Samstag, 17. März 2012

Adventure of my Life

Hallo meine Lieben,

ich habe zwar noch nichts von der gemeinsamen Reise von mir und David erzaehlt, aber wir sitzen gerade im Flugzeug auf dem Weg nach Hause und mir gehen einige Gedanken ueber mein letztes halbes Jahr im Kopf rum, die ich gerne aufschreiben moechte.

Am 16. Dezember letzten Jahres ging alles los. Zusammen mit Basti ging es ins ferne Australien. Am Anfang war alles neu und aufregend und unser Englisch war wirklich schlecht. Ich werde nie vergessen wie wir nach 48 Stunden Hinreise in Brisbane angekommen sind, uns an der Rezeption alles erklaert wurde und wir kein Wort verstanden haben. Wir bekamen unsere Schluessel, da wir aber nicht gecheckt hatten, was unsere Zimmernummer ist, mussten wir nochmal zurueck und erneut fragen. Ziemlich peinlich, aber so war das damals.

Ich weis, dass mir das heute nicht mehr passieren wuerde. Mein Englisch ist jetzt richtig gut und auch so hab ich mich veraendert und weiter entwickelt. Das halbe Jahr hat mir wirklich unheimlich viel gebracht.

Nach der ersten Einlebungswoche ging es weiter die Ostkueste nach oben. Nach Fraser Island und Hervey Bay hab ich mich dann auch von den Jungs getrennt und war jetzt auf mich alleine gestellt. Das war wirklich eine Herausforderung. Ich musste mich komplett alleine um Dinge kuemmern, ueber die ich zu Hause nicht einmal nachgedacht habe. Ploetzlich kamen Fragen auf wie: Was koche ich heute Abend? Was muss ich also einkaufen? Wo ist ueberhaupt der Supermarkt? Wann muss ich wieder waschen? Und wie finde ich einen Job?

Ich weis, dass ich alle Herausforderungen gemeistert habe und darauf bin ich sehr stolz.

Bis nach Cape Tribulation ganz im Norden bin ich alleine gereist, habe unheimlich viel gesehen, unternommen und erlebt. Die reiche Tierwelt in Australien ist wirklich sehenswert und sehr besonders. Vorallem das Great Barrir Reef, wo ich schnorcheln und tauchen war, hatte es mir total angetan. Ausserdem war ich surfen, angeln, Motorboot fahren, wandern, segeln, ganz viel feiern und skydiven. Das war wohl die groesste Herausforderung und ein hammer geiles Gefuehl.

Nach der Ostkueste bin ich das erste Mal alleine geflogen, und zwar nach Darwin. Dort haben mir die Hitze und die ganzen Stechmuecken zu schaffen gemacht, trotzdem hat es mir gut gefallen.
Mit Volker gings anschliessend ins Outback. Diese Zeit war absolut eine meiner liebsten hier in Australien. Wir waren mit seinem Auto unterwegs, hatten wirklich kaum etwas mit und trotzdem ging es uns super gut. Wir hatten total viel Spass und haben richtig viel gesehen. Obwohl wir nie weit vom Stuart Highway entfernt waren, war die Landschaft dort sowas von unberuehrt und menschenleer, absolut sehenswert. Ich musste links fahren lernen und hatte auch kaum Kontakt nach Hause. Es war wirklich wie in einer anderen Welt und ein richtiges Abenteuer.

Ein bisschen gruseliger wurde es dann in Alice Springs wegen der ganzen Kriminalitaet dort, deshalb hat es mir auch nicht so gut gefallen. Auch der Ayers Rock war nicht so beeindruckend wie ich ihn mir vorgestellt habe, dafuer aber der Kings Canyon. Dort oben zu sitzen und ueber dem roten Kraterrand die Sonne aufgehen zu sehen war absolut magisch. Das war so ein Moment, bei dem man ploetzlich von Gluecksgefuehlen durchstroemt wird, man sitzt einfach nur da und ist unglaublich gluecklich.

Ueber das schaebige Coober Pedy gings nach Adelaide. Mein Favorite dort war Kangaroo Island. Wie immer hatte ich richtig Glueck mit meinem Couchsurfer, er hat mir die ganze Insel gezeigt. Das Couchsurfen war eh super interessant, weil es die beste Moeglichkeit war endlich mal Australier kennen zu lernen. Ich konnte eine Kostprobe von dem original australischem Leben nehmen und von dem was ich da erfahren habe, bin ich immernoch begeistert. Diese Menschen leben so unterschiedlich im Vergleich zu uns Deutschen, die meisten Dinge sind nicht wichtig, nur die auf die es wirklich ankommt. Teilweise fand ich diese Einstellung zu extrem (ich bin eben doch immernoch deutsch), aber ich finde es wuerde Deutschland nicht schaden sich eine Scheibe von der Lebenslust, der Lebensfreude und der Gelassenheit abzuschneiden. Wir sind definitiv zu verklemmt und zu materialistisch.

Ich werde nie den einen Satz von Will vergessen, einem der interessantesten und weisesten Menschen, die ich je kennen gelernt habe. Ich habe mit ihm in seinem Waldhaus, dass er selbst gebaut hatte und das wirklich spartanisch eingerichtet war, gelebt. Jeden Morgen sind wir zum Strand gefahren (mistens war er eine Runde Surfen). Wir sassen also am Strand, die Sonne stand noch ganz weit unten am Himmel ueber dem Meer, der Strand war leer, die Voegel haben gezwitschert. Wir hatten nichts, aber es war wunderschoen, wir sassen einfach nur da und haben den Anblick genossen bis er auf einmal sagte: `Und was machen die reichen Menschen? Die fahren jetzt zur Arbeit!` Das hat sich richtig in mein Hirn gebrannt.
Er hatte sowas von Recht, aber so hatte ich das noch nie gesehen. Manchmal vergessen wir wieso das eigentlich alles machen, das zur Schule gehen und lernen und arbeiten und moeglichst qualifiziert werden, eigentlich machen wir das ja nur fuer genau solche Momente, Momente, in denen man das Leben spuert. Wenn interessiert es was fuer ein Auto wir fahren, was wir anhaben oder in was fuer einem Haus wir leben, an sich geht es darum gluecklich zu sein und das moeglichst immer.

Ich war froh diese Regel zur Zeit immer einhalten zu koennen und das hab ich auch gemerkt. Mir ging es richtig gut. Alle Stresssymptome und Wehwehchen, die ich zu Hause hatte waren/ sind weg.

Nach Adelaide hatte ich meinen zweiten Roadtrip vor mir und zwar mit Mick ueber die Great Ocean Road. Waere ich am Anfang meiner Reise mit ihm gereist haette mich seine Gleichgueltigkeit wohl zur Weisglut gebracht, doch inzwischen konnte ich damit unerwartet gut leben.

In Melbourne hab ich einige Tage bei Freunden von Gianni, meinem Chef aus Deutschland gelebt, bevor ich nach Neuseeland abgehoben bin.

Neuseeland hat landschaftlich noch einiges mehr zu bieten als Australien und ich habe in dem einem Monat, in dem ich dort war, richtig viel gesehen. Auf der Nordinsel bin ich alleine gereist und auf der Suedinsel zusammen mit Maggie und Esa.

Ueber die Haelfte meines Abenteuers war jetzt schon rum und ich habe Basti und Henrik wieder in Sydney getroffen. Mit ihnen und Pablo, Gutzler und Lars habe ich Weihnachten und Silvester verbracht. Das waren wohl auch die aussergewoehnlichsten Feiertage meines Lebens. Es war das erste mal, dass ich bei unserer `Weihnachtsabend – to – do – Reihenfolge` nicht mitgemacht habe. Ich habe es zwar vermisst, aber noch mehr habe ich es genossen, aus dieser Tardition einmal auszubrechen. Wir alle haben schoen gekocht, ewig gegessen und anschliessend gefeiert.
An Silvester hab ich das absolut ueberagendste Feuerwerk ueberhaupt an der Harbour Bridge gesehen und mit 20 000 Menschn gefeiert.

