Dienstag, 25. Oktober 2011

Hot Hotter Darwin

Hallo meine Lieben,

da bin ich wieder mit neuen Abenteuern aus der Regionalhauptstadt von Northern Territory, Darwin. Die 73800 Einwohner Stadt liegt ganz im Norden und mittig in Australien. Die Aborigines (hier der Larrakia- Stamm) leben hier seit Tausenden von Jahren, doch inzwischen gibt es in der Stadt ueber 50 Nationalitaeten. 1874 wurde Gold im Pine Creek gefunden, weshalb viele Chinesen her gekommen sind. So ist die Stadt mitten im Nichts entstanden.

In diesem Nichts bin ich am Montag den 05.10 gelandet (einen Flughafen gibts sogar im Nichts). Im Flugzeug hab ich direkt meine Weste ausgezogen (die Flugzeuge sind immer viel zu sehr klimatisiert), weil ich wusste was mich erwartet: 35 Grad und gefuehlte 100 Prozent Luftfeuchtigkeit. So ist es in Darwin, viel zu heiss gemischt mit Regen (in der Regenzeit) oder hoher Luftfeuchtigkeit (Trockenzeit). Naja,auf jeden Fall hatte ich direkt einen Couchsurfer. Er hat im `Airport Resort` gewohnt, einem riesigen wunderschoenen luxurioesem Hotel. Er arbeitet dort in der Naehe und kann fuer umsonst in dem Hotel wohnen. Nachdem er mir seinen Raum aufgeschlossen hatte musste er allerdings wieder arbeiten und ich hab mich deshalb an den riesigen von Palmen umrandeten Pool gelegt. Dort war es wirklich wunderschoen. Nur ein paar Kinder waren da und haben im Wasser gespielt, ansonsten war dort niemand. Es war echt paradiesisch. Also hab ca. 3 Stunden nichts gemacht ausser ein bisschen geschwommen, gechillt und gelesen. Abends bin ich dann zu Ro ins Zimmer. Am Anfang war er total nett, aber im Nachhinein bin ich echt froh, dass ich nur eine Nacht bleiben konnte, weil er am naechsten Tag Besuch von seinen Freunden aus Melbourne bekommen hat. Ich hab mich nicht wirklich wohl bei ihm gefuehlt weil er etwas penetrant war. Er hat mir direkt Bier gegeben und richtig gedraengelt, dass ich es auch schnell trinke. Danach hat er mir direkt wieder eins in die Hand gedrueckt, obwohl ich gesagt habe, dass ich nicht gerne Bier trinke. Dann wollte er `Wahrheit oder Pflicht` spielen, was ich schonmal komplett strange fand. Aber ok. Am Anfang wars ja noch lustig, aber dann er hat er angefangen, ziemlich intime Fragen zu stellen, sowas wie: `Hattest du schonmal einen Dreier?` oder ` Was ist deine Lieblingsstellung?` An der Stelle hab ich das Spiel dann abgebrochen und wollte ins Bett. Er hat mir ca. 5 mal angeboten in seinem Bett zu schlafen, echt nervig. Deshalb war ich wirklich froh, als ich am naechsten Morgen aufgewacht bin, er schon arbeiten war und ich in die Stadt gefahren bin. An sich hat er ja nichts schlimmes gemacht, und ich hatte bisher nur so positive Erfahrungen beim couchsurfen, die negativen gehoeren eben auch dazu.

