Montag, 10. Oktober 2011

Cairns 2

Da bin ich wieder,und jetzt kommt der Rest von Cairns J

Am Dienstag, den 27.09, war dann mein Ausflug nach Kurunda geplant.
Frueh morgens wurde ich direkt am Hostel abgeholt und zur Skyrail gefahren. Direkt neben der Einstiegsstation war Tjapukai, der Aboriginal Park. Ich musste kein Eintritt mehr zahlen, da das schon durch die Tour mit abgedeckt war. Die nette Frau am Schalter, hat mir eine Karte von dem Park gegeben und erklaert zu welcher Show ich wann am sinnvollsten hingehe. Ihren Rat hab ich auch genauso befolgt, weil ich ja wusste, dass ich nicht ewig Zeit hatte.

Als erstes sollte ich zum `Creation Theatre`, wo um 9.45 Uhr die traditionellen und spirituellen Braueche und der Glaube der Aborogines in einem Theater dargestellt wurde. Das fand ich allerdings ein bisschen verwirrend. Es wurden verschiedene Geschichten dargestellt, die aber irgendwie keinen Zusammenhang hatten. Ich weiss nur noch, dass es in dem Aborigine Stamm zwei Gruppen gab: die Regen- und die Sonnengruppe oder so aehnlich. Da gabs dann verschiedene Gesetze wen man heiraten durfte und mit wem man reden durfte usw. Ganz komisch auf jeden Fall.

Dann sollte ich zum Tjapukai Dance Theatre, wo sowas wie ein kleines Konzert war. Das war richtig cool, weil ich auf die Buehne geholt wurde. Da hab ich dann wieder gedacht, wie schade es ist, dass ich alleine da war, denn es hat ja niemand Fotos von mir gamacht. Naja, also die Aboroigines haben erst ein paar Lieder gesungen und getanzt und wollten dann das Publikum animieren, mit zu machen. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und haben eine Art Kanon gesungen. Dann wurde ich, ein asiastisches Maedchen und ein asiatischer Junge rausgetippt und auf die Buehne geholt. Wir mussten jetzt mit den Aborigines tanzen. Das war vielleicht verrueckt. Beine breit, in die Knie gehen und wippen. Das sah so behindert aus. Aber irgendwie wars auch voll lustig. Ich mein, wie oft werde ich wohl nochmal mit Aborogines tanzen.

Dann gings ins Cultural Village, wo uns verschiedene Fruechte des Regenwaldes gezeigt wurden und erklaert wurde, fuer was ein Boomerang alles gut ist. Es gibt naemlich voll viele verschiedene Sorten, von denen viele zum Jagen verwendet werden. Sie haben alle verschiedene Formen und so auch unterschiedliche Flugbahnen. Das nutzen die Aborigines, um z.B. ein Kangoroo oder ein Cassowary zu Fall zu bringen. Voll interessant. Um einen Boomerang zu werfen hatte ich dann aber keine Zeit mehr, weil um11.15 Uhr schon `Natures Voices Digeridoo` anfing. Da hat uns ein Aborigine erklaert, wie man ein Digeridoo spielt usw. Das ist glaub ich richtig schwer, weil man beim Ausatmen durch den Mund auch gleichzeitig mit der Nase einatmen muss. Ich glaub das kann ich niemals. Naja, ansonsten gab es in dem Park nicht so viel. Er war gar nicht gross und meiner Meinung nach auch nicht gepflegt. Das Gute waren einfach nur die Shows von den Aborigines. Die hatte ich ja alle gesehen und deshalb konnte ich weiter zur Skyrail, um nach Kurunda zu fahren.