Nach einem weiteren Monat in Melbourne, in dem ich gearbeitet habe, um mein Konto wieder etwas besser aussehen zu lassen, war mein Abenteuer auch schon fast vorbei. Endlich habe ich aber David wieder gesehen, den ich sehr sehr vermisst habe. Wir haben es geschafft meinen Kreis zu schliessen, d.h. das fehlende Stueck von Sydney bis Brisane zu bereisen.

Ich habe also mehr gesehen, als erwartet und mir vorgenommen hatte und jetzt sitze ich schon wieder im Flieger nach Hause. Ich kann kaum glauben wie schnell das alles rum ging und was ich alles erlebt habe. Ich glaube so viel Menschenkenntnis und auch Kulturenkenntnis kann man nur durch so eine Reise gewinnen.

Ich sitze jetzt hier mit einem weinendem und einem lachendem Auge. Ich kann nicht wahr haben, dass ich jetzt wieder in den stressigen, pflichtenreichen und verantwortungsvollen Alltag einsteigen soll und dieses grosse Land voller Moeglichkeiten, Abenteuern und toller Leute hinter mir lassen soll, aber auf der anderen Seiten weiss ich, dass daheim ebenfalls so viele tolle Menschen warten, die ich wirklich sehr vermisst habe und unbedingt sehen will.

An dieser Stelle moechte ich mich bei all diesen Leute auch einmal bedanken. Ohne die Unterstuetzung und den Rueckhalt, die ich aus Deutschland bekommen habe, haette ich dass wohl nie durchgestanden. Australien ist eben ein grosses Land und wenn man alleine reist fuehlt man sich auch manchmal einsam, aber ich wusste immer, dass es zu Hause Menschen gibt, die an mich denken und die mich lieb haben. Das ist ein unheimlichschoenes Gefuehl.

Also danke an euch alle, ihr habt das `Adventure of my Life` ermoeglicht.

Ich hab euch lieb und freu mich darauf, euch in ein paar Stunden in die Arme schliessen zu koennen.

Eure Franzi

Erst die Arbeit, dann das Vergnuegen

Am 3. Januar bin ich in Melbourne angekommen, um nach 4 ½ Monaten reisen endlich mal zu arbeiten. Vorher musste ich aber noch eine Wohnung finden, denn auf 4 Wochen im Hostel hatte ich absolut keine Lust. Also hab ich mich in den naechsten Megges gesetzt (dort gibts freies Internet) und hab nach wenigen Minuten auch schon zwei Besichtigungen ausgemacht gehabt. Mit dem ganzen Gepaeck bin ich also durch die Stadt geschlappt und habe nach meinem moeglichen zu Hause fuer den naechsten Monat gesucht. Das Problem war, dass man normalerweise eine Monatsmiete und eine Monatsmiete Bond zahlen muss, um einziehen zu duerfen. Da ich aber nur noch knapp 500 Dollar hatte und die Wohnungen in der Innenstadt bei 170 Dollar die Woche beginnen, war das also viel zu wenig. Mein erster potentieller Vermieter hat mir das dann auch klar gemacht. Der zweite Vermieter hat mein Problem (vorerst) verstanden und meinte, es ware genug, wenn ich ihm 3 Wochenmieten zahle und den Rest nach einer Woche oder so wenn ich gearbeitet habe. So hatte ich eine Unterkuft. Leider war mein Bett im Wohnzimmer und so hatte ich nie Ruhe, weil immer irgendein Mitbewohner da war.

Der naechste Schritt war es einen Job zu finden. Ich habe mein Resume geschrieben und hab dann die Copy Laeden der Stadt abgeklappert, um es ausdrucken zu koennen. In der riesigen Library war es dann doch am billigsten. Nachdem ich mit meinem Stapel Resumes einige Stuendchen durch die Stadt gelaufen bin und in allen Cafes Restaurants und Laeden gefragt habe, hatte ich auch schon einmal Probearbeiten und ein Vorstellungsgespraech vor mir.
Das Probearbeiten war am naechsten Abend in einem Restaurant und das Vorstellungsgespraech in einem Cafe direkt neberm Queen Victoria Market.

Leider habe ich an dem Tag von meinem Vermieter erfahren, dass er sofort das fehlende Geld wolle (nach nur einem Tag!!!) oder ich sonst ausziehen muesse. Da ich natuerlich immernoch nicht mehr Geld hatte, musste ich mich schnell um eine neue Wohnung kuemmern. Und ich kann es immernoch nicht wirklich glauben was fuer ein Glueck ich hatte. Ganz frisch stand eine Anzeige online fuer eine Wohnung nicht weit weg von meiner fuer 135 Dollar!!! Das war ein absolutes Schnaeppchen. Also hab ich dort gleich angerufen und durfte noch am selben Tag zur Besichtigung kommen. Insgesamt haben 8 Leute oder so (so genau hab ich das nie rausgefunden) dort gewohnt, alle aus Korea oder sonst wo aus Asien, ich hab dort also eigentlich nicht reingepasst. Das hat mir mein potentieller Vermieter auch gleich klar gemacht, denn nachdem er mir erklaert hat, dass ich mein Zimmer mit einem anderen Maedchen teilen muesse und ich damit absolut kein Problem hatte, meinte er nur `You are strange`. Daraufhin hab ich wohl ein wenig verdutzt geguckt, denn er hat mir dann erklaert, dass er von Europaeern eigentlich gewohnt ist, dass sie verwoehnt sind und immer alleine leben wollen und dass er jetzt nicht richtig einordnen kann, ob ich verrueckt bin oder ziemlich cool. Nachdem ich ihm also klar gemacht hatte, dass ich eher ziemlich cool bin (ich mein im Hostel war ich immer mit mindstens 5 anderen in einem Zimmer, Privatsphaere war also eh ein Fremdwort fuer mich), konnten wir alles andere klaeren. Er wollte 3 Wochenmieten und den Rest, wenn ich ihn hatte, also ziemlich perfekt. So bin ich am naechsten Tag umgezogen, hab mir eine schwarze lange Hose fuers Restaurant gekauft und bin dorthin, um mich als Bedienung zu beweisen.

Auf den ersten Anschein war alles in Ordung. Eine der anderen Bedienungen hat mir den Computer erklaert, in den man die Bestellungen eingeben muss und auch sonst alles gezeigt. Das Problem war leider nur, dass dieser Abend der vollste von allen Abenden war, an denen ich dort gearbeitet habe und so hatte ich gleich einiges zu tun. Ausserdem habe ich durch den allgemeinen Stress, der im Restaurant durch die vielen Gaeste herrschte, meinen Chef gleich richtig kennen gelernt. Im Nachhinein muss ich sagen, dass er der unsympathischste, herzloseste und schlechteste Mensch ist, den ich in meinem Leben bisher kennengelernt habe und ich bin sehr sehr froh, dass ich ihn nie nie wieder sehen muss.
Viele der Gaeste haben sich ueber das Essen beschwert, anscheinend war das Chicken nicht mehr gut und das hat man wohl geschmeckt. Ich finde, wenn sich ein Gast beschwert und moechte, dass der Chef geholt wird oder dass man die Beschwerde an die Kueche weiter gibt, dann sollte man das auch tun. Die Reaktion von Mickel (meinem Chef) hat mir dann aber klar gemacht, dass ich das lieber gelassen haette. Ploetzlich war ich naemlich fuer das schlechte Essen verantwortlich. Er meinte `Wieso beschweren sich alle an deinem ertsen Tag. Das muss ja an dir liegen!!` Der Chefkoch hat mir ausserdem ziemlich leid getan. Der wurde naemlich angeschrien und behandelt wie ein bissiger Hund, der gerade ein kleines Maedchen angegriffen hat. Ich war wirklich schockiert was sich dieser Mensch rausgenommen hat. Obwohl ich das ganze Essen der Gaeste absichtlich und boeswillig habe verschimmeln lassen hat Mickel mir am Ende des Chaos trotzdem einen Job angeboten und da ich dringend Geld brauchte habe ich angenommen.