Ich bin ins YHA Hostel eingecheckt, weil ich noch eine e -Night uebrig hatte und erstmal einkaufen gegangen. Nach einen wirklich stärkenderem Fruehstueck hab ich mich mit meinen Zimmerkollegen unterhalten. Sie waren wirklich nett. Laura, Lena, Kathy, Friedrich und Christoph kommen aus der Naehe von Muenchen und haben mir gleich angeboten, mit ihnen an die Lagoone zu gehen. Da war ich natuerlich sofort dabei. Es war wirklich schoen sich mit ihnen zu unterhalten. An der Lagoone waren wir dann ewig im Wasser (es ist ueberhaupt nicht kalt) und sind nachdem wir etwas zu Abend gegessen haben (chinesische 2 Minuten Nudeln) auf den Mindil Beach Market gegangen. Der Markt ist jeden Donnerstag und Sonntag Abend und wirklich unterhaltsam. Es gibt Essen aus Thailand, Sri Lanka, Indien, China, Malaysia, Brasilien, Griechnland und Portugal und mein absolutes Highlight: Den Didgeridoo- Master!! Er war echt cool. Er hat Didgeridoo gespielt und wurde dazu von einem Schlagzeuger begleitet, das hat sich echt cool an gehoert. Total faszinierend wie viele verschiedene Laute man mit so einem Holzrohr machen kann. Den Aborgines hat es auch echt gefallen, sie haben alle dazu getanzt. Und wie. Wir waren so beeindruckt davon. Die Frauen (und Maedchen, teilweise echt noch Kinder) sind sowas von abgegangen. Sie haben richtig geshaked, aber so schnell, dass wir echt neidisch wurden. Es sah aus als wuerden sie vibrieren. Wir haben versucht es nachzumachen, aber wir sind klaeglich gescheitert und mussten ueber uns selber lachen.
Am naechsten Tag wollte ich nach 2 Tagen chillen wieder etwas Sightseeing machen. Und so bin ich auf zum Parliament House. Es ist ein richtig schoenes grosses weisses prunkvolles Gebaeude, indem praktischerweise auch die Buecherei mit freiem Internet ist. Dort war ich dann also erstmal ungefaehr zwei Stunden, bevor ich weiter bin und mir einige Kunstgalerien angeschaut habe. Es war wieder das selbe wie immer. Ganz viel Aborigine Kunst und ganz viel Langweiliges. Naja, trotzdem hab ich ein bisschen auf gebildet getan und mir die Kunstwerke angeschaut. Ich bin nur immer beeindruckt von den Leuten, die 20 Minuten vor einem Bild stehen, am besten noch wenn es eine komplett schwarze Leinwand ist, (sowas gibts hier auch, und es wird als Kunst bezeichnet) und es anstarren. Ich verstehe nicht, was es da so aufregendes zu sehen gibt. Aber ok. Wenn das Bild dann auch noch den einfallsreichen Namen `The Black` traegt, dann ist die Verwirrung natuerlich gross und man muss natuerlich ganz viel darueber Nachdenken. `Hat der Kuenstler wohl Mariuhana geraucht oder doch Extasy genommen? Hatte er eine schwere Kindheit oder will er einfach nur negative Aufmerksamkeit?` Natuerlich super spannend. Also ich war nach 10 Minuten aus der Galerie wieder draussen. Danach war ich wieder an der Waterfront. Dort ist auch die Lagoone. Aber diesmal war ich nicht nur faul rumgelegen, sondern bin alles abgelaufen, in der prallen Sonne. Ich bin echt gestorben. Also bin ich am Ende doch wieder an der Lagoone gelandet. Als sich dann der Hunger bemerkbar gemacht hat, bin ich gegen 3 zurueck ins Hostel, habe etwas gegessen, geduscht und bin tot ins Bett gefallen. Obwohl ich nicht viel gemacht hatte, war der Tag durch die Hitze echt anstrengend gewesen. Und unser Zimmer war so schoen klimatisiert, ich war dort stundenlang und habe gelesen. Echt entspannend und erfrischend. Gegen 7 kamen dann auch die andern mit einer guten und einer schlechten Nachricht wieder. Die schlechte Nachricht war, dass ich nicht mit ihnen in den Kakadu National Park konnte (das hatten sie mir am Tag vorher angeboten), weil es nur noch Autos mit 5 Sitzen zu mieten gab und die gute Nachricht war, dass sie als Wiedergutmachung Wein gekauft hatten. Den haben wir dann auch getrunken und sind feiern gegangen. War ein lustiger Abend, aber zu unserer Enttaeuschung hat der Club, indem wir waren, schon um 2 zugemacht. Also waren wir frueher als geplant wieder im Hostel und sind zufrieden eingeschlafen.
