vor ein paar Stunden bin ich in Townsville angelangt, bei Anja, meiner deutschen Couchsurferin und habe nun endlich wieder einen Laptop, um euch zu berichten was ich in Rockhampton und Airlie Beach erlebt habe.
Das beste in Rockhampton war wirklich mein Couchsurfer, Scott Freemann. Obwohl er am nächsten Tag ganz normal arbeiten musste, hat er mich donnerstags morgens um 00.30 Uhr an der Bushaltestelle abgeholt. Er war wirklich super nett und wollte gleich wissen, wie meine Reise bisher so war. Er lebt mit seiner Freundin zusammen in einem kleinen Haus. Sie ist Italienerin und gerade zu Hause, deshalb waren wir diese Nacht alleine (er hat sie beim Couchsurfen kennen gelernt, voll die süße Geschichte, später mehr). Ich hatte wieder mein eigenes richtig schönes sauberes Zimmer und Scott hat mir auch gleich seinen Haustürschlüssel gegeben, damit ich nicht auf ihn angewiesen bin. Wie alle Couchsurfer bisher hat er mir erstmal alles gezeigt un bei allem direkt dazu „Help yourself“, also mach was du willst, bedien dich und nimm dir ja einfach was du brauchst ohne zu fragen, gesagt. Diese Nacht hab ich richtig gut geschlafen. Nach der Woche bei Wil war es echt erholsam, endlich mal nicht 100 Geräusche von wilden Tieren die ganze Nacht über zu hören, die ums Haus schleichen. Am nächsten Morgen war Scott schon weg als ich aufgestanden bin, aber er hatte mir Frühstück hingerichtet, einen Stadtplan und Infomaterial von den Botanic Gardens hingelegt und seinen Laptop bereit gestellt. Wirklich voll nett. Also hab ich mich erstmal an den Laptop gesetzt, meine Wäsche gewaschen und gegessen. Um halb 10 ist er dann extra (in seiner Pause) nach Hause gekommen, um mich zu den Botanic Gardens, die wirklich am anderen Ende der Stadt waren, zu fahren. Dort angekommen, hat er mir noch einen schönen Tag gewünscht und mir erklärt wo ich bin.
Endlich war ich also mal wieder auf Sightseeing Tour, das war eine schöne Abwechslung nach der Strand Woche in Agnes. Doch der Botanische Garten hat mich leider nicht so überzeugt. Warscheinlich weil meine Messlatte nach dem Garten in Brisbane ziemlich hoch lag. Es war schon schön, es gab ein Kiosk mit Kuchen, Kaffee und Eis, das total idyllisch unter Palmen stand, bunte Blüten, eine Lagoone am Fluss, einen japanischen Garten mit Teich und Wasserfall , exotische Baumarten und auch einen Zoo. Alles natürlich wieder kostenlos. Doch der Zoo war irgendwie eine einzige Baustelle, es gab schon viele verschiedene Tiere, unter anderem ein Baby- Känguru, das gerade erst aus dem Beutel seiner Mutter ist und noch ganz klein war..so süüüß J, aber die musste man zwischen Baggern und Zäunen und Absperrbändern wirklich suchen. Der Garten war auch gepflegt und sauber, aber eben nicht so besonders wie der in Brisbane. Also hatte ich nach einer Stunde keine Lust mehr dort herumzulaufen, sondern hab mir ein Eis gegönnt und mich in das Kiosk gesetzt. Dann hab ich beschlossen in die Stadt zu laufen und mir die wenigen Sehenswürdigkeiten dort anzugucken. Es ist auch ein Bus gefahren, aber da ich auf den lange hätte warten müssen und ich ja immer Geld sparen will,bin ich gelaufen. Nach einer knappen Stunde bin ich dann auch am „Railway Station Museum“ angekommen. Ich war noch dabei das Gebäude von außen zu fotografieren, als ich schon angesprochen wurde „Are you a student? Then it´s cheaper.