal aufs Klo, wo mich die naechste Ueberraschung getroffen hat. Auf den Toilettentuereninnenseiten hingen Plakate, auf denen woertlich und bildlich erklaert war, wie man am besten auf einer Toilette sitzen solle, besonders, wenn man ein groesseres Geschaeft zu erledigen hatte. Sowas laecherliches. Ich musste echt laut los lachen. Da sass ein Typ aufdem Klo hatte beide Beine weit von sich gestreckt, hatte einen knallroten Kopf und drunter stand, dass man so doch nicht sitzen solle. Auf diversen weiteren Bildern hat der Typ die verkrueppelsten Uebungen auf dem Klo gemacht,immer mit der Bemerkung, dass es so falsch sei. Dann wurde noch erklaert welche Farbe und Festigkeit der Stuhl haben solle... Ich bin mit knallrotem Kopf lachend wieder aus dem Klo raus und musste erstmal Volker von meiner Entdeckung berichten.



Es waren fast keine Patienten in der Praxis. Wir waren da, eine Familie und eine aeltere Dame. Trotzdem sassen in der Anmedung 5 Frauen. Ich weiss absolut nicht was die den ganzen Tag gemacht haben. Wirklich nicht. Ich hab meiner mMma manchmal schon beim Arbeiten zugeguckt und ihr Tempo war gegen das der Frauen hier Lichtgeschwindigkeit. Sie sassen alle rum, haben sich unterhalten, manchmal hat das Telefon geklingelt, jede halbe Stunde kam mal ein Patient und keine von ihnen musste wohl medizinische Arbeiten machen. In Deutschland nehmen Arzthelferinnen schliesslich auch mal Blut ab usw. Hier nichts davon. Wir mussten ne Stunde warten, was ich nicht schlimm fand, aber doch verblueffend, weil es ja keine Patienten gab. Noch verbluefter war ich allerdings als wir in das` Untersuchungszimmer` kamen, was ein riesen Raum war, der mit vielen Stellwaenden in kleinere Raume unterteilt war,. Hinter jeder Wand stand ein Computer, ein Stuhl und eine Liege und in jedem kleinen Zimmer sass nochmal ein Angestellter. Das gibts doch echt nicht. Draussen schon 5 Frauen und hier jetzt nochmal 5 bis 10. Ich musste echt schmunzeln als ich das gesehen hab. Die Frau war total nett. Sie hat sich Volker genau angeguckt, ein bisschen auf ihren Computer rumgehackt und ganz viele Sachen gefragt. Gegen was er alergisch ist, was er auf der Mangofarm alles machen musste usw. Nach einer halbe Stunde hatte sie aber immernoch keine Diagnose und so hat sie die Frau in der Kabine neben sich zur Beratung geholt. Die hatte irgendwie grad eh nichts zu tun (verwunderlicher Weise) und hat die gleichen Fragen nochmal gestellt, hat sich Volkers Haut angschaut, hochkonzentriert geschaut und ist zu keinem Ergebnis gekommen. Mit derZeit kamen immer mehr der Angestellten dort zu uns. Ich war hoechst amusiert. Es war als waere Volker ein Wunder der Natur oder ein sprechender Hund oder eine sonstige Attraktion, aber ich denke in Wirklichlkeit war er einfach nur mal ein Patient und es hatten wohl alle nur eh nichts zu tun. Am Ende standen also 10 `Mediziner` um uns rum, haben an Volkers Armen rumgezogen, hoechst angestrengt diskutiert und auch mal den Nachbarn gefragt wie denn das Wochenende so war.Ich musste immer wieder an deutsche Krankenhaeueser denken und das war hier sowas von absolut nicht deutsch. Das Volker einen Mangorush hatte, dass war wohl allen klar, aber was genau er jetzt nehmen solle, wusste keiner so genau. Der Saft, der aus der Mango kommt, wenn man sie abschneidet ist aetzend und da Volker zusaetzlich zu der Arbeit mit der Frucht auch noch jeden Tag 10 davon gegessen hat, hatte er wohl einfach eine Ueberreaktion. Geschockt war ich als die Frau meinte, sie hole jetzt doch mal die Aertzin. Das hier alles waren also keine Aerzte sondern sonst was fuer Angestellte. Die Aerztin kam, hat wieder nochmal alles abgefragt und Volker dann einige Medikamente verschrieben. Ich hab gefragt, ob sie irgendeine Salbe gegen Stiche haette, denn ich hatte inzwischen ueber 100 Stiche am ganzen Koerper und es hat echt gejuckt. Ohne dass sie ueberhaupt einen Namen von mir hatte, hat sie mir dirket etwas in die Hand gedrueckt und uns sogar eine bag fuer die Medikamente gegeben. Wir mussten uns das Lachen echt verkneifen. Ich hab gefragt, was das jetzt kostet und wo wir es bezahlen sollen,und da meinte die Arzthelferin nur, dass das hier auf Spendenbasis sei. Ich konnte es echt nicht glauben. Das medizinische System in Australien ist eigentlich viel teurer als in Deutschland, aber ok. Hier gab es wohl eine Ausnahme. Auf dem Rueckweg haben wir fuer unsere Tuete voll Medizin dann 5 Dollar in die Spendenbox eingeschmissen ud haben lachend die Praxis verlassen. Das war echt der Hammer. Ich frage mich, woher sie das Geld fuer 30 Angestellte nehmen,wenn es hier vll nur genau so viele Patietenten am Tag gibt. Aber ok, es war echt eine Erfahrung wert.


