Hallo meine Lieben,
Endlich hab ich mal wieder Zeit euch meine neusten Erlebnisse zu berichten.
Nachdem ich also zurueck von Magnetic Island wieder in Townsville war, ging meine Reise nach Mission Beach weiter. `Das 4000 Einwohner Dorf umfasst ein ca 14 km langes erstklassiges Strandgebiet, in dem vereinzelt auch etwas Regewald vorhanden ist`. So steht es im Lonely Planet. Mein Hostel allerdings war von Regenwald umgeben!!
Ich wurde mittags an der Busstation wie ausgemacht abgeholt. Richie stand lachend mit dem grossen Werbeschild des Hostels neben all den anderen Hostelwerbern und nahm mich in Empfang. Ich war die Einzige, fuer die er an diesem Tag den weiten Weg auf sich genommen hatte. Er hat mir gleich einmal vorgeschlagen im Woolworth einkaufen zu gehen, den `er ist 2 Stunden zu Fuss vom Hostel weg`. Also hab ich fuer die naechsten drei Tage erstmal eingekauft.
Nach der halbstuendigen Fahrt waren wir endlich im `Treehouse` (ziemlich passender Name meiner Meinung nach) angekommen. Es war wirklich richtig schoen da. Es gab einen Pool, einen nach hinten offenen riesiegen Aufenthaltsraum, von dem aus man direkt in den Regenwald gesehen hat und freundliche Mitarbeiter. Da ich Richie ja schon kannte, war es nicht schwer Anschluss zu finden. Ich lernte seine Freunde Brien, Scotty (der wirklich so aussah wie Allan aus ` The Hangover` und auch von allen so genannt wurde), Brian und Ben kennen. Die Jungs sind schon ewig dort, alle am Arbeiten, aber wie sich raus stellte bleibt von ihrem Geld nie viel uebrig, weil sie jeden Abend nach der Arbeit ab 4 Uhr anfangen sich ein Bier nach dem anderen reinzuziehen (wer die Bierpreise Australiens kennt, weiss was das bedeutet) und spaeter auch den ein oder anderen Joint zu rauchen.
Darauf hab ich aber gerne verzichtet, denn ich hatte den naechsten Tag schon durchgeplant. Ich hatte den Sprung meines Lebens gebucht. 14000 Fuss hoch aus einem winzig kleinen Flugzeug mit einem wildfremden Mann auf dem Buckel springen, 60 Sekunden FALLEN, dann hoffen, dass sich der Fallschirm oeffnet und die restliche Strecke mehr oder weniger sanft herunter gleiten.
Vorher hab ich aber noch Maria und Sabine kennengelernt, zwei supernette oestereichische Maedels, die auf meinem Zimmer waren, mit denen ich mich super verstanden habe und mich mit ihnen ueber die immer zugedroehnteren Jungs lustig gemacht habe. Sie waren nur zum Urlaub machen in Australien und deshalb konnte ich ihnen einige Dinge beibringen (also damit meine ich jetzt Goon :D)
Jetzt aber wieder zum Skydiven:
Es war wirklich hammer hammer geil. Der Mann vom Hostel, bei dem ich gebucht hatte, hat gesagt, dass ich um 7.30 Uhr angeholt werde. Da ich durch und durch Deutsche bin (das bekomme ich hier leider viel zu oft gesagt, ich bin anscheinend fuer Australier viel zu gut organisiert), hat mein Wecker puenktlich um 6.30 Uhr geklingelt und ich hab mich total verschlafen ins Bad geschleppt. Da es noch so frueh war und ich noch halb geschlafen hab, war mein `Fertigmachtempo` glaub ich nicht das Schnellste. Anfangs zumindest. Um 10 vor 7 hat der Hosteltyp an die Tuer geklopft und gesagt, dass ich schon abgeholt werde. Na klasse. Meine Antwort war darauf nur: `But I`m not ready yet.` Ja, das hat nur leider niemanden interessiert. Also habe ich in 5 Minuten noch schnell Zaehne geputzt, mein Zeug gepackt und bin ohne Fruehstueck oder einen Gedanken an meinen kommenden Suizid Versuch in das vor dem Hostel wartende Auto gesprungen.
Dann ging alles unheimlich schnell. Ich war noch dabei meine Schuhe zuzumachen, da wurde mir schon erklaert, was mich jetzt erwartet. Der freundliche , aber leider ungeduldige Fahrer hat gesagt, das er mich jetzt zum Skydiving Buero faehrt, ich da lauter Papiere unterschreiben muss (sowas wie: `mir ist klar, dass der Sprung lebensgefaehrlich ist` und ` man selbst haftet falls man nur teilweise unten ankommt usw.), dann ne halbe Stunde zum naechsten Flughafen gefahren werde, dann hochgeflogen werde, springe, und an dem Strand vor dem Buero wieder lande. Gesagt, getan. Ploetzlich hab ich schon Sinna (oder sowas, keine Ahnung wie genau der hiess, ich nenn ihn jetzt einfach mal so ^^), meinen Retter (oder Moerder), also den Typ, der mit mir springen wuerde, kennen gelernt, einige Koerperhaltungsuebungen gemacht (also wie ich mich verbiegen muss, wenn ich spring), einige Worte in die Kamera gestottert, die waehrend dem Sprung lief und den Gurt angezogen bekommen. Dann gings zum Flughafen. Die Haelfte der Menschen im Bus waren rutinierte Springer (einige hatten schon 15000 Spruenge hinter sich), die ihrem taeglichen Beruf nachgingen und die andere Haelft panisch aussehende Touristen, die sich alle immer und immer wieder die gleiche Frage stellten: `Was mache ich hier ueberhaupt?` Ohne darauf je eine Antwort zu bekommen, gings raus aus dem Bus und rein ins Flugzeug. Das allein war schon ziemlich cool. Es war winzig klein und hatte keine Sitze oder so, sondern nur 2 Baenke, die senkrecht zu den Fluegeln standen und auf die wir uns, wie die Huehner auf der Stange aufreihten (immer der erfahrene Springer hinten und der Tourist vor ihm). So gings dann ab in 14000 Fuss Hoehe. Immer wieder hat Sinna angefagen mich zu filmen und meine Worte waren immer die selben: `I can`t believe what I`m doing here`.