Nachdem ich am Samstag dann erstmal ausgeschlafen hab bin ich zum `Chinesischen Tempel` in der Naehe von der Waterfront. Er wurde 1887 gebaut, aber 1897 und 1937 von Zyklonen beschaedigt. Im zweiten Weltkrieg wurde er dann bebombt und gepluendert und von Zyklon Tracy 1974 komplett zerstoert. 1978 wurde er wieder aufgebaut und ist seitdem wieder fuer die ` Chung Wah Society` (der Chinesen Club in Darwin) nutzbar. Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Darwin sieben mal mehr Chinesen als andere ethnische Gruppen. Die praktizierten Religionen in dem Tempel sind Buddismus, Taoismus und Konfuzianismus und sollen Einheit und Harmony zeigen. Direkt neben dem meiner Meinung nach ziemlich kitschigen Tempel war auch ein Museum. Als ich es jedoch betreten hab, um zu fragen, ob ich einfach in dem Tempel gehen darf, hab ich den Museumswaerter leider aus einem Tiefschlaf gerissen. Er lag mit dem Kopf auf dem Tisch als ich reinkam und ist so ploetzlich hochgeschreck, dass ich Angst hatte, dass er einen Herzinfarkt bekommt. Echt immer das selbe mit den Museen hier. Naja, er war total nett und hat gesagt, dass ich mir gerne alles angucken kann. In dem Tempel waren ganz viele bunte Figuren von irgendwelchen alten Politikern, Blumen, (aus Plastik), Obst und andres buntes Zeug. Daneben war dann noch der ` Memorial Chapel`, so ein kleines Haus in dem ganz viele Namen an der Wand standen. Es waren die Namen der Vorfahren und hat mich sofort an `Mulan` erinnert. Da gibt es eine Szene, in der Mulans Vater zu den Vorfahren betet und um ihn herum ganz viele Huehner fliegen. Er laesst sich durch die herumfliegenden Feldern nicht stoeren und bettet einfach weiter. Echt witzig.

Dann gings zu den `Oellagertunneln`, die im Reisefuehrer als `one of the most significant develeopments in Darwin`, also als ` eine der bedeutensten Erfindungen in Darwin` bezeichnet wurde. Das zeigt allerdings nur, das Darwin nicht viele bedeutende Erfindungen gehabt haben kann, denn die Tunnel wurden zur Lagerung des Treibstoffnachschubs der Marine gebaut, wurden aber nie genutzt. Naja, tolle Erfindung :) Anschliessend war ich mal wieder im Internet und nochmal auf dem Markt.
Der naechste Tag war wieder eher gechillt. Ich war nur in der Buecherei, an der Lagoone und habe mich mit Bryce getroffen. Er ist Australier und faehrt nach Alice Springs und Adelaide. Da das meine zukuenftigen Reiseplaene waren, hab ich nach jemandem mit einem Auto gesucht, der die Strecke (3000km ) faehrt und mich mitnehmen kann. Er war echt nett, aber er hat eben alles Sehenswerte dort schon gesehen und wollte eigentlich einfach nur runter fahren. Ich wollte mir ja aber auch noch ganz viel angucken. War trotzdem nett sich mit ihm zu unterhalten. Er hat sogar mein Englisch gelobt, das hat mich voll gefreut :) Am naechsten Tag bin ich frueh aufgestanden und, nachdem ich das Hostel aufgrund von Sparmassnahmen gewechselt hatte, zu den `Botanic Gardens` gelaufen.