Gesundheitlich perfekt versorgt, konnten wir jetzt weiter nach Sueden fahren. Da es aber total heiss war und wir beide mit dem Juckreiz zu kaempfen hatten, sind wir bei einem Campingplatz, der auch irgendwie gleichzeitig ein Hotel hatte und somit voll luxurioes war, in den Pool gegangen. Das war soooo gut. Wir haben echt voll entspant. Im Kakadu kann man ja nirgends baden wegen den Kroks, deshalb war das voll erfrischend. Da wir auch lange nicht mehr geduscht hatten, haben wir das dort dann auch gleich noch gemacht. Nach einem Mittagessen war der Tag dann auch schon fast rum. Die Zeit hat aber noch gereicht, um uns Yellow River anzuschauen. Der Billabong war total schoen. Wir haben direkt ein Krokodil gesehen und als wir auf dem Steg ein wenig weiter gelaufen sind auch ein wildes Rind, dass in der Wiese vor uns neber dem Billabong stand und entspannt gegrast hat. Das war voll schoen.Hier war es total gruen (voll interessant was es fuer unterschiedliche Landschaften im Kakadu gibt) und so hatte es echt genug zu fressen. Auf seinem Ruecken sass noch so ein weisser schoener Vogel. Total schoen anzusehen. So waren wir dann echt ne ganze Weile dort, es war einfach wieder zu toll. Danach sind wir dann noch an den JimJim Billabong, wo es natuerlich wieder Krokodile gab. Die Sonne ist gerade unter gegangen. Ueber den Billabong ist ein Baum schraeg gewachsen, auf den der Volker, kletter wuetig wie er ist, natuerlich direkt rauf ist. Von oben konnte man auch den Sonnenuntergang sehen. Ich hab ja Hoehenangst, aber trotzdem hat er mich irgenwie dazu bekommen, auch hoch zu klettern. So sassen wir dann da. Mitten im Outback auf einem alten moderigen Baum, ueber einem mit Krkodilen vollem Billabong und haben den Sonnenuntergang genossen. Es war voll schoen. Wir haben wieder ewig gelabbert (so wie irgendwie immer). Als es dann fast dunkel war sind wir weiter auf den Campingplatz. Hier wollten wir naemlich nicht schlafen, weil es bestimmt wieder total viele Insekten gab. Auf dem Campingplatz gab es dann auch sogar duschen und hier kann man echt garnicht oft genug duschen, weil es immer so heiss ist.Ich bin auch eigentlich ne Warmduscherin, aber auf der ganzen Strecke von Darwin nach Alice Springs hab ich kein einziges Mal heiss geduscht. Kalt ist viel besser gewesen.


Am naechsten Morgen gings weiter nach unten. Wir sind wieder am einem Parkplatz angehalten (das war ja die Vereinbarung), aber auf den Lookout hatten wir gar keine Lust. Es war so heiss und wir haetten auf einen Berg laufen muessen. Den Fluss wollten wir uns aber angucken. Auf dem Weg dorthin haben wir wieder ein Vorsicht-Krokodile-Schild gesehen. Das war diesmal sogar besonders gross und hat vor besonders grossen Krokodilen gewarnt.Man solle nicht mal in der Naehe essen und auch Angeln war verboten. Deshalb war die Aktion, die wir gebracht haben, wohl echt ein bisschen lebensmuede aber aufregend. Wir sind dort Schwimmen gegangen :) Das Wasser war voll klar (nicht so wie sonst immer), der Boden war weisser Sand und das Wasser war gar nicht tief. Wir konnten alles sehen. Es sah so sauber und kuehl und erfrsischend aus. Ploetzlich ist Volker einfach rein gegangen. Ich stand erst noch draussen und hab gemeint, dass er das nich machen koenne. Aber dann hab ich ihn da in dem kuehlen Wasser liegen sehen und wir haben echt keine Krokodile gesehen, also bin ich auch rein. Es war abslut kein ebtspanntes Baden und ich war auch froh, als wir lebendig wieder draussen waren, aber es war trotzem so gut.