Dann hat sich ploetzich schon die Flugzeuf Tuer geoeffnet und auf einmal fielen schon die ersten Paerchen in das riesige Meer aus Wolken. Plotzlich war ich dran, ich musste mich an den Flugzeugrand setzten (also die Fuesse rausbaumeln lassen), den Kopf nach hinten lehnen und ploetzlich war ich in der Luft. Das Gefuehl war unbeschrieblich. Man ist einfach gefallen, einfach gefallen, ich hab so Geschrien, die ganze Zeit ueber. Es ist wirklich ein hammer geiles Gefuehl. Unter sich sieht man den wunderschoenen Strand und das kleine Mission Beach, vor sich ewige Weite. Man fuehlt sich einfah unglaublich frei, der ganze Koerper ist am kribbeln und fuehlen. Es war viel zu schnell vorbei. Ploetzlich hat sich der Fallschirm schon geoeffnet (zum Glueck) und die vorher schnell an einem vorbei ziehenden Bilder wurden jetzt klarer. Wir sind direkt ueber dem Great Barrier Reef geglitten. Ich konnte die Korallen sehen, da das Wasser an diesen Stellen dunkler ist. Die zuerst winzig kleinen Haeuser wurden langsam groesser und Sinna sagte nur ` I think you enjoyed it`. Daruf konnte ich nur ` Oh yes` antworten. Darauf hin hab ich die Lenk seile (oder wie auch immer das heisst) von dem Fallschirm in die Haende bekommen und durfte lenken. Immer abwechsend hab ich an ihnen gezogen und so haben wir uns einmal in die eine Richtung ganz oft im Kreis gedreht, und dann wieder in die andere. Das war so cool.
Als es auf die Landung zuging, hab ich sie allerdings wieder abgegeben. Mit einem Affenzahn sind wir auf den Strand zugerast (da wars mir dann doch n bisschen mulmig), doch es war ueberhaupt kein Problem. Als ich es gesagt bekam, musste ich nur meine Beine anheben und bin so ganz sanft auf meinem Hinterteil gelandet.
Unten angekommen, hab ich das riesen Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen und allen andere ging es ebenso. `I`m still alive` war mein einziger Gedanke, den ich auch gluecklich rausgeschrien habe und Sinna so zum Lachen brachte.
Das war er also gewesen: der Sprung meines Lebens!! Ich wuerde es wirklich jederzeit wieder tun, es war das bisher absolute Highlight, auch wenn es insgesamt nur 5 Minuten oder so gedauert hat.
Da ich auf meine DVD mit den Bildern und dem Video noch eine halbe Stunde warten musste, bin ich ein wenig durch Mission Beach gelaufen, Dort gibt es aber im grossen und ganzen nichts zu sehen und deshalb bin ich in das Touristen Info Dings gelaufen, wo es einen `Book Exchange` gab, also ein nettes Tauschgeschaeft. Man laesst sein altes Buch da und kann sich dafuer eins von den dort vorhandenen Buechern mitnehmen. Da ich mein Buch gerade fertig gelesen hatte, hab ich das doch gleich gemacht und mir `tribute` von Nora Roberts rausgesucht.
Am Skydiving Buero hab ich dann die DVD bekommen und wurde zurueck zum Hostel gefahren. Dort hab ich mich dann zu Maria und Sabine an den Pool gelegt und immer wieder abwechselnd einige Seiten in meinem neuen Buch gelesen, geschlafen und geschwommen. Es war wirklich ein schoener entspannter Tag :D Am spaeten Nachmittag mussten die Maedels dann gehen. Sie sind nach Cairns gefahren und wollten dort wieder im YHA Hostel wohnen. Da ich noch nicht wusste, ob ich einen Couchsurfer finde, wusste ich nicht ob wir uns wieder sehen.
Am Abend wollten alle wissen, wie mein Sprung war und haben mit mir gefeiert. Mit ein paar Jungs hab ich Tischtennis gespielt (und gewonnen :D) und noch mehr Deutsche Jungs kennen gelernt. Es war wirklich ein schoener feuchtfroehlicher Abend.
Am naechsten Tag im Bus hab ich dann entschieden, dass ich auch ins YHA Hostel gehen wuerde, weil ich keine Couchsufer gefunden hatte. Das war also mein naechster Stop : Cairns.
Ich hab euch lieb.
Eure Franzi
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen