Donnerstag, 29. Dezember 2011

Girls just Wanna Have Fun :)

Hallo Jungs und Maedels,

Wie versprochen hier die Erlebnisse von meiner dritten Woche in Neuseeland. Sie sind besonders cool, weil ich sie nicht alleine erleben musste :)

Wie verabredet haben mich Maggie und Esa am Flughafen in Christchurch am 5.12 abgeholt. Auf einem Campingplatz bei Christchurch haben wir die erste Nacht zusammen im Zelt verbracht. Obwohl ich seit 4 Monaten hier bin, meinen Schlafsack schon ziemlich abgenutzt habe und viel Campen war, habe ich hier noch nie in einem Zelt geschlafen, von daher war es echt ein Erfahrung wert.

Am naechsten Tag haben wir alle zusammen Johannes besucht. Er hat uns einige Tipps zur Suedinsel gegeben, da er hier ja schon ueberall war und so sind wir noch am selben Tag Richtung Sueden gefahren. Unser erster Stop war der `Lake Tekapo`. Der Gletschersee hat eine unglaublich schoene kraeftige tuerkisene Farbe und mit den bunten uns unbekannten schoenen Blumen, die ueberall gewachsen sind und den schneebedeckten Bergen im Hintergrund, war das Ganze ein echt schoener Anblick.

Im Garten des YHA haben wir direkt am See uebernachtet. Wie schon einige Male vorher war das Wetter leider nicht so unkompliziert wie in Australien, es war immer ziemlich kalt nachts. Naja, am naechsten Tag waren wir am `Lake Pukaki`, der ebenfalls ein Gletschersee ist, auch so eine schoene Farbe hat und von Bergen eingekesselt ist. Ausserdem haben wir heute den Mount Cook in den Neuseelaendischen Alpen angeschaut. Er ist mit seinen 3754 Metern der hoechste Berg Neuseelands und ueber den `Hooker- Valley- Track` zu besichtigen. Der 3 h lange Weg war wirklich wunderschoen und da das Wetter mitgespielt hat konnten wir den Berg und seinen Gletscher am Ende des Tals sehen. Uebernachtet haben wir bei Tony in Omarama. Der nette alte Hostelbesitzer, der, nachdem er rausgefunden hatte, dass wir Deutsche sind, nur noch alles auf seinem unglaublich schlechtem akzentstarkem Deutsch erklaert hat: `Here kuhschraenk fur die Esen, uund here messr und gabl fur die Essen, uund here ist die Fernseh....`, war ansonsten echt suess. Sein Haus stand voll im Nirgendwo und war von Schafherden und Bergen umgeben. Von weiten sah es ein bisschen aus, wie das Haus von Heidi :)

Unseren naechsten Halt `Queenstown` hatte ich mir komplett anders vogestellt. Die Stadt ist ziemlich beruehmt, weil das Bungy Jumping dort angeblich erfunden wurde und diverse andere Aktivitaeten die Stadt attraktiv machen. Man kann Skifahren, Jetboot-Fahren, Mountainbiken, Paragleiten, Wandern und ganz viel mehr, deshalb war ich so schockiert als ich erfahren habe, dass die `Stadt` nur knapp 11000 Einwohner hat. Das sind grad mal 3000 mehr als Birkenau!!! Ausserdem war die Stadt auch absolut nicht stadt maessig. Queenstown liegt direkt am `Lake Wakatipu`, ist von Bergen umgeben und besteht hauptsaechlich aus Hotels und Motels, weshalb es mich eher an ein kleines oesterreichisches Dorf erinnert hat. Das ich in meinen Vorstellungen enttaeuscht wurde war aber absolut positiv, ich fand Queentown unheimlich schoen. Ich habe ziemlich schnell festgestellt, dass sich Wellington mit Queenstown meinen `Neuseelaendische- Lieblingsstadt- Preis` teilen muss.

Als erstes haben wir einen Zeltplatz gesucht. Alle Hostels waren hier total teuer und deshalb haben wir uns fuer einen kleinen duschenlosen Platz direkt am See fuer 7 Dollar die Nacht entschieden. Dann wollten wir uns die Stadt ein wenig anschauen. Direkt am See gab es ganz viele Cafes und Kneipen und dirket dahinter ist die Innenstadt vor kleine Geschaften nur so explodiert. Das war natuerlich super einladend zum Shoppen. Im `Underwater Observatory` konnten wir danach einige `Diving Ducks` und Fische bei ihrem aufregendem abwechslungsreichem Alltag beobachten. Das hat uns natuerlich unglaublich viel Kraft gekostet, weshalb wir uns den `Ferg Burger` eindeutig verdient hatten. Dieser Burger wird vom Lonely Planet als der `Beste Burger der Welt` bezeichnet und war deshalb absolut einen Versuch wert. In dem Fastfood Restaurant war es unglaublich voll. Wir haben vermutet, dass 90% der Leute hier nur wegen dem Lonely Planet hier sind, weil die meisten einfach wie Touristen aussahen, und deshalb diskutiert, wie viel Macht so ein simpler Reisefuehrer haben kann. Er kann uebr den Erfolg und Misserfolg eines Restaurants in so einer Touristenstadt absolut entscheiden. Der Burger war wirklich gut. Er war riesengross und uns war allen schlecht als wir ihn unten hatten, aber wir haben die Investition nicht bereut. Jetzt hatten wir wenigstens schonmal einen Vorgeschmack darauf wie es sich anfuehlen muss, schwanger zu sein. Das ganze war aber noch nicht genug. Am Strand haben wir uns, nachdem unser Magen den Fussballgrossen Burger angenommen hatte und sich vermutlich auf das vierfache gedehnt hatte, noch ein Ess gegoennt. Anscheinend hatten wir den absoluten Fett- und Zuckerflash, denn wir waren die ganze Zeit am Lachen. Ich weis allerdings nicht mehr genau wieso, es hatte wohl etwas mit einer `Behindi Kindi Diving Duck` und Maggies und meinem Essverhalten zu tun. Zur Kroenung unserer Aufgedrehtheit haben wir den Sonnenuntergang verpasst, der hier wegen den Bergen, die dann von der Sonne angestrahlt werden, sehr schoen sein soll. Das fanden wir aber irgendwie wieder ziemlich lustig und von daher war der Tag absolut gelungen. Vollgefressen und mit Bauchmuskelkater sind wir, nachdem wir uns unseren Abifilm noch mal angeschaut haben und ueber die guten alten Zeiten philosophiert haben, sehr zufrieden eingeschlafen.

Das Aufwachen am naechsten Morgen war aber leider nicht so friedlich. Gegen 7 wurden wir von einem Ranger geweckt, denn ich wegen seiner Gefasstheit, die er gehabt haben muss, als er uns total verpennt, verstrubbelt und verwirrt aus dem Zelt guckend gesehen hat, echt bewundert habe. Anscheinend haben wir nicht auf dem `Zeltplatz` sondern auf dem `Camping Van Platz` geschlafen. Wir hatten uns schon gewundert weshalb der Boden so hart war, aber hatten das Problem des `Herings in den Boden schlagens` sofern geloest, dass wir die Schnuere einfach an einer Stange vor dem Zelt und dem Auto hinter dem Zelt festgebunden hatten. Umso gefasster musste der Ranger gewesen sein, als wir vesucht haben uns durch die Schnuere, die unseren Weg aus dem Zelt gesperrt haben, hindurch zukaempfen. Ich finde fuer die Uhrzeit haben wir echt akkrobatische Meisterleistungen vollbracht, aber wahrscheinlich sah das ganze trotzdem ziemlich behindert aus. Naja, er Ranger war echt nett und meinte nur, wir sollten hier nicht nochmal schlafen, weil er uns dann eine Geldstrafe aufbrummen muesse.

Ein paar Meter weiter am See haben wir gefruehstueckt, waren dann einkaufen und sind anschliessend mit der Gondel auf den Berg gefahren. Dort gab es eine Sommerrodelbahn, die wir unbedingt ausprobieren wollten. Ausserdem war die Aussicht von dem Berg wunderschoen. Die Sonne hat geschienen, weshalb der See geglitzet hat, es gab einige Paragleiter, Jetboote sind auf dem See rumfahren und es gab viele suesse Kinder, die sich an der Sommerrodelbahn vergnuegt haben. Zu ihnen haben wir uns anschliessend auch eingereiht. Mit bunten Helmen, um uns vor den atemraubenden Geschwindigkeiten der Rodelbahn zu schuetzen, auf der man mindestens so schnell wie eine Oma mit dem Auto in der Spielstrasse wurde, gings los. Wir waren ganz aufgeregt als wir uns in die Bobbycar grossen Rennautos gesetzt haben. Nach 2 Minuten war leider alles schon wieder vorbei, aber trotzdem war es ziemlich lustig. Ich bin hinter Maggie und Esa gefahren und konnte ihnen deshalb bei ihren riskanten Wendemanoevern zuschauen. Es war echt witzig.

Theresa wollte dann Paragleiten. Das war auch fuer Maggie und mich ziemlich interessant, weil wir beim Start zuschauen konnten. Sie hat es sich lange ueberlegt. Skydiven fand sie zu krass, aber irgendwas nervenkitzel maessiges muss man eben machen, wenn man in Neuseeland ist, und deshalb hat sie sich dann getraut. Anscheinend war es auch ziemlich geil. Maggie und ich haben vom Start ganz viele Bilder gemacht und auch vom restlichen Weg nach unten. Dann haben wir auf dem Berg gewartet. Esa musste von dem Landeplatz wieder zur Gondelstation laufen und hochfahren. Als sie dann wieder da war, hat sie uns aufgeregt von den Kunststuecken erzaehlt, die sie auf dem Weg nach unten gemacht hatten. Da sie unser ganzes Essen mitgebracht hatte, konnten wir auf dem Berg noch Picknicken. Es hat sich echt wie das wohlverdiente Mittagessen beim Ski fahren angefuehlt, ausser dass eben kein Schnee lang. Aber ansonsten sah alles ziemlich Skiurlaub maessig aus.

Gestraekt gings dann also weiter. Da wir schon ziemlich weit im Sueden waren und die zwei am 13.12. in Nelson bei Maggies Gastmutter sein wollten, mussten wir wieder nach Norden.

Am `Lake Wanaka` haben wir uns ein Segelboot gemietet und sind auf den See gefahren. Das war ziemlich cool. Ich bin vorher noch nie selbst gesegelt und hatte somit absolut keine Ahnung. Maggie hat es gelernt als sie in Neuseeland zur Schule gegangen ist und hatte somit wenigstens ein bisschen Ahnung und Theresa konnte es perfekt. Sie hat uns immer dirigiert und so haben wir es irgendwie geschafft ziemlich weit auf den See rauszufahren. Gluecklicherweise haben wir auch wieder zurueck geschafft. Es war ech total witzig. Theresa hat uns alles erklaert mit dem Wind usw. und wie man dann lenken muss, aber irgendwie ist das bei uns nur so halb angekommen, deshalb war wohl das haeufigste was Esa in dieser Stunde gesagt hat :`Nein, die andere Richtung`, da unsere Versuche zu lenken meistens ziemlich planlos waren und schief gelaufen sind. Es war aber auf jeden Fall schoen und hat voll Spass gemacht.

Jetzt war es aber schon wieder Zeit einen Schlafplatz zu suchen. Auf unserem Weg sind wir noch an der `Puzzling World` vorbei gekommen, zu der wir heute eigentlich hin wollten, die wir aber vorher nicht gefunden hatten. Jetzt war es schon zu spaet und man konnte nicht mehr rein. Es gibt dort so ein Labyrinth und Optische Taeuschungen und sowas. Jetzt konnten wir halt nur noch ein paar Fotos mit dem schiefen Turm machen und dann gings weiter nach `Haast`. Dort wollten wir in einem Motorcamp schlafen. Theresa ist an die Rezeption, um zu bezahlen und kam lachend wieder raus, weil sie Rezeptionsdame anscheinend ziemlich behindert war. Sie waere voll komisch gewesen und langsam und anscheinend irgendiwe behindert und habe sie ganz stark an eine uns allen bekannten Person erinnert. Maggie und ich hatten uns vorgenommen das Phaenomen des Doppelgaengers in den naechsten Stunden ebenfalls noch zu ueberpruefen.

Da unsere letzte Dusche einige Tage zurueck lag, stand das als erstes auf dem Programm. Weil die Duschen unverschaemterweise noch 50 cent pro 7 Minuten heissem Wasser gekostet haben, mussten wir Geld wechseln. Die Gelegenheit hab ich mir nicht entgehen lassen. Die Dame war wirklich ziemlich komisch. Sie hat erst gar nicht verstanden wieso ich jetzt Geld wechseln will und war echt verwirrt. Dann musste sie einige Minuten ueberlegen wie viele 50 Cent Stuecke sie mir fuer ein 2 Dollar Stueck jetzt geben muesse. Als ich ihr die geheime hochmathematische Loesung gesagt habe, hat sich Erleichterung auf ihrem Gesicht breit gemacht und sie hat mir die 4 Muenzen gluecklich gegeben. Sie war echt lustig.