Die 7,5 km lange Seilbahn wurde nach einjaehriger Bauzeit 1995 eroeffnet. Alle Tuerme mussten mit Hubschraubern an Ort und Stelle gebracht werden, um den Regenwald nicht zu stoeren. Es hat naemlich auch einige Jahre gedauert, bis der Bau der Bahn ueberhaupt genehmigt wurde. Schliesslich geht sie durch einen Nationalpark. Sie hat 3 Stationen. Die erste ist die `Red Peak Station`, von der aus man einen 175 m langen Regenwald Boardwalk ablaufen kann. Man kommt an einer 400 Jahre alten Kaurifichte vorbei, die war wirklich beeindruckend. Die zweite Station ist die `Barron Falls Station` und mit ihren 545 m der hoechste Punkt der Seilbahn. Von dort aus hat man eine super Aussicht auf die Barron Schlucht und ihre Wasserfaelle im Barron- Gorge Nationalpark. Die waren wirklich voll gross und richtig schoen. Der Regenwald in dem Nationalpark beherbergt 370 Vogelarten, 1/3 der 315 australischen Saeugetiere, 60% der australischen Schmetterlinge und 23% der australischen Reptilien. Ausserdem sind 10% aller Wirbeltiere in dem Regenwald seltene oder bedrohte Arten. Die Waelder sind mehr als 120 Millionen Jahre alt und damit die aeltesten staendig ueberlebenden tropischen Regenwaelder der Welt. Durch diesen Wald streiften einst schon Dinosaurier und hier oeffneten einige der ersten Bluehpflanzenarten der Welt ihre Blueten.


Die dritte und letzte Station war dann Kurunda. Das Dorf ist fuer seine abgelegene Lage bekannt und die Maerkte, die dort jeden Tag sind. Durch die bin ich dann also auch erstmal durchgeschlendert. Es gab wirklich wieder alles moegliche: unglaublich viel Schmuck, Souvenire, Klamotten, Aborigine Kunst usw. Es war mal wieder total schwer den Geldbeutel eingesteckt zu lassen. Schliesslich bin noch ewig hier und mein Rucksack ist so schon schwer genug. Dann bin ich zur `Butterfly Sanctuary` gekommen, wo ich unbedingt rein wollte. Es hat zwar nochmal Eintritt gekostet, aber hat sich auch wirklich gelohnt. Es gab tausende Schmetterlinge und Falter dort. Ich finde der schoenste ist der Ulysses. Er ist total gross und strahlend blau. Aber ich hab es nicht geschaft ein Foto von ihm zu machen, weil er sich irgendwie nie hinsetzt und wenn er mal sitzt dann zuckt er so doof mit den Fluegeln, dass alles verwackelt. Naja, aber ich hab ganz viele andere coole Bilder gemacht. Um halb 4 ging dann schon der Zug zurueck nach Cairns, deshalb hatte ich nicht viel Zeit in Kurunda. Aber es gab eh nur noch einen Koala Park und einen Vogelpark, die alle Eintritt gekostet haben und mich auch nicht so sehr interessiert haben. Also, dann komm ich jetzt mal zur Scenic Railway: Die 37 Kilometer lange Strecke von Kurunda nach Cairns hat 15 Tunnel und 37 Bruecken. Sie wurde im 19. Jahrhundert wegen den Goldfeldern gebaut und 1891 eroeffnet. 2 Millionen Kubikmeter Erde mussten bewegt werden, um die Strecke zu bauen und deshalb ist sie dort eine richtige Touristenattraktion. Das Ticket war durch die Tour bereits gebucht. Ich musste es nur abholen und konnte mich dann in den alten Zug setzen. Klassisch zu dem ganzen alten Flair lief auch noch alte australische Musik, was aber irgendwie cool war. Besonders als ich ein Lied hoerte, dass mich in Kindergarten zurueck versetzt hat und fuer mich an dem Tag irgendwie das Highlight war. Es kam :


Kookaburra sits in the old gum tree,
Merry merry king of the bush is he.
Laugh, Kookaburra, laugh, Kookaburra,
Gay your life must be!

