Hey meine Lieben,
endlich war ich weg von Alice Springs, mim Greyhound Bus gings weiter in den Sueden Richtung Adelaide. Einen Stop hab ich aber bevor ich in der Hauptstadt von `South Australia` angekommen bin, noch eingelegt, und zwar in `Coober Pedy`.
Nach einem ganzen Tag Bus fahren bin ich dort abends um 8 angekommen. Da die Busfahrt Aktion ziemlich spontan geplant war (ich hatte morgens um halb 9 gebucht und um halb 10 ist er gefahren) hatte ich noch kein Hostel reserviert. Im Lonely Planet hatte ich im Bus das Guenstigste raus gesucht, aber dort musste ich jetzt erstmal noch hinkommen und hoffen, dass die Rezeption noch auf hatte. Das war aber zum Glueck alles kein Problem. Ein Mann und ich waren die einzigsten (der Bus war wegen dem Quantas Streik voll), die in Coober Pedy ausgestiegen sind. Er wollte zum gleichen Hostel wie ich und hatte schon gebucht, d.h. er musste nur noch einchecken, aber das hiess ja, dass die Rezeption noch auf hatte. Ein Glueck, ich hatte echt ein bisschen Angst, dass ich fuer die Nacht heimatlos bin. Ich hab die teuren 32 Dollar fuer eine Nacht bezahlt und bin dann in mein `Untergrund Dorm`.
Da die Temperaturen hier zwischen 50 Grad plus und Minusgraden schwanken, leben 50% der 3500 Einwohner hier im Untergrund in sogenannten `Dogouts`. Das sind alte Minen, die einfach als Raeume eingerichtet wurden. Irgendwie voll verrueckt aber auch interessant. Die Temperatur dort ist immer zwischen 23 und 25 Grad und somit viel angenehmer als ein Haus an der Oberflaeche. Das Hostel, in dem ich war, war richtig angenehm und kuehl. Es geheort zu den `Top 10 Worlds Coolest Hostels`. Die Betten standen einfach in den Gaengen rum, es gab also keine Tueren oder Raeume oder so. Das war aber nicht schlimm, weil ausser mir und dem Typ eh nicht viele in dem Hostel waren. Nach einem staerkenden Adendessen und einer erfrischenden Dusche bin ich auch schon ins Bett, ich wollte ja am naechsten Tag viel sehen. Der Besitzer von dem Hostel war richtig cool. Ich musste zwar um 10 auschecken, aber er meinte, dass ich den ganzen Tag die Duschen und die Kueche nutzen koenne. Das ist nicht selbstverstaendlich und hat mir die Planung fuer den Tag um einiges erleichtert. Ich konnte mein Gepaeck in einem Raum an der Rezeption lassen, wo ich auch immer dran gekommen bin und bin los auf Entdeckungstour.
Als erstes gings in die `St Peter & Paul Catholic Church`, die natuerlich auch unter der Erde war. Man ist den Eingang rein und dann erstmal ein paar Treppen nach unten. Es war echt interessant. In der `Kirche` standen dann ein paar Stuehle und ein Tisch, was wohl der Altar war. Ich hab eine Kerze fuer alle in Deutschland angezuendet, die kuehle Luft dort unten genossen und bin dann weiter. Als naechstes gings ins Information Centre, wo nur einige Infos ueber die Stadt waren, das meiste wusste ich aber schon und so gings gleich weiter in eins der vielen Schmucklaeden dort. `Opalios` war der erste Laden und der Mann dort war richtig nett. Er hat mir ein paar unbearbeitete Opale geschenkt (die sind wertlos, nur 10% der Opale haben eine Farbe und sind somit wertvoll, der Rest wird `Potch` genannt und ist farb- und wertlos). Ich fands trotzdem voll nett. So hab ich gesehen wie das im Berg aussieht. Dann durfte ich mir noch so einen anderen Stein aussuchen, der geschliffen war (aber kein Opal). Ich hab mich ein wenig umgesehen, dann wollte er wissen woher ich komme, was ich hier schon gesehen hab und wie es mir so gefaellt. Der uebliche Smalltalk eben. Er meinte er haette gehoet, dass das Essen in Europa besser sei als in Australien (was ich nur absolut bestaetigen konnte) und dass er deshalb unbedingt nach Europa reisen wolle. Er bat mich ihm ein Restaurant zu nennen, dass ich gut finde. Er hat sein Atlas rausgeholt, in dem er von jedem Land hunderte Adressen von irgendwelchen Restaurants hatte, die ihm irgendwelche Touristen gegeben hatten. Echt verrueckt, ich hab nur gemeint, wenn er die alle besucht ist er danach 100 Kilo schwerer und ihm natuerlich die Adresse vom `Da Gianni` gegeben und dafuer ein kleines Kaenguru als Dankeschoen bekommen, voll nett.