“ Völlig überrumpelt hab ich nur ja gestottert und habe das Gebäude betreten. Vorher war ich mir gar nicht sicher gewesen, ob ich überhaupt hinein wollte, weil man viele Züge und Lokomotiven auch von außen gesehen hat, aber ich fand es unhöflich einfach zu gehen und wusste eh nicht was ich mit meiner restlichn Zeit anfangen sollte, also hab ich brav den Schüler- Eintritt bezahlt. Damit hab ich wohl irgendwieeine sehr selten auftretende Begebenheit in diesem Museum ausgelöst: Besuch!!! Vier alte Männer sind plötzlich völlig panisch von ihrem Tisch in dem Museum, auf dem einige Flaschen Bier und Karten lagen, aufgesprungen und in verschiedene Richtungen gehechtet. Der eine kam zu dem Mann, der versucht hat mein Geld ich in der völlig veralteten, aber elektrischen Kasse zu verstauen, aber mit den ganzen Tasten komplett überfordert war (ein weiteres Inditz für die nicht vorhandenen Besuchermengen dieses Museums), ein weiterer kam auf mich zu und hat angefangen mich mit diversen Fragen zu löchern, die Antworten hat er immer schön in eine Tabelle eingetragen (ich war die erste Person auf der Liste) und die beiden andern sind in irgendwelchen Räumen verschwunden. Erst jetzt hab ich registriert, dass diese Männer an dem runden Tisch, der nach einem gemütlichen Samstagabend mit Freunden im Lieblingslokal aussah, hier arbeiteten und sich die Zeit mit Karten spielen vertrieben. Das faszinierende war, dass, obwohl sich dort nur selten Touristen hin verirren, diese Männer ihr Museum liebten. Plötzlich hab ich ein Tuten gehört und der Alte hat mir erklärt, dass sein Freund gerade das super neue Soundsystem angestellt hat und hat mir erklärt wo ich doch bitte mit meiner Besichtigung beginnen sollte und dass er mir jede Frage sehr gerne beantwortet. Das hab ich ihm sofort geglaubt. Allmählich haben sich die Männer wieder an ihrem Tisch verammelt und ich konnte mit meiner Erkundung beginnen. Es war wirklich kein grosses Museum. Eigentlich war es der alte Bahnhof Rockhamptons und er war früher anscheinend mal ziemlich berühmt, aber als er dann zu klein wurde, musste man ihn schließen. 1990 hat man ihn dann als Museum wieder eröffnet.
Überall standen Figuren von Menschen aus der damaligen Zeit herum, ein Schaffner, ein Mann mit einem Akkordion saß auf einer Bank, eine weinende Fau in den Armen ihres Freundes (Soldat), der sie wohl bald verlassen musste, eine Familie und weitere diverse Bahnangestellte. Das war irgendwie richtig süß. Das „komplett neue Soundsystem“, das so stark gerauscht hat, dass ich kein Wort verstanden habe, hat den Menschen Stimmen gegeben. In einen Zimmer lag ein Angestellter mit seiner Katze und hat geschlafen. Er hat völlig verzerrt geschnarcht und die Katze sollte wohl ein „Miau“ von sich geben. Trotzdem war das Museum wirklich mit Liebe zum Detail hergerichtet. In einem Raum waren alte Uniformen, Fahrpläne und irgendwelche Motorteile ausgestellt. Im nächsten Raum wurde die Geschichte verschiedener Lokomotiven dargestellt und unter dem großen Dach standen die alten Prachtstücke, die man teiweise sogar begehen konnte. Das hab ich natürlich direkt getan und war beeindruckt, wie komfortabel die Kabinen dort waren. Es gab Waschbecken, Schränke zum Verstauen des Gepäcks, Betten und einen Spiegel. Als ich wieder draußen war, kam plötzlich einer der Männer auf mich zugerannt und wollte dringlichst wissen, wie es mir denn gefällt. Im Hintergrund sah ich wie die anderen meinen Worten konzentriert lauschten und zufrieden grinsten, als meine Beurteilung nicht zu schlecht ausfiel. Glücklich lachte auch der Mann, der vor mir stand und fragte, ob ich denn schon das Klo gesehen hätte. Etwas verwirrt meinte ich, dass ich nicht aufs Klo müsse, doch er sagte nur “nein, nein“ und zog mich zu den Damentoiletten. Überaus begeistert zeigte er mir die 3. Kabine, die eine alte Toilette von damals beherbergte und schaute mich erwartungsvoll an. Um ihn nicht zu enttäuschen,habe ich ihm mit einem langgezogenen „Waaaaau“ meine Begeisterung mitgeteilt. Dann ist er wieder zu den andern. Ich hatte alles gesehen und wollte die Herren nicht weiter bei ihrer Kartenpartie stören. Als ich „thank you“ und “goodbye“ sagte, blickte sie alle zu tiefst befriedigt, als hätten sie ihre Aufgabe, die Welt zu bilden für heute erledigt, auf, lächelten und wendeten sich dann wieder ihren Karten zu.
