Dienstag, 25. Oktober 2011

Hot Hotter Darwin

Hallo meine Lieben,

da bin ich wieder mit neuen Abenteuern aus der Regionalhauptstadt von Northern Territory, Darwin. Die 73800 Einwohner Stadt liegt ganz im Norden und mittig in Australien. Die Aborigines (hier der Larrakia- Stamm) leben hier seit Tausenden von Jahren, doch inzwischen gibt es in der Stadt ueber 50 Nationalitaeten. 1874 wurde Gold im Pine Creek gefunden, weshalb viele Chinesen her gekommen sind. So ist die Stadt mitten im Nichts entstanden.

In diesem Nichts bin ich am Montag den 05.10 gelandet (einen Flughafen gibts sogar im Nichts). Im Flugzeug hab ich direkt meine Weste ausgezogen (die Flugzeuge sind immer viel zu sehr klimatisiert), weil ich wusste was mich erwartet: 35 Grad und gefuehlte 100 Prozent Luftfeuchtigkeit. So ist es in Darwin, viel zu heiss gemischt mit Regen (in der Regenzeit) oder hoher Luftfeuchtigkeit (Trockenzeit). Naja,auf jeden Fall hatte ich direkt einen Couchsurfer. Er hat im `Airport Resort` gewohnt, einem riesigen wunderschoenen luxurioesem Hotel. Er arbeitet dort in der Naehe und kann fuer umsonst in dem Hotel wohnen. Nachdem er mir seinen Raum aufgeschlossen hatte musste er allerdings wieder arbeiten und ich hab mich deshalb an den riesigen von Palmen umrandeten Pool gelegt. Dort war es wirklich wunderschoen. Nur ein paar Kinder waren da und haben im Wasser gespielt, ansonsten war dort niemand. Es war echt paradiesisch. Also hab ca. 3 Stunden nichts gemacht ausser ein bisschen geschwommen, gechillt und gelesen. Abends bin ich dann zu Ro ins Zimmer. Am Anfang war er total nett, aber im Nachhinein bin ich echt froh, dass ich nur eine Nacht bleiben konnte, weil er am naechsten Tag Besuch von seinen Freunden aus Melbourne bekommen hat. Ich hab mich nicht wirklich wohl bei ihm gefuehlt weil er etwas penetrant war. Er hat mir direkt Bier gegeben und richtig gedraengelt, dass ich es auch schnell trinke. Danach hat er mir direkt wieder eins in die Hand gedrueckt, obwohl ich gesagt habe, dass ich nicht gerne Bier trinke. Dann wollte er `Wahrheit oder Pflicht` spielen, was ich schonmal komplett strange fand. Aber ok. Am Anfang wars ja noch lustig, aber dann er hat er angefangen, ziemlich intime Fragen zu stellen, sowas wie: `Hattest du schonmal einen Dreier?` oder ` Was ist deine Lieblingsstellung?` An der Stelle hab ich das Spiel dann abgebrochen und wollte ins Bett. Er hat mir ca. 5 mal angeboten in seinem Bett zu schlafen, echt nervig. Deshalb war ich wirklich froh, als ich am naechsten Morgen aufgewacht bin, er schon arbeiten war und ich in die Stadt gefahren bin. An sich hat er ja nichts schlimmes gemacht, und ich hatte bisher nur so positive Erfahrungen beim couchsurfen, die negativen gehoeren eben auch dazu.

Ich bin ins YHA Hostel eingecheckt, weil ich noch eine e -Night uebrig hatte und erstmal einkaufen gegangen. Nach einen wirklich stärkenderem Fruehstueck hab ich mich mit meinen Zimmerkollegen unterhalten. Sie waren wirklich nett. Laura, Lena, Kathy, Friedrich und Christoph kommen aus der Naehe von Muenchen und haben mir gleich angeboten, mit ihnen an die Lagoone zu gehen. Da war ich natuerlich sofort dabei. Es war wirklich schoen sich mit ihnen zu unterhalten. An der Lagoone waren wir dann ewig im Wasser (es ist ueberhaupt nicht kalt) und sind nachdem wir etwas zu Abend gegessen haben (chinesische 2 Minuten Nudeln) auf den Mindil Beach Market gegangen. Der Markt ist jeden Donnerstag und Sonntag Abend und wirklich unterhaltsam. Es gibt Essen aus Thailand, Sri Lanka, Indien, China, Malaysia, Brasilien, Griechnland und Portugal und mein absolutes Highlight: Den Didgeridoo- Master!! Er war echt cool. Er hat Didgeridoo gespielt und wurde dazu von einem Schlagzeuger begleitet, das hat sich echt cool an gehoert. Total faszinierend wie viele verschiedene Laute man mit so einem Holzrohr machen kann. Den Aborgines hat es auch echt gefallen, sie haben alle dazu getanzt. Und wie. Wir waren so beeindruckt davon. Die Frauen (und Maedchen, teilweise echt noch Kinder) sind sowas von abgegangen. Sie haben richtig geshaked, aber so schnell, dass wir echt neidisch wurden. Es sah aus als wuerden sie vibrieren. Wir haben versucht es nachzumachen, aber wir sind klaeglich gescheitert und mussten ueber uns selber lachen.
Am naechsten Tag wollte ich nach 2 Tagen chillen wieder etwas Sightseeing machen. Und so bin ich auf zum Parliament House. Es ist ein richtig schoenes grosses weisses prunkvolles Gebaeude, indem praktischerweise auch die Buecherei mit freiem Internet ist. Dort war ich dann also erstmal ungefaehr zwei Stunden, bevor ich weiter bin und mir einige Kunstgalerien angeschaut habe. Es war wieder das selbe wie immer. Ganz viel Aborigine Kunst und ganz viel Langweiliges. Naja, trotzdem hab ich ein bisschen auf gebildet getan und mir die Kunstwerke angeschaut. Ich bin nur immer beeindruckt von den Leuten, die 20 Minuten vor einem Bild stehen, am besten noch wenn es eine komplett schwarze Leinwand ist, (sowas gibts hier auch, und es wird als Kunst bezeichnet) und es anstarren. Ich verstehe nicht, was es da so aufregendes zu sehen gibt. Aber ok. Wenn das Bild dann auch noch den einfallsreichen Namen `The Black` traegt, dann ist die Verwirrung natuerlich gross und man muss natuerlich ganz viel darueber Nachdenken. `Hat der Kuenstler wohl Mariuhana geraucht oder doch Extasy genommen? Hatte er eine schwere Kindheit oder will er einfach nur negative Aufmerksamkeit?` Natuerlich super spannend. Also ich war nach 10 Minuten aus der Galerie wieder draussen. Danach war ich wieder an der Waterfront. Dort ist auch die Lagoone. Aber diesmal war ich nicht nur faul rumgelegen, sondern bin alles abgelaufen, in der prallen Sonne. Ich bin echt gestorben. Also bin ich am Ende doch wieder an der Lagoone gelandet. Als sich dann der Hunger bemerkbar gemacht hat, bin ich gegen 3 zurueck ins Hostel, habe etwas gegessen, geduscht und bin tot ins Bett gefallen. Obwohl ich nicht viel gemacht hatte, war der Tag durch die Hitze echt anstrengend gewesen. Und unser Zimmer war so schoen klimatisiert, ich war dort stundenlang und habe gelesen. Echt entspannend und erfrischend. Gegen 7 kamen dann auch die andern mit einer guten und einer schlechten Nachricht wieder. Die schlechte Nachricht war, dass ich nicht mit ihnen in den Kakadu National Park konnte (das hatten sie mir am Tag vorher angeboten), weil es nur noch Autos mit 5 Sitzen zu mieten gab und die gute Nachricht war, dass sie als Wiedergutmachung Wein gekauft hatten. Den haben wir dann auch getrunken und sind feiern gegangen. War ein lustiger Abend, aber zu unserer Enttaeuschung hat der Club, indem wir waren, schon um 2 zugemacht. Also waren wir frueher als geplant wieder im Hostel und sind zufrieden eingeschlafen.
Nachdem ich am Samstag dann erstmal ausgeschlafen hab bin ich zum `Chinesischen Tempel` in der Naehe von der Waterfront. Er wurde 1887 gebaut, aber 1897 und 1937 von Zyklonen beschaedigt. Im zweiten Weltkrieg wurde er dann bebombt und gepluendert und von Zyklon Tracy 1974 komplett zerstoert. 1978 wurde er wieder aufgebaut und ist seitdem wieder fuer die ` Chung Wah Society` (der Chinesen Club in Darwin) nutzbar. Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Darwin sieben mal mehr Chinesen als andere ethnische Gruppen. Die praktizierten Religionen in dem Tempel sind Buddismus, Taoismus und Konfuzianismus und sollen Einheit und Harmony zeigen. Direkt neben dem meiner Meinung nach ziemlich kitschigen Tempel war auch ein Museum. Als ich es jedoch betreten hab, um zu fragen, ob ich einfach in dem Tempel gehen darf, hab ich den Museumswaerter leider aus einem Tiefschlaf gerissen. Er lag mit dem Kopf auf dem Tisch als ich reinkam und ist so ploetzlich hochgeschreck, dass ich Angst hatte, dass er einen Herzinfarkt bekommt. Echt immer das selbe mit den Museen hier. Naja, er war total nett und hat gesagt, dass ich mir gerne alles angucken kann. In dem Tempel waren ganz viele bunte Figuren von irgendwelchen alten Politikern, Blumen, (aus Plastik), Obst und andres buntes Zeug. Daneben war dann noch der ` Memorial Chapel`, so ein kleines Haus in dem ganz viele Namen an der Wand standen. Es waren die Namen der Vorfahren und hat mich sofort an `Mulan` erinnert. Da gibt es eine Szene, in der Mulans Vater zu den Vorfahren betet und um ihn herum ganz viele Huehner fliegen. Er laesst sich durch die herumfliegenden Feldern nicht stoeren und bettet einfach weiter. Echt witzig.