Am naechsten Morgen hatte ich dann auch schon Probearbeiten im Cafe, denn das Bewerbungsgespraech war gut gelaufen. Der Chef dort war um einiges netter und obwohl es auch dort richtig stressig war an dem Tag, hat er nicht alle andern dafuer verantwortlich gemacht. Ich hatte wirklich viel zu tun und das Gefuehl, dass ich 5 Stunden nur am Rennen war. Das war Raj (dem Chef) wohl auch aufgefallen und so hat auch er mir einen Job angeboten.

Das war der Beginn der wohl drei arbeitsreichesten Wochen meines Lebens. Jeden Tag hab ich zwischen 10 und 15 Stunden gearbeitet, jeden Tag!! Tagsueber im Cafe und abends/ nachts im Restaurant. Es war wirklich anstrengend, aber wegen dem Geld, das ich in der Zeit verdient habe, hat sich das Ganze schon gelohnt.

Ausserdem hab ich in der Zeit einiges gelernt. Ich habe verschiedene Systeme in der Gastronomie kennengelernt, meine Koch- Faehigkeiten ausgebaut, da ich im Cafe oft in der Kueche helfen musste, mein Englisch wurde durch den Kontakt mit den Gaesten besser und ich habe rausgefunden, dass es moderne Sklaverei nicht nur in Dritte-Welt-Laendern gibt, sondern auch in `La Spagehtteria` in Melbourne, dem Restaurant, in dem ich gearbeitet habe.

Mein Chef war wirklich ein riesen Arsch. Er und sein Sohn Jamil haben eigentlich so gut wie nichts gemacht, aber trotzdem waren sie beide immer da, um uns rumzuscheuchen. Man hat sich immer beobachtet gefuehlt und alles was man gemacht hat war falsch. Ich musste oft schon um 5 da sein, obwohl es erst gegen 7 voll wurde. Leider war bis dahin nicht viel zu tun. Alles auffuellen und sauber machen mussten wir immer schon am Abend davor, d.h. man hat in dieser Zeit verzweifelt nach irgendwelchen Arbeiten gesucht. Ich bin normalerweise gut darin immer etwas zu finden und immer etwas zu tun zu haben, aber hier war das wirklich unmoeglich. Es gab nichts zu tun!!! Das haben Mickel und Jamil aber auch nicht akzeptiert. Regelmaessig wurde man zusammen geschissen, dass man nicht fuers Rumstehen bezaht wird, wenn man aber gefragt hat was man machen soll, kamen teilweise gar keine oder die bescheuertsten Antworten. Einmal sollte ich die Fenster putzen, hab aber keine Putztuecher und keine Lappen bekommen. Reinigungsmittel hab ich nach einer halben Stunde durchfragen dann endlich gefunden, als Schwamm musste ich aber Geschirrhandtuecher nehmen, durch die die Fenster unglaublich schmierig und dreckiger als vorher aussahen. Als ich das zu Mickel sagte, meinte er nur: Ist nicht so schlimm, morgen kommen eh die Fensterputzer!!! So ein Arsch.

Ausserdem haben wir jeden Abend ungefaehr 5 mal die Salzstreuer abgewischt, die Stuehle gerade gerueckt und Glaeser poliert. Es war so nervig. Selbst wenn die Gaeste da waren konnten die beiden nicht in einem normalen Ton mit ihren Angestellten reden, immer waren sie genervt und haben rumgeschrien. Ich fand es so peinlich. Vorallem ging es immer um so bescheurte Kleinigkeiten, die eh nicht wichtig waren und andauernd haben sie sich widersprochen. Ich hatte irgendwann das Gefuehl, es geht ihnen hier nicht um guten Service gegenueber ihren Kunden, sondern sie wollen einfach nur Aggressionen ablassen. Zum Beispiel beim Menuekarten ueberreichen wurde ich so oft beschimpft, egal wie ich es gemacht habe war es falsch. Einmal kamen neue Gaeste und sie standen noch um den Tisch herum und haben noch auf den Rest gewartet, ich hatte die Arme mit dreckigem Geschirr voll und wollte das erst in die Kueche bringen, bevor ich den Gaesten die Menues geben wollte, da wurde ich ploetzlich angeschrien, ob ich denn blind oder unterbemittelt sei und die Gaeste nicht gesehen haette. Also musste ich das ganze Geschirr wieder abstellen, Menues holen und den total verdutzten Leuten in die Hand druecken als sie noch standen. Also habe ich mich das naechste mal als Gaeste kamen direkt neben sie gestellt, um ihnen die Menues zu geben. Da wurde ich angeschrien, dass ich doch gefaelligst warten soll bis die Leute sitzen und ob ich denn keine Manieren haette. So ging es die ganze Zeit.

Das einzigst Gute an dem Restaurant waren die anderen Angestellten. Die waren naemlich alle super nett. Mit Valerie (Italienerin) und Fobi (Koreanerin) hab ich bedient, Kun (Koreaner) und Jan (Koreanerin) haben die Teller rausgetragen. Alle zusammen sindd wir abends immer nach Hause gelaufen und sie waren wirklich alle total lustig.

Als ich meinen Chef nach 2 Wochen auf meine Bezahlung angesprochen habe (ich bekam angeblich 12 Dollar die Stunde, was Unterbezahlung ist, Mindestlohn in Australien sind 16 Dollar), weil ich nach meinen Berechnungen immer zu wenig bekommen habe, hat er mich ganz empoert angeguckt und mir seine Tabelle gezeigt, in die er die Arbeitszeiten von allen eingetragen hat. Jeden Tag hab ich angeblich nur bis 11 gearbeitet, aber ich war oft bis halb 1 da, als ich ihn darauf aufmerksam gemacht habe, war er schon richtig sauer, dass ich immeroch nicht zufrieden bin und meinte nur: Ja aber die Kueche macht um 11 zu, deshalb werden alle nur bis 11 bezahlt. Ich konnte nicht glauben was ich da gehoert hatte, so etwas Unverschaemtes. Es stimmt, dass die Kueche um 11 zumacht, aber dann sind ja immernoch Gaeste da und wir muessen da bleiben bis alle Gaeste weg sind und dann auch noch alles aufraeumen. Im Klartext hiess das also, dass ich jede Woche ca. 4 bis 5 Stunden umsonst gearbeitet hatte. Ich war so sauer. Da ich mir nicht sicher war wie viel Lohn ich die Stunde bekomme, hab ich das am Anfang gefragt und darauf hin hat er das gesagt, was mich am allermeisten aufgeregt hat. Er meinte: `Jeder bekommt das Gleiche, 12 Dollar.`!!!

Beim Heimlaufen mit den anderen haben wir darueber geredet und herausgefunden, dass alle Asiaten aber nur 10 Dollar bekommen. 10 Dollar!!! Das ist wirklich Sklaverei und meiner Meinung auch ziemlich rassistisch. Ich hatte noch nie auf jemanden so einen Hass. Deshalb hab ich beschlossen mir das nicht weiter gefallen zu lassen und nach der naechsten Bezahlung zu kuendigen. Ich war so geschockt, dass sich die anderen das alle schon so lange haben gefallen lassen, vorallen wussten sie auch alle, dass wir nur bis 11 bezahlt werden. Ich konnte es nicht glauben.

Da in den 2 Wochen in denen ich seitdem dort gearbeitet habe 3 Bedienungen und der Kuechenchef gekuendigt haben, hatte ich keine Angst das Gleiche zu tun. Nachdem ich also am Dienstagabend mein Geld bekommen hatte, bin ich zu Jamil und sagte, dass ich hier nicht laenger arbeiten wolle. Er war total genervt, er hat wohl gemerkt, dass er bald keine Bedienungen mehr uebrig hat und er wollte, dass ich wenigstens bis Samstag bleibe, denn sonst wuerde ich mein Geld fuer den heutigen Abend auch nicht bekommen. Weil ich muede war und keine Lust hatte wieder angeschrien zu werden hab ich dummerweise eingewilligt. Auf dem Nachhauseweg hab ich dann aber doch beschlossen, dass mir ein Abendgehalt eine weitere Woche dort nicht wert ist und ich einfach nicht mehr kommen wuerde. So hab ich am naechsten Tag dort angerufen und gesagt, dass ich auf keinen Fall einen weiteren Tag mit ihnen aushalten wuerde. Bevor ich Jamil erklaeren konnte, dass ich noch ihre Schuerze habe, hat er ins Telefon geschrien : `Dann bezahlen wir dich auch nicht.` und hat aufgelegt.