Mit einem Grinsen und einen Kopfschütteln verließ ich den alten Bahnhof und machte mich zur „Rockhampton Art Gallery“ auf, die nicht weit entfernt lag.
Dort war ich wieder die einzige Besucherin, aber das hat mich nicht gestört. Die Dame an der Rezeption hat mich direkt wieder nach meiner Herkunft, meiner Reiseroute und meinen Zunkunftsplänen ausgefragt. Nachdem ich alles bav beantwortet hatte, hat sie mir erklärt, was man in den verschiedenen Räumen sehen konnte und mit welchem ich am Besten anfangen solle. Ihren Rat hab ich befolgt und bin in den ertsen Raum, in dem Kunstwerke von 17 und 18 jährigen australischen Schülern ausgestellt waren. Es ging um das Thema Gesellschaft und die Zwänge, die sie einem auferlegt. Es gab Kunststücke zum Thema Notwendigkeit von Geld, Magersucht, Individualität, Altern und sogar dem Holokaust. Das Kunststück hieß „disposable“ (wegwerfbar) und bestand aus Pappe hergestellten Masken, die wie Gasmasken aussahen. Sie waren im Kreis aufgereiht und in der Mitte lag ein Duschschlauch. Ein weiteres Kunststück bestand aus Essen, das negativ oder giftig dargestellt wurde, z.B. ein Burger in Form eines Totenschädels. Es soll darstellen was Magersüchtige beim Anblick von Essen denken. Wirklich sehr interessant, viele dieser Kunststücke haben einen richtig zum Nachdenken gebracht.
Im zweiten Raum war eine Ausstellung über die „Symbols of Australia“. Viele davon waren natürlich klar und mir bereits bekannt wie das Känguru, der Boomerang, der Uluru oder das Southern Cross, aber ich habe auch sehr viel neues erfahren. Zum Beispiel, dass es ein „Australian Own Car“ gibt und zwar den Holden und das Vegemite auch außerhalb Australiens bekannt ist. Macht euch keine Sorgen, falls ihr es nicht kennt, es ist dermaßen widerlich, das wünsch ich wirklich keinem von euch. Es ist der typische australische morgendliche Brotaufstrich, der mit der Britischen Marmite vergleichbar ist und einen salzigen, starken, undeffinierbar ekelhaften Geschmack hat.
Der Rest war dann ziemlich langweilig, also bin ich wieder an die Rezeption, wollte meinen Rucksack holen und weiter maschieren. Doch die Empfangsdame hat mich aufgehalten und mir einen Tee und Kekse angeboten. Das ist wirklich der Wahsinn, da zahlt man schon keinen Eintritt und dann bekommt man auch noch Tee und Kekse umsonst. Also saß ich dann erstmal noch auf der Museumseigenen Terasse und habe einen Nachmittagstee getrunken bevor ich am Fluss entlang weiter in die Stadt gelaufen bin. Ich war im Infornationszentrum und habe mich über umliegende Aktivitäten informiert. Dann bin ich mim Bus Richtugm Scott´s Haus gefahren und in ein riesiges Einkaufszentrum gegangen. Nachdem ich dort etwas herumgeschlendert bin und einiges eingekauft habe bin ich dann aber auch zurück „nach Hause“ gelaufen.