Dann gings zu den `Oellagertunneln`, die im Reisefuehrer als `one of the most significant develeopments in Darwin`, also als ` eine der bedeutensten Erfindungen in Darwin` bezeichnet wurde. Das zeigt allerdings nur, das Darwin nicht viele bedeutende Erfindungen gehabt haben kann, denn die Tunnel wurden zur Lagerung des Treibstoffnachschubs der Marine gebaut, wurden aber nie genutzt. Naja, tolle Erfindung :) Anschliessend war ich mal wieder im Internet und nochmal auf dem Markt.
Der naechste Tag war wieder eher gechillt. Ich war nur in der Buecherei, an der Lagoone und habe mich mit Bryce getroffen. Er ist Australier und faehrt nach Alice Springs und Adelaide. Da das meine zukuenftigen Reiseplaene waren, hab ich nach jemandem mit einem Auto gesucht, der die Strecke (3000km ) faehrt und mich mitnehmen kann. Er war echt nett, aber er hat eben alles Sehenswerte dort schon gesehen und wollte eigentlich einfach nur runter fahren. Ich wollte mir ja aber auch noch ganz viel angucken. War trotzdem nett sich mit ihm zu unterhalten. Er hat sogar mein Englisch gelobt, das hat mich voll gefreut :) Am naechsten Tag bin ich frueh aufgestanden und, nachdem ich das Hostel aufgrund von Sparmassnahmen gewechselt hatte, zu den `Botanic Gardens` gelaufen.
Er war ganz schoen, aber es war einfach wieder viel zu heiss. Einfach nur das Laufen war so anstrengend, dass ich ziemlich schnell keine Lust mehr hatte. Obwohl der Garten nicht so gross war, gab es viel zu sehen. Es gabe einen Regenwald- Teil mit Wasserfall, einen Afrika- Teil, in dem ganz viele ausgetrocknete Baeume standen , ganz viele Blumen, Gewaechshaeuser und eine Kinder- Erlebnis- Teil. Nach einer Stunde bin ich dann weiter zum `Museum and Art Gallery of Northern Territory. Eintritt war mal wieder umsonst. Es gab dort Kunst aus der Region, Aboroginal Kunst, Kunst aus Suedostasien, Kunsthandwerk, Schiffe, Boote, Fotografien von Aborogines, die Geschichte vom Northern Territory, etwas ueber den Zyklon Tracy, den zweiten Weltkrieg und die Veraenderungen in der Fauna Australien im Laufe der Zeit.
Alles ueber den Zyklon Tracy fand ich total interessant. Er ist am Weihnachtsabend 1974 ueber Darwin hinweggefegt und es waren die staerksten Winde, die jemals in Australien aufgezeichnet wurden. Am Morgen nach diesem vernichtenden Zyklon hatte Darwin quasi aufgehoert zu existieren. Nur 400 der 11200 Haeuser standen noch, so waren fast alle 48000 Menschen heimatlos und 71 tot. In dem Museum gab es auch einen kleinen Raum, der komplett dunkel war und in dem original Tonaufnahmen von dem Zyklon abgespielt wurden. An der Tuer stand allerdings, dass man den Raum nicht betreten solle, wenn man zu der Zeit in Darwin gelebt habe oder den Zyklon miterlebt hat, weil das psychisch nicht auszuhalten sei. Fand ich voll krass. Aber ich bekam wirklich schon eine Gaensehaut obwohl ich gar ncht dabei war. Es war totakl laut, man hat laute Schlaege gehoert (hat sich angehoert wie Metalldaecher, die durch die Luft wirbeln), ab und zu auch Schreie. Es war echt verreuckt. Ich hab die Augen zu gemacht und konnte mir richtig vorstellen, wie es gewesen sein muss. Voll schlimm. Und das an Weihnachten. Ja, Darwin hatte wirklich ganz schoen Pech.
Waehrend meiner Zeit hier in Darwin hab ich auch mehr ueber den Angriff der Japaner auf Darwin im zweiten Weltkrieg erfahren. Darwin bildete die Frontlinie der Alliierten gegen die Japaner und so wurde es am 12.12.1941 (eine Woche nach dem Angriff auf Pearl Harbour) evakuiert, zumindest wurde der Befehl erteilt. Am 19.12.1942 haben die Japaner dann den Hafen bombardiert.
Der Angriff kostete mindestens 243 Zivilisten und Soldaten das Leben.
Es war die gleiche Flugzeuggruppe, die auch Pearl Harbour angegriffen hat, aber es sind mehr Bomben auf Darwin gefallen als auf Pearl Harbour und Darwin wurde beim ersten Angriff von mehr Flugzeugen attakiert als Pearl Harbour. 47 Schiffe sind gesunken. Es gab 64 Angriffe. So ist Darwin die einzige Stadt, die im zweiten Weltkrieg angegriffen wurde. Die Stadt hatte also ein wirklich schweres Schicksal.
Ausserdem fand ich die Tiere total interessant, die in dem Museum gezeigt wurden. Unter anderem wurde `Sweetheart` ausgestellt. Das riesige Krokodil hat in den 1970er viele Fischerboote angegriffen und wurde deshalb am 19.7.1979 gefangen. Als man es aber an Land hieven wollte, hat es sich in einem sinkenden Baumstamm verfangen und ist ertrunken. Ich dachte zueert, dass das Krok in dem Museum aus Plastik war, doch dann hab ich das Schild entdeckt, auf dem stand, dass es echt ist und man es nicht anfassen solle. Voll krass, es war wirklich riesig.
Dann gab es eben noch einige Kunstwerke und viel ueber die Geschichte der Aborigines. Das fand ich auch voll cool. Seit 60000 Jahren gibt es Aborigines in Australien. Ich habe mich aber immer gefragt, wie die Menschen auf diesen Kontinent gekommen sind, denn zu dieser Zeit gab es keine Verbindung mehr zu anderem Land, d.h. damals schon war Australien voellig abgelegen. Ausserdem konnten sich die Aborigines nicht parallel entwickelt haben, denn in Australien gab es keine Tiere aus denen sie sich entwickelt haben koennten. Es gab keine Affen, gibt es auch heute noch nicht. Sie muessen also ueber das Meer hergekommen sein. Mitochondriale DNA-Vergleiche (mtDNA) lassen darauf schließen, dass Aborigines Nachfahren von Menschen einer der ersten Emigrations-Wellen aus Afrika sind und ihre Vorfahren Afrika vor 100.000 bis 130.000 Jahren verlassen haben, um sich dann entlang der Küste Südostasiens bis nach Australien auszubreiten. Australien war zu dieser Zeit Teil des Kontinents Sahul und mit Neuguinea über eine Landbrücke verbunden. Eine Landbrücke zum asiatischen Festland hat aber nie bestanden, so dass eine Besiedlung Groß-Australiens nicht ohne Überwindung des Wallacea-Meeres möglich gewesen wäre. In dem Museum hab ich erfahren, dasss der Meeresspiegel waehrend der Vergletscherung 130 m tiefer war und die Menschen wahrscheinlich so Australien erricht haben. Das sind aber alles nur Vermutungen. In Wirklichkeit ist es ein Raetsel.
Am naechsten Tag bin ich dann nach Fannie Bay. Da es aber 8 km vom Zentrum entfernt lag und ich bei der Hitze keine Lust hatte zu laufen bin ich Bus gefahren. Ich bin frueh los, weil ich um 3 schon wieder in der Library sein wollte, da ich schon Internet reserviert hatte. Die nette Busfahrerin hat mich genau dort rausgelassen wo ich aussteigen wollte, obwohl es dort keine Bushaltestelle gab. Und so konnte ich den 4 km langen Walk bis zum `East Point Reserve` starten. Ich hab mir wirklich ewig Zeit gelassen, weil es auf dem Weg so viel zu sehen gab. Einige Denkmaeler und Kanonen aus dem zweiten Weltkrieg und ganz viel Strand. Hier darf man ja wegen den Haien, den Quallen und allen anderen Tieren, die eien toeten wollen nicht ins Wasser und so war niemand an dem Strand. Er besteht auch nicht typisch auf feinem Sand sondern aus roten Steinen. Das ist so ein schoener Kontrast zu dem blauen Meer und dem blauen Himmel. Ich hab also mal wieder ganz viele Fotos gemacht und die ganzen kleinen Krebse beobachtet, die am Strand rumgekrabbelt sind. Ich habe einmal gelesen, dass es sogar eine Krebsart gibt, die giftig ist und einen toeten kann, deshalb hab ich also gegen jedes Verlangen keines der Krebse angefasst, sondern nur angeschaut. Immer im Wechsel (Strand und Weg) hab ich mich also dem Eat Point Reserve genaehert. Dort gibt es einen Lookout, der sehr schoen und sehenswert sein soll und direkt dabneben ist auch das `Darwin Military Museum` das ich unbedingt besuchen wollte, um mehr ueber den Angriff auf Darwin zu erfahren. Die Aussicht hier war echt atemberaubend. Man stand auf einer Art ewig langen Klippe. Vor einem ging es also immer ganz steil runter und so hatte man einen wunderschoenen Blick auf das Meer. Das Gestein hier war richtig rot und ueberall dazwischen sind schoene gruene Pflanzen gewachsen. An einer Stelle stand auch eine Art Aussichtsturm. Von hier wurde im zweiten Weltkrieg kontrolliert, ob sich fremde Schiffe der Kueste naeherten. Man durfte auf ihn eigentlich nicht hochklettern, also an der Leiter war auf halber Hoehe eine Art Platte, durch die man nicht hoeher klettern konnte. Irgendwie hab ich es aber geschafft um sie herum zu klettern und stand so doch auf dem ca. 20 Meter hoehn Turm. Das war echt cool. Die Aussicht war richtig cool und ich hab ganz viele Fotos gemacht.
Im Military Museum standen dann ganz viele gepanzerte Fahrzeuge, Motoren und andere Fahrzeugteile, Schusswaffen, Flaggen, Zeitungsartikel usw. In einem Zeitungsartikel hab ich sogar etwas ueber Hitler gelesen, der ist halt irgendwie weltweit praesent. Naja, Zentrum des Museums ist direkt unter der 9,2 inch Waffe, die gebaut wurde, um die Stadt und den Hafen zu verteidigen. Dort ist die Original Kommando Zentrale, die die Waffe kontrolliert hat. Es gab auch einen Film ueber den Angriff und ganz viele Bilder von Soldaten. Von einem Soldat stand ein riesen Bild in dem einem Raum und als ich es gerade betrachtet habe ist ein Mann an mir vorbei gelaufen und hat gesagt, dass das sein Vater sein. Echt verrueckt. Er hat in dem Museum gearbeitet glaube ich. Australien bzw. Darwin hat einfach so wenige Einwohner, das wahrscheinlich jeder irgendwelche Familiendenkmale in dem Museum hat. Naja, so ist es eben downunder :)
Als ich wieder Richtug zurueck gelaufen bin, um mich ein wenig an den Lake Alexander zu legen, die einzige Wasserstelle in Darwin (ausser der Lagoone) in der es nicht lebensgefaehrlich ist zu baden, hat ein Auto angehalten und gefragt, ob sie mich mitnehmen sollen. Es war eine Aborigine Familie und da eine Frau am Steuer war und auch Kinder in dem Auto sassen hatte ich keine Angst einzusteigen. Normal muss man bei Aborigines ein bisschen aufpassen, aber die Frau war echt nett und hat mich die ca. 3 km mitgenommen. So war ich frueher am See als geplant und hatte noch Zeit fuer den `Mangrove Boardwalk`. Da gerade Trockenzeit ist hab ich nur ein paar Krebse gesehen. Es war aber trotzdem ganz schoen. Mim Bus gings dann direkt zur Library und anschliessend wieder ins Hostel. Dort gab es auch einen PC, an dem freies Internet war und da in der Library die Couchsurfing Seite nie ging und ich deshalb immer noch keine Anfragen hatte schreiben koennen, hab ich das nun im Hostel gemacht. Als ich noch am Anfragen schreiben war hab ich von Michael auch schon eine Antwort bekommen. Er meinte, dass ich sehr gerne bei ihm schlafen koenne. Total cool. Also hab ich ihm gleich eine SMS geschrieben und konnte so am naechsten Morgen endlich auschecken. Ich hab mich mit ihm am Woolworth getroffen und bin die 10 Minuten (also echt zentral) zu seiner Wohnung gelaufen. Dort hat er mit einem anderen Jungen und einem Maedchen zusammen gewohnt, die beide echt nett waren. Er hat mich gefragt, was ich denn an dem Tag vorhabe und da ich eigentlich nichts geplant hatte, hab ich nur mit den Schultern gezuckt. Er meinte er haette frei und wir koennten ja in den `Litchfield Nationalpark` fahren. Da der 200 km weg ist hab ich nur gelacht. Es war schliesslich schon 11 Uhr und fuer so spontan hatte ich nicht einmal die Australier gehalten. Da hatte ich mich aber geirrt, denn als ich meine Sachen in das Zimmer gestellt hatte kam er mit Autoschluessel in der Hand und meinte `Na, gehen wir jetzt?` Er hatte das also echt ernst gemeint. Ich war natuerlich sofort dabei, denn da ich vorher nie jemanden mit Auto gefunden hatte, mit dem ich haette mitfahren koennen wollte ich schon eine Tour buchen und das haette wieder ueber 100 Dollar gekostet. So bin ich also umsonst in den Litchfield gefahren. Und Michael war echt voll witzig und lustig. Er hat mir von seinen ganzen Reiseerfahrungen erzaehlt. 2009 ist er sogar mal 6 Wochen durch Europa getourt und fand es total cool. Die 2 Stunden Fahrt gingen total schnell rum, weil wir uns so gut unterhalten haben. Der Litchfield National Park ist 143 Quadtrakilometer gross und es gibt dort ganz viele Wasserfaelle, Regenwald, Termitenhuegel und historische Ruinen.
Als erstes gings zu den `Magnetic Termit Mounds`, riesigen Termitenhuegeln. Total faszinierend wie diese kleinen Insekten so grosse und stabile Gebilde bauen koennen. Die eine Wiese sah aus wie ein Freidhof, weil die Termitenhuegel die gleiche Form wie Grabsteine hatten und alle parallel standen. Spaeter hab ich gelesen, dass die Termiten ihre Huegel zur Temperaturregulierung auf die Nord- Sued- Achse ausrichten. Echt clever und beeindruckend.
Anschliessend gings zu den `Buley Rockholes`. Das war ein Fluss, der immer wieder kleine Becken beinhaltete, in denen man Baden konnte. Und diese Becken waren auch immer so tief, dass man rein springen konnte. An dem einen Becken stand ein Baum am Rand, der schraeg ueber den Fluss wuchs und auf den man drauf klettern und rein springen konnte. Michael wollte unbedingt, dass ich mit ihm springe. Ich hatte aber erst in bisschen Schiss, denn man musste echt ziemlich weit auf den Baum klettern, damit man weit genug ueber dem Becken war. Als ich dann aber kleine Kinder gesehen habe , die gesprungen sind und Michael auch schon gesprugen war, konnte ich es mit meinem Ego nicht mehr vereinbaren nicht zu springen. Also bin ich eben den schmalen und glatten Baumstamm hoch gegrackselt und gesprungen. Das war echt ein Kick. Und das Wasser war so sauber und weich. Dort sind wir dann also eine Weile Baden gewesen, als dann aber eine Schulklasse kam und es voll wurde gings weiter zu den ` Florence Falls`.
Die riesigen und wunderschoeen Wasserfaelle sind ueber einen kurzen Wanderweg erreichbar. Und echt voellig unberuehrt. Es waren zwar schon ein paar anderen Leute dort baden, aber trotzdem war es so idyllisch. Wieder sind wir die steile Felswand hoch geklettert und ins Wasser gesprungen. Es gab auch ganz viele kleine Fische dort, die einem an den Beinen genagt haben, wenn man zu lange an einer Stelle sass. Sie fressen abstorbene Hautstueckchen und knabbern einem so die Haut ab. Das hat sich so witzig angefuehlt. Voll das natuerliche Peeling. Dort waren wir irgendwie ewig. Es war so schoen. Ich kann mich nicht erinnern einmal an einem so schoenen Badeort gewesen zu sein. Es war echt unglaublich. Als wir dann nach ca. 2 Stunden wieder im Auto waren ist Michael aber ploetzlich aufgefallen, dass er wieder zurueck musste. So sind wir an dem Tag ca. 4 Stunden Auto gefahren und waren 3 Stunden im Nationalpark. Aber ok, Australier eben. Michael hat mich ja auch voll ausgelacht, als ich gesagt hab, dass 200 km doch weit sind. Austarlier haben eben ne andere Einschaetzung fuer Entfernungen, das ist mir an dem Tag nochmal klar geworden. Wieder daheim waren wir einkaufen, ich hab geduscht und gegessen. Total geschockt war Michael als er gehoert hatte, dass ich zwar seit fast einer Woche in Darwin war, aber erst einmal gefeiert hatte, deshalb wollte er an dem Abend unbedingt mit mir weggehen. Ich hab mir also Goon gekauft und mich fertig gemacht. Zuerst waren wir wieder auf dem Mindil Beach Sunset Market, wo ich auch endlich mal einige Spezialitaeten probiert habe. Sonst hatte ich immer schon Abend gegessen, wenn ich da war, aber heute hatte ich richtig Hunger und so haben wir Krokodilfleisch, Kaenguru und so chinesische Rollen gegessen. Zum Nachtisch gabs dann noch frittierten Marsriegel, das war richtig lecker. Gestaerkt und mit schon etwas Alkohol im Blut (wir hatten den Goon dabei) sind wir nochmal zurueck in die Wohnung bis wir dann gegen 11 los sind. Der Club in dem wir waren, war ganz schoen, aber wieder sind mir die Unerrschiede von deutschem und australischem Feierverhalten ausgefallen. Als wir den Club betreten haben, meinte Micheal schon ` Oh Gott, ist das voll hier!!` was ich aber absolut nicht bestaetigen konnte. Es waren schon Menschen in dem Club, aber man konnte ueberall, wo man hin wollte, hinlaufen, es war nicht zu heiss und beim tanzen hatten wir mindestens einen Quadratmeter Platz. Also `voll` ist es fuer mich, wenn man nicht mehr selbststaendig tanzen kann sondern von den Bewegungen der Masse rumgeschoben wird und man 10 Minuten fuer 10 Meter brauch weil so viele Leute den gleichen Weg haben. Ich fand es dort richtig angenehm. Michael musste aber alle 10 Minuten raus, weil es ihm zu voll war :D Na gut, echt interessant wie unterschiedlich die Definition von ` voll` sein kann. Um halb 2 sind wir dann auch schon wieder zurueck. Und weil Michael zu faul zum Laufen war (waren ja auch ganze 5 Minuten Fussweg) sind wir mit einem `Tuktuk` gefahren. Das sind die Fahrraeder, die kleine Anhaenger haben und einen bei 30 Grad durch die Gegend faren, ich hatte einfach nur Mitleid mit unserem Fahrer, aber naja, Michael hat ihn grosszuegig bezahlt, von daher wars ok. Wir sind beide tot ins Bett gefallen. Es war ein wirklich schoener, lustiger und aufregender Tag.
Am naechsten Tag stand dann wieder Organisation aurf dem Programm. Ich konnte mich endlich mit Volker treffen. Er hat die ganze Zeit auf einer Mangofarm etwas ausserhalb von Darwin gearbeitet und war damit jetzt aber endlich fertig und in Darwin. Ich hatte ihn auf `gumtree` gefunden. Er hat ein Auto und wollte ueber den Kakadu Nationalpark bis nach Alice Springs fahren. Wir hatten also den gleichen Weg und haben uns getroffen. Wir waren uns gleich sympathisch und haben uns gut unterhalten. Er hat gesagt, dass er schon am naechsten Tag los wolle und so hab ich den Rest des Tages genutzt, um meine Waesche zu machen, einzukaufen, und alle wichtigen Leute nochmal anzurufen, bevor es ins Outback ohne Empfang und Internet ging.
So war ich naechsten Morgen startklar, hab mich von Michael verabschiedet und konnte Darwin endlich verlassen. Ich hab das Outback schon rufen hoeren und mich richtig gefreut. Darwin ist zwar eine schoene Stadt aber viel zu heiss und zu teuer. Es war schoen dort, aber ich wollte jetzt endlich das ` Centre of Australia` sehen und war so mehr als bereit fuer unser Abenteuer. Davon aber in meinem naechsten Bericht.
Ich vermisse euch und hab euch lieb.
Eure Franzi