Er war ganz schoen, aber es war einfach wieder viel zu heiss. Einfach nur das Laufen war so anstrengend, dass ich ziemlich schnell keine Lust mehr hatte. Obwohl der Garten nicht so gross war, gab es viel zu sehen. Es gabe einen Regenwald- Teil mit Wasserfall, einen Afrika- Teil, in dem ganz viele ausgetrocknete Baeume standen , ganz viele Blumen, Gewaechshaeuser und eine Kinder- Erlebnis- Teil. Nach einer Stunde bin ich dann weiter zum `Museum and Art Gallery of Northern Territory. Eintritt war mal wieder umsonst. Es gab dort Kunst aus der Region, Aboroginal Kunst, Kunst aus Suedostasien, Kunsthandwerk, Schiffe, Boote, Fotografien von Aborogines, die Geschichte vom Northern Territory, etwas ueber den Zyklon Tracy, den zweiten Weltkrieg und die Veraenderungen in der Fauna Australien im Laufe der Zeit.
Alles ueber den Zyklon Tracy fand ich total interessant. Er ist am Weihnachtsabend 1974 ueber Darwin hinweggefegt und es waren die staerksten Winde, die jemals in Australien aufgezeichnet wurden. Am Morgen nach diesem vernichtenden Zyklon hatte Darwin quasi aufgehoert zu existieren. Nur 400 der 11200 Haeuser standen noch, so waren fast alle 48000 Menschen heimatlos und 71 tot. In dem Museum gab es auch einen kleinen Raum, der komplett dunkel war und in dem original Tonaufnahmen von dem Zyklon abgespielt wurden. An der Tuer stand allerdings, dass man den Raum nicht betreten solle, wenn man zu der Zeit in Darwin gelebt habe oder den Zyklon miterlebt hat, weil das psychisch nicht auszuhalten sei. Fand ich voll krass. Aber ich bekam wirklich schon eine Gaensehaut obwohl ich gar ncht dabei war. Es war totakl laut, man hat laute Schlaege gehoert (hat sich angehoert wie Metalldaecher, die durch die Luft wirbeln), ab und zu auch Schreie. Es war echt verreuckt. Ich hab die Augen zu gemacht und konnte mir richtig vorstellen, wie es gewesen sein muss. Voll schlimm. Und das an Weihnachten. Ja, Darwin hatte wirklich ganz schoen Pech.
Waehrend meiner Zeit hier in Darwin hab ich auch mehr ueber den Angriff der Japaner auf Darwin im zweiten Weltkrieg erfahren. Darwin bildete die Frontlinie der Alliierten gegen die Japaner und so wurde es am 12.12.1941 (eine Woche nach dem Angriff auf Pearl Harbour) evakuiert, zumindest wurde der Befehl erteilt. Am 19.12.1942 haben die Japaner dann den Hafen bombardiert.
Der Angriff kostete mindestens 243 Zivilisten und Soldaten das Leben.
Es war die gleiche Flugzeuggruppe, die auch Pearl Harbour angegriffen hat, aber es sind mehr Bomben auf Darwin gefallen als auf Pearl Harbour und Darwin wurde beim ersten Angriff von mehr Flugzeugen attakiert als Pearl Harbour. 47 Schiffe sind gesunken. Es gab 64 Angriffe. So ist Darwin die einzige Stadt, die im zweiten Weltkrieg angegriffen wurde. Die Stadt hatte also ein wirklich schweres Schicksal.
Ausserdem fand ich die Tiere total interessant, die in dem Museum gezeigt wurden. Unter anderem wurde `Sweetheart` ausgestellt. Das riesige Krokodil hat in den 1970er viele Fischerboote angegriffen und wurde deshalb am 19.7.1979 gefangen. Als man es aber an Land hieven wollte, hat es sich in einem sinkenden Baumstamm verfangen und ist ertrunken. Ich dachte zueert, dass das Krok in dem Museum aus Plastik war, doch dann hab ich das Schild entdeckt, auf dem stand, dass es echt ist und man es nicht anfassen solle. Voll krass, es war wirklich riesig.