Jetzt hab ich allerdings das erste mal verstanden, um was es eigentlich ging. Kokaburra ist ein ziemlich haeufig vorkommender Vogel hier, der total kranke Graeusche macht. Bei Wil in Agnes Water haben sie mich jeden Morgen um 5 geweckt. Jetzt endlich hab ich also den Song verstanden und mich somit wieder ein Stueck schlauer gefuehlt J Auf dem Rueckweg nach Cairns sind wir nochmal an Wasserfaellen voebei gefahren, an denen der Zug auch gehalten hat und man sie fotografieren konnte.

Als ich wieder in Cairns war, bin ich zu Cody, meinem Couchsurfer umgezogen. Er ist 21 und war total nett. Dort habe ich direkt geduscht und bin dann auf zum Gilligans, wo ich mich mit Basti getroffen habe. Er ist am Tag danach weg zum Arbeiten und deshlab wollten wir nochmal zusammen feiern. Der Abend war wieder total witzig (wir hatten genug Goon) und da mir Cody seinen Schluessel gegeben hatte, hatte ich auch kein Problem bei ihm in die Wohnung zu kommen.

Am naechsten Tag hab ich allerdings nicht viel gemacht. Nur gewaschen, gechillt und den Bus nach Port Douglas fuer den nachsten Tag gebucht.



Where the Rainforest meets the Reef

Port Douglas liegt noerdlich von Cairns und somit noch mehr im Regenwald. Ich hatte dort Couchsurfer gefunden, die auch ziemlich im Zentrum gewohnt haben und bei denen der Bus mich direKt abgesetzt hatte. Kevin und Craig haben mich gleich willkommen geheissen. Einer ihrer Freunde, Ean, war auch grad zum `Sport gucken` (Lieblingsbeschaeftigung der Jungs) da. Spaeter ist auch noch eine andere Deutsche gekommen, die ebenfalls gerade bei den Jungs couchgesurft ist.


Mit ihnen bin ich spaeter dann an den Strand. Vorher hat mir Kevin aber noch alles gezeigt. Wir haben seine Raeder geschnappt und sind ins Zentrum gefahren. Er hat mir den Supermarkt gezeigt, wo Craig arbeitet (er ist Koch), wo er ueberall schon gearbeitet hat (das war ziemlich viel) und wo jeden Sonntag der Markt ist. Am Strand, der richtig gross unn schoen war, haben wir dann Bodga gespielt. Ich wurde zweite J Abends haben wir alle zusammen gekocht und den ersten Teil von Twilight geguckt. Es war ganz witzig, weil Kevin ihn am Anfang ziemlich schlecht fand und immer voll die abwertenden Kommentare eingeworfen hat. Er meinte er toetet seine Schwester, weil sie ihm den Film empfohlen hatte. Ich hab mich eh gewundert wieso ein erwachsener Mann Twilight schauen will :D Aber ok, es war auf jeden Fall lustig. Dann bin ich mit Kevin noch in einen Pub gegangen. Dort ist jeden Woche Livemusik und zwar von jedem, der Lust hat etwas zu spielen. Das fand ich voll cool. Jeder hat jeden gekannt, denn dort waren nur Locals und so haben sie sich gegenseitig Musik vorgespielt. Das war echt schoen. Ich hab mich mit einigen Aborigines unterhalten, die waren auch ganz nett.