Trotz dieser kuturreichen Highlights muss ich leider sagen, dass mir Rockhampton nicht wirklich gefallen hat. Schon in Agnes Water wollten mir alle ausreden dort hinzugehen, ich bereue es aber nicht, weil ich so Scott kennen gelernt habe. Die Stadt ist ziemlich alt und dreckig, überall sind Baustellen, es gibt kein richtiges Zentrum oder eine Fußgängerzone, nur den Botanischen Garten außerhalb der Stadt. Viele Häuser sehen so aus, wie man sich die Häuser in so alten Cowboyfilmen vorstellt, aber alt alt und kaputt.
Scott hatte mir einen Zettel hinterlassen. Er musste nochmal zur Arbeit. Also hab ich meine Wäsche ausgehängt und auf ihn gewartet. Er kam mir der schönen Neuigkeit, dass uns heute Nacht noch zwei deutsche Mädchen Gesellschaft leisten würden. Auf meine Frage ob ich auf der Couch übernachten sollte, weil ich ein großes Bett für zwei hatte und Scott sonst nur noch seine Couch und sein Schlafzimmer hatte, sagte er nur: nene, bleib du wo du bist, ich schlaf auf der Couch und die Mädels bekommen mein Bett. Echt verückt was die Australier alles für Fremde so machen.
Rebekka und Aiche waren wirklich nett, es war schön mal wieder Jugendliche kennen zu lernen.Am nächsten Morgen haben wir also zu dritt gefrühstückt und da die Mädels von Norden nach Süden reisen/gereist sind und ich von Süden nach Norden konnten wir uns viele Tipps geben. Danach sind sie los, um den gleichen Tripp wie ich am Vortag zu machen. Ich hab den Tag genutzt, um zu skypen, zu posten, meine Wäsche zu machen , alles zu organisieren und einzukaufen. Abends haben die Mädels dann für Scott und mich gekocht da wir am abend zuvor Essen gemach haben und danach gabs zwei Runde Kniffel.
Dabei haben wir uns wirklich sehr nett unterhalten. Scott hat uns erzählt wie er seine Verlobte kennen gelernt hat. Er meinte dass sie bei ihm vor ungefähr 3 Jahren couchsurfen war, er sie direkt total toll fand, aber sie in Italien einen Freund hatte. Trotzdem hat er es sehr genossen sich mit ihr zu unterhalten, laaange zu unterhalten. Obwohl er dann schon in seinem Bett lag ist er nochmal raus zu ihr, hat sie gefragt, ob sie auch dieses „Besondere“ fühlt und hat sie gefragt, ob sie nicht bei ihm Bett schlafen wolle. Diese Anmache hatte wohl anscheinend funktioniert J Wieder zu Hause in Italien gestand ihr Freund ihr dann, dass er sie betrogen hatte, worauf Scott natürlich überraus erfreut war. Ja, jetzt sind sie ein Paar, sehen sich aber leider nicht immer, weil seine Freundin eben in Italien wohnt. Es war wirkölich total süß Scott beim erzählen zuzuhören, die Tage davor dachte ich immer schon, dass er sie wirklich lieben muss, weil er sie so oft im Nebensatz erwähnt hatte.
Um 12 ist dann mein Bus nach Airlie Beach gefahren, zudem mich Scott selbstverständlich wieder hin gefahren hat. Zwei Tage in Rockhampton waren wirklich ausreichend, da es dort ncht viel zu sehen gab und es auch sicher kein Ort war, an dem man sich zum entspannen aufhielt. Nach einem ehrlichen danke und einer liebgemeinten Umarmung war ich wieder alleine und mein Abenteuer ging weiter.
