G´Day Mates :) ,
nun folgt mein nächster Blogeintrag über Fraser Island.
Diese größte Sandinsel der Welt beherbergt nur 360 Einwohner, aber lockt jedes Jahr 250 000 Angler, Abenteurer und Naturliebhaber an. Das 1993 zum Weltnaturerbe ernannte 120 km lange Paradies (wie es die Aborigines nennen) beherbergt dichte Regenwälder, mineralreiche Süßwasserbecken und 200m hohe Dünen. Das schwimmen im Meer ist aufgrund von Haien und starken Strömungen allerdings verboten und vor den vielen freilebenden Dingos dort sollte man sich auch in Acht nehmen.
Am 24.08. sind wir in Rainbow Beach in unserem Hostel angekommen. Nachmittags gab es ein „Briefing" , indem uns erklärt wurde, was man auf Fraser alles nicht darf. Und das war ziemlich viel, allein die Verhaltensregeln, die einem die Auseinandersetzung mit einem Dingo ersparen sollten, waren genug. Trotzdem waren sie alle sinnvoll und nötig, um diesen schönen unberührten Ort zu erhalten. Außerdem wurden wir in unsere Gruppen eingeteilt. Es gab 4 Gruppen mit jeweils 8 Leuten. Der Guide erklärte uns, dass das unsere Familie für die nächsten 3 Tage sei, aber dass wir eh alle eine große glückliche Familie wären. In meiner Gruppen waren 2 deutsche Mädels Linda und Moni, mit denen ich mich richtig gut verstanden hab, Henrik und Basti, ein Schotte namens Scott, Lee aus England und Alan aus Irland. Am nächsten Morgen ging es dann nach unserem Pancakes- Frühstück los. Beim buchen hatten wir vorher schon abgeklärt, dass wir, obwohl wir alle drei unter 21 sind, fahren dürfen. Das war nämlich auch eins der Highlights. Auf den Sandstraßen und durch die Regenwälder mit diesen riesigen Trucks brettern. Bevor es zur Anlegestelle nach Fraser ging, wurde uns also noch erklärt, wie man diese Monster auf dem rutschigen Sand unter Kontrolle behält. Dann ging es endlich los. Als erstes ist Scott gefahren, weil er es gewöhnt ist, rechts zu sitzen. Alles hat gut geklappt. Auf Fraser haben wir nach 100 m schon eine riesige Schildkröte am Strand liegen sehen. Obwohl sie tot war, wurde sie von allen bestaunt und fotografiert. Dann gings zu unserem Campingplatz. Wir sind bestimmt eine Stunde gefahren, durch untiefe Seen, über Felsen, Dünnen und am Strand. Allein die Fahrt war schon wirklich aufregend.
Das Campen war, obwohl ich das eigentlich gewöhnt bin, ziemlich unkomfortabel. Das Problem ist, dass die Dingos überall sind und man seine Sachen immer in den Trucks lassen muss, weil sie von jedem Geruch angelockt werden. Das Essen wird immer in den Anhänger geschlossen, nicht mal unsere Schlafsäcke durften wir tagsüber im Zelt lassen. Obwohl wir uns an all das gehalten haben, haben wir trotzdem mehrere Dingos abends an uns vorbei laufen sehen. Echt verrückt. Das nächste Problem war, dass es die 3 Tage durchgeregnet hat- und das im Sunshine State Queensland!!! Naja, aber da mussten wir durch. Unsere Klamotten und Handtücher waren also nach ziemlich kurzer Zeit schon nass und da man sie nicht aufhängen konnte ( Dingos!!!), blieb das auch die 3 Tage so.
Trotzdem all dem haben wir die Tour sehr genossen. Unsere „Familie“ war wirklich richtig cool, generell waren alle Leute voll gut drauf, offen, lustig und partyfreudig :) So kam es, dass wir jeden Abend ordentlich gefeiert haben. Um 10 oder 11 gings dann runter zum Strand und dort wurde weiter gefeiert. Ich hab so viel über andere Länder und sogar über Deutschland erfahren :)
Tagsüber haben wir uns die Insel angeschaut. Am ersten Tag ging es nach dem Mittagessen (Sandwiches- echt lecker) zu einer richtig hohen Düne. Das waren auch die einzigen 2 Sonnenstunden in den 3 Tagen, und von daher wunderschön. Als wir den anstrengenden steilen Sandhügel endlich hochgeklettert waren, war die Aussicht wirklich wunderschön. Ich sag nur: Endorphine pur ^^. Nach unzähligen Fotos, im Sand chillen und einem langen Gespräch mit Kea Ti und seiner Freundin, 2 wirklich sehr sehr netten Südkoreanern, die in Australien Englisch studieren, gerade Urlaub gemacht haben und uns über die Verhältnisse in Korea aufgeklärt habe, ging es dann zurück ins Camp.
Am nächsten Morgen waren wir am Lake McKenzie. Der größte See auf Fraser. Die ganzen Seen sind dadurch entstanden, dass sich mit der Zeit Regenwasser auf einer dünnen undurchdringlichen Schicht aus verrotteten Blättern und Zweigen angesammelt hat. Ich habe wirklich noch nie so klares Süßwasser gesehen. Allein die Fahrt dorthin war aufregend, weil sie durch den Regenwald führte und es keine Straße, sondern nur einen hügeligen schmalen Sandweg gibt. Und das aufregendste: Ich bin gefahren!!! Das war echt richtig cool. Über 7km war die Strecke lang und bei einer Geschwindigkeit von maximal 20 km/h hat es auch entsprechend lang gedauert. Aber anscheinend hatte ich meine Sache gut gemacht, denn ich wurde am Abend zur besten deutschen Fahrerin gekürt. Obwohl es geregnet hat, sind alle direkt in den See gesprungen, schließlich muss man das ausnutzen, Die meisten von uns sind wahrscheinlich nie wieder an dem See. Im Vergleich zur Außentemperatur war er sogar ziemlich warm und das Wasser war wirklich wunderschön sauber.
Außerdem waren wir an dem Tag noch am Wrack der „Maheno“. Das Passagierschiff sollte 1935 zu einem Schrottplatz der Japaner gebracht werden, wurde dann aber von einem Zyklonen an die Küste gespült. Dort liegt es jetzt seit dieser Zeit und wird jeden Tag von Touristen bestaunt. Das Schiff wird jeden Tag durch die Flut mehr zerstört, aber hat von seiner alten Pracht kaum etwas verloren.
Am letzen Tag sind wir im strömenden Regen dann noch zum Lake Wabby gelaufen. Der See ist auf drei Seiten von Eukalyptuswald eingeschlossen, an der vierten Seite erstreckt sich eine gewaltige Sanddünne. Den Weg zurück zur Fähre bin ich wieder gefahren. Auf dem Sand fahren war im Vergleich zum Regenwald richtig langweilig, hat aber trotzdem voll Spaß gemacht, weil man dort bis zu 80 km/h fahren kann.
In Rainbow Beach haben wir dann noch eine Nacht verbracht, Nummern mit unseren Familienmitgliedern ausgetauscht, die letzten Alkoholreste verzerrt und nochmal gefeiert.
Jetzt bin ich in Hervey Bay. Da hier grade Whale Season ist (1. August bis November) haben wir gleich mal eine Tour gebucht. Für 104 Dollar garantiert der Veranstalter, dass man Wale sieht, wenn nicht bekommt man sein Geld zurück oder eine zweite Tour geschenkt. Danach reise ich weiter in den Norden nach Agnes Water.
Ich melde mich wieder. Vermiss euch alle ganz doll.
Eure Franzi
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