Nach dieser aufregenden Abkuehlung gings weiter zum Nourlangie Rock. Dort gab es wieder ganz viel Kunst zu sehen. Es war echt ganz schoen. Auf den Gunwarddehwardde Lookout (keine Ahung warum das immer so kranke Namen sein muessen) sind wir auch noch hoch gelaufen. Hier war die Landschaft eher waldmaessig. Danach war die Zeit im Kakadu auch schon vorbei und es ging weiter nach PineCreek.


Die Stadt ist einzig und allein durch den Goldrausch entstanden und es gibt dort noch einige Andenken an die Stadt zu sehen. Alte Maschinen, Gleise und Bahnhoefe konnten wir bewundern. Ansonstn war die Stadt irgendwie ausgestorben. Wir haben ausser ein paar Autos keine Menschen gesehen. Wir haben Mittag gegessen, waren dann noch an einem Lookout und sind dann schon wieter.

In Katherine, der droitgroessten Stadt im Northern Territory (kleiner als Weinheim^^) angekommen, waren wir erstmal unsere Lebensmittelvorraete auffrischen, dann in der Library, in der Internet aber Geld gekostet hat, und sind dann an die Katherine Springs. Das war total cool. Heisse klare wunderschoene Quellen am Rand von Katherine.
Dort haben wir uns wieder ewig verplappert. Wir haben eine Gruppe Aborigines an der Quelle vorbei laufen sehen, die alle schon total bedrunken waren und dabei war es vielleicht erstmal 5 Uhr. Echt krass. Hier waren eh soviele von ihnen, das haben wir an dem Tag noch gemerkt. Trinken in der Oeffentlichkeit ist zwar verboten, aber trotzdem machen sie es ueberall. Auf dem Parkplatz auf dem wir standen waren Barbecues, an denen wir eigentlich Abendessen machen wollten, aber wir haben es uns dann doch anders ueberlegt. Als Volker ein Stueck zu den Tischen gefahren ist kam der erste Aborgine und wollte, dass wir ihn in die Stadt fahren. Er war total betrunken und hat uns sogar Geld dafuer angeboten, wir haben ewig gebraucht um ihn abzuwimmeln. Dann haben wir beschlossen, dass eine Flasche Wein echt schoen waere, also sind wir zum Bottleshop gefahren und haben welchen gekauft. Wieder am Parkplatz angekommen wollten wir grade unser Essen auspacken, da kam schon der naechste betrunkene Aborigine und wollte etwas zu essen. Wir haben ihm Toast mit Nutella angeboten. Er wollte aber Fisch haben. Wir haben ihm versucht zu erklaeren, dass wir keinen Fisch haben, weil wir ja nichtmal einen Kuehlschrank haben und wir ihm deshalb keinen Fisch geben koennten. Das hat ihn aber irgendwie nicht weiter interessiert, er wollte die ganze Zeit nur Fisch haben. Dann wollte er ploetzlich Ruehrei, da wir aber keine Lust hatten fuer ihn zu kochen, haben wir das auch abgelehnt. Volker, der viel geduldiger war als ich, hat ihm dann ein Nutellabrot geschmiert und nach ewigem Zoegern hat er es dann auch gegessen, obwohl er dabei immer noch von Fisch und Ei geredet hat. Echt nervig. Da wir jetzt keine Lust mehr hatten dort zu essen, weil ueberall Aborigines waren und wir Angst hatten, dass sie uns unser Essen klauen, sind wir wieder in die Stadt gefahren. Wir haben keinen Platz gefunden, an dem wir uebernachten konnten. Campingtische haben wir entdeckt, aber dort sassen meistens Aborigines. Am Ende sind wir auf einer kleinen Wiese mitten in der Stadt direkt nebern Megges gelandet. Dort war es auch echt gemuetlich. Wir haben gekocht, genuesslich gegessen, unsern Wein getrunken und ewig erzaehlt. Unterbrochen wurden wir aber dann vom dritten Aborigine an diesem Abend, der zuerst Essen wollte (das war zum Glueck schon leer) und dann Geld. Er hat uns seine Verlobte gezeigt, die an der Strasse stand und hat erklaert, dass er eine Tochter hat, die beiden ja so Hunger haetten und ob wir ihm nicht Geld geben koennten. Unglaublich. Die bekommen wirklich richtig viel vom Staat und betteln trotzdem immer. Da wir wussten, dass er das Geld nicht in Essenn sondern in sein naechstes Bier investieren wuerde, haben wir ihm nichts gegeben. Geschlafen haben wir dann letztendlich auf dem Megges Parkplatz. Das war sogar ziemlich luxurioes. Wir hatten Licht, Toiletten und es gab fast keine Insekten. Nur leider mussten wir alle Fenster und Tueren zu lassen, weil wir Angst vor den Abrorigines hatten. Die hat man die ganze Nacht rumschreien hoeren. Echt schlimm. Sie tun mir ja schon Leid, weil sie aus diesem Teuefelskreis schwer rauskommen und so wenig akzeptiert werden, aber es ist halt schon nervig.