Airlie Beach war nun das komplette Gegenteil zu dem tristen grauen Rockhampton. Ich bin dort morgens um 7 angekommen, und da es Samstag war, herschte helles Treiben. Es fand ein Markt statt und zwar genau neben der Bushaltestelle direkt am Strand. Da ich aber leider mein Monstrum von Rucksack und mein restliches Gepäck auf dem Rücken hatte, musste ich erst zum Hostel. Magnum, hieß es und es war 10 Minuten von der Haltestelle weg. Nachdem ich mein 10-Bett Zimmer bezogen hatte und festgestellt hatte, dass die Küche noch geschlossen war und ich so mit meinem Frühstück noch warten musste, hab ich beschlossen schonmal ein wenig Airlie Beach zu erkunden. Aber so viel zu erkunden gabs gar nicht, hab ich ziemlich schnell festgestellt.
Airlie Beach ist der Zugangspunkt zu den Whitsunday Island, die unter anderem den Whitehaven Beach beherbergen (den weißesten Strand der Welt) und daher sehr berühmt sind. Die Hauptfunktion von Airlie ist es also Touristen vor und nach ihrer Reise zu den Whitsundays zu beherbergen, d.h mehr als einige Hostels, Hotels, Supermärkte, Drogerien, dutzende Reisebüros, Bars, Kneipen und Discos gibt es dort nicht. Airlie Beach besteht aus einer großen Straße mit parallel dazu verlaufenedem Strand, aber die hats in sich. Es ist wirklich um einiges bunter und lebendiger als Rockhampton. Ich habe mir die Zeit bis zum Frühstück damit vertrieben Flyer und Broschüren über Touren zu den Whitsundays in diversen Reisebüros zu sammelm und bin anschließend über den Markt geschlendert.
Die Sonne hat geschienen, es war blauer Himmel,überall zufriedene lachende Menschen und eine riesen Vielfalt an kulinarischem und klamottenmäßigem Angebot. Was will man mehr J Das schöne fand ich an diesem Markt, dass die Verkäufer kein bisschen aufdringlich oder nervig waren. Sonst bin ich penedrant an-einem-klebende Verkäufer gewohnt, die unbedigt ihren Kitsch verkaufen wollen. Aber die Verkäufer in Airlie Beach waren total freundlich. Der eine hat mich gefragt ob ich heute mittag schon was vor hätte und lud mich ein auf dem Segelschiff „Reagnicion“ eine Tour mitzufahren. Das Schiff würde einem Freund von ihm gehören und der würde noch Passagiere suchen, die Fahrt wäre umsonst. Begeistert von diesem Angebot hab ich mir natürich gleich alle wichtigen Informationen aufgeschrieben und bin weiter geschlendert. An einem anderen Stand gab es Schmuck, unter anderem mit Opalen als Anhängern. Da ich wusste, dass in Coober Pedy (nördlich von Adelaide) früher Opale gesammelt wurden, hab ich sie mir etwas genauer angeguckt. Dann kam auch schon die Verkäuferin und hat mir die Unterschiede der verschieden Opale erklärt und dass diese nicht aus Coober Pedy seien. Sie war aber absolut nicht enttäuscht als ich nichts kaufte. Richtig cool. Am letzten Stand hab ich mir dann ein Fusskettchen mit einem Haifischzahn gekauft J Dann hab ich mich an den Strand gesetzt und schon mal etwas in den Broschüren geblättert. Das ist nämlich etwas, dass ich hier definitiv gelernt habe: vergleichen spart seeehr viel Geld. Ich wusste bereits, dass ich mit einem Segelboot zu den Whitsundays wollte, dass ich schnorcheln aber keine weitere Wasseraktivität wollte (z.b tauchen will ich in Cairns) und dass ich 2 Nächte und 2 oder 3 Tage unterwegs sein wollte. Also hab ich schonmal die Angebote aussortiert, die nicht zu meinen Vorstellungen gepasst haben und die anderen Angebote verglichen. Eine weitere Sparmöglichkeit ist es, Tripps immer erst vor Ort und so kurzfristig wie möglich zu buchen, weil die Anbieter dann mit ihren Preisen runter gehen. Also wollte ich an diesem Nachmittag für den nächsten Tag buchen.