Dann gab es eben noch einige Kunstwerke und viel ueber die Geschichte der Aborigines. Das fand ich auch voll cool. Seit 60000 Jahren gibt es Aborigines in Australien. Ich habe mich aber immer gefragt, wie die Menschen auf diesen Kontinent gekommen sind, denn zu dieser Zeit gab es keine Verbindung mehr zu anderem Land, d.h. damals schon war Australien voellig abgelegen. Ausserdem konnten sich die Aborigines nicht parallel entwickelt haben, denn in Australien gab es keine Tiere aus denen sie sich entwickelt haben koennten. Es gab keine Affen, gibt es auch heute noch nicht. Sie muessen also ueber das Meer hergekommen sein. Mitochondriale DNA-Vergleiche (mtDNA) lassen darauf schließen, dass Aborigines Nachfahren von Menschen einer der ersten Emigrations-Wellen aus Afrika sind und ihre Vorfahren Afrika vor 100.000 bis 130.000 Jahren verlassen haben, um sich dann entlang der Küste Südostasiens bis nach Australien auszubreiten. Australien war zu dieser Zeit Teil des Kontinents Sahul und mit Neuguinea über eine Landbrücke verbunden. Eine Landbrücke zum asiatischen Festland hat aber nie bestanden, so dass eine Besiedlung Groß-Australiens nicht ohne Überwindung des Wallacea-Meeres möglich gewesen wäre. In dem Museum hab ich erfahren, dasss der Meeresspiegel waehrend der Vergletscherung 130 m tiefer war und die Menschen wahrscheinlich so Australien erricht haben. Das sind aber alles nur Vermutungen. In Wirklichkeit ist es ein Raetsel.
Am naechsten Tag bin ich dann nach Fannie Bay. Da es aber 8 km vom Zentrum entfernt lag und ich bei der Hitze keine Lust hatte zu laufen bin ich Bus gefahren. Ich bin frueh los, weil ich um 3 schon wieder in der Library sein wollte, da ich schon Internet reserviert hatte. Die nette Busfahrerin hat mich genau dort rausgelassen wo ich aussteigen wollte, obwohl es dort keine Bushaltestelle gab. Und so konnte ich den 4 km langen Walk bis zum `East Point Reserve` starten. Ich hab mir wirklich ewig Zeit gelassen, weil es auf dem Weg so viel zu sehen gab. Einige Denkmaeler und Kanonen aus dem zweiten Weltkrieg und ganz viel Strand. Hier darf man ja wegen den Haien, den Quallen und allen anderen Tieren, die eien toeten wollen nicht ins Wasser und so war niemand an dem Strand. Er besteht auch nicht typisch auf feinem Sand sondern aus roten Steinen. Das ist so ein schoener Kontrast zu dem blauen Meer und dem blauen Himmel. Ich hab also mal wieder ganz viele Fotos gemacht und die ganzen kleinen Krebse beobachtet, die am Strand rumgekrabbelt sind. Ich habe einmal gelesen, dass es sogar eine Krebsart gibt, die giftig ist und einen toeten kann, deshalb hab ich also gegen jedes Verlangen keines der Krebse angefasst, sondern nur angeschaut. Immer im Wechsel (Strand und Weg) hab ich mich also dem Eat Point Reserve genaehert. Dort gibt es einen Lookout, der sehr schoen und sehenswert sein soll und direkt dabneben ist auch das `Darwin Military Museum` das ich unbedingt besuchen wollte, um mehr ueber den Angriff auf Darwin zu erfahren. Die Aussicht hier war echt atemberaubend. Man stand auf einer Art ewig langen Klippe. Vor einem ging es also immer ganz steil runter und so hatte man einen wunderschoenen Blick auf das Meer. Das Gestein hier war richtig rot und ueberall dazwischen sind schoene gruene Pflanzen gewachsen. An einer Stelle stand auch eine Art Aussichtsturm. Von hier wurde im zweiten Weltkrieg kontrolliert, ob sich fremde Schiffe der Kueste naeherten. Man durfte auf ihn eigentlich nicht hochklettern, also an der Leiter war auf halber Hoehe eine Art Platte, durch die man nicht hoeher klettern konnte. Irgendwie hab ich es aber geschafft um sie herum zu klettern und stand so doch auf dem ca. 20 Meter hoehn Turm. Das war echt cool. Die Aussicht war richtig cool und ich hab ganz viele Fotos gemacht.