Jeder zweite Laden auf der einen Strasse in Coober Pedy war ein Opalgeschaeft und so hab ich an dem Tag jede Menge Opale gesehen. Vor dem `Opal Beetle` standen zwei Kaefer und ein Schild mit ganz vielen Staedten und den Entfernungen. Dort gab es sogar Mannheim, was ich richtig cool fand.
Die grossen Opale sind echt richtig teuer, aber ich hab gedacht es waer voll cool einen als Andenken zu haben. Also hab ich mir in jedem Laden die guenstigsten Ketten angeschaut und auch einige fuer 20 Dollar gefunden, die mir echt gut gefallen haben. Das Geld ausgeben hat sich dann aber auch eruebrigt, weil ich in einem Laden von einem sehr netten alten Mann, der ebenfalls extrem interessiert an meiner Herkunft und meinen Erlebissen hier war, ein paar Opalohrringe geschenkt bekommen hab. Echt richtig cool. Sie bestehen zwar aus nicht sehr viel Opal, aber wenigstens aus ein bisschen. So hab ich ohne etwas zu kaufen schon ziemlich viel von den Opallaeden geschenkt bekommen.
Einige waren aber auch nicht so nett. In den einen Laden bin ich rein (ich war IMMER die einzigste Kundin) da kam schon der Besitzer angerannt und meinte `Guten Tag`. Ich hab darauf nur gefragt, ob ich denn so deutsch aussehe, darauf hat er nur gelacht. Dann hat er ploetzlich gefragt wo ich denn her komme, voll strange. Irgendwie war der wohl verwirrt. Dann hat er gemeint, dass seine Soehne in Darmstadt studieren und ich soviele Opale bekomme wie ich will, wenn ich einen von ihnen heirate. Ich hab dankend abgelehnt, aber trotzdem einen Rabatt von 40% bekommen. Er wollte unbeding etwas verkaufen und hat mir 100 Ketten gezeigt (alle um die 200 Dollar). Erst nachdem ich das 10. mal erwaehnt hatte, dass ich Backpacker bin und kein Geld habe ist er in der Preisklasse etwas nach unten. Jetzt waren wir bei 50 Dollar, dabei wollte ich ja gar nix kaufen sondern nur mal schauen. Hat echt ewig gedauert ihm das klar zu machen und ich war danach echt genevt. Ich hab gefragt, ob es denn viel Touristen hier gaebe und zu meiner Ueberraschung meinte er, dass fast niemand hier her kaeme. Das hat mich voll gewundert, weil Coober Pedy aber eigentlich ziemlich bekannt ist. Vielleicht wollte er nur Mitleid, dass ich was kaufe. Als naechstes wollte ich auf den `Big Winch Lookout`, von dem man einen scheonen Ausblick auf die Stadt haben soll.