Montag, 10. Oktober 2011

Cairns 2

Da bin ich wieder,und jetzt kommt der Rest von Cairns J

Am Dienstag, den 27.09, war dann mein Ausflug nach Kurunda geplant.
Frueh morgens wurde ich direkt am Hostel abgeholt und zur Skyrail gefahren. Direkt neben der Einstiegsstation war Tjapukai, der Aboriginal Park. Ich musste kein Eintritt mehr zahlen, da das schon durch die Tour mit abgedeckt war. Die nette Frau am Schalter, hat mir eine Karte von dem Park gegeben und erklaert zu welcher Show ich wann am sinnvollsten hingehe. Ihren Rat hab ich auch genauso befolgt, weil ich ja wusste, dass ich nicht ewig Zeit hatte.

Als erstes sollte ich zum `Creation Theatre`, wo um 9.45 Uhr die traditionellen und spirituellen Braueche und der Glaube der Aborogines in einem Theater dargestellt wurde. Das fand ich allerdings ein bisschen verwirrend. Es wurden verschiedene Geschichten dargestellt, die aber irgendwie keinen Zusammenhang hatten. Ich weiss nur noch, dass es in dem Aborigine Stamm zwei Gruppen gab: die Regen- und die Sonnengruppe oder so aehnlich. Da gabs dann verschiedene Gesetze wen man heiraten durfte und mit wem man reden durfte usw. Ganz komisch auf jeden Fall.

Dann sollte ich zum Tjapukai Dance Theatre, wo sowas wie ein kleines Konzert war. Das war richtig cool, weil ich auf die Buehne geholt wurde. Da hab ich dann wieder gedacht, wie schade es ist, dass ich alleine da war, denn es hat ja niemand Fotos von mir gamacht. Naja, also die Aboroigines haben erst ein paar Lieder gesungen und getanzt und wollten dann das Publikum animieren, mit zu machen. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und haben eine Art Kanon gesungen. Dann wurde ich, ein asiastisches Maedchen und ein asiatischer Junge rausgetippt und auf die Buehne geholt. Wir mussten jetzt mit den Aborigines tanzen. Das war vielleicht verrueckt. Beine breit, in die Knie gehen und wippen. Das sah so behindert aus. Aber irgendwie wars auch voll lustig. Ich mein, wie oft werde ich wohl nochmal mit Aborogines tanzen.

Dann gings ins Cultural Village, wo uns verschiedene Fruechte des Regenwaldes gezeigt wurden und erklaert wurde, fuer was ein Boomerang alles gut ist. Es gibt naemlich voll viele verschiedene Sorten, von denen viele zum Jagen verwendet werden. Sie haben alle verschiedene Formen und so auch unterschiedliche Flugbahnen. Das nutzen die Aborigines, um z.B. ein Kangoroo oder ein Cassowary zu Fall zu bringen. Voll interessant. Um einen Boomerang zu werfen hatte ich dann aber keine Zeit mehr, weil um11.15 Uhr schon `Natures Voices Digeridoo` anfing. Da hat uns ein Aborigine erklaert, wie man ein Digeridoo spielt usw. Das ist glaub ich richtig schwer, weil man beim Ausatmen durch den Mund auch gleichzeitig mit der Nase einatmen muss. Ich glaub das kann ich niemals. Naja, ansonsten gab es in dem Park nicht so viel. Er war gar nicht gross und meiner Meinung nach auch nicht gepflegt. Das Gute waren einfach nur die Shows von den Aborigines. Die hatte ich ja alle gesehen und deshalb konnte ich weiter zur Skyrail, um nach Kurunda zu fahren.