Wie jeden Tag haben wir uns auch diesen Morgen vorgenommen um 8 aufzustehen. Und wie jeden Morgen hat deshab um 8 der Wecher geklingelt..... und um 10 nach 8.......um 20 nach 8......um halb 9.......und noch einige weitere Male. Bis gegen 9 oder 10 irgendjemand sagte: `wir sollten aufstehen`. So sind wir auch heute wieder erst am spaeten Vormittag los gekommen.

Am `Knights Point` konnte man von ganz entfernt eine Seeloewenkolonie sehen und am `Monro Beach` angeblich Pinguine. Deshalb haben wir den einstuendigen Marsch durch den tiefsten Regenwald gerne in Kauf genommen. Leider gab es aber keine Pinguine mehr... und auch keine Seeloewen. Wir haben nur einen im Meer schimmen sehen, der war aber auch nach ein paar Sekunden wieder weg. Naja, also sind wir eben wieder zurueck und weiter an den `Mount Fox Glacier`. Der Gletscher wandert jeden Tag 40 cm und ist ueber einen kurzen Weg ziemlich gut zu sehen. Man konnte bis auf 200 Meter an ihn heran. Wie immer bei so Wegen waren auf den Schildern uebertrieben viele Sicherheitsvorkehrungen, die man beruecksichtigen sollte. Man sollte natuerlich Wanderschuehe tragen, wasserfeste Kleidung, am Besten noch Wanderstoecke dabei haben, genug zu Trinken und zu Essen, einen Sonnenhut tund Sonnencreme tragen. Wir wollten wie immer in Shorts und Top los. Als wir dann aber an den Anfang des Wegs kamen, wurden wir uns in unserem Outfit doch etwas unsicher. Hier standen riesige Gruppen von Menschen, die mit der neusten und verruecktesten Multi- Funktions- Kleidung ausgeruestet waren und sogar Hacken und Werkzeug dabei hatten. Also sind wir wieder ans Auto und haben und wenigstens noch unsere Jacken geholt. Das ganze hat sich aber als ziemlich sinnlos rausgestellt, als wir gemerkt haben, dass die Gruppen mit Tourguides hier waren und den Gletscher besteigen wollten. Nach 5 Minuten hatten wir unsere Jacken aus, weil es viel zu warm war und haben sie den Rest des Weges eben mit uns rumgetragen. Der Gletscher war voll cool, weil man ihn echt voll gut sehen konnte. Mit dem Warnmaennchen, dass einen davon abhalten sollte, naeher an den Gletscher zu gehen, haben wir dann noch ein paar witzige und teilwesie versaute Fotos gemacht und sind anschliessend zum `Lake Matheson` gefahren. Der wird auch `Spiegelsee` genannt, weil er so schwarz ist, dass er bei Windstille wie ein Spiegel funktioniert und man den Gletscher darin sieht. Da wir aber an dem Tag irgendwie ziemlich faul waren, sind wir, anstatt um ihn rum zu laufen, in das Cafe dort, haben etwas Koffein zu uns genommen und sind dann weiter an den `Gillespie Beach`, an dem wir uebernachten wollten.

Wie es an allen Straenden ist, waren hier wieder viel zu viele Sandflies, die, sobald wir aus dem Auto ausgestiegen sind, damit angefangen haben, und aufzufressen. Also haben wir uns mit diversem giftigem Chemie - Insekten - Vertreibungs - Scheis eingesprueht und sind dann an den Strand. Der war wirklich besonders. Er hat mich voll an den Elefantenfriedhof von Koenig der Loewen erinnert. Ueberall lagen riesige Holzstuecke rum, die schwarz waren, also anscheinend irgendwie abgebrannt waren. Ausserdem betsnad der Strand nicht aus Sand sondern also grauen und schwaren Kieselsteinen. Es war wirklich cool. Vorne war das Meer und hinten die hohen Berge mit den ganzen Gletschern.

Als wir im Zelt alle Sandflies getoetet hatten, war die Nacht ziemlich gut. Es war nicht kalt, nur unsere juckenden Stiche waren leider etwas nervig.

Heute gings nochmal an den `Lake Matheson`, da es aber nicht windstill war, hat das Spiegelphaenomen leider nicht so gut funktioniert und von daher war es einfach nur ein See wie jeder andere. Den `Franz Josef Glacier`, der wie der Fox Glacier und der Mount Cook in den neuseelaendischen Alpen liegt, hat man nicht so gut gesehen. Alle Wege dorthin waren ziemlich weit und da wir an dem Tag irgendwie schon wieder voll faul waren sind wir nur eine Stunde auf einem Weg bis zu einer Bruecke gelaufen und dann den selben Weg wieder zurueck. Den Gletscher hat man nur am Anfang des Weges an einem kleinen See einmal von ziemlich weit weg gesehen und dann leider nicht mehr. Man durfte sowieso nicht so nah an ihn ran wie an den Fox Glacier.
Also sind wir gegen Mitttag schon weiter nach `Hokitika`. Dort waren wir nach dem Einkaufen endlich mal wieder im Internet und hatten auf dem Campingplatz sogar einen Fernseher. Der Abend war also ziemlich erholsam und gechillt.

Am naechsten Tag mussten wir bis ganz hoch nach `Motueka` fahren, weil die Maedels mich dort absetzte wollten und am naechsten Tag nach Nelson fahren. Da wir in Hokitika aber Internet hatten, haben wir alle noch ziemlich lange geskypt und sind erst spaet los gekommen. Auf dem Weg in den Norden haben wir noch an den `Pancake Rocks` angehalten. Das sind Felsen direkt am Meer, die wie aufeinander geschichtete Pfannkuchen aussehen.

Den Rest des Tages sassen wir nur im Auto und haben den Abend in Motueka im Hostel verbracht.
Am naechsten Tag mussten wir uns schon wieder trennen. Da ich in den `Abel Tasman Nationalpark` wollte, der nur etwas westlich von Motueka lag, haben mich die Zwei, nachdem wir nochmal eingekauft hatten und unsere Finanzen geklaert hatten, nach `Marahau` gefahren. Das kleine Dorf liegt direkt am Eingang zu dem Nationalpark und besteht deshalb aus nichts ausser ein paar Hostels und einem Infozentrum. Wir haben das Auto noch ein bisschen aufgeraeumt und noch ein wenig gelabbert. Nach dem Mittagesssen mussten sich die Maedels dann auch schon verabschieden. Jetzt war ich fuer meine letzte Woche in Neuseeland wieder alleine.

Mit Magda und Theresa war es immer total witzig, wir hatten echt unglaublich zu Lachen. Mit dem Auto unterwegs zu sein fand ich eh immer am Besten und Einfachsten und wir haben wirklich viel gesehen in der kurzen Zeit. Ich weis das wirklich zu schatezen. Magda und Theresa haben noch mehrere Monate fuer die Suedinsel Zeit, aber sind trotzdem mit mir in ein paar Tagen die meisten coolsten Dinge abgefahren. Alleine haette ich niemals so viel sehen koennen. Vielen Dank nochmal an euch zwei :) Die Woche war wirklich schoen.

Ich hab euch lieb.

Eure Franzi

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Der Norden Neuseelands – Heilige Staette und Grossstadt

Guten Tag :),

da bin ich endlich mal wieder mit weiteren Geschichten aus Neuseeland :)

Als erstes muss ich euch unbedingt eine Legende der Maori berichten. `Cape Reinga` ist der noerdlichste Fitzel auf Neuseeland und somit gewissermassen `das Ende der Welt`. Fuer die Maori ist er das sogar wortwoertlich. Sie glauben daran (so wie wir auch), dass sich Seele und Koerper von Verstorbenen voneinander trennen, der Koerper verfaellt und die Seele weiterlebt. Sie geht allerdings nicht direkt in den Himmel sondern wandelt noch ein bisschen auf der Erde her. Erst wenn sie am Cape Reinga angelangt ist, kann sie `auf die andere Seite`. Das heisst das Cape Reinga ist fuer die Maori eine heilige Staette. Dort koennen sie sich von ihren Verstorbenen verabschieden und fuer sie beten.

Das hat uns unser Guide erklaert. Von Paihia bei den `Bay of Islands` hab ich eine Tour zum Cape Reinga unternommen. Es war auf jedenfall sehr interessant. Der Weg bis ganz in den Norden war allerdings ziemlich weit. Auf dem Hinweg haben wir in einem `Kauri Forest` angehalten, wo ich einen ganz dicken Baum umarmt habe. Unser Busfahrer meinte, dass das positive Energie bringen wuerde. Ueber den `90 Mile Beach`, der aber eigentlich nur 55 Meilen (88 Kilometer) lang ist, sind wir dann weiter gefahren. Leider war an dem Tag richtig schlechtes Wetter. Es hat total geschuettet und war bewoelkt, weswegen man von dem beruehmten ewig langem Strand nicht sehr viel gesehen hat. Das Bloedeste an dem Wetter war aber, dass ich deshalb nicht Sandboarden gegangen bin. Das hat mich echt genervt. Bei der Tour war das Boarding mit inbegriffen. Man schnappt sich ein Board, rennt eine Duenne hoch, legt sich auf das Brett und schiesst kopfvorwaerts die Duenne runter. Das soll richtig Spass machen und ich wollte es unbedingt ausprobieren, aber wegen dem Regen konnte der Bus nicht am Strand halten (er waere eingesunken). Deshalb sind wir woanders hin gefahren wo die Duennen aber weiter weg waren und sich unterhalb der Duenen ein richtiger Fluss gebildet hatte. Ich hatte keine Wechselklamotten dabei und weil ich ja in Neuseeland war, wo die Temperaturen ziemlich deutsch sind, und nicht in Australien, war mir das ganze definitiv zu kalt.

Am Cape Reinga hat es dann nicht mehr so stark geregnet, aber da es so nebelig war, konnte man den schoenen Leuchtturm erst sehen als man 10 Meter davon entfernt stand. Naja, ich fand es trotzdem sehr schoen dort, obwohl ich gern das farbenfrohe Aufeinandertreffen der Tasmansee im Westen und des Pazifischen Ozeans im Osten gesehen haette. Das Meer hat hier 2 unterschiedliche Farben, durch den Nebel sah aber leider alles grau aus.

Jetzt war meine Reise auf der Nordinsel fast zu Ende. Von Auckland aus sollte ich heute wieder nach Christchurch fliegen. Vorher hab ich mir aber noch ein paar Stunden die 1,4 Millionen (das sind mehr als 1/3 der Einwohner Neuseelands) grosse Stadt angeschaut.. Ich habe vorher schon gehoert, das Auckland die gleiche Vielseitigkeit wie Wellington besitzen solle, das diese aber viel verteilter sei. Das konnte ich absoltu bestaetigen. Auckland war eindeutig zu gross und auch nicht sehr schoen. Es gab keine Einkaufsstrasse oder Fussgaengerzone oder so, sondern im Zentrum einfach eine Menge Hochhaeuser mit ein paar kleinen Laeden die ab und zu an irgendwelchen Ecken waren. Aber Auckland ist definitiv keine Stadt, in der man an seinem freiem Tag rumschlendern will. Nachdem ich auf dem Skytower war, der mit seinen 328 Metern Hoehe der hoechste Turm der suedlichen Hemisphaere ist und von dem aus man eine wirklich schwindelerregende aber schoene Aussicht auf die Stadt hat, am Hafen rumgeschlendert bin und mir das riesige prunkvolle Museum angeschaut habe, gings schon zum Flughafen.

Damit war meine Reise auf der Nordinsel Neuseelands zu Ende, aber jetzt habe ich mich total auf Christchurch gefreut, weil ich dort Madga und Theresa treffen sollte und die Suedinsel angeblich eh schoener sein sollte als die Nordinsel.

Von den tuerkisblauen Seen, Gletschern und Bergen dort berichte ich im naechten Eintrag :)

Ich hab euch Lieb

Eure Franzi

Freitag, 23. Dezember 2011

Water can be hot or cold !

Hallo ihr Lieben,

Nach den ganzen Bergen und Vulkanen war mein naechster Halt wieder auf flacherem Gebiet.

Morgens sass ich noch ein bisschen mit Joris im Hostel rum, wir haben Bilder und Filme ausgetauscht und waren im Internet. Er wollte dann Richtung Wellington trampen und ich bin mit dem Bus nach Taupo, der `Events Capitol of New Zealand`, gefahren.

Maggie und Esa sind schon seit ca. 3 Monaten in Neuseeland und sind mit ihrem Auto fast die ganze Nordinsel abgefahren. Nach dem ganzen Stress ;) waren sie dann auf Fiji in Urlaub. Vor einigen Tagen waren sie wieder in Auckland gelandet und nun in Richtung Sueden unterwegs. Heute waren sie auch in Taupo, also haben wir den Zufall natuerlich genutzt und uns getroffen. Es war richtig schoen sie wieder zu sehen. Sie waren mit Oskar, einem Hollaender unterwegs, den sie auf ihrer Reise getroffen haben.
Wir 4 haben zusammen gekocht, Sekt getrunken und gaaaanz viel erzaehlt. Nach so vielen Abenteuern gab es natuerlich auch ganz viel zu berichten.

Fuer den naechsten Tag hatte ich einen Bungysprung gebucht. Der war aber schon ganz frueh morgens und da die Maedels Pencakes von ihrer Hosterin versprochen bekommen hatten, hatten sie erst ab mittags Zeit. Also haben wir uns gegen 12 an den `Huka Falls` verabredet.