Da ich keinen richtigen Weg dorthin gefunden habe bin ich einfach quer feld ein auf diesen Huegel gelaufen. Da die meisten Haueser hier unter der Erde sind, hat man kaum Hindernisse auf dem Weg. Als ich oben angekommen bin, kam ploetzlich ein kleiner Assiate auf mich zugerannt und hat mich in seinen kleinen Laden gezogen. Er musste erstmal das Lichtr anmachen (so viele Kunden hat er wohl nicht). Nach einer Minute hat er dann ploetzlich ganz ungeduldig gefragt `Want to buy something?`. Als ich dankend abgelehnt hatte, hat er mich wieder raus gezogen, das Licht aus gemacht und ist verschwunden. Also sowas verreucktes. Das Angebot ist echt zu gross in Coober Pedy und die Touristen zu wenig, deshalb nerven die einen alle so. Naja, als ich dann an dem Lookout war, nachdem ich mir die total kranke und haessliche Kunst angegeuckt hatte, die um das kleine Haus des Assiaten stand, hab ich ein australisches Ehepaar getroffen, die mich direkt gefragt haben, ob ich auch von dem verreuckten kleinen Assiaten ueberfallen worden sei :D Das ist also anscheinend seine Masche. Die `Aussicht` in Coober Pedy ist eher bescheiden. Die Landschaft ist total trocken, es gibt also so ziemlich nichts was waechst, ueberall liegt Muell rum und die meisten Haeuser sind unter der Erde. Es ist also eine Mischung aus Mondlandschaft (wegen den ganzen Loechern und Ausgrabungsstellen) und Muelldeponie. Ich hab so etwas echt noch nie gesehen. Kaum vorzustellen, dass hier richtige Familien usw. leben und es ihnen hier gefaellt. Echt krank. Naja, ich bin nach dieser ernuechternden Aussicht in die `Old Timers Mine`.
Die Mine wurde 1916 ausgeschachtet, irgendwann zugeschuettet und als jemand sein Dogout gegraben hat wieder gefunden. Es ist also eine Original Mine und auch ein Untergrundhaus und damit alles, was es so in Coober Pedy zusehen gibt. Es war ganz interessant. Man hat noch einige Opaladern gesehen, Werkzeuge, die Schaechte, durch die die Arbeiter rein gekrabbelt sind (voll winzig) und auch einige Raeume, die die heutige Lebensweise in den Dogouts gezeigt haben. Danach hat ein Mann noch die Werkzeuge draussen erklaert. Er war total begeistert von einer Maschine, die die Steine, die aus der Mine geschafft werden muessen, also den Dreck, nach draussen blaesst. Wie ein gigantischer Staubsauger suagt er die Steine ein und befoerdert sie an die Oberflaeche. Wir durften alle auch mal einen Stein hinhalten und es war echt beeindruckend, wie stark das Ding war. Naja, fuer ihn war es die Erfindung des Jahrhunderts, fuer mich war es ein grosser Staubsauger.
Dann war ich noch kurz in der `Revival Underground Church`, die direkt neben dem Museum war. Sie war der andren Kirche ziemlich aehnlich. Auf dem Weg zurueck zum Hostel wollte ich noch in dem `Underground Restaurant` vorbeischauen, dass mit dem groessten Didgeridoo der Welt wirbt. Das wollte ich natuerlich unbedingt sehen. Ich dachte eigentlich in dem Pub sitzen einige Australier, trinken ihr Bier und ich kann mich in Ruhe umschauen. Aber natuerlich wurde ich eines besseren belehrt. Wie ueberall an diesem Tag war ich auch hier der einzigste Mensch. Die Tuer zu dem Restaurant war zu und so wollte ich grade wieder gehen, als ein Mann von drinnen angerannt kam, die Tuer aufgeschlossen hat, das Licht angemacht hat und wohl in der Hoffnung etwas zu verdienen sehr nett war. Ich meinte, dass ich mir nur mal die Didgeridoos ansehen wolle. Er hat sie mir ganz stolz gezeigt und auch das groesste der Welt, dass 3 Meter lang war. Echt riesig. Die Digeridoos waren voll schoen, richtig schoen bemalt, doch das zu sagen, war ein Fehler. Jetzt wollte er mir natuerlich unbedingt eins verkaufen. Ich hatte natuerlich kein Interesse, aber alle meine Ausreden waren nutztlos. Man kann es ja ganz leicht nach Deutschland schicken, ich muesste es also nicht mit mir rumtragen und ich koennte das spielen ja ganz einfach lernen. Das wurde ja nur 10 Minuten dauern. Also musste am Ende wieder die `ich- bin- Backpacker- und- hab- kein- Geld` - Ausrede herhalten, die auch hier wunderbar funktioniert hat.