Ich musste einfach nur Lachen, diese Menschen waren fuer mich einfach nur eine riesen Lachnummer und garantiert nicht gluecklich. Ich war froh, dass ich sie nie wieder sehen musste und mehr im Cafe, wo es wenigstens Spass gemacht hat, arbeiten konnte.

Mein Chef dort ist auch etwas ganz besonderes. Er ist aus Indien und in Australien, um hier zu arbeiten und das Geld nach Hause zu schicken. Und diese Mission lebt er wirklich vollkommen aus. Er ist der Manager in dem Cafe und der Chef in der Kueche und arbeitet aber ausserdem noch in einem Restaurant. Das heisst er ist morgens von ca. 7.00 bis 18.00 Uhr im Cafe arbeiten und geht danach von 19.00 bis 4.00 oder 5.00 Uhr ins Restaurant. Der Mann schlaeft also maximal 3 Stunden die Nacht und da er kein Bett besitzt liegt er im Restaurant auf einem Tisch und wird morgens von der Putzkraft geweckt. Das ist so krank und das macht er so seit 10 Jahren. Ich finde es faszinierend, dass er ueberhaupt noch lebt. Essen und trinken tut er auch fast nichts, weil er ja die Zeit sparen muss. Sogar aufs Klo geht er nur, wenn einer von uns vorher guckt ob es auch frei ist, weil er ja sonst 20 Sekunden verschenkt, in denen er zum Klo laeuft und wieder zurueck.

Obwohl er der absolute Workerholic ist und unglaublich viel Geld verdienen muss, ist er trotzdem total nett. Ich kann das nicht begreifen. Wenn ich muede bin oder morgens frueh aufstehen musste bin ich oft ungeniessbar. Er schlaeft ja eigetlich nie und ist trotzdem lieb und konzentriert. An den unendlich schwarzen tiefen Kratern um seine Augen erkennt man aber, dass es ihn wohl nicht so gut geht wie er immer sagt.

Alle Angestellten haben eine halbe Stunde Pause, in denen wir etwas zu Essen bekommen, doch Raj arbeitet immer durch. Manchmal kam er dann zu mir (ich weiss nicht wieso er immer nur zu mir kam) und meinte, dass er einen kurzen `Nap` (Schlaefchen) machen muesse, weil er sich sonst nicht mehr konzentrieren koenne (kooomisch!!) und ich ihn in 10 Minuten wecken soll. Dann ist er in unsere kleine Abstellkammer gegangen, hat seinen Kopf auf ein paar Kartons gelegt und war sofort weg. Mir hat das immer so Leid getan. Vorallem weil ich dann diejenige sein musste, die ihn wecken und an den Stappel Bestellugen erinnern musste, die in der Kueche lagen. Er sah manchmal echt fertig aus.

Am Anfang hab ich im Cafe nur Tische sauber gemacht, aufgeraeumt, alles aufgefuellt und Essen raus gebracht, aber spaeter hab ich auch in der Kueche geholfen, Essen gemacht, Smoothies, Milkshakes usw., Bestellungen aufgenommen und sogar die Kasse bedient. Raj hat mir wirklich vollkommen vertraut und mich immer wieder gelobt. Ganz oft hat er mich mit 600 Dollar losgeschickt, um zur Bank zu gehen und Kleingeld zu holen. Sogar an meinem vorletzten Tag sollte ich nach der Arbeit noch zur Bank, d.h. ich hab die 600 Dollar mit heim nehmen muessen und am naechsten Tag wieder mitbringen. Ausserdem war er eigetlich gar nicht so sehr wie ein Chef sondern eher wie ein Kollege. Immer haben wir uns gegenseitig gedisst. Es gab einige Bestellungen, die er gehasst hat, weil sie viel Arbeit sind und wenn ich einige von denen in die Kueche gebracht habe, hat er mich immer angelaechelt und nur `You bitch` gesagt. Oefters mal hab ich dann einfach `Crepe Italien` gesagt, nur um ihn zu aergern oder gesagt, dass ich das den Gaesten immer empfehle, wenn sie fragen. Ausserdem hat er mich immer `David` genannt, weil er meinte ich wuede nur an ihn denken und sollte mich besser mal konzentrieren. Er war wirklich lustig.

Meine Kollegen dort waren auch alle super. Am ersten Tag hab ich direkt Lisa kennen gelernt. Sie ist aus Oldenburg und war auch ganz neu dort. So hatten wir also die gleiche Probleme, Fragen und Erfahrungen. Ausserdem waren wir beide ziemlich schnell und wurden immer von Raj gelobt. Weitere Bedineungen waren Grace, Issy, Gan, Isabell und noch ein paar mehr.

Nach dem Arbeiten gings dann immer in meine von Koreanern besetzte Wohnung. Meine Zimmernachbarin war total nett, aber sie konnte fast kein Englisch und von daher haben wir uns nur selten und nicht sehr ausfuehrlich unterhalten koennen. Sie war hier um Englisch zu lernen (das war auch noetig). Ich habe auch herausgefunden, weshalb die Wohnugn so billig war. Der Vermieter und seine Frau haben im Wohnzimmer gelebt. Sie haben sich mit Stellwaenden eine Art kleines Zimmer gebaut und dort gehaust, dadurch hat sich die Wohnungsmiete durch 2 Koepfe mehr geteilt und war so niedrig. Mir war das Recht, ich hatte mein eigenes Bett, einen Schreibtisch, einen Kleiderschrank und Internet und somit mehr Luxus als die 5 Monate davor.
Ziemlich lustig fand ich auch die Kueche. Es gab selbstverstaendlich einen Reiskocher, der irgendwie auch immer am Laufen war. Ich hab mich immer gefragt, wann die alle so viel Reis essen, aber es gab keinen Toaster. Schliesslich essen Asiaten absolut kein Brot, morgens gibts direkt die China Nudeln oder Fleisch, voll eklig. Als ich einmal mit ein paar von ihnen gefruehstueckt habe und meine Haferflocken, Milch und Obst rausgeholt habe, haben sie voll den Lachflash bekommen und gefragt was ich denn da ekelhaftes essen wuerde. Selbst haben sie sich aber den Reis mit Fleisch und einer unglaublich ekelhaft geruchsintensiven Sosse reingezogen. Es war wirklich sehr interessant mit ihnen zu leben.

Dienstags hatte ich immer frei und so die Moeglichkeit neben dem ganzen arbeiten auch ein bisschen was zu unternehmen. Mit Henrik war ich einmal auf dem Eureka Tower. Der Turm ist 300 Meter hoch und somit der hoechste auf der suedlichen Hemisphaere. Weil in Melbourne auch gerade die Australien Open waren hab ich mir einen Tag frei genommen, um mir das ganze mal anzuschauen, auch wenn ich absolut keine Ahnung von Tennis hatte. Am 24.1. hab ich mich mit Basti auf dem Gelaende getroffen. Ich hatte keinen Pass fuer die Stadien oder ein Spiel, aber trotzdem haben wir es geschafft uns in eins reinzuschmuggeln und ein bisschen bei einem Spiel zuzuschauen. Es war echt ganz cool. Basti hat versucht mir Tennis ein bisschen naeher zu bringen (er spielt selbst), aber das hat er dann ziemlich schnell wieder aufgegeben. Ich fand es viel cooler auf dem Gelaende rumzulaufen und die ganzen Werbegeschenke abzugreifen. Das haben wir dann auch gemacht. Es war echt wtzig.

Am 27. haben wir uns schon wieder getroffen, denn heute war `Australia Day`, der Nationalfeiertag von Australien. Ich bin zur Town Hall, um mir das `Flagge hissen` anzuschauen, dann kam Basti und wir haben uns die ewig lange riesige Parade angeschuat. Den Rest des Tages haben wir gechillt und gekocht und so war es eine echt schoene Abwechslung zu dem ganzen Arbeiten.