Den `highest water touch in New Zealand` - Sprung in den `Waikato River` musste ich also alleine ueberstehen.
Bungy Springen wurde in Neuseeland erfunden. Eigentlich zwar in Queenston auf der Suedinsel, aber dort hat es das doppelte wie in Taupo gekostet.
Mit Bikini und Handtuch geruestet bin ich also morgens Richtung Fluss gelaufen. Von 50 Metern Hoehe sollte ich von einer Plattforn kopfueber nach unten springen. Ich war schon ein bisschen aufgeregt, aber habe mich auch schon total auf den Adrenalinschub gefreut. Ich habe bezahlt und nachdem ich einem Paerchen Arm in Arm beim Springen zugesehen hab, war ich auch schon dran. Ich bin ueber eine kleine Bruecke auf die Plattform in Mitten der Schlucht gelaufen und habe die ganzen Gurte und Seile angeschnallt bekommen. Dann hat mich die Mitarbeiterin noch gefragt: `Do you want to touch the water?` Da hab ich natuerlich nicht nein gesagt, obwohl wir wohl eine unterschiedliche Definition von `touch` hatten. Ich musste mich an die Kante stellen, noch schnell nach oben schauen und in die Kaemera laecheln, dann die Arme nach oben strecken und mich einfach nach vorne lehnen. Es war wirklich cool, es sah so hoch von da oben aus und als ich da so stand hats im ganzen Koerper gegribbelt. Sogar jetzt wenn ich nur daueber schreibe bekomme ich wieder schwitzige Finger :) Aber es hat sich absolut gelohnt. Das Fallen ging total schnell. Generel ging das ganze ziemlich schnell. Nach ein paar mal hoch und runter dopsen, hab ich von ein paar Maennern in einem Boot schon einen Stab hingehalten bekommen, an dem ich mich festhalten musste und durch den ich in Richtung Boot gezogen wurde. Als der Mann meine Haende hatte, wurde ich langsam runter gelassen und bin so sanft im Boot gelandet. Ich hab glaub ich richtig gezittert. Es war echt geil. Aber erst jetzt hab ich gemerkt, dass ich komplett nass war. Auf den Bildern hab ich dann auch gesehen, dass ich fast komplett im Wasser war. So viel also zu `touch`. Beim Sprung hab ich das aber komischerweise gar nicht gemerkt, weil alles so schell ging.

So, jetzt war ich also komplett nass und hatte nichts zum Wechseln dabei. Deshalb hat es sich ganz gut getroffen, dass auf dem Weg zu den Huka Falls in dem `Spa Thermal Park` eine heisse Quelle lag. Es sah einfach aus wie ein kleiner Bach, der in den Fluss gefuehrt hat und wenn dort nicht schon einige Leute im Wasser gewesen waere, haette ich sie vielleicht nicht einmal bemerkt. Die Quelle an sich war richtig heiss, ich hab mich wirklich verbrannt als ich rein bin, aber an der Stelle, an der sie in den Fluss gelaufen ist und sich somit mit dem kalten Wasser gemischt hat, war es voll schon angenehm. Mir war wirklich ein bisschen kalt gewesen von meinem `Watertouch`, aber hier hab ich mich wieder aufgewaermt. Ich liebe dieses Gefuehl, wenn man langsam wieder warm wird und es so kribbelt. Einige Familien waren da und kleine Kinder. Die waren so suess, es war schoen ihnen beim planschen zuzusehen.

Die `Huka Falls` waren meiner Meinug nach gar keine Wasserfaellle. Der Fluss hat sich an einer Stelle einfach durch eine enge Stelle der Schlucht durchquetschen muessen, weshalb das Wasser hier ziemlich schnell geflossen ist. Es sah schon schoen aus und war sehr laut, aber es war kein Wasserfall. Naja, auf jeden Fall hab ich dort die Maedels und Oskar wieder getroffen und da wir ja in der `Events Capitol of New Zealand` waren, wollten wir hier auf dem Fluss auch noch Jetboot fahren gehen.

Auf dem Weg dorthin lag aber noch `Honey Hive`. Nachdem wir unsere Haende und Gesichter mit diversen Honig Cremes Testern eingeschmiert hatten und unsere Maegen mit Honigproben gefuellt hatten waren wir bereit fuer die Fahrt.

Unser Guide war richtig cool und lustig. Wir haben ober mega haessliche Regenmaentel bekommen und Schwimmwesten und durften dann ins Jetboot. Das oberste Ziel des Fahrers schien es zu sein durch verrueckte Wendemanoever alle Leute an Bord komplett nass zu bekommen... und das hat er absolut erreicht. Immer wieder hat er mit dem Boot 360 Grad Drehungen gemacht, hat vorgetaeuscht gegen diverse Baeume und Felsen zu fahren und hat uns die Huka Falls von unten gezeigt. (Die Plattform, von der aus wir mittags die Falls betrachtet haben war am oberen Ende de Wasserfalls, wir waren jetzt am unteren Ende) Ueberall hier hat es auch nach Schwefel gestunken, weil die ganze Gegend eben so vulkanisch aktiv ist. An einer Stelle hat er einen Becher rausgeholt, ihn mit Wasser gefuellt und dann rum gegeben, um allen zu zeigen wie warm das Wasser war. Als der Becher wieder bei ihm war, har er ihn natuerlich ganz ausversehen auf Esas Hose ausgeleert und sie dann dafuer ausgelacht, dass sie sich wegen der schnellen Fahrt eingenaesst haette. Er war wirklich lustig. Ein anderes mal hat er den Becher wieder gefuellt und mir ins Gesicht geschuettet. Ich hab vor Schreck voll aufgeschrien, das war richtig peinlich, weil ich nach einer kurzen Schrecksekunde gemerkt hatte, dass in dem Becher gar nichts drin war. Er hatte das auffuellen nur vorgetaeuscht. Naja, somit hab ich auch mal fuer einen Lacher im Boot gesorgt.

Zurueck im Hostel haben wir noch etwas gegessen und mussten uns dann auch schon wieder trennen. Aber nur fuer ein paar Tage. Ich wollte noch den Rest der Nordinsel sehen, den die Maedels aber schon gesehen hatten. Also haben wir uns fuer den 5.12., eine Woche spaeter, in Christchurch verabredet.

Davor hab ich unter anderem noch einige Nasen an Schwefelgestank ertragen muessen, vorallem bei meinem naechsten Stop in Rotorua. Die Stadt ist fuer seine ausgepraegte Maori Kultur und die ganzen Thermalareas beruehmt.
Nachdem ich im YHA Hostel angekommen war, gewaschen hatte, mir die Stadt ein wenig angeguckt hatte und shoppen war, hab ich mich mit diversen Flyern in mein Zimmer zurueck gezogen, um den naechsten Tag zu planen. Rotorua hat unheimlich viel zu bieten. Ich war komplett ueberfordert mit dem grossen Angebot, vorallem weil ich nur einen Tag Zeit hatte. Ziemlich erleichtert war ich als Petra, ebenfalls Deutsche (was eine Ueberraschung) ins Zimmer kam und mich beraten hat. Sie war schon einen Tag da und hatte schon einiges gemacht. Am Ende hab ich mich fuer eine Tour zu `Wai-O-Tapu`, einem Park mit ganz viel Thermal- und anderen Blubberpools, am Morgen und `Whakarewarewa`, einem Maori Dorf, am Nachmittag, entschieden.

Diesen Abend hab ich mit Petra verbracht. Wir waren im `Kuirau Park`, einer kleinen Rasenflaeche mitten in der Stadt, die wirklich einiges zu bieten hatte. Ich fand es so faszinierend, dass 10 Meter entfernt ueberall Haeuser standen und es in dem Park wie auf einer anderen Welt war. Es gab ganz viele Wasserloecher und Mudpools, die um die Wette geblubbert haben. Natuerlich hat es auch wieder ordentlich gestunken. So hab ich schon einen leichten Vorgeschmack auf den naechsten Tag bekommen.

Dann sind wir noch an den Rotorua Lake gelaufen und sind dort Essen gegangen. Petra war wirklich ganz nett. Sie war Mitte oder Ende 20 und Lehrerin. Was nur absolut gar nicht ging und mich echt genervt hat, war, dass sie mindestens in jedem Satz zweimal `halt so` gesagt hat. `Ich hab dann halt so studiert, halt so an der Uni, weil ich halt Lehrerin werden wollte`!!!!! Ich hab mir ihre Schueler vorgestellt, die da sitzen, sich das Lachen verkneifen und Strichliste fuehren wie oft sie das sagt. Genau das haette ich naemlich gemacht. Ausserdem hat sie als sie von meinem Berufswunsch gehoert hat ploetzlich den Lehrerberuf ziemlich schlecht geredet und meinte ich wuerde das psychisch nicht aushalten. Also sowas nervt mich dann ja schon. Da ich kraeftig gegen argumentiert habe, haben wir dann doch lieber schnell das Thema gewechselt. Ansonsten war es ein schoener und gemuetlicher Abend.

Im `Wai- O- Tapu` , was das Maori Wort fuer `Sacred Waters` ist, hat es mir ziemlich gut gefallen. Im Bus dorthin hab ich 2 andere Deutsche kennen gelernt, mit denen ich dann rumgelaufen bin. Es gab ganz viel Muddpools, den beruehmten Champagne Pool und vulkanische Krater in den unterschiedlichsten Farben und Temperaturen. Ausserdem haben wir den `Lady Gnox Gayser` gesehen. Jeden Tag wird kuenstlich ein Ausbruch` ausgeloest, d.h. das eine 15 Meter hohe Wasserfontaine aus ihm raus geschossen kam.

Mittags war ich dann in dem Maori Dorf. Die Maori leben dort seit ueber 300 Jahren und nutzen das Thermalgebiet zum Kochen, Waschen und Baden. Es war ziemlich interessant, weil in dem Dorf tatsaechlich noch Maori leben, die eben tagsueber ihre Tueren fuer die Touristen oeffnen. Ich hab ihre Backoeffen gesehen, was einfach nur aussah wie eine kleine Art abgedeckter Brunnen, in dem sich die Hitze von unten gestaut hat. Ausserdem gabs richtige Badeloecher usw. Bei er Fuehrung haben wir noch ganz viel erklaert bekommen, z.B. dass `Kia Ora` soviel wie `Hallo`, `Wie gehts dir?`, `Das finde ich auch`, `Tschuess`, `Danke`, `Bitte`, und noch ganz viel mehr heisst. Bei einer Show hat eine Gruppe Maori getanzt und gesungen. Ich fand sie richtig gut. Besonders witzig war ihre Gestik dabei. Es gibt viele Taenze mit denen die Maori ihre Feinde abschrecken wollen, deshalb strecken sie beim Singen immer wieder die Zunge raus und reisen ihre Augen auf. Das sieht voll lustig aus.

Im Rotorua Museum gabs auch noch ganz schoen viel zu sehen, aber leider hatte ich nur 2 Stunden Zeit, weil es dann schon zugemacht hat. Es gab natuerlich viele Infos ueber die Maori, ueber die Geschichte des Museums selbst, das naemlich frueher ein Badehaus war und ebenfalls die Thermalwaerme dafuer genutzt hat und noch ganz viel mehr fuer das ich aber keine Zeit mehr hatte. Ich hab einen Film gesehen in dem es darum ging, dass einige Maori im Zweiten Weltkrieg gekaempft haben, das mussten sie zwar nicht, aber sie haben sich freiwillig gemeldet und somit fuer Grossbritanien gekaempft. Es war total krass wie ueber die Deutschen in dem Film geredet wurde. Man hat echt ein schelchtes Gewissen bekommen. Die hinterbliebenen Familien wurden gefilmt, die sich aufgeregt und getrauert haben. Ich bin wirklich immer wieder schockiert wie oft man so weit weg von zu Hause mit der Deutschen Geschichte konfrontiert wird. Deutschland scheint, nicht nur wegen dem Zweiten Weltkrieg sondern auch wegen seiner grossen Wirtschaftsmacht immer und ueberall praesent zu sein.
In dem Museum hab ich auch gelernt, dass das 8. Weltwunder die `Pink and White Terraces`, die hier in der Gegend waren und wegen ihrem Spa Effekt das berueehmteste Touristenziel Neuseelands waren 1886 beim Ausbruch des Vulkan Tarawera vollstaendig zerstoert wurden.