Nachdem ich ein bisschen eingekauft hatte und etwas gegessen hab, bin ich in den Gottesdienst in der `St Peter & Paul Catholic Church`. Ich war erstens ewig nicht mehr im Gottesdienst, zweitens war ich noch nie in einem englischen Gottesdienst und drittens noch nie in einem Gottesdienst in einer Untergrund Kirche. Das wollte ich mir also nicht entgehen lassen. Dafuer, dass ich an dem Tag fast keine Menschen gesehen hatte, hab ich in der Kirche dann ganz viele auf einem Haufen gesehen. Mit mir waren wir bestimmt 10 Leute, was wohl hier ein ziemlich gut besuchter Gottesdienst ist. Ich kam mir nur so bloed vor, weil natuerlich keines der Gebete auf Englisch konnte, nicht mal das Vater unser. Naja, ansonsten war der Gottesdienst genau so wie bei uns, nur halt auf Englisch. Dem Pfarrer ist wohl auch aufgefallen, dass ich Reisende bin, er kam naemlich nach dem Gottesdienst zu mir und wollte wissen, wo ich her sei und was ich so mache. Er war voll nett, dadurch hab ich mich nicht mehr ganz so doof gefuehlt, weil ich die ganze Zeit nur schweigend da sass.
Zurueck im Hostel hab ich mich noch ein wenig mit dem Kanadier unterhalten, der mit mir gekommen war, hab dann geduscht und dann gings auch schon wieder zum Bus. Da ich ausversehen viel zu frueh war, konnte ich mir noch den Sonnenuntergang angucken, der dort uebrigens wunderschoen ist und hab mich dann von der `Opal Hauptstadt der Welt` veabschiedet.
Jetzt veranbschiede ich mich auch von euch :) Bis zum naechsten Mal. Ich hab euch lieb.
Eure Franzi
endlich war ich weg von Alice Springs, mim Greyhound Bus gings weiter in den Sueden Richtung Adelaide. Einen Stop hab ich aber bevor ich in der Hauptstadt von `South Australia` angekommen bin, noch eingelegt, und zwar in `Coober Pedy`.
Nach einem ganzen Tag Bus fahren bin ich dort abends um 8 angekommen. Da die Busfahrt Aktion ziemlich spontan geplant war (ich hatte morgens um halb 9 gebucht und um halb 10 ist er gefahren) hatte ich noch kein Hostel reserviert. Im Lonely Planet hatte ich im Bus das Guenstigste raus gesucht, aber dort musste ich jetzt erstmal noch hinkommen und hoffen, dass die Rezeption noch auf hatte. Das war aber zum Glueck alles kein Problem. Ein Mann und ich waren die einzigsten (der Bus war wegen dem Quantas Streik voll), die in Coober Pedy ausgestiegen sind. Er wollte zum gleichen Hostel wie ich und hatte schon gebucht, d.h. er musste nur noch einchecken, aber das hiess ja, dass die Rezeption noch auf hatte. Ein Glueck, ich hatte echt ein bisschen Angst, dass ich fuer die Nacht heimatlos bin. Ich hab die teuren 32 Dollar fuer eine Nacht bezahlt und bin dann in mein `Untergrund Dorm`.