Da Volkers Ausschalg ueberhaupt nicht besser geworden war obwohl er alle Medikamente immer genommen hatte, sind wir nochmal ins Krankenhaus gefahren. Diesmal haben wir auch das wirkliche australische medizinische System kennen gelernt. Im Krankenhaus wurde Volker erklaert, dass er hier warten koenne, bis ein Arzt Zeit haette, aber er muesse 300 Dollar zahlen nur um den Arzt zu sehen oder er koenne einen Termin um 2 bei einem Hausarzt haben fuer den er aber auch 60 Dollar zahlen muesse. Aus finanziellen Gruenden hat er sich fuer den Hausarzt entschieden.



Wir hatten jetzt aber noch  4 Stunden Zeit, also sind wir in den Katherine Gorge Nationalpark gefahren. Dort haben wir erstmal gefruehstueckt. Zwischen den Campingtischen sind wieder die Kaengurus rumgehoppelt, es war echt schoen. Dann waren wir ganz viel baden. Durch den Nationalpark verlaeuft ein Fluss, der tiefe Schluchten in den Fels gefressen hat. Das Wasser ist krokodilfrei und in der Trockenzeit ist die tS



Stroemung auch nicht so stark. Also waren wir dann erstmal im Fluss. Dann gings auf einen Lookout oben auf einer Schlucht. Die Aussicht war voll schoen. Um uns von dem anstrengenden Ausstieg anzukuehlen sind wir dann nochmal ins Wasser und diesmal auch eine Schluchtseite etwas hoch geklettert und ins Wasser gesprungen. Es war echt voll hoch, ca. 10 Meter haben wir geschaetzt und ich hatte auch ein bisschen Angst als wir da oben waren. Aber es hat Spass gemacht.



Um zwei gings dann in die Arztpraxis. Was das Arbeitsklima und das Arbeitstempo betrifft war es absolut mit Jabiru vergleichbar. Ich hatte das zwar schon gesehen, aber ich war wieder schockiert. Also die Frauen dort hatten echt nix zu tun, bzw. ich weiss nicht was sie die ganze Zeit gemacht haben. Diesmal waren wir die einzigen Patienten. Trotzdem mussten wir noch ne Weile warten bevor wir zum Arzt konnten. Naja, der Arzt war dann das absolute Highlight. Er war Assiate und echt ne Lachnummer. Wir kamen rein, er hat Volker betrachtet, sich die Medikamente angeguckt, die er genommen hat und die ueblichen Fragen gestellt. Bis dahin war ja noch alles in Ordnung, aber dann hat er sich an seinen Computer gesetzt, der seitlich zu uns stand (ich konnte perfekt sehen was er gemacht hat) und google geoeffnet. Er hat ohne scheiss Mangorush gegooglet!!!. Wir haben das gesehen, uns geschockt angeschaut und mussten uns das Lachen echt verkneifen. Ich konnte das nicht glauben. Der einzige Arzt in der Pampa ist anscheinend komplett unqualifiziert. Er hat ewig vor seinem PC gesessen, dann hat er mal noch medicine hinzugefuegt und ewig gesucht. Volker hat dann ganz dezent mal gafrgt, ob er denn viele Patienten mit Mangorush haette, und zu unserer Ueberraschung meinte der Arzt: ja ja, gaaanz viele!!!. Ok, dann muesste er doch aber erst Recht wissen, was man dagegen macht. Wir sassen da, haben immer mal wieder unglaeubige Blicke gewechselt, ich hab als mal den Kopf geschuettelt und mir das Lachen verkniffen. Nach ca. einer halben Stunde hat er sich dann mit einem Gesichtsausdruk als haette er nun den absoluten Durchblick zu uns umgedreht und Volker noch eine Salbe und Medikamente verschrieben, die er zusaetzlich noch nehmen solle. Er war jetzt bei 7 Tabletten am Tag :) Als wir die Praxis verlassen haben, war wieder niemand im Wartezimmer. Wir mussten sowas von losprusten als wir draussen waren. Echt unglaublich. Die haeufigste Allergie zu dieser Jahreszeit und der Mediziner muss sich erstmal den Wikipedia Arikel dazu durchlesen. Kein Wunder, dass die Aerzte hier so ewig brauchen fuer jeden Patienten.