Im Military Museum standen dann ganz viele gepanzerte Fahrzeuge, Motoren und andere Fahrzeugteile, Schusswaffen, Flaggen, Zeitungsartikel usw. In einem Zeitungsartikel hab ich sogar etwas ueber Hitler gelesen, der ist halt irgendwie weltweit praesent. Naja, Zentrum des Museums ist direkt unter der 9,2 inch Waffe, die gebaut wurde, um die Stadt und den Hafen zu verteidigen. Dort ist die Original Kommando Zentrale, die die Waffe kontrolliert hat. Es gab auch einen Film ueber den Angriff und ganz viele Bilder von Soldaten. Von einem Soldat stand ein riesen Bild in dem einem Raum und als ich es gerade betrachtet habe ist ein Mann an mir vorbei gelaufen und hat gesagt, dass das sein Vater sein. Echt verrueckt. Er hat in dem Museum gearbeitet glaube ich. Australien bzw. Darwin hat einfach so wenige Einwohner, das wahrscheinlich jeder irgendwelche Familiendenkmale in dem Museum hat. Naja, so ist es eben downunder :)
Als ich wieder Richtug zurueck gelaufen bin, um mich ein wenig an den Lake Alexander zu legen, die einzige Wasserstelle in Darwin (ausser der Lagoone) in der es nicht lebensgefaehrlich ist zu baden, hat ein Auto angehalten und gefragt, ob sie mich mitnehmen sollen. Es war eine Aborigine Familie und da eine Frau am Steuer war und auch Kinder in dem Auto sassen hatte ich keine Angst einzusteigen. Normal muss man bei Aborigines ein bisschen aufpassen, aber die Frau war echt nett und hat mich die ca. 3 km mitgenommen. So war ich frueher am See als geplant und hatte noch Zeit fuer den `Mangrove Boardwalk`. Da gerade Trockenzeit ist hab ich nur ein paar Krebse gesehen. Es war aber trotzdem ganz schoen. Mim Bus gings dann direkt zur Library und anschliessend wieder ins Hostel. Dort gab es auch einen PC, an dem freies Internet war und da in der Library die Couchsurfing Seite nie ging und ich deshalb immer noch keine Anfragen hatte schreiben koennen, hab ich das nun im Hostel gemacht. Als ich noch am Anfragen schreiben war hab ich von Michael auch schon eine Antwort bekommen. Er meinte, dass ich sehr gerne bei ihm schlafen koenne. Total cool. Also hab ich ihm gleich eine SMS geschrieben und konnte so am naechsten Morgen endlich auschecken. Ich hab mich mit ihm am Woolworth getroffen und bin die 10 Minuten (also echt zentral) zu seiner Wohnung gelaufen. Dort hat er mit einem anderen Jungen und einem Maedchen zusammen gewohnt, die beide echt nett waren. Er hat mich gefragt, was ich denn an dem Tag vorhabe und da ich eigentlich nichts geplant hatte, hab ich nur mit den Schultern gezuckt. Er meinte er haette frei und wir koennten ja in den `Litchfield Nationalpark` fahren. Da der 200 km weg ist hab ich nur gelacht. Es war schliesslich schon 11 Uhr und fuer so spontan hatte ich nicht einmal die Australier gehalten. Da hatte ich mich aber geirrt, denn als ich meine Sachen in das Zimmer gestellt hatte kam er mit Autoschluessel in der Hand und meinte `Na, gehen wir jetzt?` Er hatte das also echt ernst gemeint. Ich war natuerlich sofort dabei, denn da ich vorher nie jemanden mit Auto gefunden hatte, mit dem ich haette mitfahren koennen wollte ich schon eine Tour buchen und das haette wieder ueber 100 Dollar gekostet. So bin ich also umsonst in den Litchfield gefahren. Und Michael war echt voll witzig und lustig. Er hat mir von seinen ganzen Reiseerfahrungen erzaehlt. 2009 ist er sogar mal 6 Wochen durch Europa getourt und fand es total cool. Die 2 Stunden Fahrt gingen total schnell rum, weil wir uns so gut unterhalten haben. Der Litchfield National Park ist 143 Quadtrakilometer gross und es gibt dort ganz viele Wasserfaelle, Regenwald, Termitenhuegel und historische Ruinen.