Da die Temperaturen hier zwischen 50 Grad plus und Minusgraden schwanken, leben 50% der 3500 Einwohner hier im Untergrund in sogenannten `Dogouts`. Das sind alte Minen, die einfach als Raeume eingerichtet wurden. Irgendwie voll verrueckt aber auch interessant. Die Temperatur dort ist immer zwischen 23 und 25 Grad und somit viel angenehmer als ein Haus an der Oberflaeche. Das Hostel, in dem ich war, war richtig angenehm und kuehl. Es geheort zu den `Top 10 Worlds Coolest Hostels`. Die Betten standen einfach in den Gaengen rum, es gab also keine Tueren oder Raeume oder so. Das war aber nicht schlimm, weil ausser mir und dem Typ eh nicht viele in dem Hostel waren. Nach einem staerkenden Adendessen und einer erfrischenden Dusche bin ich auch schon ins Bett, ich wollte ja am naechsten Tag viel sehen. Der Besitzer von dem Hostel war richtig cool. Ich musste zwar um 10 auschecken, aber er meinte, dass ich den ganzen Tag die Duschen und die Kueche nutzen koenne. Das ist nicht selbstverstaendlich und hat mir die Planung fuer den Tag um einiges erleichtert. Ich konnte mein Gepaeck in einem Raum an der Rezeption lassen, wo ich auch immer dran gekommen bin und bin los auf Entdeckungstour.
Als erstes gings in die `St Peter & Paul Catholic Church`, die natuerlich auch unter der Erde war. Man ist den Eingang rein und dann erstmal ein paar Treppen nach unten. Es war echt interessant. In der `Kirche` standen dann ein paar Stuehle und ein Tisch, was wohl der Altar war. Ich hab eine Kerze fuer alle in Deutschland angezuendet, die kuehle Luft dort unten genossen und bin dann weiter. Als naechstes gings ins Information Centre, wo nur einige Infos ueber die Stadt waren, das meiste wusste ich aber schon und so gings gleich weiter in eins der vielen Schmucklaeden dort. `Opalios` war der erste Laden und der Mann dort war richtig nett. Er hat mir ein paar unbearbeitete Opale geschenkt (die sind wertlos, nur 10% der Opale haben eine Farbe und sind somit wertvoll, der Rest wird `Potch` genannt und ist farb- und wertlos). Ich fands trotzdem voll nett. So hab ich gesehen wie das im Berg aussieht. Dann durfte ich mir noch so einen anderen Stein aussuchen, der geschliffen war (aber kein Opal). Ich hab mich ein wenig umgesehen, dann wollte er wissen woher ich komme, was ich hier schon gesehen hab und wie es mir so gefaellt. Der uebliche Smalltalk eben. Er meinte er haette gehoet, dass das Essen in Europa besser sei als in Australien (was ich nur absolut bestaetigen konnte) und dass er deshalb unbedingt nach Europa reisen wolle. Er bat mich ihm ein Restaurant zu nennen, dass ich gut finde. Er hat sein Atlas rausgeholt, in dem er von jedem Land hunderte Adressen von irgendwelchen Restaurants hatte, die ihm irgendwelche Touristen gegeben hatten. Echt verrueckt, ich hab nur gemeint, wenn er die alle besucht ist er danach 100 Kilo schwerer und ihm natuerlich die Adresse vom `Da Gianni` gegeben und dafuer ein kleines Kaenguru als Dankeschoen bekommen, voll nett.
Jeder zweite Laden auf der einen Strasse in Coober Pedy war ein Opalgeschaeft und so hab ich an dem Tag jede Menge Opale gesehen. Vor dem `Opal Beetle` standen zwei Kaefer und ein Schild mit ganz vielen Staedten und den Entfernungen. Dort gab es sogar Mannheim, was ich richtig cool fand.
Die grossen Opale sind echt richtig teuer, aber ich hab gedacht es waer voll cool einen als Andenken zu haben. Also hab ich mir in jedem Laden die guenstigsten Ketten angeschaut und auch einige fuer 20 Dollar gefunden, die mir echt gut gefallen haben. Das Geld ausgeben hat sich dann aber auch eruebrigt, weil ich in einem Laden von einem sehr netten alten Mann, der ebenfalls extrem interessiert an meiner Herkunft und meinen Erlebissen hier war, ein paar Opalohrringe geschenkt bekommen hab. Echt richtig cool. Sie bestehen zwar aus nicht sehr viel Opal, aber wenigstens aus ein bisschen. So hab ich ohne etwas zu kaufen schon ziemlich viel von den Opallaeden geschenkt bekommen.