Nach einem genüsslichen Frühstück (ich hatte 750 Gramm Nutella für 5 Dollar im coles, einer Supermarktkette, in Rockhampton erworben, was sehr sehr billig ist), bei dem ich auch gleich einige Hostelbewohner kennen lernte, wollte ich zum Hafen um die mir versprochene Segeltour einzulösen. Dabei hat mich einer aus dem Hostel begleitet. Zuerst fand ich ihn ganz nett,aber am Ende hat er mich richtig genervt. Wir mussten um halb 12 am Hafen sein, da wir aber ewig noch über den Markt geschlendert sind, weil der Herr an jedem Stand stehen geblieben ist und sich mit den Verkäufern übers Wetter unterhalten hat, kamen wir zu spät und weit und breit gabs keine Spur von der „Reagnicion“. Das ganze hatte aber trotzdem etwas Gutes, denn an dem Tag war an dem Hafen eine Bootausstellung, die 10 Dollar Eintritt gekostet hat und bei der man viele Schiffe betreten konnte. Da war den Namen Reagnicion wussten, durften wir umsonst auf die Ausstellung und die Millionenen- Schiffe begutachten. Trotzdem war ich froh als ich nachmittags wieder im Hostel war und den Typ mit einer kleine Notlüge abschüttelte. Er wollte doch tatsächlich mit mir ne Bootstour machen, das wäre dann seine 9.!!! gewesen. Er ist seit Monaten hier, chillt und unternimmt immer mal wieder ne Schippertour zu den Whitsundays. Ist ja nich so, dass das jedesmal mindestens 300 Dollar kostet. Aber darauf hatte ich wirklich absolut keine Lust. Also hab ich erzählt, dass ich jetzt eh noch nicht buchen wolle, es mir nicht so gut ging und ich lieber auf mein Zimmer gehe und ein bisschen lese. Als er außer Reichweite war bin ich allerdings direkt wieder in die MainStreet und habe ertsmal im Internet die Preise von einigen Angeboten gegoggelt (auf den meisten Flyern standen keine Preise). Danach bin ich dann (perfekt vorbereitet) ins Reisebüro, um meinen Segetripp zu buchen. Sonntags fahren nur 2 Schiffe ab, die meinen Wünschen entsprachen. Das eine hätte mich (nach Verhandlungen mit der Reisebürodame) statt 350 nur 255 gekostet und das andere statt 420 nur 350 (plus eine extra Nacht in einem Hostel). Ich habe mich für das teurere entschieden, weil das Boot doch um einiges neuer und besser war.
Boomerang, das war das Segelschiff auf dem ich die nächsten 3 Tage verbringen sollte. Es ist 24 Meter lang und bietet Platz für 24 Gäste und 3 Crew- Mitglieder. Es wurde in Italien gebaut, aber von einem Deutschen designt und ist unter dem Namen „Odine VII“ and vielen Rennen in Australien, den USA und Neuseeland (bis 2001) mitgesegelt. Im World Maxi Series Race hat es den ersten Platz gemacht und ist so eine Maxi Ocean Racing Yacht. Seit dem Mai 2002 wird „Boormerang“ für Whitsundays Segeltouren von Southern Cross Sailing Adventures genutzt.