Als erstes gings zu den `Magnetic Termit Mounds`, riesigen Termitenhuegeln. Total faszinierend wie diese kleinen Insekten so grosse und stabile Gebilde bauen koennen. Die eine Wiese sah aus wie ein Freidhof, weil die Termitenhuegel die gleiche Form wie Grabsteine hatten und alle parallel standen. Spaeter hab ich gelesen, dass die Termiten ihre Huegel zur Temperaturregulierung auf die Nord- Sued- Achse ausrichten. Echt clever und beeindruckend.
Anschliessend gings zu den `Buley Rockholes`. Das war ein Fluss, der immer wieder kleine Becken beinhaltete, in denen man Baden konnte. Und diese Becken waren auch immer so tief, dass man rein springen konnte. An dem einen Becken stand ein Baum am Rand, der schraeg ueber den Fluss wuchs und auf den man drauf klettern und rein springen konnte. Michael wollte unbedingt, dass ich mit ihm springe. Ich hatte aber erst in bisschen Schiss, denn man musste echt ziemlich weit auf den Baum klettern, damit man weit genug ueber dem Becken war. Als ich dann aber kleine Kinder gesehen habe , die gesprungen sind und Michael auch schon gesprugen war, konnte ich es mit meinem Ego nicht mehr vereinbaren nicht zu springen. Also bin ich eben den schmalen und glatten Baumstamm hoch gegrackselt und gesprungen. Das war echt ein Kick. Und das Wasser war so sauber und weich. Dort sind wir dann also eine Weile Baden gewesen, als dann aber eine Schulklasse kam und es voll wurde gings weiter zu den ` Florence Falls`.
Die riesigen und wunderschoeen Wasserfaelle sind ueber einen kurzen Wanderweg erreichbar. Und echt voellig unberuehrt. Es waren zwar schon ein paar anderen Leute dort baden, aber trotzdem war es so idyllisch. Wieder sind wir die steile Felswand hoch geklettert und ins Wasser gesprungen. Es gab auch ganz viele kleine Fische dort, die einem an den Beinen genagt haben, wenn man zu lange an einer Stelle sass. Sie fressen abstorbene Hautstueckchen und knabbern einem so die Haut ab. Das hat sich so witzig angefuehlt. Voll das natuerliche Peeling. Dort waren wir irgendwie ewig. Es war so schoen. Ich kann mich nicht erinnern einmal an einem so schoenen Badeort gewesen zu sein. Es war echt unglaublich. Als wir dann nach ca. 2 Stunden wieder im Auto waren ist Michael aber ploetzlich aufgefallen, dass er wieder zurueck musste. So sind wir an dem Tag ca. 4 Stunden Auto gefahren und waren 3 Stunden im Nationalpark. Aber ok, Australier eben. Michael hat mich ja auch voll ausgelacht, als ich gesagt hab, dass 200 km doch weit sind. Austarlier haben eben ne andere Einschaetzung fuer Entfernungen, das ist mir an dem Tag nochmal klar geworden. Wieder daheim waren wir einkaufen, ich hab geduscht und gegessen. Total geschockt war Michael als er gehoert hatte, dass ich zwar seit fast einer Woche in Darwin war, aber erst einmal gefeiert hatte, deshalb wollte er an dem Abend unbedingt mit mir weggehen. Ich hab mir also Goon gekauft und mich fertig gemacht. Zuerst waren wir wieder auf dem Mindil Beach Sunset Market, wo ich auch endlich mal einige Spezialitaeten