Einige waren aber auch nicht so nett. In den einen Laden bin ich rein (ich war IMMER die einzigste Kundin) da kam schon der Besitzer angerannt und meinte `Guten Tag`. Ich hab darauf nur gefragt, ob ich denn so deutsch aussehe, darauf hat er nur gelacht. Dann hat er ploetzlich gefragt wo ich denn her komme, voll strange. Irgendwie war der wohl verwirrt. Dann hat er gemeint, dass seine Soehne in Darmstadt studieren und ich soviele Opale bekomme wie ich will, wenn ich einen von ihnen heirate. Ich hab dankend abgelehnt, aber trotzdem einen Rabatt von 40% bekommen. Er wollte unbeding etwas verkaufen und hat mir 100 Ketten gezeigt (alle um die 200 Dollar). Erst nachdem ich das 10. mal erwaehnt hatte, dass ich Backpacker bin und kein Geld habe ist er in der Preisklasse etwas nach unten. Jetzt waren wir bei 50 Dollar, dabei wollte ich ja gar nix kaufen sondern nur mal schauen. Hat echt ewig gedauert ihm das klar zu machen und ich war danach echt genevt. Ich hab gefragt, ob es denn viel Touristen hier gaebe und zu meiner Ueberraschung meinte er, dass fast niemand hier her kaeme. Das hat mich voll gewundert, weil Coober Pedy aber eigentlich ziemlich bekannt ist. Vielleicht wollte er nur Mitleid, dass ich was kaufe. Als naechstes wollte ich auf den `Big Winch Lookout`, von dem man einen scheonen Ausblick auf die Stadt haben soll.
Da ich keinen richtigen Weg dorthin gefunden habe bin ich einfach quer feld ein auf diesen Huegel gelaufen. Da die meisten Haueser hier unter der Erde sind, hat man kaum Hindernisse auf dem Weg. Als ich oben angekommen bin, kam ploetzlich ein kleiner Assiate auf mich zugerannt und hat mich in seinen kleinen Laden gezogen. Er musste erstmal das Lichtr anmachen (so viele Kunden hat er wohl nicht). Nach einer Minute hat er dann ploetzlich ganz ungeduldig gefragt `Want to buy something?`. Als ich dankend abgelehnt hatte, hat er mich wieder raus gezogen, das Licht aus gemacht und ist verschwunden. Also sowas verreucktes. Das Angebot ist echt zu gross in Coober Pedy und die Touristen zu wenig, deshalb nerven die einen alle so. Naja, als ich dann an dem Lookout war, nachdem ich mir die total kranke und haessliche Kunst angegeuckt hatte, die um das kleine Haus des Assiaten stand, hab ich ein australisches Ehepaar getroffen, die mich direkt gefragt haben, ob ich auch von dem verreuckten kleinen Assiaten ueberfallen worden sei :D Das ist also anscheinend seine Masche. Die `Aussicht` in Coober Pedy ist eher bescheiden. Die Landschaft ist total trocken, es gibt also so ziemlich nichts was waechst, ueberall liegt Muell rum und die meisten Haeuser sind unter der Erde. Es ist also eine Mischung aus Mondlandschaft (wegen den ganzen Loechern und Ausgrabungsstellen) und Muelldeponie. Ich hab so etwas echt noch nie gesehen. Kaum vorzustellen, dass hier richtige Familien usw. leben und es ihnen hier gefaellt. Echt krank. Naja, ich bin nach dieser ernuechternden Aussicht in die `Old Timers Mine`.
Die Mine wurde 1916 ausgeschachtet, irgendwann zugeschuettet und als jemand sein Dogout gegraben hat wieder gefunden. Es ist also eine Original Mine und auch ein Untergrundhaus und damit alles, was es so in Coober Pedy zusehen gibt. Es war ganz interessant. Man hat noch einige Opaladern gesehen, Werkzeuge, die Schaechte, durch die die Arbeiter rein gekrabbelt sind (voll winzig) und auch einige Raeume, die die heutige Lebensweise in den Dogouts gezeigt haben. Danach hat ein Mann noch die Werkzeuge draussen erklaert. Er war total begeistert von einer Maschine, die die Steine, die aus der Mine geschafft werden muessen, also den Dreck, nach draussen blaesst. Wie ein gigantischer Staubsauger suagt er die Steine ein und befoerdert sie an die Oberflaeche. Wir durften alle auch mal einen Stein hinhalten und es war echt beeindruckend, wie stark das Ding war. Naja, fuer ihn war es die Erfindung des Jahrhunderts, fuer mich war es ein grosser Staubsauger.