Die 7,5 km lange Seilbahn wurde nach einjaehriger Bauzeit 1995 eroeffnet. Alle Tuerme mussten mit Hubschraubern an Ort und Stelle gebracht werden, um den Regenwald nicht zu stoeren. Es hat naemlich auch einige Jahre gedauert, bis der Bau der Bahn ueberhaupt genehmigt wurde. Schliesslich geht sie durch einen Nationalpark. Sie hat 3 Stationen. Die erste ist die `Red Peak Station`, von der aus man einen 175 m langen Regenwald Boardwalk ablaufen kann. Man kommt an einer 400 Jahre alten Kaurifichte vorbei, die war wirklich beeindruckend. Die zweite Station ist die `Barron Falls Station` und mit ihren 545 m der hoechste Punkt der Seilbahn. Von dort aus hat man eine super Aussicht auf die Barron Schlucht und ihre Wasserfaelle im Barron- Gorge Nationalpark. Die waren wirklich voll gross und richtig schoen. Der Regenwald in dem Nationalpark beherbergt 370 Vogelarten, 1/3 der 315 australischen Saeugetiere, 60% der australischen Schmetterlinge und 23% der australischen Reptilien. Ausserdem sind 10% aller Wirbeltiere in dem Regenwald seltene oder bedrohte Arten. Die Waelder sind mehr als 120 Millionen Jahre alt und damit die aeltesten staendig ueberlebenden tropischen Regenwaelder der Welt. Durch diesen Wald streiften einst schon Dinosaurier und hier oeffneten einige der ersten Bluehpflanzenarten der Welt ihre Blueten.


Die dritte und letzte Station war dann Kurunda. Das Dorf ist fuer seine abgelegene Lage bekannt und die Maerkte, die dort jeden Tag sind. Durch die bin ich dann also auch erstmal durchgeschlendert. Es gab wirklich wieder alles moegliche: unglaublich viel Schmuck, Souvenire, Klamotten, Aborigine Kunst usw. Es war mal wieder total schwer den Geldbeutel eingesteckt zu lassen. Schliesslich bin noch ewig hier und mein Rucksack ist so schon schwer genug. Dann bin ich zur `Butterfly Sanctuary` gekommen, wo ich unbedingt rein wollte. Es hat zwar nochmal Eintritt gekostet, aber hat sich auch wirklich gelohnt. Es gab tausende Schmetterlinge und Falter dort. Ich finde der schoenste ist der Ulysses. Er ist total gross und strahlend blau. Aber ich hab es nicht geschaft ein Foto von ihm zu machen, weil er sich irgendwie nie hinsetzt und wenn er mal sitzt dann zuckt er so doof mit den Fluegeln, dass alles verwackelt. Naja, aber ich hab ganz viele andere coole Bilder gemacht. Um halb 4 ging dann schon der Zug zurueck nach Cairns, deshalb hatte ich nicht viel Zeit in Kurunda. Aber es gab eh nur noch einen Koala Park und einen Vogelpark, die alle Eintritt gekostet haben und mich auch nicht so sehr interessiert haben. Also, dann komm ich jetzt mal zur Scenic Railway: Die 37 Kilometer lange Strecke von Kurunda nach Cairns hat 15 Tunnel und 37 Bruecken. Sie wurde im 19. Jahrhundert wegen den Goldfeldern gebaut und 1891 eroeffnet. 2 Millionen Kubikmeter Erde mussten bewegt werden, um die Strecke zu bauen und deshalb ist sie dort eine richtige Touristenattraktion. Das Ticket war durch die Tour bereits gebucht. Ich musste es nur abholen und konnte mich dann in den alten Zug setzen. Klassisch zu dem ganzen alten Flair lief auch noch alte australische Musik, was aber irgendwie cool war. Besonders als ich ein Lied hoerte, dass mich in Kindergarten zurueck versetzt hat und fuer mich an dem Tag irgendwie das Highlight war. Es kam :


Kookaburra sits in the old gum tree,
Merry merry king of the bush is he.
Laugh, Kookaburra, laugh, Kookaburra,
Gay your life must be!

Jetzt hab ich allerdings das erste mal verstanden, um was es eigentlich ging. Kokaburra ist ein ziemlich haeufig vorkommender Vogel hier, der total kranke Graeusche macht. Bei Wil in Agnes Water haben sie mich jeden Morgen um 5 geweckt. Jetzt endlich hab ich also den Song verstanden und mich somit wieder ein Stueck schlauer gefuehlt J Auf dem Rueckweg nach Cairns sind wir nochmal an Wasserfaellen voebei gefahren, an denen der Zug auch gehalten hat und man sie fotografieren konnte.

Als ich wieder in Cairns war, bin ich zu Cody, meinem Couchsurfer umgezogen. Er ist 21 und war total nett. Dort habe ich direkt geduscht und bin dann auf zum Gilligans, wo ich mich mit Basti getroffen habe. Er ist am Tag danach weg zum Arbeiten und deshlab wollten wir nochmal zusammen feiern. Der Abend war wieder total witzig (wir hatten genug Goon) und da mir Cody seinen Schluessel gegeben hatte, hatte ich auch kein Problem bei ihm in die Wohnung zu kommen.

Am naechsten Tag hab ich allerdings nicht viel gemacht. Nur gewaschen, gechillt und den Bus nach Port Douglas fuer den nachsten Tag gebucht.



Where the Rainforest meets the Reef

Port Douglas liegt noerdlich von Cairns und somit noch mehr im Regenwald. Ich hatte dort Couchsurfer gefunden, die auch ziemlich im Zentrum gewohnt haben und bei denen der Bus mich direKt abgesetzt hatte. Kevin und Craig haben mich gleich willkommen geheissen. Einer ihrer Freunde, Ean, war auch grad zum `Sport gucken` (Lieblingsbeschaeftigung der Jungs) da. Spaeter ist auch noch eine andere Deutsche gekommen, die ebenfalls gerade bei den Jungs couchgesurft ist.


Mit ihnen bin ich spaeter dann an den Strand. Vorher hat mir Kevin aber noch alles gezeigt. Wir haben seine Raeder geschnappt und sind ins Zentrum gefahren. Er hat mir den Supermarkt gezeigt, wo Craig arbeitet (er ist Koch), wo er ueberall schon gearbeitet hat (das war ziemlich viel) und wo jeden Sonntag der Markt ist. Am Strand, der richtig gross unn schoen war, haben wir dann Bodga gespielt. Ich wurde zweite J Abends haben wir alle zusammen gekocht und den ersten Teil von Twilight geguckt. Es war ganz witzig, weil Kevin ihn am Anfang ziemlich schlecht fand und immer voll die abwertenden Kommentare eingeworfen hat. Er meinte er toetet seine Schwester, weil sie ihm den Film empfohlen hatte. Ich hab mich eh gewundert wieso ein erwachsener Mann Twilight schauen will :D Aber ok, es war auf jeden Fall lustig. Dann bin ich mit Kevin noch in einen Pub gegangen. Dort ist jeden Woche Livemusik und zwar von jedem, der Lust hat etwas zu spielen. Das fand ich voll cool. Jeder hat jeden gekannt, denn dort waren nur Locals und so haben sie sich gegenseitig Musik vorgespielt. Das war echt schoen. Ich hab mich mit einigen Aborigines unterhalten, die waren auch ganz nett.

Am Strand hatte ich mittags erzaehlt, dass ich nach Cape Tribulation will und mich nach Touren informieren wolle. Craig hatte daraufhin vorgeschlagen, mir alles zu zeigen. Er hatte Freitags frei und wollte deshalb mit mir die 90 km in den Norden fahren. Das fand ich richtig cool. Natuerlich hab ich das Angebot angenommen. Wir haben das Auto von einer Freundin von ihm ausgeliehen, im Coles einiges zum Mittagessen gekauft und dann gings los. Auf dem Weg hat Craig mir auch voll viel erklaert. Wir sind durch Mossman gefahren (einer kleinen Stadt noerdlich von Port Douglas), die aus Feldern besteht, auf denen Zucker angebaut wird. Dafuer ist sie anscheinend auch beruehmt. Wir waren auch am Mossman Gorge, einem Fluss durch den Regenwald, indem man baden kann. Das war echt cool, an diversen Straenden (Cow Bay und noch anderen), dem Katherine lookout (von dem aus man Port Douglas sieht, Snapper Island (sieht aus wie ein Krokodil) und schliesslich auch Cape Tribulation. Dort waren wir am Strand. Es war wirklich ein richtig schoener und informativer Tag. Auf dem Rueckweg waren wir dann noch am `Daintree……`, wo wir selbstgemachtes Eis gegessen haben. Das war richtig lecker. Und so sind wir gesaettigt, aber auch echt muede wieder in Port Douglas angekommen. Am naechsten Tag hab ich nur gechillt. Ich wollte noch unbedingt in den Regenwald, weil ich das mit Craig am Tag zuvor ja nicht geschafft hatte und hab mich deshalb in diversen Touristeninfos informiert. Ueberall hab ich die gleiche halbtaegige Tour vorgeschlagen bekommen, die eine Fahrt durch den Regenwald, ein Bad unter Wasserfaellen und eine Fahrt auf dem Daintree River beinhaltet hat. Ich wollte ausserdem noch Krokodile sehen unn habe deshalb fuer den naechsten Tag eine Tour zum `Hartley`s Crocodile Adventures` gebucht. Abends hab ich fuer Kevin und die deutsche Couchsurferin (die aber inzwischen ausgezogen war, weil sie Arbeit gefunden hatte) gekocht. Es gab Paprika mit Hackfleisch und Schafkaese gefuellt und Bratkartoffeln. Sie fanden es richtig lecker (und ich auch).

Am naechsten Tag bin ich, bevor ich auf den Ausflug bin, auf den Wochenmarkt in Port Douglas gegangen. Dort hab ich fuer Craig als dankeschoen so eine Kochsauce gekauft, die war echt lecker und fuer mich einen frisch gepressten Orangensaft. War wirklich schoen hier. Ich finde es so cool, dass jede ach zu kleine Stadt in Australien ihren eigenen Markt hat. Das sollte man bei uns auch mal einfuehren.

Danach gings dann zum Crocodile Adventure Park.
Er ist 25 km suedlich von Port Douglas und 40 km noerdlich von Cairns.
Ich wurde vom Bus abgeholt und direkt dorthin gefahren. Im Park bin ich dann zuerst mal zum `Crocodile Feeding`. Der Guide hat viel ueber die Krokodile erzaehlt und sie gefuettert. Wenn sie schnappen, dann macht es voll das laute lustige Plopp- Geraeusch. Das war echt cool. Er hat erklaert, dass das hier Salzwasserkrokodile seien, die er grad gefuettert habe, aber das Krokodile im Allgemeinen nur voll wenig fressen muessen, weil sie ja wechselwarm sind und so nur wenig Energie brauchen. Ausserdem wuerden sie immer nur im Wasser liegen und so alle Koerpervorgaenge sehr stark herunterfahren. Ihr Herz schlaegt nur 2-3 mal die Minute. Wenn sie fressen, dann packen sie ihre Beute und toeten sie nicht mit ihren Zaehnen, sondern sie ziehen sie in die Mitte des Flusses und druecken sie so lange unter Wasser, bis sie mit zappeln aufhoeren. Ausserdem sind sie ziemlich verwoehnt, sie wollen naemlich nur frisches Fleisch. Es gibt das Geruecht, dass sich die Krokodile immer bei Mangroves aufhalten, weil sie dort die toten Tiere fressen, die in ihren Wurzeln haengen. Das ist aber falsch, sie fressen die Tiere, die kommen, um die toten Tiere zu fressen. Sie nutzen die toten Tiere also als Koeder. Ziemlich schlau. Sie sehen, hoeren und riechen und werden bis zu 100 Jahren alt und 850 kg schwer. Die Suesswasserkrokodile sind allerdings viel kleiner und fressen auch keine Menschen. Salzwasserkrokodile und Braunbaeren in Kanada sind die einzigen Tiere, die `Mensch` auf ihrer Speisekarte haben. Klar gab es auch schon andere Todesfaelle durch Tiere, aber das war dann immer ein Unfall. Das Geschlecht der Krokodile wird dadurch bestimmt, wie warm die Eier gelaggert wurden. Bei 31 und 33 Grad werden sie weiblich, bei 32 Grad maennlich.