Da ich von Erdwaerme immernoch nicht genug hatte war mein naechster Halt `Whitianga` im Osten der Nordinsel.
Der Hot Water Beach in der Naehe von Whitianga ist ein Strand unter dem eine heisse Quelle verlaeuft. Bei Ebbe wird diese frei und man kann sich seinen eigenene Whirlpool bauen indem man sich ein Loch in den Sand graebt. Da aber abends Ebbe war als ich hier war konnte ich mit dem einzigen Bus um 11 Uhr morgens nicht fahren. Auf den Rat der Besitzerin meines Hostels bin ich getrampt und das hat unerwartet gut funktioniert. Morgens gings erst mal mit der Faehre ueber die eine Bucht und an ganz viele schoene Straende. Ich bin entlang gelaufen am Front Baech, an der Flaxmill Bay, ich war an der Lonely Bay, wo wirklich niemand ausser mir war und am Cooks Beach, der seinen Namen natuerlich mal wieder von dem Endecker hat. Zur Cathedral Cove und zum Hot Water Beach waren es jetzt aber noch 15 km, doch es war echt kein Problem. Ein netter alter Mann hat mich direkt zum Parkplatz vom Catherdral Cove gefahren. Hier hat es mich ziemlich stark an die Great Ocean Road erinnert. Es gab halt ganz viele wunderschoene kleine Buchten und die verruecktesten geformten Felsen, die im Wasser standen. Von hier ist dann so ziemlich jeder zum Hot Water Beach gefahren. 2 Hollaender haben mich mitgenommen. Am Strand hab ich mir eine Schuafel geliehen und gegraben. Es war echt faszinierend. Wenn man seine Fuesse in den Sand gegraben hat, hat man sich fast verbrannt aber dann kamen die Wellen die einem den Fuss weider abgekuehlt haben. Ich hatte also kalte Knoechel und heise Zehen. An sich war es schon schoen das mal zu sehen, wie hunderte Menschen in irgendwelchen Dreckloechern am Strand liegen, aber da man so eine lange Anfahrt hat und die Quelle taeglich nur 2 Stunden frei liegt, muss man sich echt ueberlegen ob sich das lohnt.

Fuer mich hatte es sich auf jeden Fall gelohnt. So viele unterschiedliche Erfahrungen mit Wasser werde ich in so einer kurzen Zeit wohl nicht mehr machen und deshalb fand ich den Aufwand und Reisestress absolut lohnend.

Bis naechtes Mal.
Eure Franzi

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Kaiserschmarn und Vulkan :)

So, da bin ich wieder, um euch von meinen naechsten Tagen in Neuseeland zu berichten, die mit Abstand die aufregensten und anstrengensten waren.

Nach dem langweiligen Palmerston North bin ich mit dem `Naked Bus` in den `Tongariro National Park` gefahren und dort habe ich den, meiner Meinung nach, schoensten Tag in Neuseeland verbracht. Der Abend vorher hat schon gut angefangen. Im Hostel, das komplett im Nichts war, angekommen, habe ich zwei Oesterreicher auf meinem Zimmer kennen gelernt, die mich abends direkt mal zum Kaiserscharn essen eingeladen haben. Das war echt soooo lecker. Sie waren halt die absoluten Experten in der Zubereitung und mit den schneebedeckten Bergen, die man in der Ferne vom Fesnter aus sehen konnte, hab ich mich fast wie im Skiurlaub gefuehlt.

Der naechste Tag allerdings sollte nicht so entspannt und gemuetlich werden.
Der Tongariro Natinal Park ist einer der meistbesuchtesten Nationalparks in Neuseeland und das hat er seinen unglaublich beeindruckenden und immernoch aktiven Vulkanen zu verdanken. Das `Tongariro Alpine Crossing` ist eine Tagestour, die als `The World`s Best one Day Walk` beschrieben wird. Genau diese Tour wollte ich machen. Da das Wetter in den Bergen aber sehr abwechslungsreich und kalt ist, darf man nicht jeden Tag die Vulkane passieren. Oft ist es einfach zu windig. Ich habe ein Maedchen am Bus getroffen, die 2 Tage gewartet hat, weil das Wetter immer zu schlecht war. Ich hatte Glueck und durfte das Crossing machen. Es war zwar windig gemeldet, aber es war gerade noch ok.

Am naechsten Morgen ging es also ganz frueh los. Wir wurden von dem Hostel zum `Mangatetpopo Car Park` gefahren und sollten am Ende des Tracks, dem `Ketetahi Car Park` 19,4 km und 8 Stunden spaeter wieder abgeholt werden. Auf dieser Strecke sollten wir an 3 Kratern (South Crater, Red Crater und Central Crater) und diversen wunderschoenen blauen Seen vorbei kommen. Von 1100 Hoehenmetern am Anfang ging es auf 1900 am Red Crater und dann wieder runter auf 750 Hohenmeter.

Ich war hochmotiviert, voller Elan und der festen Ueberzeugung diese Herausforderung mit bravur zu meistern. Nach wenigen Metern hat mich schon Joris angesprochen. Er ist aus Holland, war auch vor Neuseeland in Australien unterwegs und wirklich sehr nett. Ich bin die gesamte Tour zusammen mit ihm gelaufen. Die ersten 5 Kilometer haben wir ziemlich schnell hinter uns gebracht. Es ging zwar gut bergauf, aber wir waren noch voller Kraefte und durch das ganze Erzaehlen ging die Strecke auch schneller rum als erwartet. Ziemlich bald waren wir an den `Soda Springs`. Das war aber nur eine Art winziger Wasserfall und deshalb nichts besonderes.

Die Landschaft war total faszinierend und besonders. Man hat gesehen, dass man sich in mitten von Vulkanen befand. Es gab kaum Pflanzen (nur kleine weisse Blumen, die direkt auf den grauen Vulkangesteinen gewachsen sind und leicht mit dem Schnee zu verwechseln waren), aber dafuer umso mehr Steine. Vulkangestein. Graues und schwarzes, loechriges, leichtes Vulkangestein. Es kam mir zwischenzeitlich vor als waere ich auf einem anderen Planeten, ich habe sowas vorher einfach noch nie gesehen. Es hat wirklich perfekt zu `Herr der Ringe` gepasst, das wurde naemlich auch hier gedreht. Zwischen den Bergen aus Steinen und Felsen gab es ab und zu auch kleine Schneefelder. Es war echt schoen.

Auf der Strecke gab es ausserdem noch zwei Sidetracks. Sie fuehren auf Vulkane und anschliessend wieder auf den normalen Track. Als Joris und ich an dem Schild ankamen, das den ersten Track auf den `Ngauruhoe Summit` markiert hat, war das Wetter richtig schlecht. Es war total windig, kalt und nebelig. Wir haben den Vulkan, auf den das Schild gezeigt hat absolut nicht gesehen. Trotzdem wollten wir eigentlich unbedingt den Gipfel erklimmen, weil man von oben in den Krater schauen konnte und auch hier Herr der Ringe gedreht wurde. Ausserdem ist der Vulkan schon 2500 Jahre aktiv und das bis heute, er ist 1975 das letzte mal ausgebrochen. Nach einer kurzen Pause, in der wir meine Kekse und seinen Energiedrink verzerrt haben, gings also los. Wir haben auch noch Sebastian getroffen, einen Deutschen. Jetzt waren wir zu dritt. Alleine haette ich mich niemals getraut den Vulkan zu erklimmen. Es gab naemlich keinen Weg, man musste einfach immer nach oben klettern und da wir `oben` nicht wirklich sehen konnten, war es eine echte Herausforderung.

Je hoeher wir kamen, desto steiler und anstrengender wurde es, weil man auf dem steinigen Untergrund absolut keinen Grip hatte. Ich hatte das Gefuehl mit jedem Schritt nach vorne auch einen halben zurueck zu machen. Es war wirklich richtig anstrengend. Aber je hoeher wir kamen desto klarer wurde es auch. Da es sehr windig war, konnten wir den Wolken zuschauen, wie sie an uns vorbei zogen. Es war echt atemberaubend. Auf der grauen steilen Flaeche gab es ebenfalls ab und zu Schneefelder. Wir konnten einigen Wanderern, die schon wieder auf ihrem Weg nach unten waren, dabei zuschauen, wie sie auf den Schneefeldern nach unten gerutscht sind. Das sah echt witzig aus und sie wurden richtig schnell.

Die letzten Meter waren die haertesten, weil es so windig wurde, dass ich regelmaessig umgeblasen wurde. Und da der Wind immer seine Richtung geaendert hat, konnte man sich absolut nicht auf ihn einstellen. So sind wir auf allen Vieren gegen den Wind und die Schneeflocken kaempfend, die einem wie beim Skifahren ins Gesicht gebrasselt sind, oben angekommen. Wir haben fuer den Aufstieg auf 2287 Meter fast 3 Stunden gebraucht. Aber es hat sich absolut gelohnt. Die Aussicht war wohl die Schoenste, die ich je gesehen habe. Wir waren schon lange ueber den Wolken und inzwischen gab es fast keine mehr, d.h wir konnten den `Blue Lake` und die anderen Vulkane hier sehen. Es war wunderschoen.

Man konnte leider nicht stehen, weil der Wind zu stark war und auch das `in den Krater schauen` hat sich als schwieriger heraus gestellt als gedacht. Jedesmal wenn ich versucht habe ueber den Kraterrand zu linzen wurde ich nach hinten umgeblasen und da die Vulkangesteine sehr scharfkantig waren, war das jedesmal ziemlich schmerzhaft. So waren wir nur ungefaehr 10 Minuten oben. Es war einfach zu anstrengend sich auf der Erde zu halten.

Fuer den Rueckweg haben wir dann nur noch eine Stunde gebraucht, weil man wegen dem lockeren Vulkangestein einfach runter gerutscht ist. Leider war es oft sehr schmerzhaft, weil man oft zu weit gerutscht ist und auf dem Hintern gelandet ist. Mit zerkratzten aufgeschnittenen Haenden, 2 Kilo Steinen in jedem Schuh und schmerzenden Steisbeinen sind wir aber zu tiefst stolz unten angekommen. Wir waren uns einig, dass das das absolute Highlight der Tour war.

13 Kilometer lagen noch vor uns und in 2 Stunden sollte der Bus zurueck zum Hostel fahren. Das konnten wir nicht schaffen, vorallem weil uns der `Ngauruhoe` wirklich ziemlich zugesetzt hatte.
Wir haben also beschlossen den Rest gemuetlich abzulaufen. Zu unserem Bedauern ging es noch einige Male bergauf, aber an sich hat sich wirklich jeder Hoehenmeter gelohnt. Am Red Crater hat es ueberall nach Schwefel gestunken, an manchen Stellen hat es gedampft und die Steine waren heiss. Es war wirklich faszinierend und sehr interessant. Die `Emerald Lakes` und der `Blue Lake`, an denen wir auch noch vorbei kamen, waren wunderschoen. Sie waren richtig tuerkis und haben zu den grauen Vulkanen einen unheimlich starken Kontrast gebildet.

Die letzten Kilometer waren die haertesten, weil ich mit meinen Kraeften wirklich absolut am Ende war und sie sich auch echt gezogen haben. Es ging den Berg in Serpentinen nach unten. Es war schoen hier, aber gegen den Rest der Landschaft auf dem Crossing echt langweilig.

Ich war so froh als wir an dem `Ketetahi Car Park` angekommen sind. Leider war es aber schon halb 7 und unser Bus somit seit 2 Stunden weg. Wir waren total fertig. Ich hatte schon Muskelkater beim Laufen bekommen, das hatte ich noch nie, aber trotzdem mussten wir irgendwie ueber unsere Verspaetung lachen.
Das Hostel war 40 km weg und da uns jeder Meter schon zu viel war, haben wir beschlossen zu trampen. Das hat auch unerwartet gut funktioniert. An der Strasse am Parkplatz kam zwar eine halbe Stune kein Auto vorbei, weshalb wir unsere Essensreste am Rand der Strasse verzerrt haben, aber das erste Auto das dann kam, hat direkt gehalten. Der Mann hatte nur noch 2 Sitzplaetze frei, aber trotzdem hat er uns mitgenommen. Er hat uns zur naechst groesseren Strasse gefahren, wo nach 5 Minuten ein Schweizer angehalten hat, der uns bis zum Hostel gefahren hat. 3 Stunden nach allen anderen kamen wir also auch endlich an. Die zwei Oesterreicher aus meinem Zimmer hatten am Tag davor noch damit geprahlt beide Sidetracks laufen zu wollen. Der zweite war zwar nicht so hoch, aber im Fuehrer trotzdem mit 2 Stunden Laufzeit angekuendigt. Ich war mir absolut sicher, dass sie nicht beide Sidetracks gelaufen sein konnten und trotzdem 2 Stunden frueher fertig waren als wir.

Frustrierenderweise hab ich mich da leider geirrt. Der Oesterreicher, der uebrigens Skilehrer ist, meinte, die Tour waere ja voll einfach gewesen und er haette fuer den ersten Track 2 Stunden und fuer den zweiten 1 Stunde gebraucht. Das war echt peinlich, wir haben fuer den einen schon 4 Stunden gebraucht und waren eigentlich der festen Ueberzeugung gewesen schnell gelaufen zu sein. Naja, davon wollten wir uns nicht runter ziehen lassen. Wir waren stolz auf uns und Joris meinte ueber die Oesterreicher nur : `They have to be so fast. They are used to mountains`. Dem hab ich absolut zugestimmt und bin mit schmerzenden Beinen und Fuessen und absolutem Stolz tot ins Bett gefallen.

Naechstes mal gibts noch mehr Adrenalinschuebe. Bis dahin, wuensche ich euch endlich ein bisschen Schnee und eine schoene und besinnliche Weihnachtszeit.