Nachdem wir in der Apotheke waren war es dann schon spaeter Nachmittag. Wir sind noch etwas weiter nach Sueden gefahren und sind zu den Bitter Springs. Das waren wieder heisse Quellen, die wirklich unglaublich schoen waren. Ueberall waren Palmen (keine Ahnung wo die her kamen, ueberall sonst war Steppe) , und das Wasser war voll weich. Volker hatte eine Taucherbrille dabei, die er mir gegeben hat. Ich hab direkt unter uns eine Schildkroete schwimmen sehen. Das war so cool. Und es war wieder sonst niemand da. Wir waren alleine im Paradies. Dort haben wir uns dann wieder leider verplappert und sind erst weiter als es schon fast dunkel war. Das war leider der Fehler. Ploetzlich kam naemlich von der Seite ein armes kleines unschuldiges Wallabie auf die Strasse gerannt. Volker konnte unmoeglich bremsen und ausweichen waere auch keine gute Idee gewesen. Wir haben es ueberfahren. Das war so schlimm. Wir sind direkt umgedreht, um zu sehen ob es noch lebt. Als wir auf es zugelaufen sind, hat es noch ein bisschen gezappelt. Es hat mir so Leid getan. Es war echt so suess. Aber ich hab gedacht, dass wir es hier nicht so liegen lassen koennen. Wir wollten es toeten, dass es nicht noch ewig leidet und dann zur Seite legen. Volker hat unser Obstmesser geholt, aber als er wieder auf es zu ist, hat es sich schon nicht mehr bewegt. Es war tot. Also hat er es am Schwanz genommen und auf die Seite gezogen. Direkt daneben lag schon ein anderes Wallabie, von dem aber nur noch die Knochen uebrig waren. Ich hab nur gedacht, ok, in einer Woche sieht das hier genauso aus. :( Total schockiert von diesem Erlebnis sind wir auf den Campingplatz ein paar Kilometer vor Mataranka gefahren. Dort gab es wieder nichts. Er war diekt am Fluss und es gab nur eine Feuerstelle und einen Tisch. Dort haben wir es uns dann auch gemuetlich gemacht und abend gegessen. Wir haben auf der Feuerstelle gekocht, war voll witzig. Dann sind wir ziemlich frueh ins Bett (so wie eigentlich immer), weil man ja ohne Licht nicht so viel machen kann.



Am naechsten Tag sind wir dann ganz frueh aufgestanden, weil wir an die Rainbow Springs direkt in der Naehe wollte nund danach zum Barramundi Feeding, dass in Mataranka an einem Restaurant schon um halb 10 war. So sind wir dann schon um 7 oder so los. Das war richtig gut, denn so war wieder niemand an der Quelle. Diesmal war das Wasser so sauber, dass nichts in der Quelle gelebt hat oder gewachsen ist. Es war total angenehm darin zu baden und das Wasser war unglaublich klar. Ueberall in den Palmen um die Quellen hingen Flughunde. Echt ueberall. Die Palmen waren richtig schwarz. Und es war total laut, weil viele nicht geschalfen haben. Wir sind dann noch in den Fluss, der wohl der gleiche war, an dem wir nachts geschlafen haben. Hier gab es Freshwaterkrokodile, die werden aber nur maximal 2 oder 3 Meter gross undfressen keine Menschen. Deshalb war das Schwimmen dort erlaubt. Trotzdem bin ich einmal voll erschrocken als vor mir im Wasser ein Stock geschwommen ist, der ganz viele Zacken hatte. Von weitem sah das aus, wie der Schwanz von einem Krokodil.