Am Strand hatte ich mittags erzaehlt, dass ich nach Cape Tribulation will und mich nach Touren informieren wolle. Craig hatte daraufhin vorgeschlagen, mir alles zu zeigen. Er hatte Freitags frei und wollte deshalb mit mir die 90 km in den Norden fahren. Das fand ich richtig cool. Natuerlich hab ich das Angebot angenommen. Wir haben das Auto von einer Freundin von ihm ausgeliehen, im Coles einiges zum Mittagessen gekauft und dann gings los. Auf dem Weg hat Craig mir auch voll viel erklaert. Wir sind durch Mossman gefahren (einer kleinen Stadt noerdlich von Port Douglas), die aus Feldern besteht, auf denen Zucker angebaut wird. Dafuer ist sie anscheinend auch beruehmt. Wir waren auch am Mossman Gorge, einem Fluss durch den Regenwald, indem man baden kann. Das war echt cool, an diversen Straenden (Cow Bay und noch anderen), dem Katherine lookout (von dem aus man Port Douglas sieht, Snapper Island (sieht aus wie ein Krokodil) und schliesslich auch Cape Tribulation. Dort waren wir am Strand. Es war wirklich ein richtig schoener und informativer Tag. Auf dem Rueckweg waren wir dann noch am `Daintree……`, wo wir selbstgemachtes Eis gegessen haben. Das war richtig lecker. Und so sind wir gesaettigt, aber auch echt muede wieder in Port Douglas angekommen. Am naechsten Tag hab ich nur gechillt. Ich wollte noch unbedingt in den Regenwald, weil ich das mit Craig am Tag zuvor ja nicht geschafft hatte und hab mich deshalb in diversen Touristeninfos informiert. Ueberall hab ich die gleiche halbtaegige Tour vorgeschlagen bekommen, die eine Fahrt durch den Regenwald, ein Bad unter Wasserfaellen und eine Fahrt auf dem Daintree River beinhaltet hat. Ich wollte ausserdem noch Krokodile sehen unn habe deshalb fuer den naechsten Tag eine Tour zum `Hartley`s Crocodile Adventures` gebucht. Abends hab ich fuer Kevin und die deutsche Couchsurferin (die aber inzwischen ausgezogen war, weil sie Arbeit gefunden hatte) gekocht. Es gab Paprika mit Hackfleisch und Schafkaese gefuellt und Bratkartoffeln. Sie fanden es richtig lecker (und ich auch).

Am naechsten Tag bin ich, bevor ich auf den Ausflug bin, auf den Wochenmarkt in Port Douglas gegangen. Dort hab ich fuer Craig als dankeschoen so eine Kochsauce gekauft, die war echt lecker und fuer mich einen frisch gepressten Orangensaft. War wirklich schoen hier. Ich finde es so cool, dass jede ach zu kleine Stadt in Australien ihren eigenen Markt hat. Das sollte man bei uns auch mal einfuehren.

Danach gings dann zum Crocodile Adventure Park.
Er ist 25 km suedlich von Port Douglas und 40 km noerdlich von Cairns.
Ich wurde vom Bus abgeholt und direkt dorthin gefahren. Im Park bin ich dann zuerst mal zum `Crocodile Feeding`. Der Guide hat viel ueber die Krokodile erzaehlt und sie gefuettert. Wenn sie schnappen, dann macht es voll das laute lustige Plopp- Geraeusch. Das war echt cool. Er hat erklaert, dass das hier Salzwasserkrokodile seien, die er grad gefuettert habe, aber das Krokodile im Allgemeinen nur voll wenig fressen muessen, weil sie ja wechselwarm sind und so nur wenig Energie brauchen. Ausserdem wuerden sie immer nur im Wasser liegen und so alle Koerpervorgaenge sehr stark herunterfahren. Ihr Herz schlaegt nur 2-3 mal die Minute. Wenn sie fressen, dann packen sie ihre Beute und toeten sie nicht mit ihren Zaehnen, sondern sie ziehen sie in die Mitte des Flusses und druecken sie so lange unter Wasser, bis sie mit zappeln aufhoeren. Ausserdem sind sie ziemlich verwoehnt, sie wollen naemlich nur frisches Fleisch. Es gibt das Geruecht, dass sich die Krokodile immer bei Mangroves aufhalten, weil sie dort die toten Tiere fressen, die in ihren Wurzeln haengen. Das ist aber falsch, sie fressen die Tiere, die kommen, um die toten Tiere zu fressen. Sie nutzen die toten Tiere also als Koeder. Ziemlich schlau. Sie sehen, hoeren und riechen und werden bis zu 100 Jahren alt und 850 kg schwer. Die Suesswasserkrokodile sind allerdings viel kleiner und fressen auch keine Menschen. Salzwasserkrokodile und Braunbaeren in Kanada sind die einzigen Tiere, die `Mensch` auf ihrer Speisekarte haben. Klar gab es auch schon andere Todesfaelle durch Tiere, aber das war dann immer ein Unfall. Das Geschlecht der Krokodile wird dadurch bestimmt, wie warm die Eier gelaggert wurden. Bei 31 und 33 Grad werden sie weiblich, bei 32 Grad maennlich.