Nach dieser interessanten Fuetterung bin ich zur `Baot Cruise`. Unser Guide war wieder total witzig und auch er hat die Krokodile, die um unser Boot geschwommen sind, gefuettert. Das war aber noch cooler, weil man so nah bei ihnen war und sie total weit aus dem Wasser raus gesprungen sind beim Fuettern. Danach hatte ich etwas Zeit und bin in den `Cassowary Garden`. Ich hatte ja schonmal Cassowaries gesehen, aber ich finde es sind so faszinierende Tiere, dass ich sie mir gerne nochmal angeschaut habe. Es gibt von nur noch 1200 von diesen riesigen nichtflugfaehigen Voegeln. Und das ist wirklich schade, die sind naemlich viel schoener als Vogelstraeusse oder Emus. Sie haben einen grossen Kamm auf ihrem Kopf, fuer was der allerdings gut ist, weisss man nicht so genau. Man vermutet, dass sie damit Gebuesch weg schlagen, wenn sie durch den Dschungel laufen. Sie werden 35 bis 60 kg schwer und ca. 40 Jahre alt (in Freiheit, in Gefangenschaft bis zu 60). Danach war ich auf der `Crocodile Farm Tour`. Der Park zuechtet seine eigenen Krokodile. Erstens weil das Leder sehr wertvoll ist und zweitens, um den Bestand ihres eigenen Parks zu sichern. Zu den `kleinen` Krokodilen durften wir dann. Es waren unglaublich viele und sie wurden auch gerade gefuettert als wir da waren. Eins von ihnen durften wir auch streicheln. Das war ziemlich cool. Sie fuehlen sich weicher an als man erwartet. Dann gings auch schon zur `Snake Show`. Der Guide hat mit der giftigsten Schlange rumhantiert als waere es nichts. Er hat erklaert, dass ein Tropfen dieser Schlange (ich weiss nicht mehr wie sie heist) 250000 Maeuse toetet. Australien ist absoluter Spitzenreiter was die Beheimatung von toetlichen Schlangen betrifft. Die 10 giftigsten Schlangen der Welt existieren alle in Australien!!! Nach dieser beaengstigenden Erkenntnis bin ich in den `Gondwana Gateway`, wo ich nochmal Koalas, Wallabies, Schlangen und Riesenechsen gesehen habe. In der `Crocodile Attack Show`, die ich danach besucht habe, konnte man sehen, wie sich einer der Mitarbeiter in Lebensgefahr gebracht hat. Er hat erst wieder ganz viel ueber die Krokodiel erzaehlt und ist dann zu einen riesen Salzwasserkrokodil ins Becken. Er wollte es fuettern, aber das `Salty` (australische Bezeichnung, hier wird ja alles abgekuerzt) war mehr an dem Guide, als an dem halben Huhn interessiert und hat deshalb immer ihn angegriffen. War wirklich spannend, aber ich wollte nicht mit dem armen Kerl tauschen.

Um 4 wurde ich dann schon wieder vor dem Park abgeholt. Es war wirklich ein sehr informativer und interessanter Tag. Der Park war sehr gepflegt, die Mitarbeiter waren alle lustig und unterhaltsam und es gab alle typisch australischen Tiere.

Abends hab ich dann noch schnell die halbtaegige Dschungel Tour (`Half day Rainforest Tour` von `Daintree Discovery Tours`) fuer den naechsten Tag gebucht. Da hab ich mich auch echt drauf gefreut. Ich wurde morgens zu Hause als zweite abgeholt. Im Auto sass nur eine alte total sympathisch aussehende Australierin, die mich direkt ausgequetscht hat. Wie ich heisse, wie alt ich bin, was ich mache, ob ich alleine reise, ob ich Australien mag, wo ich schon ueberall war usw. Sie war wirklich nett. Dann haben wir noch ein aelteres Paerchen abgeholt und einen Vater mit seinem 5- jaehrigen Sohn. So hatten wir jedes Alter dabei und waren mit dem Guide nur zu siebt. Das fand ich richtig cool, weil ich dachte, die Gruppen sind groesser. Wieder sind wir Richtung Norden gefahren, und wieder kamen wir an Mossman vorbei. Der Guide hat auch voll viel erklaert. Unter anderem hat er gesagt, dass die Leute Mossman oft `Moss Vegas- die Stadt, die niemals aufwacht` nennen. Das fand ich voll witzig. Vorbei am `Daintree Village` gings in den Regenwald. Auf einem Huegel haben wir das neue Auto dann abgestellt und es gegen einen ex Army  Landrover eingetauscht. Das war voll aufregend. Das Auto war absolut museumsreif. Man sass sich hinten auf zwei Baenken gegenueber, nach oden und zu allen Seiten war es offen. Dann gings los. Zur Erleichterung des Guides (und auch unserer) ist das Auto angesprungen und es ging los. Wir sind ueber ein Privatgrundstueck zu den `Cassowary Falls` gefahren. Keine andere Tour bietet das an, weil nur unser Guide ueber das Grundstueck fahren darf, weil er den Besitzer kennt. Es war total aufregend. Manchmal mussten wir uns ducken, weil irgendwelche Pflanzen halb ins Auto hingen. An den Wasserfaellen konnte ich dann nur noch staunen. Es war richtig schoen. Wie man es sich vorstellt. Von irgendwem hab ich im Nachhinein erfahren (ich weiss nicht mehr von wem), dass die Wasserfaelle schon fuer die Herbal Essence Werbung verwendet wurden. Echt cool. Von einem Felsvorsprung schoss das Wasser und fiel in einen klaren , von Regenwald umrandeten und von Schildkroeten bewohnten See. In den ist unser Guide dann gluecklich reingesprungen und hat uns animiert es im gleich zu tun. Da war ich natuerlich sofort dabei. Wir sind an die Felsen des Wasserfalls geschwommen, hochklettert und wieder ins Wasser gesprungen. Die alte Australierin hat waehrenddessen versucht Bilder von mir zu machen. Ausserdem haben wir die Fische und Schildkroeten, die es dort gab, gefuettert. Der Guide hat mir dann Bilder gezeigt, wie der Wasserfall in der Regenzeit aussieht. Das war verrueckt. Es war ein riesen Unterschied. Ueberall war Wasser. Aber so fand ich es besser, weil man so baden konnte und unter dem Wasserfall duschen. In der Regenzeit wird man einfach nur erschlagen glaub ich. Nach dem erfrischenden Bad gings nach Daintree Village, wo wir ein kleines Fruehstueck bekommen haben. Das war echt lecker und wir haben uns noch ein wenig nett unterhalten. Anschliessend gings auf den Daintree River. Da hatte ich mich am meisten drauf gefreut. Und auch das war, wie der Rest der Tour, ueberhaupt nich kommerziell oder touristisch oder unpersoenlich. Wir waren zu sechs und hatten ein richtig schoenes Boot. Normalerweise sind diese River Cruises in Busartigen Schiffen, auf die moeglichst viele Sitze gepresst werden. Unser Schiff hatte zwei sich gegenueber stehende Baenke, die mit weisem Leder ueberzogen waren und einen netten Kaptain. Er hat uns erstmal einige seltene Voegel gezeigt, die hier ihr Nest haben und hat gesagt, dass der Fluss in der Regenzeit 20 Meter!!! hoeher ist. Dann sind wir auf Krokodilsuche gegangen und haben auch schnell eins gefunden. Es war aber noch winzig klein, vielleicht 30 cm lang. Trotzdem wars cool, mal ein wildlebendes zu sehen. Der Guide hat uns an der Anlegestelle dann wieder abgeholt und nach Hause gefahren. Es war wirklich ein schoener Ausflug, der jeden Cent wert war.

Wieder bei Kevin und Craig hab ich dann geduscht, alle meine Sachen gepackt noch einmal fuer die beiden gekocht, ihnen meine Dankesgeschenke ueberreicht, dafuer eine liebgemeinte Umarmung kassiert und wurde dann schon wieder abgeholt, um zurueck nach Cairns zu fahren.

Port Douglas war wirklich richtig schoen. Es ist eine gemuetliche kleine Stadt, die zwar vom Tourismus lebt (Matthew McConhey, Steven Spielberg und viele andere Prominente waren schon dort um Filme zu drehen), aber auch irgendwie den typischen australischen Lifestyle wiederspiegelt und von wunderschoenen Naturhighlights umgeben ist.

In Cairns bin ich wieder zu Cody. Inzwischen war auch sei Mitbewohner Alan da, der ebenfalls total nett war. Abends hab ich mich mit Kitea getroffen. Ich war mit ihm auf Fraser Island. Dort fand ich ihn ganz nett und er hatte mir geschrieben, ob wir uns treffen wollen, wenn ich zurueck in Carns bin. So war ich also puenktlich um halb 9 an der Lagoo, wo er schon gewartet hat. Das lockere freundschaftliche Treffen war allerdings fuer ihn leider nicht so locker und freundschaftlich. Er hat mir als erstes mal gesagt, dass er mit seiner Freundin nicht mehr zusammen sei und gefragt ob ich einen Freund habe. Das wusste er eigentlich, denn auf Fraser hatte er das auch schon einige Male gefragt. Ausserdem hat er die ganze Zeit erzaehlt, wie toll er doch ist ud dass er ja so tolle Muskeln hat (er ist Bodybuilder), die er mir auch liebend gern gezeigt hat (ohne dass ich danach gefragt habe). An sich war er ja nett, aber das ganze selbstverliebte hat mich dann irgendwann genervt. Um halb 11 hab ich dann schliesslich gesagt, dass ich unglaublich muede sei und jetzt ins Bett gehen muesse. Zu Hause hab ich Cody davon erzaehlt, der sich nicht mehr eingekriegt hat. Mit ihm hab ich dann lieber noch ein bisschen Fernseh geschaut. Der naechste Tag bestand dann nur aus Flugvorbereitung. Ich war wieder ewig im Internet (in Port Douglas hatte ich 4 Tage kein Internet!!!), habe gewaschen und gepackt. Abends hab ich dann mit Cody und Alan Pizza gegessen und bin danach nochmal in die Stadt. Ich fand Cairns wirklich total toll und musste mich erstmal mit dem Gedanken anfreunden, dass ich es bald verlassen musste. Das hat aber irgendwie nicht so geklappt. Ich bin ueber den Nightmarket geschlandert und schliesslich an die Lagoon. Wo ich einige Zeit lang sass und einfach nur das `Hier-sein` genossen habe. Cairns ist wirklich eine richtig schoene Stadt und wie gemacht fuer junge Backpacker. Es gibt billige Hostels, 1000 Nightclubs, alles in Laufweite, einen Peterpans mit freiem Internet, diverse Shoppingmoeglichkeiten und die wunderschoene Lagoon. Ich wollte wirklich nicht weg. Naja, ich hatte gebucht und hab mich mit dieser Erkenntnis wieder nach Hause begeben. Das war dann wohl das Ende meines Aufenthaltes in Cairns. Hier hab ich mich echt wohl gefuehlt und bin mit dem Entschluss gegangen, dass ich hier nicht das letzte mal in meinem Leben war.