P.S. Geniesst die Plaetzchen, die Lebkuchen, den Gluehwein und die guten Suessigkeiten, das gibts hier naemlich alles nicht :(

Eure Franzi

Dienstag, 13. Dezember 2011

Neuseeland - Das andere Ende der Welt

Halloechen meine Lieben,

Australian ist weit weg von zu Hause und ich vermisse euch und Deutschland wirklich sehr, aber trotzdem hat mich mein immer groesser werdendes Fernweh nach Neuseeland, dem anderen Ende der Welt getrieben. Die Zeitverschiebung nach Deutschland betraegt hier 12 Stunden, d.h. weiter weg geht wirklich nicht mehr. Um so verrueckter ist es, wenn ich waehrend meines Aufenthaltes hier auf dieser Insel alles so getroffen habe.

Am Flughafen in Christchurch hat es direkt angefangen. Johannes hat mich dort abgeholt. Er ist seit einem halben Jahr oder so hier und hat die Zeit hauptsaechlich fuer seine Lieblingsbeschaeftigung genutzt, das Klettern. Abgehaertet von den harten Bedingungen in den Bergen der Nordinsel ist er auch barfuss am Flughafen rumgeschlappt. Das hat mir gleich gezeigt, dass der Lifestyle der Neuseelaender wohl ziemlich dem der Australier aehnelt und dass sich Johannes schon ziemlich gut daran angepasst hat.

Das koennte daran liegen, dass er mit einigen Locals zusammen wohnt. Er darf sich die ganze Ausruestung (Surfboards, Kites usw.) von den Leuten in der WG (oder wie auch immer man es nennen mag) ausleihen und so waren wir direkt mal am Strand Kitesurfen. Es hat echt Spass gemacht, auch wenn ich mich glaub ich ziemlich doof angestellt hab. Ich bin nur froh, dass kein riesen Windstoss kam und mich in die Luefte gerissen hat. Zurueck im Haus hab ich ein paar der Bewohner getroffen. Ich glaube nicht mal Johannes ist sich sicher, wer alles genau dort wohnt, weil so viele kommen und gehen. Er pennt im Wohnzimmer auf dem Boden und das scheint niemanden zu stoeren bzw. manche scheinen es nicht mal zu bemerken. Johannes hat erzaehlt, dass einmal jemand bei ihnen im Wohnzimmer gewohnt hat, fuer 3 Monate oder so, den aber niemand kannte. Keiner wusste wo er her gekommen war und ploetzlich war er wieder weg. Also echt verrueckt. Schwer vorzustellen fuer uns Deutsche. Stellt euch vor, da liegt auf einmal ein Schlafsack in eurem Wohnzimmer und ab und zu liegt auch jemand drin und euch stoert das absolut nicht. Naja, in dem Haus sah es eh so aus, als wuerde niemanden irgendetwas stoeren, so dreckig und vergammelt war alles.

Wir haben in einem Cafe in Christchurch geschlafen. Johannes hilft dem Bsitzer Paul mit den Gaesten usw. und bekommt dafuer Essen. Es war ziemlich gemuetlich auf den Sofas der Lounge in dem Cafe.

Am naechsten Tag hat mir Johannes Christchurch gezeigt, bzw. was davon noch uebrig ist. Im Februar war ja das grosse Erdbeben. Dabei sind 180 Menschen gestorben und viele wurden verletzt. Das gesamte Stadtzentrum ist seit dem gesperrt und viele Wohnviertel wurden evakuiert. Die leeren halbzerstoerten Haeuser hat mir Joannes gezeigt. An vielen Huegel standen einfach nur noch halbe Villen, man konnte in die Raeume reinschauen, weil ein Teil weg gebrochen war. Es sah wirklich schlimm aus und mir war vorher nicht klar, dass die Spuren von dem Erdbeben jetzt noch so deutlich sind. Da das Zentrum zerstoert ist, gab es ausser den Schaeden, einem Lookout, von dem aus man die Kueste sehen konnte und dem Botanischen Garten nicht viel zu sehen.

Da Johannes seine restliche Zeit in Christchurch verbringen wollte und die Maedels Magda und Theresa noch auf Fiji waren, hab ich beschlossen mir die Suedinsel alleine anzuschauen. Also bin ich am naechsten Tag nach Wellington, der Hauptstadt von Neuseeland geflogen.

Mein Tag dort ist unheimlich schnell rum gegangen und war echt schoen. Da Wellington am Meer liegt ist es dort oft regnerisch und windig, aber ich hatte total Glueck, weil den ganzen Tag die Sonne gescheint hat. Ich war am Civic Centre, dem Clyde Quay Warf (einem Art hafen), auf dem Mount Victoria, in dem Te Papa Museum, im Museum of Wellington City and Sea, bin mit dem Cable Car (alter Strassenbahn) zum Botanischen Garten gefahren, habe mir das Parliament House, die Library und die St. Pauls Church angeschaut und war auf dem Lambton Quay, der Haupteinkaufsstrasse, shoppen.

Am besten hat mir der Mount Victoria gefallen. Von dort hatte man eine wunderschoenen Aussicht auf die Stadt. Wellington ist zwar die Hauptstadt Neuseelands, aber trotzdem nicht sehr gross. Sie ist so vielseitig wie z.B. Auckland, aber alles ist viel naeher beieinander und daher fuer Backpacker wie mich, die alles zu Fuss erkunden, sehr viel praktischer. Mir hat die Stadt wirklich richtig gut gefallen. Spaeter hab ich sogar erfahren, dass auf dem Mount Victoria (so wie fast ueberall in Neuseeland) `Herr der Ringe` gedreht wurde. Ich glaube die Szene ist im ersten Teil. Die Hobbits, Frodo usw. verstecken sich unter so ein paar Wurzeln an einem Baum vor den Oarks. Ich fand es richtig cool in dem Wald zu sein, durch den vor ein paar Jahrn Oarks gerannt sind.
Das Te Papa Museum fand ich auch richtig cool, obwohl es dort fuer einen Tag viel zu viel zu sehen gab.

Nach diesem vollen Programm war ich ganz froh, dass es in meiner naechsten Haltestellen, Palmerston North, etwas noerdlich von Wellington, ein bisschen ruhiger zu ging. An sich hat die kleine Stadt nicht wirklich viel zu bieten. Es gibt einen `Square` in der Mitte, um den im Quadrat alle Geschaefte angereiht sind, eine Library mit kostenlosem Wifi und das `Te Manawa` Museum. Dort gab es einiges an Kunst und Infos ueber die Maori, die Erstbewohner Neuseelands. Ausserdem war ein Rugby Museum integriert, in dem ich erfahren habe, dass Heidelberg einen Rugby Verein hat. Echt witzig, auf der anderen Seite der Welt, etwas ueber die Heimat zu lernen :)

Ich war zwei Tage in Palmerston North und habe die meiste Zeit am Computer verbracht. Zuerst hab ich dort nach Laptops gesucht und dann sass ich an meinem neuen eigenen Laptop. Da mir meine Kamera in Melbourne geklaut wurde, wollte ich ganz schnell eine Neue und zusammen mit dem Laptop hab ich einen super Deal gemacht. So war mein Aufenthalt in der kleinen Stadt von touristischer Seite ein ziemlich Flopp aber von shoppingmaessiger Seite ein riesen Erfolg.

Von `Stadt` hatte ich jetzt aber trotzdem genug. Ich war in Neuseeland und hatte noch nichts von der abwechslungsreichen und wunderscheonen Natur hier gesehen. Davon aber naechstes mal mehr.

Machts gut da drueben :) Ich hab euch lieb und wuensche euch allen eine schoene restliche Vorweihnachtszeit.

Eure Franzi

Sonntag, 4. Dezember 2011

Australian Lifestyle meets German Lifestyle :)


Hallo ihr Deutschen ^^,

Nun war ich wieder in Adelaide und hatte noch 3 Tage bis die Fahrt weiter gehen sollte. Diese Zeit hab ich genutzt, um mir den Rest von Adelaide anzuschauen und um meine Weiterreise zu organisieren.

Das meiste meiner Energie ist bei dem Versuch meine Festplatte zu reparieren drauf gegangen. Seit Cairns konnte ich keine der Dateien mehr oeffnen und da meine SD Karten fast voll waren, musste ich das Problem so langsam mal loesen. Echte Herausforderung in einem fremden Land. Daheim hatte ich immer jemanden, der mir bei diversen technischen Problemen geholfen hat, da ich irgendwie fuer mich unverstaendlicherweise eine Begabung dafuer habe saemtliche Computer, Kameras oder sonstige technische Geraete dermasse zu verwirren, dass sie reihenweise in Streik treten. Das hatte ich also mal wieder geschafft, aber da alle Freune zu weit weg sind, musste ich eben Expertenhilfe einholen. So hab ich sehr viel Zeit und Geld bei einer Computerladen in Adelaide gelassen, der das Problem im Endeffekt auch nicht loesen konnte. Ich konnte mir nicht erklaeren, wie die Festplatte so viel Hass gegen mich aufbauen konnte. Dass sie vom Todes- Monster- Mega- Virus befallen war, hab ich leider erst in Melbourne erfahren.

Dort sollte die Reise ueber die Great Ocaen Road hingehen, mit Mick, dem australischsten Australier, den ich bisher getroffen hatte. Er hat auf meine Anfrage auf gumtree.com.au geantwortet. Er wollte ebenfalls nach Melbourne und war bereit mich mitzunehmen, um etwas Spritt zu sparen. Schon beim Simsen musste ich regelmaessig lachen, weil er in ungefaehr jeden Satz, auch wenn es absolut nicht gepasst hat, `Mate` und `No worries`, eingebaut hat. Bei unserem ersten Treffen wurden meine Vorstellungen von dem typischen australischen laessigen Surferboy aber noch uebetrumpft. Loecherige, halb zerrissene Billabong Shorts, Barfuss, Dreatlocks, die am Kopf komplett verfilzt waren und nach unten hin pleotzlich blond wurden, das war Mick. Ausserdem sah er zusaetzlich noch ziemlich sympathisch aus und hat mir nach einem kuzen `How are u going Mate?` gleich mal sein Auto gezeigt. Es war so aehnlich wie das von Volker, aber noch besser ausgestattet und mehr `australisch`. An der Decke hingen Surfbretter, ueberall war Sand (einschliesslich dem Bett) bunte Sticker und Muscheln. Ein Piratenschiff hat das Amaturenbrett geschmueckt und es gab sogar ein kleines Waschbecken mit Pumpsystem. Ich hab mich gleich wohl gefuehlt.

Bevor es aber los ging war ich noch im`Botanic Garden`, der ausser einer ganz seltenen riesigen Wasserrose, die aber nur einmal im Jahr fuer einen Tag aufblueht (ich war natuerlich nicht an diesem Tag da), nur das uebliche zu bieten hatte und im Tandanya, einer Kunstausstellung. Ausserdem hab ich die Zeit genutzt, um mir den Glenelg Beach, den beruehmtesten Strand in Adelaide anzuschauen. Leider war das Wetter aber schlecht bis ich da war und so sass ich nur ein bisschen am Meer und hab den bekloppten Surfern zugeschaut, die trotz des Wetter ins Wasser gestuermt sind, als ginge es um Leben und Tod.

Als ich nach `Port Adelaide` fahren wollte, das einen schoenen Leuchtturm und ein Seefahrtmuseum zu bieten hat, ist etwas total verruecktes passiert. Ich stand mit Busfahrplan vor der Nase an einer der groessten Kreuzugen in Adelaide, vor mir und hinter mir dutzende Leute, und habe gemerkt, wie mich jemand von der Seite anschaut. Als mir dass zu nervig wurde, habe ich mich eben von meinem Fahrplan abgewendet, obwohl ich grade kurz vor dem `ich- habs- gleich- gecheckt- Punkt` stand und den Fremden angeguckt. Es war Martin aus Moerlenbach!!!! Das gibts doch echt nicht. Ich wusste, dass er in Australien ist, aber dass ich ihn in einer Grossstadt an der Ampel in der hektischtsten und vollsten Strasse ueberhaupt treffe, haette ich niemals erwartet. Da mein Bus bald gefahren ist, haben wir nur kurz ueber diesen riesen Zufall gelacht und Handynummern ausgetauscht.
Port Adelaide war ganz schoen, aber leider habe ich keine von den Delfinen gesehen, die dort im Hafen leben.

Abends hat Mick mich dann im Hostel abgeholt und los ging unsere grosse Reise Richtung Osten. Mick kommt urspruenglich aus Adelaide, aber typisch australisch reist er seit Jahren in seinem Van durch die Gegend. Das Auto ist sein einziger Besitz und wie ich es erwartet habe, hat er absolut keine Ahnung, ob oder wann sich das mal aendert. Er war ziemlich zufrieden mit seinem Leben, auch wenn er aus deutscher Sicht absolut noch nichts erreicht hatte, obwohl er schon 26 war. Er wollte nach Melbourne, weil er festgestellt hatte, dass er nach einem Jahr reisen doch mal wieder arbeiten musste und sich in Melbourne fortbilden wollte, um bessere Arbeitschancen zu haben. Ich weiss, das klingt jetzt ziemlich deutsch, Tatsache ist aber, dass er in Melbourne einen dreitaegigen Kaffekurs machen wollte. Dort lernt man wie man Milch aufschaeumt und so was. Er hatte ausserdem ein Angebot auf einer Winery. Dort wuerde er in 3 Monate 15000 !!! Dollar verdienen, dass sind fast 11000 Euro!!! Aber er meinte, er wuesste nicht, ob er das machen solle, weil die Arbeit dort wohl sehr hart waere und er ja gar keine Lust zu arbeiten habe. Ich bin fast vom Sitz gefallen. So hart kann keine Arbeit sein, dass es sich nicht lohnt sie zu machen, wenn man dafuer 11000 Euro bekommt. Echt verrueckt. Naja, Mick hat das ziemlich gelassen genommen, er wollte jetzt erstmal seinen Kaffeekurs machen und am besten nicht weiter in die Zukunft denken, als ob er jetzt oder erst in 10 Minuten sein drittes Bier waehren der Fahrt oeffnen sollte.