probiert habe. Sonst hatte ich immer schon Abend gegessen, wenn ich da war, aber heute hatte ich richtig Hunger und so haben wir Krokodilfleisch, Kaenguru und so chinesische Rollen gegessen. Zum Nachtisch gabs dann noch frittierten Marsriegel, das war richtig lecker. Gestaerkt und mit schon etwas Alkohol im Blut (wir hatten den Goon dabei) sind wir nochmal zurueck in die Wohnung bis wir dann gegen 11 los sind. Der Club in dem wir waren, war ganz schoen, aber wieder sind mir die Unerrschiede von deutschem und australischem Feierverhalten ausgefallen. Als wir den Club betreten haben, meinte Micheal schon ` Oh Gott, ist das voll hier!!` was ich aber absolut nicht bestaetigen konnte. Es waren schon Menschen in dem Club, aber man konnte ueberall, wo man hin wollte, hinlaufen, es war nicht zu heiss und beim tanzen hatten wir mindestens einen Quadratmeter Platz. Also `voll` ist es fuer mich, wenn man nicht mehr selbststaendig tanzen kann sondern von den Bewegungen der Masse rumgeschoben wird und man 10 Minuten fuer 10 Meter brauch weil so viele Leute den gleichen Weg haben. Ich fand es dort richtig angenehm. Michael musste aber alle 10 Minuten raus, weil es ihm zu voll war :D Na gut, echt interessant wie unterschiedlich die Definition von ` voll` sein kann. Um halb 2 sind wir dann auch schon wieder zurueck. Und weil Michael zu faul zum Laufen war (waren ja auch ganze 5 Minuten Fussweg) sind wir mit einem `Tuktuk` gefahren. Das sind die Fahrraeder, die kleine Anhaenger haben und einen bei 30 Grad durch die Gegend faren, ich hatte einfach nur Mitleid mit unserem Fahrer, aber naja, Michael hat ihn grosszuegig bezahlt, von daher wars ok. Wir sind beide tot ins Bett gefallen. Es war ein wirklich schoener, lustiger und aufregender Tag.
Am naechsten Tag stand dann wieder Organisation aurf dem Programm. Ich konnte mich endlich mit Volker treffen. Er hat die ganze Zeit auf einer Mangofarm etwas ausserhalb von Darwin gearbeitet und war damit jetzt aber endlich fertig und in Darwin. Ich hatte ihn auf `gumtree` gefunden. Er hat ein Auto und wollte ueber den Kakadu Nationalpark bis nach Alice Springs fahren. Wir hatten also den gleichen Weg und haben uns getroffen. Wir waren uns gleich sympathisch und haben uns gut unterhalten. Er hat gesagt, dass er schon am naechsten Tag los wolle und so hab ich den Rest des Tages genutzt, um meine Waesche zu machen, einzukaufen, und alle wichtigen Leute nochmal anzurufen, bevor es ins Outback ohne Empfang und Internet ging.
So war ich naechsten Morgen startklar, hab mich von Michael verabschiedet und konnte Darwin endlich verlassen. Ich hab das Outback schon rufen hoeren und mich richtig gefreut. Darwin ist zwar eine schoene Stadt aber viel zu heiss und zu teuer. Es war schoen dort, aber ich wollte jetzt endlich das ` Centre of Australia` sehen und war so mehr als bereit fuer unser Abenteuer. Davon aber in meinem naechsten Bericht.
Ich vermisse euch und hab euch lieb.
Eure Franzi









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