Nach dieser interessanten Fuetterung bin ich zur `Baot Cruise`. Unser Guide war wieder total witzig und auch er hat die Krokodile, die um unser Boot geschwommen sind, gefuettert. Das war aber noch cooler, weil man so nah bei ihnen war und sie total weit aus dem Wasser raus gesprungen sind beim Fuettern. Danach hatte ich etwas Zeit und bin in den `Cassowary Garden`. Ich hatte ja schonmal Cassowaries gesehen, aber ich finde es sind so faszinierende Tiere, dass ich sie mir gerne nochmal angeschaut habe. Es gibt von nur noch 1200 von diesen riesigen nichtflugfaehigen Voegeln. Und das ist wirklich schade, die sind naemlich viel schoener als Vogelstraeusse oder Emus. Sie haben einen grossen Kamm auf ihrem Kopf, fuer was der allerdings gut ist, weisss man nicht so genau. Man vermutet, dass sie damit Gebuesch weg schlagen, wenn sie durch den Dschungel laufen. Sie werden 35 bis 60 kg schwer und ca. 40 Jahre alt (in Freiheit, in Gefangenschaft bis zu 60). Danach war ich auf der `Crocodile Farm Tour`. Der Park zuechtet seine eigenen Krokodile. Erstens weil das Leder sehr wertvoll ist und zweitens, um den Bestand ihres eigenen Parks zu sichern. Zu den `kleinen` Krokodilen durften wir dann. Es waren unglaublich viele und sie wurden auch gerade gefuettert als wir da waren. Eins von ihnen durften wir auch streicheln. Das war ziemlich cool. Sie fuehlen sich weicher an als man erwartet. Dann gings auch schon zur `Snake Show`. Der Guide hat mit der giftigsten Schlange rumhantiert als waere es nichts. Er hat erklaert, dass ein Tropfen dieser Schlange (ich weiss nicht mehr wie sie heist) 250000 Maeuse toetet. Australien ist absoluter Spitzenreiter was die Beheimatung von toetlichen Schlangen betrifft. Die 10 giftigsten Schlangen der Welt existieren alle in Australien!!! Nach dieser beaengstigenden Erkenntnis bin ich in den `Gondwana Gateway`, wo ich nochmal Koalas, Wallabies, Schlangen und Riesenechsen gesehen habe. In der `Crocodile Attack Show`, die ich danach besucht habe, konnte man sehen, wie sich einer der Mitarbeiter in Lebensgefahr gebracht hat. Er hat erst wieder ganz viel ueber die Krokodiel erzaehlt und ist dann zu einen riesen Salzwasserkrokodil ins Becken. Er wollte es fuettern, aber das `Salty` (australische Bezeichnung, hier wird ja alles abgekuerzt) war mehr an dem Guide, als an dem halben Huhn interessiert und hat deshalb immer ihn angegriffen. War wirklich spannend, aber ich wollte nicht mit dem armen Kerl tauschen.

Um 4 wurde ich dann schon wieder vor dem Park abgeholt. Es war wirklich ein sehr informativer und interessanter Tag. Der Park war sehr gepflegt, die Mitarbeiter waren alle lustig und unterhaltsam und es gab alle typisch australischen Tiere.