Wir sind an dem Abend nicht mehr weit gefahren und haben an einem Strand ausserhalb von Adelaide geschlafen, an dem Mick am naechsten Morgen natuerlich erstmal Surfen war. Das und Joints drehen, waren anscheinend die einzigen zwei Taetigkeiten, die er ernst genommen hat und fuer die er unglaublich viel Energie aufgewendet hat. Morgens um halb 7 ist er aufgesprungen, in seinen kalten nassen Neoprenanzug geschluepft und bei vielleicht 15 Grad ins Meer gehechtet. All die Energie, die er vorher beim Reden, Laufen und nicht duschen gespart hatte, hat er jetzt ploetzlich aufgebraucht. Ich konnte das absolut nicht verstehen.

An dem Tag hatten wir eine sehr sehr lange Fahrt vor uns, weil die Great Ocean Road erst ca. 300 km vor Melbourne beginnt und vorher nicht viel zu sehen ist. Mick meinte ploetzlich, wie es denn bei mir mit duschen aussehe. Etwas irritiert, was genau er jetzt meint, hab ich ihn nur fragend angeguckt. `Ja also ich mein, duschst du?` Nach ein paar endlosen Sekunden hab ich gecheckt, dass das eine ernst gemeinte Frage war und sie deshalb mit `Jaaa` beantwortet. Dann hat er mir erklaert, dass er ja nicht duschen muss, weil er ja jeden Tag surft und er ja dann eh im Wasser ist. Anscheinend schmirgelt das Salz auch die Zaehne sauber, denn auf 4 Tagen Fahrt, hab ich ihn kein einzigs mal seine Zaehne putzen sehen, was ich dann doch etwas ungesund fand. Naja, an diesem Tag hab ich auch erfahren, wie er zu seiner Frisur gekommen ist: `Ja also, ich weiss auch nicht. Ich war halt immer im Meer surfen und irgendwann warn da so Knoten drin und ich hatte dann halt keine Lust die zu kaemen und ploetzlich hatte ich dann so Haare`. Interessant, d.h. das ganze war nicht geplant, sonder die Draetlocks sind entstanden, weil er sich nie geduscht hat. Ich konnte nur noch darueber lachen.

Auf dem Campingplatz `Rocksland Reservoir` direkt neben dem `Grampians National Park` haben wir gepennt. Da es eine Dusche gab und ich nicht wusste, ob ich die naechsten Tage nochmal eine zu Gesicht bekommen wuerde, bin ich trotz eisester Luft- und Wassertemperatur darunter gesprungen. Auf Micks Laptop haben wir dann noch `Captain America` geschaut. Ich musste so oft an meinen Vater denken, weil er diesen Film absolut geliebt haette. Es war absoluter Schwachsinn und spielte waehrend dem zweiten Weltkrieg und besass somit beide Eigenschaften, die einen Film, in den Augen von meinem Vater, oskarwuerdig machen oder nicht.

Nach dieser kalten, aber gemuetlichen Nacht, stand der `Grampians National Park` auf dem Programm, den Mick auch noch nicht gesehen hatte, obwohl er schon dutzende Male dran vorbei gefahren war. `Could definitely check it out`, war seine Antwort als ich gefragt hab, ob wir dort hin koennten. Hier kann man eben, wie in den meisten National Parks in Australien ganz ganz viel laufen. Das haben wir auch gemacht. Wir waren auf dem `Mt Zero`, von dem man eine wunderschoene Aussicht auf diverse Waelder und Berge hatte, und haben uns im `Manja Shelter` und im`Ngamadjidj Shelter` Aborigine Kunst anschaut. Die war aber leider im Vergleich zu der im Kakadu National Park ein echter Witz. An der ersten Felswand gab es genau einen Handabdruck und am zweiten einen Strich. Wir kamen uns echt etwas verarscht vor, weil wir dafuer immer ewig gelaufen sind. Naja, dann waren wir an den `MacKenzie Falls` und den `Broken Falls`, die wirklich schoen und richtig gross waren und am `Lake Wartook`. Ich waere dann gern noch weiter runter gefahren, weil es noch einige Wassserefaelle und Lookouts zu sehen gab, aber Mick meinte `I`m done with walking.` und dann ist ihm ploetzlich mitten im Nichts auch aufgefallen, dass der Spritt fast leer war. So musste wir die kuerzere Strasse zur naechsten Stadt nehmen, von der aus man aber nicht zu den Sehenswuredigkeiten kam. Naja, das sind eben die Nachteile wenn man mit einem Australier reist, totale Plan- und Organisationslosigkeit. Das ist fuer mich schwer auszuhalten.

Dafuer kannte Mick die `Great Ocean Road` aber in und auswendig und somit hatte ich mal wieder meinen `Personal Guide`. Nach einer ziemlich ruhig Samstag Nacht im kleinen aber feinen Fischerdorf `Port Campell` gings endlich auf die `Tolle Meerstrasse`. Wie der Name schon verraet fuehrt die Strasse am suedlichsten Ende Australiens parallel am Meer entlang, laesst somit viele Einblicke auf die wunderschoene Kueste zu und ist damit absolut sehenswert. Wir haben ueberall gehalten, wo es etwas zu sehen gab. Auf der ersten Haelfte ungefaehr geht die Kueste steil nach unten und die am verrueckstesten geformten Felsen stehen einfach so im Meer. Am beruehmtesten sind natuerlich die `Twelve Apostel`, von denen inzwischen aber schon 5 weggebrochen sind. Trotzdem sind sie absolut atemberaubend und es ist ein schoenes Gefuehl sie gesehen zu haben, schliesslich weiss man nicht, wie lange es noch 7 gibt bzw. wann es keine mehr gibt. Auf der zweiten Haelfte gibt es dann total viele Straende und Surferdoerfchen. Hier hat sich Mick eindeutig wohler gefuehlt. Da er heute noch nicht `draussen` war, haben wir ungefaehr einen halben Tank dafuer vergeudet jeden winzigen Strand anzufahren, um schauen wie die Wellen sind. Das hat mich am Ende echt genervt. Vorallem weil Mick sich immer erst entscheiden konnte, nachdem er eine halbe Stunde aufs Meer geschaut hat. Wenn gar kein anderer Surfer draussen war, konnte es ja nicht gut sein, aber wenn mehr als 2 da waren, war es ihm viel zu voll. So hat er erst gegen Nachmittag einen passenden Strand gefunden. Ich hab die Zeit genutzt, in der er draussen war und mir an seinem winzig kleinen Waschbecken die Haare gewaschen, ich hatte ja schon ein bisschen Angst, dass sie so enden wie seine.

Hier haben wir dann auch uebernachtet. Wie jeden Abend gabs Mick beruehmten `Mistery Mash`, was soviel heisst wie, alles was man findet in eine Pfanne schmeissen und so lange verkochen lassen, bis keiner mehr erkennt, um welche Zutaten es sich mal gehandelt hat. Wieder mal war der Geschmack um einiges besser als der Anblick. `Conan`, der DVD, den wir geschaut haben, haette meinem Vater wieder gefallen. Es ging um Wikinger oder sowas und es gab ganz viel Blut und gekampfte. Waeren die Wikinger in dem Zweiten Weltkrieg Film vorgekommen, haette der Film fuer ihn garantiert Titanic Status.

Am naechsten Tag haben wir ausser an jedem Strand auch in ein paar kleinen Doerfern auf dem Weg gehalten. In `Torquay` gibt es total viele Surfer Outlet Laeden, wo ich mir gleich mal einen Bikini zugelegt habe :) Nachdem Mick wiedermal Surfen war sind wir nur noch nach Melbourne gefahren, wo ich bei der Familie vom Gianni angesetzt wurde. Was ich auf dieser langen Fahrt alles gesehen habe, war sehr schoen, aber noch viel interessanter war die Fahrt an sich. Mick war wirklich total nett, aber ich koennte mir nie vorstellen laenger mit ihm zu reisen oder so zu leben wie er. Ich bin glaub ich schon viel entspannter hier geworden, aber ich komme eben aus Deutschland, dort hat man eine andere Einstellung zum Leben, was die bessere Einstellung ist, bleibt allerdings offen.


In Melbourne wurde ich unglaublich nett empfangen. Esma hat keine Ruhe gegeben bis ich etwas zu trinken hatte und da sie anscheinend dachten ich haette noch nichts gegessen seit ich in Australien bin, haben sie mich auch gleich mal zum Essen eingeladen. Die Familie ist mit Gianni, meinem Chef aus Birkenau verwandt. Spaeter hab ich allerdings erfahren, dass nur Shpend und Gianni, die beiden Vaeter sich kennen, der Rest der Familien sich aber noch nie gesehen hat. Dadurch fad ich es noch beeindruckender wie nett ich hier aufgenommen wurde.

Obwohl ich 4 Tage in Melbourne war, hab ich gar nicht so viel von der Stadt gesehen. Das musste ich ja auch gar nicht, schliesslich wusste ich, dass ich mindestens noch 2 mal kommen wuerde, das erste mal, wenn der David kommt und das zweite mal, wenn wir zurueck fliegen. Ich konnte also mit ruhigem Gewissen etwas entspannen und alles fuer meinen Flug nach Neuseeland vorbereiten. Ich war z.B. Im Altona Gate Shopping Center, um noch einige waermere Klamotten zu kaufen. Ausserdem hab ich es endlich geschafft die Festplatte zu reparieren. Was ich echt unfair fand, war das Verhalten, dass die Computerexperten mir gegenueber immer an den Tag gelegt haben. Schon in Adelaide hat der Typ mir nicht geglaubt, dass ich mir einen Virus eingefangen habe, dann aber dutzende Trojaner, Cookies und Viren gefunden. Da es danach immernoch nicht ging, hab in Melbourne zu dem Experten gemeint, dass ich wohl noch einen Virus drauf haette. Wieder hat er mich ausgelacht und gemeint, dass es auf Festplatten keine Viren gibt. Als er sie dann aber an seinen Computer angeschlossen hatte, meinte er ploetzlich `Oh, ich bin infiziert.`. Am Ende sassen sie zu zweit fast eine Stunde dran, haben es dann aber geschafft ihn zu loeschen.

Im Zentrum hab mich mal wieder mit Volker auf einen Kaffee getroffen und spaeter nochmal auf dem `Queen Victoria Market`. Ich glaube auf so einem grossen Markt war ich noch nie. Es gab alles hier. Ueber Souvenirs, Taschen, Schmuck, Schuhe, Klamotten, deutsche Weihnachtsmarkt- Teelichter :) bis zu diversen Spezialitaeten wie Schokolade, Fleisch, Fisch und jede Menge Obst und Gemuese. Leider gab es auch jede Menge Menschen, was wohl der Grund dafuer war, dass meine Kamera mit allen Bilder von Adeleide bis Melbourne am Abend weg war. Ich hab mich echt geaergert, vorallem, weil ich am naechsten Tag nach Neuseeland fliegen wollte und das jetzt ohne Kamera machen musste. Aber zum Glueck waren mein Handy und mein Geldbeutel noch da.

Als kleines Dankeschoen hab ich heute fuer die Familie gekocht. Ich hab es bei ihnen wirklich sehr genossen. Es war das erste mal, dass ich in einer Familie gelebt habe. Beim Couchsurfen war ich schliesslich immer bei irgendwelchen Singles, die es mit Sauberkeit, Ordnung und geregeltem Alltag nicht so genau genommen haben. Hier war es endlich wieder ein bisschen mehr wie zu Hause.

Meinen Flug am naechsten Tag hab ich aber leider verpasst. Ich haette nie gedacht, dass mir das mal passieren koennte und das nur, weil ich zu spaet am Flughafen war, sowas beklopptes. Es war soviel Verkehr, dass wir eine Stunde fuer die Fahrt gebraucht haben, normal braucht man 15 Minuten. Ich hab mich echt geaergert, vorallem weil ich jetzt nochmal 120 Dollar drauf zahlen musste und Johannes mich ja am Flughafen in Christchurch abholen wollte. Naja, ich hab ihn zum Glueck ueber Facebook erreicht und bin am naechsten Morgen geflogen.