Das Endspiel von den Australian Open hab ich mir mit der tennisbegeisterten Lisa und ihrer Freundin Maria auf dem Federation Square angeschaut. Es gab Public Viewing dort und so war die Stimmung richtig gut. Ausserdem hatten wir unseren Pack Goon mal wieder dabei und so waren auch wir irgendwann richtig gut gelaunt.

An meinem letzten Arbeitstag war es richtig cool. Raj hatte anscheinend Geburtstag und wir wollten ihm unbedingt etwas schenken. Also hat sich eine von uns waehrend der Arbeit weg geschlichen und eine Karte und einen Kuchen gekauft. Als er nach vorne ins Cafe kam haben wir dann gesungen und ihm alles ueberreicht. Er war total geruehrt und hatte Traenen in den Augen. Wir wollten natuerlich wissen wie alt er wird, doch zu unsrer aller Ueberraschung wusste er das selber nicht so genau. Er meinte in Indien waeren sie nicht so streng mit dem Aufschreiben von Geburtstsdaten. Er meinte aber er sei wohl irgendetwas um die 40 rum. Wir haben uns alle zusammen an einen Tisch gesetzt und den Kuchen gegessen, den wir ihm geschenkt hatten, obwohl noch Gaeste da waren. Es war wirklich schoen. Ich habe die ganze Gruppe dort voll ins Herz geschlossen und super gerne dort gearbeitet. Das war jetzt aber leider auch schon wieder vorbei. Mein weinendes Auge wurde trotzdem von einem viel groesseren lachendem Auge uebertrumpft, denn das Ende meiner Arbeitszeit bedeutete die Ankunft von David. Darauf hatte ich mich die ganze Zeit so sehr gefreut und jetzt war es schon soweit. Wir hatten und fast ein halbes Jahr nicht gesehen und jetzt sass er im Flugzeug, um mich hier zu besuchen und die restlichen 3 ½ Wochen mit mir zu reisen.
Wir haben unglaublich viel gesehen und erlebt (jetzt hatten wir ja auch Geld :) Ich hab in den 4 Wochen stolze 3300 Dollar verdient), aber davon das nachste mal.

Hier noch ein paar witzige Facts ueber Melbourne:

Jeden Tag landen 90 Tonnen Hundekacke auf Melbournes Strassen!

Ein aktuelles Gesetz in Melbourne: `Wenn du einen Piraten triffst, handle nicht mit ihm!`

Melbourne wurde 1835 fuer 40 Decken, 30 Aexte, 100 Messer, 50 Scheren, 30 Spiegel, 100 Saecke Mehl 6 Shirts von den Aborigines abgekauft !

Melbourne hat die hoechste Population an Griechen aller Staedte ausserhalb Griechenlands!

Die erste Volkszaehlung 1836 zeigte, dass Melbourne eine Bevoelkerung von nur 145 Maennern und 35 Frauen hatte!


Heute sind es 4 Millionen, plus David und mir :)

Hab euch lieb.

Franzi


Donnerstag, 16. Februar 2012

Was wollen wir trinken 13 Tage lang? :)

Halloechen ihr Lieben,

Nach der ganzen Natur in Neuseeland war mein naechster Stop Sydney, das uebrigens mit seinen 4 Millionen Einwohnern genauso viele Menschen beherbergt wie NZ :)

In Eastwood, einem aufgrund seiner Einwohner leider sehr asiantischem Teil von Sydney, hatte wir schon ueber ein halbes Jahr vorher eine Wohnung gemietet. Ich hab mich total darauf gefreut dort mit Henrik, Basti, Pablo, Lars und Gutzler Weihnachten und Silvester zu verbringen.

Als ich dort ankam, war Henrik als einzigster schon da. Spaeter kam dann das Chaotentrio (Alex, Gutzler, Pablo), die neben einigen Surfbrettern, einem Cityroller (den sie natuerlich gefunden hatten) und der frischen Story, das Alex das Auto kaputt gefahren hat, auch noch die drei Weinheimer Maedels Marie, Marlene und Tabea mitgebracht haben. Ganz unerwarteter Weise kam Basti also als letztes an. Es war schoen alle wieder zu sehen und so zu hoeren was alle so erlebt haben.

In den paar Tagen bis Weihnachten haben wir nur relativ wenig produktives gemacht, was aber irgendwie vorher schon klar war, und mir nach dem ganzen Reisestress in Neuseeland auch gut getan hat. Um ein bisschen vorweihnachtliche Stimmung in unsere kahle, aber sehr grosse, saubere (zumindest die ersten paar Stunden unser Bewohnung) und gepflegte Wohnung zu bringen, haben Basti und ich Plaetzchen gebacken. Wir hatten eigentlich keine Ahnung wie genau das geht und auch absolut nicht das richtige Equipement dafuer. Trotzdem haben wir es geschafft aus Mehl, Eiern, Margerine, Milch, Mandeln und Kokos einigermassen leckere Nascherein zu zaubern. Leider sahen sie total verbrannt und nicht sehr appetitlich aus, aber trotzdem wurden beide Blaeche in den naechsten Tagen gegessen. Wir waren sehr stolz auf unser Ergebnis, aber noch stolzer auf unsere neu erworbene Penisbruderschaft, die uns nun wohl den Rest unseres Lebens verbindet^^.

Ausserdem haben wir in der Zeit vor Weihnachten einen der besten Abende unseres Lebens verbracht. Alle zusammen wollten wir am 21.12.2011 ins Casino am Darling Harbour, aufgrund des leicht suechtigen Spielsverhaltens einiger Mitglieder unserer Gruppe. Es hat alles ganz gut angefangen. Nachdem wir zu Hause schon etwas vorgeglueht hatten und dann die Maedels, die uebrigens in Manly gewohnt haben (aber irgendwie trotzdem meistens bei uns waren^^) in einer Bar getroffen haben, gings ins Casino. Tabea, Marie und ich wollten alle nicht so viel Geld ausgeben und haben deshalb fuer 20 Dollar an einem Rollettisch gespielt. Wir hatten irgendwie keine Ahnung wie genau das funktioniert, also haben wir einfach unsere Chips irgendwo auf dem Spielfeld verteilt, so geguckt als wuessten wir absolut was wir da machen und da wir deutsch miteinander reden konnten ist auch keinem aufgefallen, dass wir nicht unsere Theorie diskutiert haben, sondern, das der intelektuelle Inhalt unserer Gespraeche sowas war wie: `Haee, wieso sind da jetzt rote und weise Felder? Und wieso haben unsere Chips jetzt so ne Farbe? Wo sollen wir die denn jetzt hinlegen?.....`

Es war auf jeden Fall ganz witzig. Ploetzlich wurden wir dann von 2 Typen angesprochen, die uns einen Drink bezahlen wollten. Also sind wir mit den beiden in die unglaublich teure Casino Bar, wo sie jedem von uns innerhalb von 15 Minuten 3 Tequila Sunrise gekauft haben. Ich will nicht wissen was die gekostet haben, ich hab nur gesehen, dass sie einen 50 Dollar Schein nach dem andern auf die Theke geknallt haben. Der eine hat uns dann erklaert, dass er gerade 2000 Dollar gewonnen hat und deshalb ordentlich feiern will. Dann haben wir erfahren, dass sie in dem Casino Hotel eine Suite haetten, die wohl 2000 Dollar die Nacht kosten wuerde und das sie uns dorthin einladen wollen. Natuerlich war es sehr reizvoll, aber uns war dann doch ein bisschen unwohl, weil sie immer mal wieder versaute Andeutungen gemacht hatten und sie ja auch schon relativ alt waren.