Doch bevor es losging hatte ich noch den Samstag abend in Airlie Beach vor mir und der war vielversprechend. Außer dem komischen Typ und einem deutschen Mädchen, die den ganzen Tag arbeiten war und deshalb nicht so in Feierstimmung, kannte ich allerdings niemanden. Doch es hat nicht lange gedauert bis ich auf eine Terasse der teureren Unterkünfte mit einigen Franzosen, Deutschen und Australiern saß und Goon getrunken habe. Nach einigen total bekloppten Trinkspielen sind wir dann in die Hosteleigene Bar gegangen und haben dort weiter gefeiert. Außerdem war an dem abend ein Wet- T-Shirt- Kontest. So etwas habe ich ja noch nie gesehen, deshalb war es wirklich mal interessant. Preisgeld für die Siegerin waren 400 Dollar. Doch ich war überrascht war sich da für ein Hafen Bitches auf der Bühne rekelten, echt krank. Die Jungs warn natürlich hell auf begeistert, von daher war es ganz lustig. Später hab ich dann noch den Basti getroffen, der aber nach 10 Minuten schon zur nächsten Party abgedampft ist. Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend mit vielen neuen Bekanntschaften.
Am nächsten Morgen bin ich voller Vorfreude aufgewacht J Heute um 2 ging die Segeltour los J Nachdem ich ausgecheckt und mein Gepäck im store luggage des Reisebüros verstaut hatte bin ich an den Strand gegangen und war im Internet. Viel zu früh bin ich dann zu dem Cafe an dem wir uns treffen sollten, habe eine Eiskaffee getrunken und gelesen. Plötzlich kam ein Junge, der sich zu mir an den Tisch setzte. Nach einigen englischen Sätzen stellten wir dann aber fest, dass wir beide deutsche waren und auf die gleiche Segeltour gingen. So hatte ich meinen ersten Segelkompanen kennen gelernt, Markus. Kurze Zeit später kam dann noch Sophia dazu. Beide waren nur einige Wochen hier in Australien, um Urlaub zu machen. Dann kam Ash , ein Crewmitglied, um uns abzuholen. Wir folgten ihr zu Boomerang, es war wirklich richtig aufregend. Wir mussten unsre Schuhe ausziehen (das macht man auf Booten so) und dann durften wir an Bord. Die Betten unten waren Hochbetten und es war ein großer Raum. In der Mitte gab es Tische, 2 Toiletten und eine Küche, die James, das zweite Crewmitglied und unser Koch, verwaltete. Nachdem wir alle an Bord waren, uns mit Obst, das James vorbereitet hatte, gestärkt hatten und alle unseren Namen auf unseren Fuß geschrieben haben (damit wir nicht alle Namen lernen müssen) gings endlich los. Wir waren nicht 24, sondern nur 17: ein österreichisches Pärchen, 2 deutsche Mädels im Urlaub (Marion und Andrea), Markus, Sophia, 4 EngländerInnen, 2 Praktikanten, eine Kanadierin, ein Australier und ein italienisches Pärchen.
Die Crew bestand aus Ash, James und Max, dem Capitän (erstand zumindest immer am Steuer).
Wir sollten nach oben kommen und uns hinsetzen, dann gings los. An diesem Tag haben wir noch nicht sehr viel on den Whitsundays gesehen, da wir erstmal zu ihnen hinsegeln mussten, aber wir nutzten die Zeit, um uns kennen zu lernen. Es war wieder richtig interessant die verschiedenen Reisestories der Leute zu hören. Plötzlich hieß es dann: acht starke Männer her. Da wir allerdings nur 6 mehr oder weniger starke Männer hatten, mussten noch zwei Mädels helfen. Das Hauptsegel wurde durch kurbbeln hochgezogen. Dann waren die anderen dran (also auch ich) und wir mussten das zweite Segel hochziehen. Sobald die Segel oben waren, nahm das Schiff eine extreme Schräghaltung ein, das war voll aufregend.