Somit war der erste Teil meiner Reise in Australien abgeschlossen. Ich hab schon wirklich richtig viel gesehen und erlebt. Ich liebe dieses Land, aber trotzdem hab ich mich jetzt auf Neuseeland gefreut, besonders weil ich ja endlich Johannes, Maggie und Esa treffen wuerde. Davon aber beim naechsten mal mehr. Und an alle, die gestresst sind und das Gefuehl haben, die Zeit reicht ihnen niemals fuer all das, was sie noch zu tun haben, kann ich nur sagen: `No Worries, Mate` :)

Ich hab euch lieb.
Eure Franzi

Mittwoch, 30. November 2011

Big City Life

Hallo ihr Lieben,

ich bin zwar inzwischen schon in Neuseeland, muss euch aber noch berichten, was ich so in Adelaide und Melbourne erlebt habe.

Nach Coober Pedy gings ja mim Bus weiter nach Adelaide, der Hauptstadt von South Australia. Dort hat es mir richtig gut gefallen. Ich bin schon ziemlich frueh morgens angekommen und so hatte ich den ganzen Tag noch vor mir. Als ich mein Essen im Hostel in die Kuche gebracht habe, hab ich Liezelot wieder getroffen. Mit ihr war ich zusammen am Ayers Rock. Sie war richtig nett und ich hab mich echt gefreut sie wieder zu sehen. So musste ich die naechsten drei Tage nicht alleine verbringen. Da sie fuer diesen Tag auch noch nichts vor hatten, sind wir zusammen ein bisschen in die Stadt gelaufen.

Adelaide ist in Quadrate aufgeteilt und daher ziemlich uebersichtlich. Um das gesamte Stadtzentrum, in dem fast alles Sehenswerte liegt und das komplett zu Fuss zu bewaeltigen ist (also perfekt wenn man kein Auto hat), ist Park. Nicht ein Park, sondern dutzende verschiedene mit jeweils anderen Namen, aber eigentlich ist es einfach nur Wiese. Nach dem Park fangen dann die Wohnviertel an. Die Stadt ist sauber, vielseitig und sicher (es gibt hier fast keine Aborigines, ich hab keinen einzigen gesehen), es gibt jede Menge Geschaefte, sogar eine Fussgaengerzone und einen kostenlosen Fahrradverleih. Ich kann nicht sagen, wie gluecklich ich war, als ich bei strahlendem Sonnenschein durch diese schoene Stadt gelaufen bin. Outback war der Wahnsinn und echt eine Erfahrung, aber wieder in der Zivilisation zu sein, war auch nicht schlecht.

Liezelot und ich sind durch den Central Market (riesen Markt, der fast jeden Tag geoeffnet ist) an den Victoria Square gelaufen. Das ist ein Verkehrsknotenpunkt. Ganz viele Busse und Trams halten hier. Direkt daneben war eine riesen Kirche. Die haben wir uns dann auch noch angeschaut. Danach gings in den PeterPans, der fast direkt neben unserm Hostel war, zum kurzen Internetcheck und anschliessend in die `Rundle Mall`. Das ist die Fussgaengerzone und wirklich ein Traum fuer jedes Maedchen. Soooo viele Geschaefte. Was mich nur ein bisschen irritiert hat, war die Weihnachtsdeko, die schon ueberall hing. Es waren schliesslich noch fast 2 Monate bis Weinachten. Vorallem war es richtig heiss. Wir sind in Top und kurzer Hose rum gelaufen und durften uns an jeder Ecke den Nikolaus in seinem dicken roten Mantel anschauen. Sowas verruecktes. Ausserdem gibt es in Australien keine Tannen, aber zur Weihnachtszeit stehen ueberall welche aus Plastik. Also das ist doch echt nix halbes und nix ganzes. Naja, also die Deko passt meiner Meinung ueberhaupt nicht hierher.

Da wir nach diesem ersten `Orientierung bekommen` noch ewig Zeit hatten, sind wir noch zu `Haighs Chocolate Factory` gelaufen. Hier wird wie der Name schon verraet Schokolade hergestellt. Man kann bei einigen Arbeitsschritten zuschauen und in dem angrenzenden Laden auch ein wenig probieren. Das haben wir dann naturlich auch gemacht. Wir haben sogar beide ein bisschen Schokolade gakauft (war richtig lecker), uns einen kostenloen Kaffee gemacht und auf der Terasse den Nachmittag genossen. Es war sehr schoen, den tollen Tag nicht alleine zu geniessen :)

Wieder im Hostel haben wir zusammen gekocht und abends noch einen DVD geschaut.

Am naechsten Tag gings direkt weiter mit dem Sightseeing. Wir sind durch die Rundle Mall ans noerdliche Ende des Zentrums gelaufen. Dort steht das Parliament House, die Railway Station und das Convention Centre, die zwar alle nichts zu bieten haben, aber doch eine kurze Besichtigung wert sind. Das Convention Centre steht direkt am Fluss und ist ein wirklich schoenes Gebaeude. Dort finden so wichtige politische Meetings und sowas statt glaub ich und halt grosse Veranstaltungen. Am Fluss haben wir dann ein Boot entdeckt, das zu einer Rundfahrt eingeladen hat. Da wir schon keine Lust mehr zu Laufen hatten, sind wir gerne mitgefahren. Es ging den Fluss ein bisschen aufwaerts, dann wurde gewendet und es ging zum Zoo und den Botanischen Garten. Es war sehr schoen sich einfach nur alles anzuschauen. Wir sind wieder bis zum Convention Centre zurueck gefahren. Ueber die Bruecke gings dann raus aus dem Zentrum und rein nach `Adelaide North`. Dort gab es ein riesen Cricket Stadium zu sehen, das `Adelaide Oval`. Es war sogar auf, also wir sind zumindest einfach rein gelaufen und waren echt beeindruckt. Um die runde saftig gruene Wiese waren die Zuschaueremporen, die teilweise ueberdacht sind (hier ist ja immer gutes Wetter) aufgebaut. Wir waren von diesem maechtigen Gebilde so beeindruckt, dass wir dort erst mal Mittag gegessen haben und dabei geraetselt haben wie Cricket ueberhaupt funktioniert. Wir hatten beide absolut keine Ahnung. Sitzen die Cricketspieler auf einem Pferd oder stoechern sie doch mit einem Billiardstab aehnlichen Stock auf den Rasen ein? Wir hatten echt keinen Plan. Naja, in Deutschland und Holland ist das zu unserer Verteidigung aber auch nicht so bekannt.

Direkt daneben stand noch eine Kirche. Sie sah von aussen nicht sehr besonders aus, aber manchmal wird man ja ueberrascht. Hier wurden wir aber leider nicht ueberrascht. Zumindest nicht von der Schoenheit oder Besonderheit der Kirche, aber von einem uebermotivierten Guide. Oh ja, richtig gehoert, direkt am Eingang standen mehrere Guides. Der Mann hat uns direkt eine Fuehrung angeboten. Da wir die aber dankend abgelehnt haben, hat er uns dann einen Haufen Broschueren in die Hand gedrueckt, sogar auf deutch und hollaendisch. Wir waren also perfekt ausgeruestet, um die Kirche, die so gross war wie unsere Kirche in Birkenau und wahrscheinlich nur halb so alt, zu besichtigen. In den Fuehrern war jede Kerze beschrieben. Also sowas langweilges, wir dachten das waer ein Schert. So verstecke Kamera maessig. Aber das war es nicht. Das wohl absolute Highlight und Schmuckstueck der Kirche war das eine Fenster. Ca. so gross wie unser Kuechentisch, mit einigen Mustern, aber absolut nicht mit europaeischer Kirchen Glaskunst vergleichbar. Naja, so ist das eben hier in Australien, das Land hat so gut wie keine Geschichte, deshalb ist auch alles was man hier in den Museen zu Gesicht bekommt maximal 150 Jahre alt und Haeuser , die 100 Jahre alt sind, gehoeren zum Weltnaturerbe. Echt nicht begreiflich fuer uns. Der Mann hat auch ziemlich verbluefft geguckt als wir ihm nach ca. 1 Minute (wir sind einmal zum Altar und wieder zurueck gelaufen) den Berg an Buechern, Heften und Broschueren wieder zurueck gegeben haben.

Wieder im Zentrum und nach einem kurzen Abstecher im `Festival Centre` sind wir in Hoffnung auf kostenloses Internet in die Library. Das gab es hier aber nicht, bzw. das gab es schon, aber Facebook, alle E-Mail Seiten und alles ,was fuer Backpacker interessant ist, war gesperrt und damit waren die PCs hier fuer uns voellig nutzlos. Neben der Library ist die University of Adelaide, deshalb sassen hier jede Menge Studenten, fuer die die Library zu Lernzwecken auch wohl sehr hilfreich war. Naja, wir waren ziemlich schnell wieder draussen und sind in das `Museum of South Australia`. Es war, wie die meisten Museen in Australien, kostenlos und wirklich richig interessant. Zuerst waren wir in einem riesen Raum, indem alle moeglichen ausgestofpten Tiere ausgestellt waren. Nach Kontinenten sortiert, konnte man so sehen, was wo auf der Welt so lebt. Dann gab es jede Menge ueber die Aborigines, das fand ich total interessant. Ich koennte immer ewig ueber dieses Thema schreiben. Diese Kultur ist fuer uns einfach so unbegreiflich und so anders als jede andere Kunltur auf der Welt. Es ist einfach mit nichts vergleichbar und wirklich speziell. Ich wuerde so gerne mehr darueber erfahren, aber man hat einfach nicht mehr Moeglichkeiten als all das, was so in den Museen berichtet wird, aufzusaugen. Es gibt kaum andere Quellen, zumindest sind die meisten, fuer Normalsterbliche wie mich, nicht zugaenglich. Naja, hier gabs einiges ueber das Jagdverhalten und Waffen, familiaere Beziehungen und Beziehungen zu den Ahnen, Schmuck, Koerbe, Geschichten, Sprache, Boote, Glaube,  Didgeridoos, Kunst und noch ganz vieles mehr. Es waren echt viel zu viele Infornationen fuer einen Tag. Dann gab es noch jede Menge ueber Fossilien, noch mehr ueber Tiere, Steine, Meer, Forscher usw. Wir hatten nach zwei Stunden wirklich genug. Unser Kpf war voll und unsere Fuesse am Ende. Deshalb sind wir nur nochmal in den PeterPans und dann ins Hostel.

Ich hatte fuer diese Nach einenCouchsurfer gefunden, Chris. Er war echt nett. Er lebt alleine und hat mir sein Wohnzimmer zur Verfuegung gestellt.


Am naechsten Morgen hab ich mich wieder mit Liezelot in der Innenstadt getroffen. Wir haben kostenlos Fahrraeder ausgeliehen ,weil wir zum 13 km entfernten Strand fahren wollten. Die Fahrt war richtig schoen. Wir hatten perfektes Wetter und sind direkt am Fluss entlang bis zum `Henley Beach` gefahren. Der Strand war (wie alle Straende in Australien) wieder total leer und wunderschoen. Es gab dort einen kleinen Platz mit Cafes und Laeden, wo wir erst mal Mittag gegessen haben. Den Rest de Tages lagen wir dann am Strand rum. Liezelot hat gelesen und ich hab an meiner Braeune gearbeitet. Da wir die Raeder bis spaetestens 4 zurueck bringen mussten, war der Rueckweg nicht mehr so gemuetlich wie der Hinweg. Wir mussten uns ziemlich beeeilen, sind dann aber mit leichter Verspaetung puenktlich^^ angekommen. Nachdem wir noch ein wenig im PeterPans waren mussten wir uns auch schon voneinander verabschieden. Liezelot ist am naechsten Tag zu einer 3- taegigen Tour nach Melbourne aufgebrochen und ich wollte ja noch ein wenig in Adelaide bleiben.
Es war wirklich sehr schoen mit ihr. Viele Touren sind eben einfach schoener, wenn man sie nicht alleine macht.

Ich hab mich an dem Abend noch mit Volker getroffen. Er war auch gerade auf der Durchfahrt. Es war wieder ziemlich lustig und auch produktiv, da ich ja den gesamten Block vom Stuart Highway nicht mehr hatte und er mir so helfen konnte wieder zusammen zu bekommen wo wir ueberhaupt ueberall waren. Abends war dann noch ein anderer Couchsurfer bei Chris. Er war Franzose und konnte fast kein Englisch. Er wollre mich und Chris zum Franzoesisch reden ueberreden, aber das ist  wegen meinen hervorragenden Franzoesisch Kenntnissen leider gescheitert. Naja, irgendwie haben wir es geschafft uns zu verstaendigen. An dem Abend hab ich ausserdem erfahren, dass Chris ein richtiger Hardcore- Couchsurfer ist. Er hat erzaehlt, dass er am vorherigen Wochenende eine Party fuer seinen 100. Couchsrfer IN DIESEM JAHR (also in 10 Monaten) geschmissen hat. Das ist ect verrueckt. Und er meinte er haette einmal 9 auf einmal da gehabt. Ich konnte mir absolut nicht vortsellen, wo in dieser 3 Zimmer Wohnung 9 Schlafsaecke hingepasst haben sollen aber ok, muss wohl irgendwie funktioniert haben.