Der naechste Eintrag ist dann der erste ueber einen anderen Bundesstaat. Meine Reise ging naemlich weiter nach Darwin, und somit 2 Flugstunden naeher Richtung Heimat :) Ich vermiss euch alle ganz doll.

Eure Franzi

Sonntag, 9. Oktober 2011

Cairns

So meine Lieben,

Nachdem mein letzter Versuch einen neuen Blogeintrag zu machen gescheitert ist, weil der PC ploetzlich abgestuertzt ist und alles was ich geschrieben hatte wieder weg war, versuche ich es jetzt nochmal:

Cairns, eine wunderschoene Stadt, die ich gar nicht verlassen wollte. Die `Grossstadt` mit ihren 120000 Einwohnern (fuer deutsche Verhaeltnisse nicht begreiflich) hat eine wunderschoene grosse Innenstadt mit hunderten Geschaeften (vorallem Souvenirlaeden, die vor Koala Kuscheltieren ueberquillen ^^), ein Museum, eine Lagoone (wieder wie ein grosses Freibad direkt am Meer aber natuerlich umsonst), rundherum Regenwald, das Great Barrier Reef und einen internationalen Flughafen.

Donnerstags mittags bin ich angekommen und habe so meine letzte Greyhound Fahrt an der Ostkueste hinter mich gebracht. Da ich noch eine e-night uebrig hatte und keinen Couchsurfer gefunden hatte, wollte ich in das YHA Hostel. Das hat sich wirklich gelohnt. Das Hostel war im Stadtzentrum und somit in perfekter Lage und richtig schoen. Es hatte einen riesigen Innenhof mit Pool, Palmen und Liegestuehlen. Die Kueche war total riesig und richtig sauber. Das billigste Zimmer haette 27 Dollar gekostet, das hat mich aber umsomehr gefreut, weil ich dadurch ein richtiges Schnaeppchen gemacht hatte. Die 10 e- Nights, die ich in Brisbane gekauft hatte haben 220 Dollar gekostet (also 22 Dollar die Nacht) :)

Als erstes bin ich mal in die Kueche gegangen und habe das `Free Food` Fach ausgeraeumt. Das ist ein weiterer riesiger Vorteil der YHA- Hostels. Wenn Leute das Hostel verlassen und kein Essen mitnehmen koennen oder wollen, koennen sie es dort lassen und anderen somit helfen. Ich hatte richtig Glueck, weil es grad richtig viel zu Essen gab. So hab ich Nudeln, Reis, eine Gurke, Mais, eine Zwiebel, Toast und Marmelade geschnort und musste somit schonmal nicht mehr einkaufen gehen.

Dann bin ich in die Stadt gelaufen und habe einige organisatorische Sachen erledigt. Ich war bei der Post und habe dort meine Tax File Number abgeholt (die hatte ich in Brisbane beantrangt und nach Cairns schicken lassen), die man braucht wenn man in Australien arbeiten will (wegen den Steuern usw.). Ausserdem habe ich mich informiert, was es kostet ein Packet nach hause schicken zu lassen. Dann hab ich den PeterPans aufgesucht (Reisebuero fuer Backpacker) wo man ja immer kostenlos Internet bekommt. Nachdem ich dort endlich mal wieder im Facebook war und alles andere gecheckt hatte, bin ich zurueck ins Hostel, um zu kochen. In der Kueche habe ich dann Maria und Sabine wieder getroffen, die Maedels aus Mission Beach. Sie waren total nett und haben gleich gefragt :` Hey, hast du heute Abend schon was vor?`, ` Aehhh, nee.` ` Ok, dann trinkst du mit uns Goon.`

Gesagt, getan. Nachdem ich gegessen und geduscht hatte, haben wir uns vor der Kueche wieder getroffen, um den Goon zu trinken. Den Wein aus Fischeiern haben wir dann mit Obst von mir, das wir zuerst liebevoll geschnibbelt haben, aufgepimpt. Sofort wollten die Maedels mit einem Trinkspiel anfangen. Da war ich natuerlich direkt dabei. Sie haben Karten geholt und dann gings los. Der Abend wurde immer lustiger :) Ziemlich schnell haben wir auch noch 2 Maedels kennen gelernt, die neben uns am Tisch sassen (auch deutsche) und noch ein paar deutsche Jungs. So wurde unser Tisch immer voller und unser Goon- Pack immer leerer :)

Es war wirklich so lustig. Einmal bin ich mit Maria und Sabine in die Kueche, um noch ein bisschen Obst zu schneiden und wir mussten an die Jungs aus Mission Beach denken. Ich weiss nicht genau wieso (ich denke der Goon war Schuld), aber wir hatten ploetzlich einen dermassen kranken Lachflash, dass wir alle drei nicht mehr stehen konnten und uns auf dem Boden rumgekullert haben. Als wir dann die Leute vor der Kueche gesehen haben, die uns schockiert angeschaut haben, musste wir noch mehr lachen. Ich habe das Schnarchverhalten von Allan (bzw. Scott) beschrieben. Richie hatte es am Abend zuvor in Mission Beach erklaert und da die beiden da schon weg waren, hab ich es eben wiederholt:

Also, der Scotty, der schnaaaarcht. Aber der schnarcht nicht normal. Der schnarcht anders. Und zwar so, dass kein anderes lebendiges Wesen im Umkreis von 10 km schlafen kann. Also, das ist so... Wenn der Scotty ins Bett geht, dann atmet er fuer 20 Sekunden ueberhaupt nicht. Er ist so still, dass alle anderen im Zimmer beginnen sich Sorgen zu machen und verwirrte Blicke wechslen. Nach diesen 20 Sekunden oeffnet er dann aber ploetzlich saemtliche Koerperoeffnungen die er hat und saugt die gasamte Luft in dem Raum in sich ein. Dabei sieht man dann ploetzlich Froesche und diverse andere Tiere an die Fenster klatschen, die von dem ungeheuren Sog angezogen werden. Die anderen Betten in dem Raum schieben sich langsam Richtug Allan und alle anderen in dem Raum schnappen panisch nach Luft, von der aber nicht mehr viel uebrig ist. Am naechsten Morgen wacht Allan dann auf, alle Moebel in dem Raum sind um sein Bett aufgereiht, die Baeume des halben Regenwaldes stehen schief, die gesamte Frosch- und Insektenpopulation klebt am Fenster und alle anderen im Zimmer haben nur blanke Angst und Schockiertheit in ihrem Gesicht stehen.


Es war wirklich so witzig :D

Danach sind wir dann alle zusammen ins Gilligans, der groessten und bekanntesten Disco (gleichzeitig auch ein Hostel, total verrueckt) in Cairns gegangen und haben dort weiter gefeiert. Wir hatten zu dritt die 4 Liter Goon getrunken und waren dadurch schon ziemlich gut dabei. Aber im Gilligans gings dann irgendwie immer weiter. Wir sind dort geblieben bis es um 3 Uhr zugemacht hat und hatten wirklich Spass. Am naechsten Morgen allerdigns war der Spass vorbei. Der Tag war wirklich ziemlich zerstoert, weil mein Kopf es war. Das war aber nicht so schlimm, weil ich eh nur organisatorische Sachen zu erledigen hatte. Ich habe alle Weihnachtsgeschenke eingekauft, meinen Rucksack aussortiert und ein Packet nach Hause verschickt (das braucht 3 Monate). Ausserdem hab ich meinen Flug nach Darwin gebucht, eine Diving Tour ins Great Barrier Reef und noch vieles mehr. Abends sass ich dann wieder ein bisschen bei Maria und Sabine. Wir haben uns zusammen ueber unsreren Kater beklagt und nochmal ueber den lustigen vorherigen Abend geredet. Dann bin ich aber frueh ins Bett, denn am naechsten Tag wollte ich mal etwas von der Stadt sehen.

Der Tag hat schon richtig super angefangen, denn als ich an den Kuehlschrank bin, um mein Fruehstueck raus zu holen, hab ich festgestellt, dass die 2 Maedels mir ihr uebriges Essen hinterlassen hatten und auch noch die suesse Nachricht fuer mich da gelassen hatten: `Hey Franzi! Gute Nachricht, man darf Essen bei Inlandsfluegen mitnehmen. Schlechte Nachricht, ich hab unsere Tomatensauce zerstoert =D ... Hupps Wir wuenschen dir noch viel Spass bei deinem Aufenthalt. Pass auf dich auf! ;) Lg Sabine und Maria`

Das fand ich total nett.
Nach dem leckeren Fruehsteuck war ich zuerst ein bisschen im Internet und wollte dann die einzige richtige ehrliche Touruisteninformation suchen. Auf jedem zweiten Laden steht zwar `Toursteninfo`, aber wie der Lonely Planet auch schon warnt wollen die alle nur ihre eigenen Touren verkaufen. Als ich in dem winzig kleinen, aber wohl serioesen Laden war, hab ich mir erstmal alle Flyer und Broschueren zu Kuruda (einer Stadt im Regenwald), Tjapukai (einem Aborigine Park) und Cape Tribulation (weiter im Norden) genommen. Dann hab ich mich an die wunderschoenen Lagoon gelegt und gelesen. Ich habe alle Angebote verglichen und mir ueberlegt was genau ich will. Ich habe mich fuer einen Tagesausflug entschieden, den ich dann auch gleich gebucht habe. Dann habe ich eine Kunstgalerie aufgesucht, die natuerlich wieder total langweilig war und bin dann ins Museum.

Das war richtig lustig. Ich bin immer wieder erstaunt wie viel Spass die Australier an ihrem Beruf haben. Der Mann an der Kasse ist froehlich aufgesprungen, als er mich (einen Besucher!!!) erblickt hat und hat, nachdem er mir die 5 Dollar Eintritt abgenommen hatte, nicht mehr aufgehoert zu reden. Wo ich denn her sei und wie mir Australien gefalle, seit wann ich hier bin und was ich schon so gesehen haben. Der typische Smalltalk eben. Dann hat er erzaehlt, dass sein Opa oder so ja aus Deutschland ist, ganz stolz hat er mir sein kleines und auch leider ziemlich schlechtes Repartoir an deutschen Woertern vorgefuehrt, zu dem ich natuerlich total beeindruckt gelaechelt und genickt habe. Dann hat er mir noch erzaehlt, wo ich anfangen muesse und wie toll doch dieses Museum sei. Naja, es war eben ein Museum und wie alle Museen in Asutralien waren die aeltesten Gegenstaende hoechstens 100 Jahre alt, aber ok, die Australier sind eben stolz auf ihre kurze und eher langweilige Vergangenheit.