Trotzdem haben sie es aber irgendwie geschafft uns zu ueberreden. Wir waren also gerade auf dem Weg zu der Suite als der eine Typ Tabea an den Hintern gefasst hat, was bei ihr eine sehr reife und erwachsene Reaktion ausgeloest hat. Sie hat angefangen zu lachen, hat sich umgedreht und ist weggerannt, anscheinend war ihr der Annaeherungsversuch doch zu krass, Marie und ich natuerlich hinterher, und so kam es, dass wir zu dritt, relativ angetrunken und mit dem groessten Lachflash ueberhaupt durch das Casino gestolpert sind und unsere Jungs gesucht haben. Ich hab auf unserer Route nur einige Security Maenner ganz boesse schauen und `No running` rufen hoeren, das haben wir aber dezent ignoriert und so wohl das ein oder andere Pokerface einiger sehr konzentrierter Spieler ruiniert. Es war echt so witzig.

Total verwirrt haben Alex, Lars, Marlene und Henrik geschaut als wir sie angetroffen haben. Obwohl wir ihnen versucht haben zu erklaeren was passiert ist, hat sich ihr verwirrter Blick irgendwie zu extrem verwirrt veraendert, was daran liegen koennte, dass wir immer noch am Lachen waren, total durcheinander geredet haben und am Ende halb auf dem Boden lagen vor Lachen. Noch krasser mussten wir aber Lachen als die zwei Typen ploetzlich wieder hinter uns standen (sie sind uns anscheinend hinterher gerannt) und immernoch mit uns auf ihre Suite wollten. Da wir das jetzt alleine aber nicht mehr wollten, haben wir sie gefragt, ob unsere Freunde denn mitkommen koennten. Anscheinend hatten wir es ihnen echt angetan, denn sie haben letzt endlich eingewillig. Auf dem Weg bis nach oben, haben sie ein paar mal versucht die Jungs loszuwerden. Als wir alle in den riesengrossen Fahrstuhl eingestiegen sind, ist dieser angeblich nicht losgefahren, weil wir zu viele waren, also sollten die Jungs doch wieder aussteigen und den naechsten Fahrstuhl nehmen. Ein Glueck waren die aber noch nuechtern genug, um alle Tricks zu raffen und so haben wir es alle zusammen in die riesengrosse hammergeile Suite geschafft. Es gab 2 Flachbildfernseher und sogar einen Whirlpool. Wir haben hoeflichkeitshalber einen Drink aus der Minibar angeboten bekommen, was wir wirklich dreist und herzlos ausgenutzt haben. Der eine Typ hat sich, nachdem er gemerkt hat, dass keine von uns mit ihm schlafen wird, eine Prostituierte auf die Suite bestellt, mit der er fuer ca. 2 Stunden in sein Zimmer verschwunden ist. So waren wir jetzt in klarer Ueberzahl und haben den zweiten Typ knallhart ausgeutzt. Immer eine von den Maedels hat sich mit ihm unterhalten und wir anderen haben in der Zeit die komplette Minibar, die gefuellt 1000 Dollar wert ist, leer getrunken. Wir hatten Champagner, Sekt, Wein, Vodka und diverse andere Schnaepse. Es war der hammer und wir haben keinen Cent bezahlt. Ausserdem haben wir mehrere Chipstueten und Kekse gefuttert. Es ging sogar so weit, dass wir Maedels angefangen haben kleine Flaschen in unsere Handtaschen zu schmuggeln. Am Ende war wirklich alles ess- und trinkbare aus dem Apartment in unseren Maegen oder Handtaschen verschwunden und somit war es Zeit fuer uns zu gehen. Die beiden haben echt gar nichts mehr gerafft, sie waren glaub ich auch ziemlich betrunken.

Im Casino haben wir dann Pablo und Basti wieder getroffen, die 200 Dollar an dem Abend verspielt hatten :D So unterschiedlich waren an diesem Abend also unsere Einnnahmen bzw. Ausgaben.

Das naechste Highlight waehrend unserer Zeit in Sydney war dann Weihnachten. Es war fuer uns alle der erste Heilige Abend ohne unsere Familie und wir waren froh ihn nicht alleine verbringen zu muessen. Wir wollten, dass es etwas ganz besonderes wird und da Weihnachten fuer uns alle auch in Verbindung mit gutem Essen steht, wollten wir etwas richjtig gutes kochen. Das hat sogar unerwarteterweise ziemlich gut geklappt. Da wir 9 Leute waren und unsere Kueche zu klein fuer 9 Koeche war, haben wir verschiedene Gruppen gegruendet. Die Vorspeisen Gruppe hat Spargel bzw. Bohnen in Schinken eingerollt, zum Nahtsich gabs Beeren mit Joghurt und das absolute Hightlight, die Hauptspeise war ein Truthanh mit Gemuese und selbstgemachten Knoedel.

Bevor wir uns alle getroffen haben waren Pablo, Lars, Basti, Henrik und ich in der St. Mary`s Cathedral im Gottesdient. Zumindest hatten wir das alle am Anfang vor, aber Pablo und Lars haben auf der Fahrt in der Tram ploetzlich mehr Lust auf Bier als auf Weihrauch bekommen und sind deshalb ganz spontan lieber in eine Kneipe. Naja, wir wollten ja ein etwas anderes Weihnachten :)

Der Gottesdienst war leider auch gar nicht so gut, weil alles gesungen wurde. Es gab eine Chor der den kompletten Gottesdienst auf Hebraeisch (glaub ich zumindest, auf jeden Fall haben wir kein Wort verstanden) gesungen hat. Es war leider ziemlich langweilig, aber wenigtens war die Kirche relativ cool.

Nach diesem geringfuegig weihnachtlichem Event gings dann wieder raus in den bluehenden und warmen Park vor der Kirche, der dann jegliche Weihnachtstimmug wieder zerstoert hat.

Zurueck in der Wohnung war Alex mit dem Truthahn zu Werke, der zu unser aller Ueberraschen schon ziemlich gut aussah. Abends kamen dann auch die Maedels mit dem Nachtisch und etwas zu Trinken.

Wir haben ungefaehr 2 oder 3 Stunden gegessen, es war richtig lecker. Dann hab ich mit meiner Familie geskypt, die sich zu Hause vor meinem PC versammelt hat. Es war total schoen, jeder einzelne hat mir Frohe Weihnachten gewuenscht und am Ende haben wir sogar `Oh Tannenbaum` gesungen. Dazu haben die anderen im Apartement angetrunkenerweise auch froehlich mit eingestimmt.

Anschliessend gabs Bescherung. Auch wenn keiner von uns dem anderen jemals etwas zu Weihnachten gechenkt hatte, wollten wir das dieses Jahr aendern. Weihnachten ohne Bescherung ist schliesslich kein Weihnachten und so hat jeder jedem eine Kleinigkeit gekauft. Es war alles nichts besonderes, aber trotzdem war es total lustig die Dinge auszupacken und zu raten vom wem es wohl kam. Ich habe einen Nagellack, eine Gesichtscreme, einen Bierkuehler, Kekse, einen Woolies- Gutschein, einen Mini- Ventilator und das absolute Highlight ein riesen Frosch Kuschltier bekommen. Es war wirklich das aussergewoehnlichste Weihnachten, das ich je erlebt habe und sehr sehr lustig, aber trotzdem freue ich much jetzt schon darauf naechstes Weihnachten wieder mit meiner Familie und dem gewohnten Essen Kartoffelbrei, Bratwuerste und Sauerkraut zu verbringen. Mit der Familie ist Weihnachten eben einfach am schoensten.

Die naechten Tage bis Silvester haben Henrik und ich genutzt, um ein bisschen Sightseeing zu machen. Wir waren am Bondi Beach, am Opera House und der Harbour Bridge, dem Viertel `The Rocks` , im Australian Museum und ein bisschen in der Stadt. Die anderen Jungs haben sich eine Spielekonsole gekauft und so die Tage mit `Super Mario` zocken und chillen verbracht.