Abends hab ich dann noch schnell die halbtaegige Dschungel Tour (`Half day Rainforest Tour` von `Daintree Discovery Tours`) fuer den naechsten Tag gebucht. Da hab ich mich auch echt drauf gefreut. Ich wurde morgens zu Hause als zweite abgeholt. Im Auto sass nur eine alte total sympathisch aussehende Australierin, die mich direkt ausgequetscht hat. Wie ich heisse, wie alt ich bin, was ich mache, ob ich alleine reise, ob ich Australien mag, wo ich schon ueberall war usw. Sie war wirklich nett. Dann haben wir noch ein aelteres Paerchen abgeholt und einen Vater mit seinem 5- jaehrigen Sohn. So hatten wir jedes Alter dabei und waren mit dem Guide nur zu siebt. Das fand ich richtig cool, weil ich dachte, die Gruppen sind groesser. Wieder sind wir Richtung Norden gefahren, und wieder kamen wir an Mossman vorbei. Der Guide hat auch voll viel erklaert. Unter anderem hat er gesagt, dass die Leute Mossman oft `Moss Vegas- die Stadt, die niemals aufwacht` nennen. Das fand ich voll witzig. Vorbei am `Daintree Village` gings in den Regenwald. Auf einem Huegel haben wir das neue Auto dann abgestellt und es gegen einen ex Army  Landrover eingetauscht. Das war voll aufregend. Das Auto war absolut museumsreif. Man sass sich hinten auf zwei Baenken gegenueber, nach oden und zu allen Seiten war es offen. Dann gings los. Zur Erleichterung des Guides (und auch unserer) ist das Auto angesprungen und es ging los. Wir sind ueber ein Privatgrundstueck zu den `Cassowary Falls` gefahren. Keine andere Tour bietet das an, weil nur unser Guide ueber das Grundstueck fahren darf, weil er den Besitzer kennt. Es war total aufregend. Manchmal mussten wir uns ducken, weil irgendwelche Pflanzen halb ins Auto hingen. An den Wasserfaellen konnte ich dann nur noch staunen. Es war richtig schoen. Wie man es sich vorstellt. Von irgendwem hab ich im Nachhinein erfahren (ich weiss nicht mehr von wem), dass die Wasserfaelle schon fuer die Herbal Essence Werbung verwendet wurden. Echt cool. Von einem Felsvorsprung schoss das Wasser und fiel in einen klaren , von Regenwald umrandeten und von Schildkroeten bewohnten See. In den ist unser Guide dann gluecklich reingesprungen und hat uns animiert es im gleich zu tun. Da war ich natuerlich sofort dabei. Wir sind an die Felsen des Wasserfalls geschwommen, hochklettert und wieder ins Wasser gesprungen. Die alte Australierin hat waehrenddessen versucht Bilder von mir zu machen. Ausserdem haben wir die Fische und Schildkroeten, die es dort gab, gefuettert. Der Guide hat mir dann Bilder gezeigt, wie der Wasserfall in der Regenzeit aussieht. Das war verrueckt. Es war ein riesen Unterschied. Ueberall war Wasser. Aber so fand ich es besser, weil man so baden konnte und unter dem Wasserfall duschen. In der Regenzeit wird man einfach nur erschlagen glaub ich. Nach dem erfrischenden Bad gings nach Daintree Village, wo wir ein kleines Fruehstueck bekommen haben. Das war echt lecker und wir haben uns noch ein wenig nett unterhalten. Anschliessend gings auf den Daintree River. Da hatte ich mich am meisten drauf gefreut. Und auch das war, wie der Rest der Tour, ueberhaupt nich kommerziell oder touristisch oder unpersoenlich. Wir waren zu sechs und hatten ein richtig schoenes Boot. Normalerweise sind diese River Cruises in Busartigen Schiffen, auf die moeglichst viele Sitze gepresst werden. Unser Schiff hatte zwei sich gegenueber stehende Baenke, die mit weisem Leder ueberzogen waren und einen netten Kaptain. Er hat uns erstmal einige seltene Voegel gezeigt, die hier ihr Nest haben und hat gesagt, dass der Fluss in der Regenzeit 20 Meter!!! hoeher ist. Dann sind wir auf Krokodilsuche gegangen und haben auch schnell eins gefunden. Es war aber noch winzig klein, vielleicht 30 cm lang. Trotzdem wars cool, mal ein wildlebendes zu sehen. Der Guide hat uns an der Anlegestelle dann wieder abgeholt und nach Hause gefahren. Es war wirklich ein schoener Ausflug, der jeden Cent wert war.