Das Wasser war auch hier total weich und schoen, aber nicht mehr so warm. Rechts und links hingen die Palmen ueber das Wasser, man hat Voegel und Flughunde gesehen. Es war so hammer geil. Nach einer schnellen Dusche (die echt noetig war) gings dann zum Barramundi Feeding. Das war auch richtig cool. Der Mann hat uns einiges ueber die Barramundis erklaert und wir durften sie auch selber fuettern. Sie waren richtig schnell. Man muss nur einen kleinen Fisch hinhalten und ploetzlich ist er schon weg.


Dann gings wieder auf den Suart Highway. Da Volker so schmerzen in seinen Armen hatte, wenn er geschalten hat, bin seit Katherine auch mal ich gefahren. War gar nicht schwer, halt nur auf der anderen Seite. Auf dem ewig langen Weg waren wir ueber jede Raststaette froh. Und da die Kneipen irgendwie Leute anlocken muessen (so busy ist der Staurt Highway schliesslich nicht) haben sie alle etwas besonderes zu bieten. Der naechste Pub an der Strasse war der `Pink Panther Pub`. Dort gab es einen kostenlosen Zoo, in dem man Kaengaroos, Emus, ganz viele Voegel, Krokodile und andere Echsen bewundern konnte. Ausserdem war alles in Pink gehalten und ein riesiger Pink Panther hat den Eingang des Pubs geschmueckt. Dort haben wir uns dann also ein bisschen aufgehalten und alles angeschaut bevors wieder weiter auf die grosse Fahrt ging.

Als naechstes gings nach `Daly Water`. In der Stadt leben ganze 30!!! Menschen. Sie besteht aus einem Pub, dem beruehmten `Daly Waters Pub`, ein paar Unterkuenften, einer Tankstelle, joa, das wars auch schon, mehr hab ich zumindest nicht gesehen. Daly Waters war frueher eine Auftankstelle fuer Quantas. Echt kaum vorzustellen, da ist naemlich sonst nix. Der Pub war richtig cool. Ueberall hingen BH`s, Unterhosen und Ausweise von irgendwelchen Reisenden, die ein Andenken im Outback lassen wollten. Ausserdem gab es Sammlungen von FlipFlops, Huetten, Autoschildern, Stickern, Fussballverein T- Shirts, Flaggen und noch ganz viel mehr. Man haette Stunden damit verbringen koennen sich einfach nur alles anzuschauen. Echt cool. Dort haben wir dann auch Mittag gegessen bevor es weiter ging.

Wir haben es an dem Tag bis kurz vor Tennant Creek geschafft. Auf einem Campingplatz einige Kilometer davor wollten wir die Nacht verbringen und das war echt die aufregendste aber auch schoenste Nacht auf unsrer Reise.
Wir hatten wieder einen ganzen Platz fuer uns allein mit Feuerstelle und Tisch, das war aber mehr eine Plattform als ein Tisch (was sich spaeter als sehr nuetzlich rausgestellt hat). Toiletten gab es leider nicht. Um den Platz gab es nur ein paar Felsen und Steppe. Als wir angekommen sind war es schon dunkel und so hab ich zuerst nicht gesehen, was mich da gezwickt hat. Ich stand an der Seitentuer und wollte mir eine lange Hose holen, da hab ich es ganz oft an meinen Beinen zwicken gespuert. Als ich mit meiner Taschenlampe hin geleuchtet hab, hat mich echt der Schock getroffen. Meine ganzen Beine waren voll mit Ameisen. Die sind echt bis hoch geklettert und fanden mich wohl besonders lecker. Souveraen und reif wie ich bin hab ich natuerlich genau richtig reagiert: Ich hab die Arme nach oben geschmissen, geschrien und bin panisch im Kreis gerannt. Die Plattform war meine Rettung, ich bin hochgesprungen und hab alle Ameisen runter geschlagen, natuerlich hab ich dabei weiterhin geschreien. Volker fand das ganze ziemlich amuesant. Naja, an diesem Abend hab ich die Plattform nicht mehr verlassen. Das fand er dann wohl nicht so gut. Er musste deshalb naemlich das Auto so umparken, dass wir von der Plattform an den Kofferraum gekommen sind. Wir haben dort gekocht, gegessen und gechillt. Irgendwie sind die Ameisen zwar unglaublich schnell Beine raufgekrabbelt aber auf der Plattform waren gar keine. Unser Glueck. Es war ein wunderschoener Abend, der Himmel war voll klar und dadurch, dass wir so in der Pampa waren waren die Sterne voll hell. Ausserdem gab es ausser den Killerameisen gar keine Insekten. Die perfekten Bedingungen fuer eine Nacht unterm Sternenhimmel. Da ich mich geweigert habe unsere `Insel` zu verlassen, musste Volker ueber den Kofferraum ins Auto klettern und das `Bett` rausholen. Es war echt total schoen unter den Sternen einzuschlafen und morgens vom Sonnenaufgang geweckt zu werden :)