Dann war es endlich soweit, der 31. Dezember 2011. Sydney ist bekannt fuer sein hammergeiles Feuerwerk an der Harbour Bridge und die vielen Menschenmengen, die genau das sehen wollen. So natuerlich auch wir. Wir wollten unbedingt das Feuerwerk an der Bruecke und ausserdem auch das Opera House sehen. Eines der wenigen Orte, an denen das moeglich ist, ist der `Mrs Macquaries Chair` im Botanischen Garten. Dort ist Platz fuer 20 000 Menschen und der Platz ist jedes Jahr voll. Deshalb muss man frueh dort sein und anstehen, um einen Platz zu bekommen. Und so haben wir es geschafft mal frueh aufzustehen und um 9 Uhr vorm Eingang zu stehen. Die Schlange war leider schon ziemlich lang und deshalb mussten wir fast 4 Stunden anstehen. Die Stimmung war zum Glueck richtig cool. Anscheinend hatten alle durch die Vorfreude auf Silvester in Sydney richtig gute Laune und so gab es immer mal wieder eine riesen Laola- Welle, bei der wirklich jeder mitgemacht hat. Es hat total Spass gemacht.
In Australien ist oeffentliches Trinken verboten und da die Veranstalter ausserdem Gewalt vermeiden wollten, war es auch hier strengstens verboten. Am Eingang wurden alle Taschen kontrolliert und man musste alle Flaschen abgeben, egal was drin war. Nur wenn sie leer waren durfte man sie behalten, um sie drinnen mit Leitungswasser zu fuellen. Wir hatten nur leider fuer 130 Dollar Alkohol gekauft und jetzt ziemlich Angst, dass wir unsere Investition in den Muell schmeissen mussten. Da wir ausserdem 4 Stunden Zeit hatten, um unsere anfaenglichen Bedenken zuerst in minderwertig ernstzunehmende Sorgen und schlieslich regelrechte Panik zu verwandeln, kam es, dass wir bevor wir drin waren und bevor die Sonne ueberhaupt richtig am Himmel stand, schon die Haelfte getrunken hatten. Relativ angeschwipst kamen wir den Kontrollen also naeher und so entstanden die verruecktesten Theorien wie wir den Alkohol rein schmuggeln konnten. Es ging sogar so weit, dass wir es bereut hatten unsere Eier nicht auszublasen und mit Hilfe einer Spritze mit unserem guten Vodka zu fuellen. Am Ende haben wir aber keine von unseren Ideen gebraucht, weil wir ironischerweise einfach durch laufen konnten. Es waren so viele Menschen ueberall, dass keinem der Securities aufgefallen ist, dass wir uns an den Taschenkontrollen gar nicht angestellt haben, sondern einfach vorbei gelaufen sind. Wir haben uns tierisch gefreut, jetzt konnte Mitternacht kommen.

Auf der Wiese, von der aus man das Opera House und die Harbour Bridge sehen konnte, lagen schon ziemlich viele Leute, aber da wir noch relativ frueh waren, haben wir noch einen Platz im Halbschatten gefunden. Obwohl wir noch ca. 10 Stunden warten mussten, ging die Zeit ziemlich schnell rum. Wir haben unglaublich viel gegessen, wir hatten eben auch unglaublich viel gute Sachen dabei, wir haben getrunken und geschlafen. Ausserdem war die Stimmung richtig gut. Die Wiesen haben sich allmaehlich gefuellt und die starke Sonne schien auch so manch einer nicht zu vertragen. Auf jede Fall war es so, dass immer wenn ein Security oder irgendein Angestellter vorbei gelaufen ist, irgendjemand angefangen hat zu klatschen und zu jubeln und am Ende irgendwie jeder mitgemachjt hat. Irgendwann war es sogar schon so, wenn nur jemand aufs Klo musste und aufgestanden ist. Andauernd hat man irgendjemanden jubeln hoeren und hat einfach mitgejubelt. Es war echt lustig.

All das Gewarte hat sich am Ende auf jeden Fall richtig gelohnt, wir haben die Harbour Bridge gesehen, von der aus das wohl groesste und schoenste Feurwerk abgeschossen wurde, das ich je gesehen habe und das Opare House, das durch das bunte Feuerwerk in den schoensten Farben geleuchtet hat. Um das einmal zu erleben war es die Warterei absolut wert, aber ich kann verstehen warum die Ausralier selbst nicht jedes Jahr von dort aus feiern, es ist eibfach unglaublich anstrengend. Ich bereue es auf keinen Fall, es war wirklich ein ganz besonderes Silvester, aber ich finde einmal im Leben reicht es dann auch :)

Jetzt war unsere gemeinsame Zeit in Sydney fast vorbei. Den 1. Januar haben wir damit verbracht auszunuechtern und am 2. mussten wir uns dann auch schon trennen. Die Maedels, Pablo, Lars, Alex und Basti wollten in die Blue Mountains, Henrik wollte noch 3 Tage in Sydney bleibeen bevor er nach Canberra weiter ist und ich bin an dem Tag ab nach Melbourne, um mir einen Job zu suchen.

Unsere Wege haben sich hier also wieder getrennt, aber trotzdem werden wir die gemeinsame aufregende und besondere Zeit in Sydney wohl nie vergessen.



Ich denke an euch.

Eure Franzi

Donnerstag, 2. Februar 2012

Why does it always rain on me?

Hallo ihr Lieben,

Ich weiss es ist schon eeeewig her, aber ich muss euch immer noch von meinen letzten Tagen in Neuseeland berichten.

Wie gesagt, haben mich Maggie und Esa in `Marahau` abgesetzt, weil ich in den `Abel Tasman Nationalpark` wollte.
Der Nationalpark soll total schoen sein, das kleine Marahau dagegen war ziemlich langweilig. Es gab nichts dort. Wenn wir in Motueka nicht einkaufen gegangen waeren, waere ich dort hoechst warscheinlich auch verhungert. Naja, meine Vorfreude auf die aufregende Natur in dem Park hat meine Langeweile uebertroffen. Aber nicht auf Dauer.

Am naechsten Tag hat es immer noch wie in Stroemen geregnet. Wenn ich so los gelaufen waere, waere ich nach 10 Minuten komplett nass gewesen und haette (so wie ich mich kenne) total gefroren. Deshalb bin ich in dem Hostel geblieben (in dem ich die einzige war!!!) und wollte abwarten bis es besser wird. Es wurde aber nicht besser !!!

Also hab ich mir fuer den naechsten Tag vorgenommen, egal wie das Wetter ist, dass ich trotzdem in dem Nationalpark wandern geh. Ich wollte nicht umsonst her gekommen sein und der vorherige Chill Tag hatte mich schon genug aggressiv gemacht, weil man wirklich absolut nichts machen konnte. Also hab ich mir morgens um 8 den Wecker gestellt und bin durch den stroemenden Regen ins Infozentrum gerannt, um meinen Trip in den Abel Tasman zu buchen. Hochmotiviert und laechelnd kam ich dort an, um dann gesagt zu bekommen, dass der Park wegen dem straken Regen an dem heutigen Tag geschlossen war. Das gab es vorher anscheinend noch nie.

Da ich keine Lust mehr hatte noch einen sinnlosen Tag mitten im Nichts zu verbringen und das auch noch vollkommen alleine, hab ich beschlossen noch an diesem Vormittag zurueck nach Motueka zu fahren.

So hab ich also ganze zwei Tage wegen dem Wetter komplett vergeudet. Das krasse war aber auch noch, dass die Strasse, die Motueka und Marahau verbindet sehr kurvenreich ist (so wie alle Strassen in Neuseeland) und direkt an einem steilen Berg entlang fuehrt. Im Hostel in Motueka hab ich erfahren, dass ein riesen Teil der Strasse abends weggebrochen ist, weil sie unterspuelt war. Da bin ich ein paar Stunden vorher noch drueber gefahren und wenn ich Marahau nicht rechtzeitig verlassen haette, waere ich dort festgesessen. Also hatte ich wohl noch Glueck im Unglueck.