Also hier mal an was ich mich noch erinnere: Die ersten Einwohner Cairns waren hauptsaechlich Japaner und Chinesen, die dort alle moeglichen Sachen angebaut haben: Kaffee und Gemuese usw. Dann kamen aber irgendwann ploetzlich ganz viele Leute, weil man dort Gold gefunden hatte. Die Stadt ist also durch den Goldrausch gewachsen und wurde reicher. Ja, das war dann auch schon alles geschichtliche. Ansonsten gab es in dem Museum Bilder von grossen Schlangen und Krokodilen, die in der Umgebung aufgenommen wurden. Alte Gegenstaende wie Buegeleisen, Telefone, Toepfe usw. Als ich grad schon keine Lust mehr hatte mir noch mehr Tassen und Teller anzugucken, kam einer der Angestellten dort toal begeistert auf mich zu: `Look, look, I have to show you something.`Ploetzlich zog er mich schon in einen anderen Raum (in dem ich schon war) und drueckte mir ein Buegeleisen in die Hand. `Heavy, isn`t it?` Der Eisenklumpen war wirklich schwer, und so nickte ich bestaetigend in seine Richtugn. Das hat ihn dann wohl motiviert mir alle anderen 300 Buegeleisen auch noch in die Hand zu geben und zu jedem seine Geschichte zu erzaehlen. Eine andere deutsche Frau war auch noch in seiner `Fuehrung`gefangen. Ab und zu warfen wir uns ein paar schmunzelnde Blicke zu. Doch das hat der Mitarbeiter gekonnt ignoriert und uns dann auch noch Topefe in die Hand gegeben, Krokodilkoepfe (damit wollte er ich auch unbedingt fotografieren), und er hat uns Tassen gezeigt. Die fand ich sogar ganz witzig. Er hat erklaert, dass die Rasierklingen frueher nicht so elastisch waren wie heute und die Maenner damit nur ihre Backen rasieren konnte, aber icht ihre Oberlippe. Deshalb hatten frueher alle einen Schnautzbart. Damit dieser beim Kaffe oder Tee trinken nicht nass wird, hatten die Tassen eine Art Bruecke, in die sich der Bart beim trinken legte. Total witzig find ich.


Am Ende wollte er dann noch Bilder von uns allen machen. Die deutsche Frau hat mich dann noch auf einem Kaffe eingeladen (fand ich total nett) und so hab ich mich mit ihr noch etwas unterhalten. Sie hat dort Urlaub gemacht. Ich hatte inzwischen in das viel billigere aber trotzdem saubere Global Center Hostel gewechselt, in dem ich dann gekocht habe und ziemlich frueh ins Bett bin.

Am naechsten Tag sollte dann schon die Dive Tour sein. Mein Schlaf wurde aber leider um ca. 3 Uhr durch einen Feueralarm unterbrochen. Der hat sich allerdings als Fehlalarm rausgestellt, aber das coole war, dass ich beim vorm Hostel stehen und auf die Feuerwehr warten Jille wieder getroffen habe. Er war mit mir auf Fraser Island und mit ihm hatte ich mich dort richtig gut verstanden.

Naja, also auf die Dive Tour hab ich mich richtig gefreut. Ich war ja auf den Whitsundays schon schnorcheln und fand das Graet Barrier Reef so toll. Jetzt wollte ich ein bisschen weiter runter tauchen.

Am Hafen musste ich dann erstmal meine Boardkarte abholen und das Schiff finden. Das war aber gar nicht so schwer, weil es wirklich richtig schoen und gross  (20 m lang) war. Dort mussten wir dann erstmal n paar Formulare ausfuellen usw. Und haben Fruehstueck (mein zweites^^) bekommen. Dann sind wir los geschippert. Wir waren 20 Leute oder so jeder Altersklasse und Nationalitaet. Nachdem wir eine dreiviertel Stunde gefahren waren und jetzt am Upolu Cay waren, wurden die, die Tauchen wollten, reingerufen und aufgeklaert. Man hat uns erklaert was uns erwartet, worauf wir achten muessen und einige Handzeichen gezeigt. Sowas wie: Mir gehts gut, mir gehts nicht gut, mein Ohr ploppt nicht und da ist Nemo J

Ich war mit einem anderen deutschen Maedchen in Gruppe 2. Wir haben swinsuites bekommen, ne Taucherbrille und diese monstroesen Sauerstoffflaschen. Dann noch die Schwimmflossen und die Verkleidung war perfekt. Ich hab mich glaub ich noch nie so unbeweglich gefuehlt. Ich hab versucht aufzustehen, weil ich dabei aber wohl so aussah wie ne 200 Kilo schwere 90 Jahre alte Rheuma kranke Omi, musste ich voll ueber mich selber lachen und bin wieder zurueck geplumst. Nachdem ich mich beruhigt hatte, hab ich meine ganze Konzentration zusammen genommen und es tatsaechlich geschafft aufzustehen. Die naechste Heurausforderung war mit den Flossen zu laufen. Es war echt so witzig und sah glaub ich sowas von bekloppt aus. Naja, dann hab ich noch meine Unterwasserkamera geschnappt, die ich am Tag zuvor ausgeliehen hatte und es konnte losgehen. Mein Tauch Instructor war schon im Wasser und einer stand neber mir auf dem Boot. Ich musste ins Wasser springen, dabei Luftschlauch und Brille festhalten und mich dann erstmal an das ungewohnte Atnen gewoehnen.Das war wirklich komisch am Anfang. Die andere Deutsche hatte aber viel groessere Probleme und wollte erst abbrechen, aber unser Instructor war voll cool und geduldig. Ich hatte nur voll Angst, dass meine Ohren beim runter gehen nicht ploppen, weil ich auch schon oft beim Fliegen Probleme hatte. Und die Kanadierin, mit der ich auf den Whitsudays war, musste ihren Tauchgang abbrechen, weil ihr eines Ohr nicht geploppt hatte. Das war also meine groesste Sorge.

Als wir langsam nach unter getaucht sind, hatte ich mich an das Atmen gewoehnt und konnte den Ausblick geniessen. Aber wie ich befuerchtet hatte, hat mein rechtes Ohr nicht geplopppt. Es hat richtig weh getan. Ich hab die ganze Zeit versucht mit Nasezuhalten und druecken Druckausgleich zu machen. Aber es half nicht. Dann hab ich meinem Instructor dank Zeichensprache klar gemacht, was das Problem ist und wieder war er voll toll. Er hat mir ganz viele Uebungen vorgemacht uns dann hat es zum Glueck geploppt.

Die Korallen waren wieder richtig schoen. Der Instructor hatte uns beide die ganze Zeit an der Hand (sonst haette ich glaub ich n bisschen Angst gehabt) und uns alles coolen Fische und Korallen gezeigt. So haben wir ganz viele Nemos gesehen und auch so wie riesen Muscheln aussehende Korallen, die zuschnappen, wenn man sie beruehrt. Der Instructor hat immer seine Flosse reingehalten und sie so zuschnappen lassen. War echt cool. Wir sind bis auf 5 oder 6 Meter runter getaucht und haben ganz viele grossen Fische und bunte Korallen gesehen. Ich habe die Kamera genutzt und viele Fotos gemacht.

Nach einer halben Stunden mussten wir dann wieder auftauchen. Das Tauchen an sich hat mir wirklich mehr Spass gemacht als das ` Fische Gucken`, weil es sowas Neues war. Dann musste ich mich und mein Equipement nur noch wieder auf das Boot hiefen, den Kram ausziehen und konnte schnorcheln. Mich hatte das Great Barrier Reef jetzt wirklich gepackt und ich wollte noch mehr coole Fische sehen und Bilder machen. Wir wurden mit einem kleinen Boot ein Stueck raus gefahren und durften dann schnorcheln. Es war wieder richtig schoen und da das Wasser so warm war hab ich ueberhaupt nicht gefroren (und das heisst bei mir wirklich was ^^). Ich war bestimmt ne Stunde im Wasser und wollte gar nicht mehr aufhoeren. Aber dann gabs Mittagessen und wer mich kennt, weiss, dass ich fuer gutes Essen auf ziemlich viel verzichte J

Das Buffet war richtig gross und lecker. Es wab Lachs, verschiedene Sorten Brote, Salate, Haehnchen und Skampies. Voll lecker. Nachdem wir uns den Bauch voll geschlagen hatten und auch noch eine kurze Tour im `Glass Bottom Boat` gemacht hatten sind wir ein Stueck weiter gefahren und an einer wunderschoenen winzig kleinen Insel angekommen. Wir waren jetzt in der `Wonder Wall` am Rand des Upolu Reefs. Also eine einsamere Insel gibt es glaub ich nicht. Es war ein ungefaehr 20 Quadratmeter grosser Sandfleck, um den das Wasser total flach war und es auch teilweise Korallen gab. Mit Handtuch und Foto bewaffnet wurden wir dort hingeschippert und durften 1 oder 2 Stunden dort verbringen. Die Zeit haben wir genutzt um Fotos zu machen, zur Nachbarinsel (20 Meter entfernt) durchs Wasser zu laufen und um die schoene Aussicht zu geniessen. Genau so stelle ich mir das Paradies vor J Zurueck zum `Mutterschiff`, dem Ocean Freedom,  sind wir dann geschnorchelt und haben wieder andere Fische gesehen. Es hat echt total Spass gemacht. Auf dem Schiff gabs dann noch einen Nachmittagssnack (also mit Essen wurden wir wirklich gut versorgt). Anschliessend sind wir die Rueckreise angetreten.

Alles in allem hat sich der Tag wirklich richtig gelohnt und hat voll Spass gemacht. Ich hab wieder nette Leute kennen gelernt, ihre Geschichten gehoert, ich war zum ersten mal in meinem Leben tauchen, habe ganz viel Nemos gesehen und andere coole Fische.

Wenn ich an Nemo denke, faellt mir was ein, dass muss ich euch erzaehlen. Im Aquarium in Townsville habe ich gelernt, dass das Geschlecht vieler Fischarten nicht von Geburt her bestimmt ist, sondern sich erst (abhaengig von ihrer Groesse) spaeter entwickelt. Bei Clownfischen ist es ebenfalls so. Der kleinere Fisch ist das Weibchen. Stirbt der kleinste Fisch und es gibt somit nur noch Maenner, wird der jetzt kleinste Fisch weiblich, auch wenn er immer vorher maennlich war. So wird eben die Fortpflanzung gesichert. Wie ihr euch vielleicht schon denkt bedeutet das aber, dass Nemo weiblich gewesen sein muss und sein Vater ihn wohl nur gesucht hat, um den Fortbestand seiner Art zu schuetzen J Irgendwie witzig. So werden wir von Disney manchmal an der Nase herum gefuehrt.

Aber egal, abends hab ich das Resteessen vom Vorabend vertilgt und mich dann mit Anika, die ich auf dem Boot kennen gelernt habe , getroffen. Wir sind zuerst in einen Club an der Lagoon gegangen , da der aber schon um 12 zugemacht hat., sind wir dann weiter in eine andere Disco gegenueber von meinem Hostel. Ich habe total viele Australier kennen gelernt, das war echt witzig und spaeter ist auch noch Jille dazu gekommen. Er war ja bei mir im Hostel und deshalb hab ich ihm geschrieben, ob er auch kommen will. Es war wirklich ein lustiger Abend.