In Tennant Creek waren wir morgens erstmal eeeewig fruehstuecken. Volker hat seine superleckeren Pencakes gemacht (so wie fast jeden Morgen) und er hat auch (so wie fast jeden Morgen) viel zu viele gemacht. Sie waren echt wieder voll gut und wir haben uns mal wieder verquatscht. Ich glaub wir sassen ueber zwei Stunden auf der Bank und haben gelabbert. Errinnerung an mich selbt: Wenn ich heirate ist Volker eingeladen :) Dann waren wir in dem Fluss, der genau neber den Barbecues war, eine Runde schwimmen. Auf der kleinen Insel mitten im Fluss haben wir uns dann aber wieder verplappert. Naja, dann gings noch entspannt duschen und dann endlich in die Innenstadt. Dort haben wir erstmal Brot gekauft und Postkarten eingeschmissen. Meine sind mal wieder nicht angekommen (Sorry an Mama + Papa + Max, Oma, Fjan, Benni und Alex). Da wir abends immer total Lust auf Wein hatten, weil wir ja sonst auch nicht viel machen konnten, wollten wir uns fuer diesen Abedn welchen kaufen.
Die Bottle Shops haben aber erst um 2 aufgemacht, also mussten wir solange warten. Wir haben uns gefragt, ob das schon eine Art Suchtverhalten ist, haben uns dann aber (um unser Gewissen zu beruhigen) geeeinigt, dass es das natuerlich nicht ist.

Jetzt war es also schon nachmittag und wir hatten erst ein paar Kilometer zurueck gelegt. Viel mehr wurden es an dem Tag auch nicht mehr. Wir sind ca. 100 km weiter zu den `Devils Marbles` gefahren, wo wir auch die Nacht verbracht haben.
Im anderen Blog (der der weg ist) hatte ich genau erklaert wie die entstanden sind, das weiss ich jetzt aber nicht mehr. Auf jeden Fall sind es ganz viele riesige runde Steine, die aufeinander gestappelt sind. Total schoen dort. Genau wie der Ayers Rock sind sie rot, weil die Eisenpartikel im Stein gerostet sind. Wir haben dort ganz viele coole Fotos gemacht, sind einen 300 Meter langen Walk um die Felsen gelaufen, fuer den man laut Schild 20!!! Minuten braucht. Wir waren erstaunlicher Weise nach 5 Minuten durch und das obwohl wir ca. 100 Fotos gemacht haben. Naja, ok. Auf einen Berg runder Felsen sind wir auch hoch geklettert (das haette ich wahrscheinlich ohne Volker auch nicht gemacht bei meiner Hoehenangst). Aber es war wunderschoen. Wir hatten voll die gute Aussicht und sassen ewig da oben. Dann gings auf den Campingplatz direkt daneben, wo wir gegessen und auch wieder draussen geschlafen haben. Leider gab es an diesem Abend keinen schoenen Sonnenuntergang (der soll dort wegen den roten Steinen total schoen sein) weil es voll bewoelkt war. Aber der Abend war trotzdem voll schoen.

Morgens sind wir ziemlich frueh aufgewacht und Volker hat zuerst mal das Lied `Somebody I used to know` laufen lassen. Auf der langen Fahrt haben wir natuerlich ganz viel Musik gehoert und das Lied hatte er auf seiem Handy. Ich fand es voll toll und wollte es unbedingt haben. Er hat es mir geschickt und an dem Morgen also abgespielt. Das war echt suess. Ich lag also auf der Plattform, hab gespuert wie mich die aufgehende Sonne kitzelt, den blauen Himmel gesehen und das Lied gehoert. Ein schoeneres Aufwachen kann ich mir nicht vorstellen.