Wieder bei Kevin und Craig hab ich dann geduscht, alle meine Sachen gepackt noch einmal fuer die beiden gekocht, ihnen meine Dankesgeschenke ueberreicht, dafuer eine liebgemeinte Umarmung kassiert und wurde dann schon wieder abgeholt, um zurueck nach Cairns zu fahren.

Port Douglas war wirklich richtig schoen. Es ist eine gemuetliche kleine Stadt, die zwar vom Tourismus lebt (Matthew McConhey, Steven Spielberg und viele andere Prominente waren schon dort um Filme zu drehen), aber auch irgendwie den typischen australischen Lifestyle wiederspiegelt und von wunderschoenen Naturhighlights umgeben ist.

In Cairns bin ich wieder zu Cody. Inzwischen war auch sei Mitbewohner Alan da, der ebenfalls total nett war. Abends hab ich mich mit Kitea getroffen. Ich war mit ihm auf Fraser Island. Dort fand ich ihn ganz nett und er hatte mir geschrieben, ob wir uns treffen wollen, wenn ich zurueck in Carns bin. So war ich also puenktlich um halb 9 an der Lagoo, wo er schon gewartet hat. Das lockere freundschaftliche Treffen war allerdings fuer ihn leider nicht so locker und freundschaftlich. Er hat mir als erstes mal gesagt, dass er mit seiner Freundin nicht mehr zusammen sei und gefragt ob ich einen Freund habe. Das wusste er eigentlich, denn auf Fraser hatte er das auch schon einige Male gefragt. Ausserdem hat er die ganze Zeit erzaehlt, wie toll er doch ist ud dass er ja so tolle Muskeln hat (er ist Bodybuilder), die er mir auch liebend gern gezeigt hat (ohne dass ich danach gefragt habe). An sich war er ja nett, aber das ganze selbstverliebte hat mich dann irgendwann genervt. Um halb 11 hab ich dann schliesslich gesagt, dass ich unglaublich muede sei und jetzt ins Bett gehen muesse. Zu Hause hab ich Cody davon erzaehlt, der sich nicht mehr eingekriegt hat. Mit ihm hab ich dann lieber noch ein bisschen Fernseh geschaut. Der naechste Tag bestand dann nur aus Flugvorbereitung. Ich war wieder ewig im Internet (in Port Douglas hatte ich 4 Tage kein Internet!!!), habe gewaschen und gepackt. Abends hab ich dann mit Cody und Alan Pizza gegessen und bin danach nochmal in die Stadt. Ich fand Cairns wirklich total toll und musste mich erstmal mit dem Gedanken anfreunden, dass ich es bald verlassen musste. Das hat aber irgendwie nicht so geklappt. Ich bin ueber den Nightmarket geschlandert und schliesslich an die Lagoon. Wo ich einige Zeit lang sass und einfach nur das `Hier-sein` genossen habe. Cairns ist wirklich eine richtig schoene Stadt und wie gemacht fuer junge Backpacker. Es gibt billige Hostels, 1000 Nightclubs, alles in Laufweite, einen Peterpans mit freiem Internet, diverse Shoppingmoeglichkeiten und die wunderschoene Lagoon. Ich wollte wirklich nicht weg. Naja, ich hatte gebucht und hab mich mit dieser Erkenntnis wieder nach Hause begeben. Das war dann wohl das Ende meines Aufenthaltes in Cairns. Hier hab ich mich echt wohl gefuehlt und bin mit dem Entschluss gegangen, dass ich hier nicht das letzte mal in meinem Leben war.


Der naechste Eintrag ist dann der erste ueber einen anderen Bundesstaat. Meine Reise ging naemlich weiter nach Darwin, und somit 2 Flugstunden naeher Richtung Heimat :) Ich vermiss euch alle ganz doll.

Eure Franzi

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