Am naechsten Tag war dann wieder ausschalfen angesagt. Ich hatte mich am Abedn zuvor mit Jille verabredet. Wir waren zuert im Peterpans, wo ich meine 1000!!! (ich hab wirklich ueber 1000 Fotos gemacht :D) Bilder vom Tauchen aungeschaut habe (und ungefaehr 700 geloescht). Dann sind wir zum 3 km entfernten botanischen Garten gelaufen. Es war ganz schoen mal nicht alleine durch die Gegend zu latschen. Wir haben uns gut unterhalten. Er ist wirklich total nett. Der botanische Garten war ganz schoen. Es gab einen Teich mit Entenund viele bunte Pflanzen. Gegen die anderen botanischen Gaerten, in denen ich bis jetzt war, war dieser viel mehr Regenwald maessig und deshlasb endlich mal wider was neues. Irgendwie haben wir es geschafft den ganzen Tag dort rumzubringen. Jille hat erzaehlt, dass er am kommenden Tag nach Sydnet fliegt und dann zurueck nach hause muss, weil er Probleme mit seiner Schulter hat. Aber dass er gar nicht weg will aus Australien und vielleicht Ende des Jahres wieder kommt (wenn seine Eltern es erlauben). Sein Vater war wohl ziemlich sauer, als Jille ihm damals die Nachricht verkuendet hat, dass er nach Australien geht. Naja, so oder so, haben wir beschlossen, dass wir uns mal wieder sehen muessen. Vielleicht kommt er mal nach Deutschland J

Jetzt hab ich wieder so viel geschrieben und immer noch nicht alles von Cairns erzaehlt. Naja, bald kommt der Rest. Ich vermiss euch alle total.

Lg Franzi

Montag, 3. Oktober 2011

`I`m still alive` !!!

Hallo meine Lieben,

Endlich hab ich mal wieder Zeit euch meine neusten Erlebnisse zu berichten.

Nachdem ich also zurueck von Magnetic Island wieder in Townsville war, ging meine Reise nach Mission Beach weiter. `Das 4000 Einwohner Dorf umfasst ein ca 14 km langes erstklassiges Strandgebiet, in dem vereinzelt auch etwas Regewald vorhanden ist`. So steht es im Lonely Planet. Mein Hostel allerdings war von Regenwald umgeben!!

Ich wurde mittags an der Busstation wie ausgemacht abgeholt. Richie stand lachend mit dem grossen Werbeschild des Hostels neben all den anderen Hostelwerbern und nahm mich in Empfang. Ich war die Einzige, fuer die er an diesem Tag den weiten Weg auf sich genommen hatte. Er hat mir gleich einmal vorgeschlagen im Woolworth einkaufen zu gehen, den `er ist 2 Stunden zu Fuss vom Hostel weg`. Also hab ich fuer die naechsten drei Tage erstmal eingekauft.

Nach der halbstuendigen Fahrt waren wir endlich im `Treehouse` (ziemlich passender Name meiner Meinung nach) angekommen. Es war wirklich richtig schoen da. Es gab einen Pool, einen nach hinten offenen riesiegen Aufenthaltsraum, von dem aus man direkt in den Regenwald gesehen hat und freundliche Mitarbeiter. Da ich Richie ja schon kannte, war es nicht schwer Anschluss zu finden. Ich lernte seine Freunde Brien, Scotty (der wirklich so aussah wie Allan aus ` The Hangover` und auch von allen so genannt wurde), Brian und Ben kennen. Die Jungs sind schon ewig dort, alle am Arbeiten, aber wie sich raus stellte bleibt von ihrem Geld nie viel uebrig, weil sie jeden Abend nach der Arbeit ab 4 Uhr anfangen sich ein Bier nach dem anderen reinzuziehen (wer die Bierpreise Australiens kennt, weiss was das bedeutet) und spaeter auch den ein oder anderen Joint zu rauchen.

Darauf hab ich aber gerne verzichtet, denn ich hatte den naechsten Tag schon durchgeplant. Ich hatte den Sprung meines Lebens gebucht. 14000 Fuss hoch aus einem winzig kleinen Flugzeug mit einem wildfremden Mann auf dem Buckel springen, 60 Sekunden FALLEN, dann hoffen, dass sich der Fallschirm oeffnet und die restliche Strecke mehr oder weniger sanft herunter gleiten.

Vorher hab ich aber noch Maria und Sabine kennengelernt, zwei supernette oestereichische Maedels, die auf meinem Zimmer waren, mit denen ich mich super verstanden habe und mich mit ihnen ueber die immer zugedroehnteren Jungs lustig gemacht habe. Sie waren nur zum Urlaub machen in Australien und deshalb konnte ich ihnen einige Dinge beibringen (also damit meine ich jetzt Goon :D)


Jetzt aber wieder zum Skydiven:
Es war wirklich hammer hammer geil. Der Mann vom Hostel, bei dem ich gebucht hatte, hat gesagt, dass ich um 7.30 Uhr angeholt werde. Da ich durch und durch Deutsche bin (das bekomme ich hier leider viel zu oft gesagt, ich bin anscheinend fuer Australier viel zu gut organisiert), hat mein Wecker puenktlich um 6.30 Uhr geklingelt und ich hab mich total verschlafen ins Bad geschleppt. Da es noch so frueh war und ich noch halb geschlafen hab, war mein `Fertigmachtempo` glaub ich nicht das Schnellste. Anfangs zumindest. Um 10 vor 7 hat der Hosteltyp an die Tuer geklopft und gesagt, dass ich schon abgeholt werde. Na klasse. Meine Antwort war darauf nur: `But I`m not ready yet.` Ja, das hat nur leider niemanden interessiert. Also habe ich in 5 Minuten noch schnell Zaehne geputzt, mein Zeug gepackt und bin ohne Fruehstueck oder einen Gedanken an meinen kommenden Suizid Versuch in das vor dem Hostel wartende Auto gesprungen.

Dann ging alles unheimlich schnell. Ich war noch dabei meine Schuhe zuzumachen, da wurde mir schon erklaert, was mich jetzt erwartet. Der freundliche , aber leider ungeduldige Fahrer hat gesagt, das er mich jetzt zum Skydiving Buero faehrt, ich da lauter Papiere unterschreiben muss (sowas wie: `mir ist klar, dass der Sprung lebensgefaehrlich ist` und ` man selbst haftet falls man nur teilweise unten ankommt usw.), dann ne halbe Stunde zum naechsten Flughafen gefahren werde, dann hochgeflogen werde, springe, und an dem Strand vor dem Buero wieder lande. Gesagt, getan. Ploetzlich hab ich schon Sinna (oder sowas, keine Ahnung wie genau der hiess, ich nenn ihn jetzt einfach mal so ^^), meinen Retter (oder Moerder), also den Typ, der mit mir springen wuerde, kennen gelernt, einige Koerperhaltungsuebungen gemacht (also wie ich mich verbiegen muss, wenn ich spring), einige Worte in die Kamera gestottert, die waehrend dem Sprung lief und den Gurt angezogen bekommen. Dann gings zum Flughafen. Die Haelfte der Menschen im Bus waren rutinierte Springer (einige hatten schon 15000 Spruenge hinter sich), die ihrem taeglichen Beruf nachgingen und die andere Haelft panisch aussehende Touristen, die sich alle immer und immer wieder die gleiche Frage stellten: `Was mache ich hier ueberhaupt?` Ohne darauf je eine Antwort zu bekommen, gings raus aus dem Bus und rein ins Flugzeug. Das allein war schon ziemlich cool. Es war winzig klein und hatte keine Sitze oder so, sondern nur 2 Baenke, die senkrecht zu den Fluegeln standen und auf die wir uns, wie die Huehner auf der Stange aufreihten (immer der erfahrene Springer hinten und der Tourist vor ihm). So gings dann ab in 14000 Fuss Hoehe. Immer wieder hat Sinna angefagen mich zu filmen und meine Worte waren immer die selben: `I can`t believe what I`m doing here`.

Dann hat sich ploetzich schon die Flugzeuf Tuer geoeffnet und auf einmal fielen schon die ersten Paerchen in das riesige Meer aus Wolken. Plotzlich war ich dran, ich musste mich an den Flugzeugrand setzten (also die Fuesse rausbaumeln lassen), den Kopf nach hinten lehnen und ploetzlich war ich in der Luft. Das Gefuehl war unbeschrieblich. Man ist einfach gefallen, einfach gefallen, ich hab so Geschrien, die ganze Zeit ueber. Es ist wirklich ein hammer geiles Gefuehl. Unter sich sieht man den wunderschoenen Strand und das kleine Mission Beach, vor sich ewige Weite. Man fuehlt sich einfah unglaublich frei, der ganze Koerper ist am kribbeln und fuehlen. Es war viel zu schnell vorbei. Ploetzlich hat sich der Fallschirm schon geoeffnet (zum Glueck) und die vorher schnell an einem vorbei ziehenden Bilder wurden jetzt klarer. Wir sind direkt ueber dem Great Barrier Reef geglitten. Ich konnte die Korallen sehen, da das Wasser an diesen Stellen dunkler ist. Die zuerst winzig kleinen Haeuser wurden langsam groesser und Sinna sagte nur ` I think you enjoyed it`. Daruf konnte ich nur ` Oh yes` antworten. Darauf hin hab ich die Lenk seile (oder wie auch immer das heisst) von dem Fallschirm in die Haende bekommen und durfte lenken. Immer abwechsend hab ich an ihnen gezogen und so haben wir uns einmal in die eine Richtung ganz oft im Kreis gedreht, und dann wieder in die andere. Das war so cool.

Als es auf die Landung zuging, hab ich sie allerdings wieder abgegeben. Mit einem Affenzahn sind wir auf den Strand zugerast (da wars mir dann doch n bisschen mulmig), doch es war ueberhaupt kein Problem. Als ich es gesagt bekam, musste ich nur meine Beine anheben und bin so ganz sanft auf meinem Hinterteil gelandet.

Unten angekommen, hab ich das riesen Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen und allen andere ging es ebenso. `I`m still alive` war mein einziger Gedanke, den ich auch gluecklich rausgeschrien habe und Sinna so zum Lachen brachte.

Das war er also gewesen: der Sprung meines Lebens!! Ich wuerde es wirklich jederzeit wieder tun, es war das bisher absolute Highlight, auch wenn es insgesamt nur 5 Minuten oder so gedauert hat.


Da ich auf meine DVD mit den Bildern und dem Video noch eine halbe Stunde warten musste, bin ich ein wenig durch Mission Beach gelaufen, Dort gibt es aber im grossen und ganzen nichts zu sehen und deshalb bin ich in das Touristen Info Dings gelaufen, wo es einen `Book Exchange` gab, also ein nettes Tauschgeschaeft. Man laesst sein altes Buch da und kann sich dafuer eins von den dort vorhandenen Buechern mitnehmen. Da ich mein Buch gerade fertig gelesen hatte, hab ich das doch gleich gemacht und mir `tribute` von Nora Roberts rausgesucht.

Am Skydiving Buero hab ich dann die DVD bekommen und wurde zurueck zum Hostel gefahren. Dort hab ich mich dann zu Maria und Sabine an den Pool gelegt und immer wieder abwechselnd einige Seiten in meinem neuen Buch gelesen, geschlafen und geschwommen. Es war wirklich ein schoener entspannter Tag :D Am spaeten Nachmittag mussten die Maedels dann gehen. Sie sind nach Cairns gefahren und wollten dort wieder im YHA Hostel wohnen. Da ich noch nicht wusste, ob ich einen Couchsurfer finde, wusste ich nicht ob wir uns wieder sehen.

Am Abend wollten alle wissen, wie mein Sprung war und haben mit mir gefeiert. Mit ein paar Jungs hab ich Tischtennis gespielt (und gewonnen :D) und noch mehr Deutsche Jungs kennen gelernt. Es war wirklich ein schoener feuchtfroehlicher Abend.


Am naechsten Tag im Bus hab ich dann entschieden, dass ich auch ins YHA Hostel gehen wuerde, weil ich keine Couchsufer gefunden hatte. Das war also mein naechster Stop : Cairns.

Ich hab euch lieb.
Eure Franzi