An diesem Tag mussten wir in Alice Springs ankommen. Es war schon der 22.10 und Volker sollte seine Eltern am 23. vom Flughafen in Alice Springs abholen. Wir hatten also einiges zu fahren an dem Tag. An einigen Pubs gabs trotzdem wieder Stopps. Der erste war `Wycliffe`. Die Tankstelle bzw. Unterkunft bzw. Pub ist dafuer beruehmt, dass es ganz viele Biersorten von der ganzen Welt verkauft und (vielleicht gerade deshalb) unwahrscheinlich oft Ufos dort gesichtet werden. Deshalb war auch alles im Alien Style dort. Ueberall gabs Raumschiffe und Alien gemalt, eine ganze Wand war geschmueckt mit Zeitungsartikeln ueber den Pub und die Ufos und Alien, die sich immer wieder dort hin verirren, es gab wieder Emus und Huehner. Die fand Volker total toll, schliesslich haben sie zu Hause auch welche. Er hat eins gefangen und gekuschelt :) Ein paar Kinder, die dort gewohnt haben, haben uns ganz aufgeregt alles gezeigt und wir haben sogar ne ganz fette Spinne entdeckt. Naechste Haltestelle war `Aileron`. Dort gab es eine riesige Statur von einer Aborigine und ihrem Kind. Nach einer kurzen Fotosession und einer erfrsichenden Wasserschlacht gings weiter. Im Auto haben wir, um uns die Zeit zu vertreiben, ein paar Spiele gespielt. Zum Beispiel `Personenraten` oder wie auch immer das heisst. Jeder denkt sich fuer den anderen eine Person aus und man muss mit Ja- Nein- Fragen herausfinden, wer man ist. War voll lustig. Ich war Donald Duck und Vokler war Heidi. Da er da absolut nicht drauf gekommen ist, obwohl ich ihm den Tipp gegeben hab, dass seine Person Ziegen und Ziegenmilch liebt, hatte ich das Speil gewonnen :) Noch cooler war es dann, als wir ploetzlich das `Alice Springs` Schild gesehen haben. Wir hatten es geschafft. Wir sind 1500 Kilometer von Darwin nach Alice Springs gefahren.

Wir waren kurz im Hungry Jacks (Burgerking) und sind dann den dirket daneben liegenden Anzec Hill raufgelaufen, von dem man ueber die ganze Stadt schauen konnte. Im YHA Hostel, in dem ich Basti wieder getroffen hab, haben wir dann heimlich geduscht und wollten dann auf dem Anzec Hill Abendessen machen und auch dort auf dem Parkplatz uebernachten.

Im Hostel haben uns alle davon angeraten. Schliesslich ist Alice Springs wegen den ganzen Abrigines die gefaehrlichste Stadt in Australien. Wir haben es aber absolut nicht eingesehen ein Hostel zu bezahlen, wenn wir auch ein Auto haben. Also sind wir auf den Anzac Hill, haben auf den Baenken dort mit Blick auf die Stadt gekocht und unser letztes gemeinsames Abendessen und die letzte Flasche Wein genossen. Es war echt schoen. Bevor wir ins Bett sind wollte ich nochmal die Toilette des Hungry Jacks nutzen. Wegen den ganzen Geschichten, die ich gehoert hatte, hatte ich schon ein bisschen Angst dort hin zu laufen, obwohl es vielleicht nur 200 Meter waren. Als dann auch noch ein Auto neber mir hergefahren ist, hab ich echt Panik bekommen. Gluecklicherweise war das aber nur ein besorgter Australier, der meinte, ich solle nicht nachts allein hier rum laufen und wollte, dass ich bei ihm einsteige. Das hab ich dann allerdings aber auch dankend abgelehnt. Da der Hungry Jacks schon zu hatte, war die ganze Aufregeung eh umsonst. Volker hat nur gemeint als ich wieder zurueck war: `Wer war das? Was wollte der? Ich hab mich schon auf ne Verfolgungsjagd eingestellt!!` Echt suess :D

Naja, die Nacht war auch eher aufregend, weil auf dem Parkplatz ganz viele Aborigines waren, die sich dort betrunken haben. Ein Glueck haben sie uns in dem Auto nicht entdeckt.

Am naechsten Tag haben wir uns mittags nochmal getroffen, um unsere Bilder auszutauschen. Ich hab Volkers Eltern kennen gelernt, die voll sympathisch waren und habe noch eine Mango zum Abschied bekommen :)

So war auch diese aufregende Woche schon vorbei. Ich habe sie total genossen. Wir haben so viel gesehen und erlebt und das `Im Auto leben` hat mir auch echt gefallen. Viel praktischer als immer den fetten Rucksack ueberall mit hin schleppen zu muessen. Naja, das war jetzt aber vorbei. Ich hoffe, ich habe alles einigermassen richtig zusammen bekommen, auch wenn dieser Blog lang nicht so informativ ist, wie der andere war, hoffe ich, dass er euch gefaellt. Ich werde diese 8 Tage nie vergessen und danke hiermit dem ` Bushman, der der Lady die Welt gezeigt hat` ;) Ich werde immer an ihn und die schoene Zeit denken wenn ich ` Somebody I used to know` hoere.

Ich hab euch lieb.
Eure Franzi