Dann war ich noch kurz in der `Revival Underground Church`, die direkt neben dem Museum war. Sie war der andren Kirche ziemlich aehnlich. Auf dem Weg zurueck zum Hostel wollte ich noch in dem `Underground Restaurant` vorbeischauen, dass mit dem groessten Didgeridoo der Welt wirbt. Das wollte ich natuerlich unbedingt sehen. Ich dachte eigentlich in dem Pub sitzen einige Australier, trinken ihr Bier und ich kann mich in Ruhe umschauen. Aber natuerlich wurde ich eines besseren belehrt. Wie ueberall an diesem Tag war ich auch hier der einzigste Mensch. Die Tuer zu dem Restaurant war zu und so wollte ich grade wieder gehen, als ein Mann von drinnen angerannt kam, die Tuer aufgeschlossen hat, das Licht angemacht hat und wohl in der Hoffnung etwas zu verdienen sehr nett war. Ich meinte, dass ich mir nur mal die Didgeridoos ansehen wolle. Er hat sie mir ganz stolz gezeigt und auch das groesste der Welt, dass 3 Meter lang war. Echt riesig. Die Digeridoos waren voll schoen, richtig schoen bemalt, doch das zu sagen, war ein Fehler. Jetzt wollte er mir natuerlich unbedingt eins verkaufen. Ich hatte natuerlich kein Interesse, aber alle meine Ausreden waren nutztlos. Man kann es ja ganz leicht nach Deutschland schicken, ich muesste es also nicht mit mir rumtragen und ich koennte das spielen ja ganz einfach lernen. Das wurde ja nur 10 Minuten dauern. Also musste am Ende wieder die `ich- bin- Backpacker- und- hab- kein- Geld` - Ausrede herhalten, die auch hier wunderbar funktioniert hat.
Nachdem ich ein bisschen eingekauft hatte und etwas gegessen hab, bin ich in den Gottesdienst in der `St Peter & Paul Catholic Church`. Ich war erstens ewig nicht mehr im Gottesdienst, zweitens war ich noch nie in einem englischen Gottesdienst und drittens noch nie in einem Gottesdienst in einer Untergrund Kirche. Das wollte ich mir also nicht entgehen lassen. Dafuer, dass ich an dem Tag fast keine Menschen gesehen hatte, hab ich in der Kirche dann ganz viele auf einem Haufen gesehen. Mit mir waren wir bestimmt 10 Leute, was wohl hier ein ziemlich gut besuchter Gottesdienst ist. Ich kam mir nur so bloed vor, weil natuerlich keines der Gebete auf Englisch konnte, nicht mal das Vater unser. Naja, ansonsten war der Gottesdienst genau so wie bei uns, nur halt auf Englisch. Dem Pfarrer ist wohl auch aufgefallen, dass ich Reisende bin, er kam naemlich nach dem Gottesdienst zu mir und wollte wissen, wo ich her sei und was ich so mache. Er war voll nett, dadurch hab ich mich nicht mehr ganz so doof gefuehlt, weil ich die ganze Zeit nur schweigend da sass.
Zurueck im Hostel hab ich mich noch ein wenig mit dem Kanadier unterhalten, der mit mir gekommen war, hab dann geduscht und dann gings auch schon wieder zum Bus. Da ich ausversehen viel zu frueh war, konnte ich mir noch den Sonnenuntergang angucken, der dort uebrigens wunderschoen ist und hab mich dann von der `Opal Hauptstadt der Welt` veabschiedet.
Jetzt veranbschiede ich mich auch von euch :) Bis zum naechsten Mal. Ich hab euch lieb.
Eure Franzi
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