So sind wir dann also eine ganze Weile gesegelt, an diversen Inseln vorbei in den Sonnenuntergang. Es war richtig schoen. Am Abend hatte James dann ein leckeres Buffet vorbereitet, mit Nudeln, Haenchen, Gemuese und Salat. Nachdem wir das genossen hatten, haben wir nur noch unseren Goon ausgepackt und den Abend gemuetlich ausklingen lassen. Am naechsten Morgen wurden wir schon um 7 geweckt, weil wir an dem Tag viel vor hatten. Unser Boot lag direkt vor dem Whitehaven Beach, dem weisesten Strand der Welt. Zu diesem wurden wir nach einem staerkendem Fruehstueck auch schon rueber geschippert. Der Strand war wirklich unbeschreiblich schoen. Auf ihm zu gehen hat geknirscht wir Schnee, aber es war viel weicher. Nach einer kurzen Fotoeinlage sind wir dann einen Track zu einem Aussichtspunkt gelaufen. Von dort hat man viele andere der 74 Whitsunday Islands gesehen und das klare tuerkisene Wasser dazwischen. Nachdem wir noch etwas am Strand lagen, wurden wir dann aber auch schon wieder abgeholt, den der naechste Programmpunkt stand schon bevor. Wir sind zu einem richtig schoenen Aussichtspunkt auf einer anderen Insel gefahren. Dort haben vor vielen tausend Jahren schon Aborigines gelebt. Ash hat uns dann einiges ueber sie erklaert, war wirklich interessant.
Nachmittags gings dann zum Schnorcheln. Da ich erst einmal auf Fuerteventura schnorcheln war und da nicht mehr als Sand und 2-3 kleine Fische gesehen habe, hab ich mich da besonders drauf gefreut. Und ich wurde nicht enttaeuscht. Mit Neopraenanzuegen und Schnorcheln ausgestattet, wurden wir wieder raus gefahren. Ich bin total erschrocken als ich das erste mal meinen Kopf unter Wasser gesteckt habe: Wir waren schon mitten im Great Barrier Reef.
Ungefaehr einen Meter unter mir waren 100 verschiedene bunte Fische und Korallen. Es war wirklich wunderschoen. Wir mussten aufpassen, dass wir die Korallen nicht verletzten, weil sie wirklich so nah unter uns waren. Leider war das Wasser total kalt, weshalb wir nach 10 Minuten alle schlotternd schon aufgeben mussten. Am ganzen Koerper vibrierend aber mit einem dicken Laecheln bin ich also wieder an Bord gestiegen. So bunt und reichhaltig hatte ich mir das Graet Barrier Reef nicht vorgestellt. In Cairns will ich nochmal richtig tauchen, da freu ich mich schon drauf.
Am Abend wurden wir dann auf einer `einsamen Insel` ausgesetzt, wo wir mal wieder unseren Goon tranken und Korallen gesammelt haben. Die liegen da haufenweise rum und sind so wunderschoen, aber sie mitzunehmen ist strengstens verboten. Trotzdem haben wir einige in unseren Taschen wieder an Board geschmuggelt. Wie es ist, wenn ich nach Deutschland fliegen will, weiss ich nicht. Also wenn ich nicht daheim ankomme, wisst ihr, dass ich wegen Korallenschmuggels verhaftet wurde J
Am letzten Tag gings dann nach einer weiteren kurzen Schnorchelgelegenheit zurueck nach Airlie Beach.
Alles in allem hab ich den Segeltrip wirklich sehr genossen, ich habe so viele nette Leute kennen gelernt, viele interessant und auch lustige Gespraeche gefuehrt und wieder Natur pur gesehen.
In Airlie Beach waren wir dann fast alle noch an der Lagoone gelegen (mit einem schoenen Freibad in Deutschland vergleichbar, aber natuerlich wieder umsonst) und haben den Rest des Tages genossen. Abends gab es eine Art `After Sailing Party` fuer alle von unsere Boot. Wir haben kostenlose Getraenke bekommen und nochmal richtig schoen zusammen gefeiert. Das kann man ja in Airlie Beach wie bereits erwaehnt richtig gut.
Mein naechster Stopp war dann Townsville und die angrenzende Insel Magnetic Island, davon aber bei meinem naechsten Eintrag mehr J
Ich vermisse euch und habe euch lieb.
Eure Franzi
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