Mein naechster Stop war die 45 000 Einwohner grosse Stadt Nelson, in der auch gerade Maggie und Esa waren und die angeblich die sonnigste Stadt Neuseelands ist. Das hat sich fuer mich zum Glueck bestaetigt. Das Wetter war heute naemlich auch endlich wieder gut, also konnte ich mir viel von der Stadt ansehen. Es hat mir richtig gut gefallen. Zuerst war ich in der `Christ Church Cathedral`, die auf einem Huegel im Zentrum der Stadt steht und deshalb irgendwie etwas erhabenes und beeindruckendes hat. Verrueckterweise wurde ich auch richtig sensibel in der Kirche. Es war kurz vor Weihnachten und es gab dort ganz viele verschiedene Weihnachtsbaeume. Die Gemeinde hatte so eine Aktion, in der ganz viele Vereine oder Schulen, Kindergaerten, Geschaefte oder Verbaende mitgewirkt haben. Jede Gruppe hat ihren eigenen Baum geschmueckt. Es gab sogar einen `German Tree`, den ich absolut am schoensten fand und auch einen Baum, an den man einen Stern haengen konnte, auf den man Gruesse an seine Lieben schreiben konnte. Das hab ich natuerlich auch gleich gemacht. Ich waere auch total gerne in den 4. Advent Gottesdienst gegangen, aber da die Busse so bloed gefahren sind, musste ich am naechsten Tag schon frueh weiter und war somit nicht lange genug in Nelson, um den Gottesdienst besuchen zu koennen.
In den diversen Geschaeften hab ich Geschenke fuer die Jungs (Basti, Henrik, Pablo, Alex, Lars) gekauft, die ich ja in Sydney fuer Weihnachten und Silvester getroffen habe. Ausserdem hab ich den Schmuckmacher gesehen, der den Ring fuer `The Lord of the Rings` designed und hergestellt hat. Nachdem ich im Museum und der Library war hab ich mich abends nochmal mit Maggie und Esa getroffen.

Am naechsten Morgen hatte ich nur nochmal kurz Zeit mir den beruehmten `Nelson Market` anzuschauen, der klein aber fein war, bevor ich nach Kaikura gefahren bin.

Die Stadt liegt 180 km noerdlich von Christchurch direkt am Meer und ist deshalb ein beliebtes Urlaubsziel. Ich bin dort hingekommen, weil ich unbedingt die Seal Colony sehen wollte, die dort am Ufer lebt.
Die hunderte Seeloewen liegen einfach am Strand und auf den Felsen im Meer und chillen dort. Man kann einfach hingehen und ein paar Fotos mit ihnen machen. Bevor ich das gemacht habe, bin ich aber morgens in die Kirche, denn schliesslich war es der 4. Advent und ich hatte irgendwie noch absolut kein Weihnachtsfeeling. Trotzdem hatte ich total das Beduerfnis in die Kirche zu gehen, vorallem weil ich dachte, dass ich mit den Jungs an Weihnachten in Sydney bestimmt nicht gehen wuerde. Die Entscheidung war absolut richtig, denn es war einer der schoensten Gottesdienste, die ich je besucht habe.

Es war eine winzig kleine, total suesse Kirche und als ich sie betreten habe, hab ich sofort gemerkt, dass jeder weiss, dass ich nicht nach Kaikura gehoere. Es sassen nur ca. 10 Leute in den Reihen und es wurden auch nicht mehr mehr. Alle waren total interessiert, wo ich herkomme und was ich hier mache und ausserdem glaub ich ein bisschen stolz, dass ich ihren kleinen suessen Gottesdienst besuchen wollte. Neber dem Altar stand die ganze Zeit eine Leinwand, auf der alle Liedtexte und Gebete abgebildet waren, deshalb konnte ich auch endlich mal mitbeten und mitsingen in einem englischen Gottesdienst. Sonst sass ich immer nur bloed da. Die Lieder waren viel schoener als unsere Weihnachtslieder finde ich und bei manchen Texten hab ich wirklich einen Klos im Hals und Gaensehaut bekommen, so schoen fand ich sie. Nach dem Gottesdienst haben sich alle noch im Pfarrheim getroffen, in das ich auch herzlich eingeladen wurde. Eine andere `fremde` Deutsche sass auch noch in dem Gottesdienst und so hatte ich jemanden in der gleichen Situation. Der sonstige Altersdurchschnitt dort war 65. Die Frauen waren so suess und ich kam mir ein bisschen vor wie zu Hause bei Oma :) Wir haben Tee und Kekse in dem Pfarrheim bekommen und ausserdem eine Seife zu Weihnachten geschenkt gekriegt. Das war das weihnachtlichste Erlebnis, das ich dieses Weihnachten hatte und ich habe es echt gebraucht. Die eine alte Frau hat mir dann sogar angeboten mich zu der Seal Colony zu fahren, der Fussweg haette ungefaehr eine Stunde gedauert.

So war ich frueher dort als geplant und hatte mehr Zeit fuer den `Peninsula Walkway`, der ueber den ganzen noerdlichsten Fitzel von Kaikura fuehrt, vorbei an 2 Seal Colonys und wieder zurueck ins Zentrum. Nicht nur die Seeloewen waren sehenswert, sondern die gesamte Kueste. Es war wirklich wunderschoen und so hab ich ein letztes mal die atemberaubende Natur Neuseelands genossen.

Den Bus, der mich abends nach Christchurch bringen sollte, hab ich leider verpasst, was aber nicht an einer Verspaetung meinerseits lag, sondern an einer falschen Markierung des Busses. Mit 2 anderen aus meinem Hostel, hab ich an der Bushaltestelle gewartet, doch der `Naked Bus` kam nicht. Nach einer Stunden haben wir vom Infocenter erfahren, dass es einen Bus mit der Aufschrift `Atomic` gab, der anscheinend auch fuer uns bestimmt war. Der Busfahrer ist aber wohl weg gefahren, obwohl 10 Leute nicht anwesend waren.

Weil wir keine Lus hatten, ein zweites mal Geld fuer den Bus zu zahlen und noch eine Nacht in Kaikura zu verbringen, haben wir uns an die Strasse gestellt und sind getrampt. Wie bereits erwaehnt funktioniert das in Neuseeland ja aussergewoehnlich gut. Nach 20 Minuten haben 2 Autos angehalten, die insgesamt noch 3 Plaetze frei hatten und uns mitnehmen konnten. Die Australier waren total cool. Sie waren in meinem Alter und total betrunken (ausser die Fahrer). So war die Fahrt sehr lustig und warscheinlich viel besser wie die mit dem langweiligen Bus.

Mit etwas Verspaetung kam ich in Christchurch an und wurde von Robert abgeholt. Ihn hatte ich bei meinem ersten Aufenthalt dort kennen gelernt und er hatte mir angeboten, dass ich bei ihm Couchsurfen koenne, wenn ich nochmal nach Christchurch komme. Das Angebot hab ich also gerne angenommen. Er war total nett und hat mir sein Wohnzimmer zur Verfuegung gestellt. Seine Mutter war 2 Tage vorher erst gestorben, weshalb ich es noch beeindruckender fand, dass er mir trotzdem helfen wollte.

An meinem letzten Tag in Neuseeland hab ich mich nochmal mit Johannes in New Brighton getroffen. Wie auch an meinem ersten Tag hier, wollte er mir das Kitesurfen beibringen. Leider hat das nicht so gut geklappt, was aber nicht an seinem Potential als Lehrer lag sondern an meiner Unfaehigkeit als Schueler. Aber trotzdem hat es Spass gemacht. Abends sassen wir noch lange am Strand, haben 2 Flaschen Wein getrunken und uns unterhalten. Es war der perfekte Abschluss fuer einen unglaublich aufregenden, spannenden und lustigen Monat in Neuseeland!!! Ich werde die Zeit hier nie vergessen. Es ist wirklich ein sehr facetenreiches Land, das so viel zu bieten hat. Ich verstehe nur nicht, weshalb es immer mit Australien verglichen wird, es ist naemlich total unterschiedlich und absolut nicht vergleichbar. Australien hat so viele verschiedene und wild lebende Tiere zu bieten. In Neuseeland hab ich ausser Voegeln und den Seeloewen nichts gesehen. Und auch die Landschaften sind total unterschiedlich. Neuseeland ist viel gruener und bergiger als Australien, es gibt dort Tannen und jede Menge Seen.

Das einzige was meiner Meinung nach absolut identisch ist, ist das Essen und die Menschen. Neuseelaender sind genauso cool wie Australier, also `No Worries Mate` :)

Bis zum naechsten Mal :)

Hab euch lieb.

Eure Franzi