Am naechsten Tag hab ich erstmal die Shoppingmeile ausgenutzt und hab dann noch ein wenig Kultur Sightseeing gemacht. Ich war in der Art Gallery, die an sich schon cool war, aber halt wieder ein bisschen langweilig. Ich finde es wirklich faszinierend wie viel Kunstausstellungen es in Australian gibt. Jedes kleine Kaff hat mindestens eine Art Gallery. Also in Deutschland gibt es das glaub ich nicht, es ist mir zumindest noch nie aufgefallen. Naja, hier gabs auf jeden Fall australische, asische, islamische und dekorative Kunst. Bei der Dekorativen Kunst hab ich mein Liebligsstueck entdeckt. Es war ein Teller, der `Adam und Eva` hiess und der ein Paerchen dargestellt hat, die vor einem Baum standen und Sex hatten. Sowas beklopptes. Wer haengt sich denn das an die Wand? Vorallem war es eben in diesem Oma- Style. Das kennt man ja, die Omis die Teller sammeln und ihre Waende vollhaengen. Aber die haengen sich doch keinen Porno- Teller an die Wand. Naja, ich fands ziemlich lustig.

Dann war ich im `Migration Museum` und das war richtig interessant. Es ging eben darum, dass es in South Australia unheimlich viele Nationalitaeten gibt. Von ueberall her sind die Einwanderer gekommen, deshalb gibt es eine richtige kulturelle Vielseitigkeit, verschiedene Hintergruende und unterschiedliche Erfahrungen, die hier alle aufeinander treffen und das Leben hier gestalten. Es war echt interessant. Dann gabs noch einiges ueber die Politk hier frueher. Zum Beispiel war es fuer Englaender kein Problm hier einzureisen, aber fuer Asiaten oder Osteuropaer so gut wie unmoeglich. Die Englaender haben Australien als erstes entdeckt bzw. in ihren Besitz genommen, aber da es ja ein riesen Land ist mit unentdeckten Ressourcen usw. hatten sie Angst, dass die Asier kommen und es ihnen wegnehmen. Deshalb wollten sie es so schnell wie moeglich mit Menschen besiedeln, das sollten aber natuerlich hauptsaechlich Englaender sein, da das ja ihr Land war. Weil es aber nicht so viele Englaender in Ebgland gibt, durften auch Deutsche und ein paar andere Nationalitaeten einreisen, aber nur wenn die Leute irgendetwas zu bieten hatten. Sie mussten Englisch sprechen und z. B irgendeine tolle Ausbildung oder Faehigkeit haben und die Ueberfahrt natuerlich bezahlen koennen. Fuer Englaender gab es das 10 Dollar- Angebot. In dem Museum wurden ganz viele Plakate gezeigt, die frueher in England ausgehaengt waren, um Australien attraktiv zu machen. Schliesslich gabs hier nichts und die Ueberfahrt dauerte 3 Monate und war ziemlich gefaehrlich. So mussten Englaender nur 10 Dollar  zahlen und konnten nach Australien. Das alles wurde `White Australian Policy` genannt, weil es fuer Schwarze unmoeglich war einzureisen. Selbst wenn sie Englisch konnten mussten sie einen Testbogen in irgendeiner Sprache ausfuellen, die sie nicht kannten und konnten dadurch nur scheitern. Echt bekloppt. Dann gab es noch eine kleine Ausstellung darueber wie das Leben hier frueher fuer die Schueler so war. Das Museum war naemlich frueher eine Schule oder ein Internat oder Kinderheim oder sowas. Ein Versuch der Politik die Aborigines zu sozialisieren damals war es, den Familien die Kinder wegzunehmen, in Internate zu stecken und dort zu bilden. Die waren aber leider in einem voellig schlechten Zustand. Es gab zu wenig Essen, Kleidung, Betreuer, Lehrer und alles was Kinder brauchen. So ist das ganze ziemlich nach Hinten los gegangen. Viele Kinder sind gestorben, die die das alles ueberlebt haben, hatten keine Familie oder Vertraute, ihnen wurden jeliche Wurzeln weggenommen, sie hatten sowieso keine Zukunft, weil Aborigines es sehr schwer haben hier einen Job zu bekommen auch wenn die talentiert sind und so hatten sie keine andrere Chance als Alkoholiker zu werden. Echt schlimm. Die Politik hat sowas von versagt. Ja, also der Einfluss und der Umgang der Weissen auf/ mit den Aborigines wurde auch erklaert. Nach 2 Stunden war mein Kopf voll  und so hab ich mich nur noch mit David im Skype getroffen und dann alles fuer Kangaroo Island am naechsten Tag vorbereitet.


Kangaroo Island

Kangaroo Island ist die drittgroesste Insel um Australien. Sie ist 155 km lang und somit eigentlich viel zu gross, um sie in einem Tag zu erkunden. Aber ich hatte keine andere Wahl. Auf der Insel leben nur 3000 oder 4000 Menschen und somit gibt es keine oeffentlichen Verkehrsmittel, aber dafuer dutzende Touren. Da die billigste EIN!!- Tages Tour aber 250 Dollar gekostet haette, war mir das absolut zu viel. Also hab ich mich an den PC gesetzt und nach einem Couchsurfer gesucht. Es gab genau einen auf der ganzen Insel, der eine Couch zur Verfuegung hatte und er hat sich auch als total nett herausgestellt. Er hat mir sofort angeboten so lange zu bleiben wie ich will und er meinte, dass er montags frei haette und er mir die Insel zeigen koenne, wenn ich an dem Tag kommen wuerde. Das Angebot hab ich natuerlich dankend angenommen.

So hab ich sonntags nur ein bisschen an meinem Blog geschrieben, gepackt und bin dann ab in den Bus, der mich nach Cape Jervis bringen sollte, von wo die Faehre nach Penneshaw auf Kangaroo Island abgelegt ist. Dave hat mich sogar an der Faehrstation abgeholt und mir sein bescheidenes Haus gezeigt. Fuer diese Nacht waren sogar noch 2 Franzosen da. Dave hatte 2 Stockbetten in einem Raum und sein Schlafzimmer. Er wollte aber nicht, dass sich das aeltere franzoesische Ehepaar ein Zimmer mit mir teilen muss (das waer uns aber echt egal gewesen) und deshalb wollte er, dass ich in seinem Schlafzimmer schlaf. Das war mir wieder so unangenehm. Er hat dann auf der Couch geschlafen, echt peinlich. Naja, an dem Abend hab ich auch erfahren, was Dave beruflich macht. Er ist Tourguide auf Kangaroo Island :) Also besser haette ich es glaub ich nicht treffen koennen. Ein Tourguide zeigt mir an seinem freien Tag die Insel, kostenlos. Das war echt cool. So musste ich mich auch gar nicht so sehr mit der Insel auseinander setzen. Ich hab einfach nur gemeint, dass ich so viel wie moeglich sehen will. Er wusste schliesslich was an einem Tag machbar ist und was die besten Plaetze sind.

Wir sind relativ frueh los und von Penneshaw ganz im Osten Richtung Westen gefahren. Zuerst waren wir auf `Clifford`s Honey Farm`. Der Honig auf Kangaroo Island ist anscheinend beruehmt, deshalb darf man auch keine Bienen auf die Insel importieren. Wir haben ein bisschen Honig probiert (richtig lecker), uns die Bienen angeschaut und dann noch das Honigeis gekostet. War echt lecker. Dave hat natuerlich ungefaehr jeden an dem Tag gekannt. Er ist eben immer am tourguiden und da es hier nur so wenig Menschen gibt kennt eh jeder jeden. So hat er den Tag genutzt, um mit all seinen Bekannten und Freunden zu plaudern.

Dann waren wir im `Raptor Domain`. Das war richtig cool. Es war eine Vogelshow. Es gab einige Eulen und ganz viel Greifvogel zu begutachten, sogar einen richtig grossen Adler. Ich hatte auch eine Eule auf dem Schoss und einen Adler oder sowas auf dem Arm. Ganz schoen schwer aber die Eule hat sich unglaublich weich angefuehlt.

Nach einem kurzen Stop in einer Art Gallery, wo ich einige einheimische Kangaroos im Garten gesehen habe , sind wir den `Koala Walk` in der `Hanson Bay Wildlife Sanctuary` gegangen. Das war richtig cool, weil ich hier das erste mal wildlebende Koalas gesehen habe. Hier ist einfach ein Eukalyptus Wald und man muss zwar schwer suchen, aber es waren wirklich einige zu sehen. Dort haben wir dann auch Mittag gegessen. Ich hab Dave eingeladen, weil das ungefaehr das einzige war, was ich als Dankeschoen machen konnte. Aber da Dave auch hier alle kannte, war das Essen spotbillig. Also ich hatte echt Glueck an dem Tag.

Dann gings zum absoluten Highlight: dem `Flinders Chase Nationalpark` Am Info Centre hab ich Eintritt bezahlt (Dave natuerlich wieder nicht, er hat nirgends Eintritt bezahlt, weil er ja jeden kannte) und dann sind wir zu den `Remarkabke Rocks` gefahren. Die fand ich richtig cool. Es waren riesen Felsen mit den verruecktesten Formen, die direkt an de Kueste am Abhang lagen. Sie waren roetlich und zusammen mit dem blauem Meer und dem blauen Himmel, sah das echt richtig schoen aus. Ich bin um alle Felsen rumgelaufen und fand es voll faszinierend wie die Natur es schafft, nur mit Wind und Wasser so schoene Formen zu gestalten. Am `Cape du Couedic`, wo wir danach waren, fand ich es aber noch schoener. Erstmal stand hier ein wunderschoener Leuchtturm an der Kueste und dann konte man die Kueste ein Stueck runter laufen und hunderte Seeloewen beobachten. Sie waren so gluecklich. Einige haben gekaempft bzw. gespielt, manche haben froehlich im Wasser rumgeplantscht und andere lagen einfach nur faul in der Sonne. Ich haette ihnen stundenlang zuschauen koennen. Dabei kam das coolste erst noch. Wenn man den Weg ein wenig weiter nach unten ist, ist man an eine Art Fenster gekommen. Man hat unter den Klippen durchgeschaut und konnte noch mehr Seeloewen und das Meer auf der anderen Seite sehen. Echt schoen. Dave meinte, das ware sein absoluter Lieblingsplatz und obwohl er hier beruflich mehrmals die Woche ist, kommt er trotzdem manchmal an seinen freien Tagen her und starrt einfach nur auf das Meer. Echt cool. Ich hab mich schon gewundert, warum er an seinem freien Tag das gleiche macht, wie an einem Arbeitstag und ihm das anscheinend auch noch gefaellt. Aber ich schaetze, wenn man so einen coolen Baruf hat, wenn man immer an so tollen Orten sein darf, Orte, die andere in ihrem Urlaub besuchen, dann kann das Arbeiten nicht wirklich Arbeit sein

Er war wirklich lieb. Aber was er mir auf dem Rueckweg alles erzaehlt hat, hat mir voll Leid getan. Er hat eine Tochter in meinem Alter, die er aber seit fast 10 Jahre nicht mehr gesehen hat. Ich hab mich die ganze Zeit schon gewundert, weil er die ganze Zeit so viel von ihr erzaehlt hat und wirklich stolz auf sie ist, aber er wusste eigentlich hauptsaechlich nur ihre Schulnoten. Die hat er anscheinend immer zugeschickt bekommen, aber das sind die einzigen Informationen, die er ueber sie hat. Er weiss nicht mal wo sie gerad wohnt und ich mein, Australien ist ziemlich gross. Er meinte, dass er waehrend der Scheidung zu wenig fuer sie gekaempft haette, weil er gedacht hatte, dass ein Kind seinen Vater eh immer sehen will, egal was das Gericht sagt, aber er hat den starken Einfluss der Mutter vergessen. Echt unfair, er war so nett und er vermisst seine Tochter sehr, aber sie will ihn einfach nicht sehen. Ich weiss natuerlich nicht, was genau vorgefallen ist und wie verstaendlich das Verhalten der Tochter ist, aber ich wusste, dass er sie liebt und sehr vermisst. Einige auf der Insel an dem Tag haben gefragt, ob ich denn seine Tochter sei und dass sie die ja so lange nicht mehr gesehen haben, jetzt verstand ich warum. Dave war echt suess, er meinte dann immer nur: Ja fuer heute ist sie meine Tochter.

Ausserdem hat er mir auch einiges ueber die Insel erklaet. Er meinte, dass es hier vor 4 Jahren einen riesigen Brannt gegeben hat, bei dem 85% der Natur abgebrannt ist. Voll krass, jetzt konnte man schon fast nichts mehr davon sehen. Er hat dann den schlauen und wie ich finde zweideutigen Satz gesagt: ` Nature has time, humans don`t`. Das hat wieder irgendwie zu der Gechichte mit seiner Tochter gepasst. 

Wir waren dann noch kurz in Kingscote, der Hauptstadt von Kangaroo Isalnd. Dort gab es aber  nicht wirklich viel zu sehen und so sind wir noch zusammen Pizza essen gegangen und dann hat Dave mich auch schon wieder an die Faehre gebracht. Er hat mir angeboten wieder zu kommen und dass ich dann sein Auto haben koenne und den Rest sehen koenne. Und ich soll den David mitbringen und wir koennten so lange bleiben wie wir wollen, auch Wochen oder Monate. Er war wirklich so herzensgut und ich war sehr dankbar fuer diesen schoenen Tag.

Die restliche Zeit vor Neuseeland gibts im naechsten Blogeintrag.
Ich vermiss euch und hab euch lieb :)

Franzi