Hallo meine Lieben,
endlich hab ich Zeit gefunden, um euch zu berichten, was ich bisher alles erlebt habe.
Die Reise hierher war wirklich anstrengend aber auch sehr interessant. Wir sind in Frankfurt am 14.08. um 14.30 Uhr losgeflogen und nach 10 Stunden endlich an unsrer ersten Station in Shanghai gelandet. Vom Flugzeug sah das Wetter nach einem `deutschen Sommertag` aus. Grauer Himmel, keine Spur von Sonne und Regen. Als wir aber den Flieger verliessen, haben wir leider festgestellt, dass es zusaetzlich noch 30 Grad hatte und eine Luftfeuchtigkeit von gefuehlten 100 Prozent. Wirklich fast nicht auszuhalten. Und hier hatten wir jetzt 13 1/2 Stunden Aufenthalt!!! Also haben wir beschlossen (in langer Hose und Jacke^^) nach Shanghai aufzubrechen, um die Zeit wenigstens ein bisschen zu nutzen. Das hat sich im Nachhinein aber als anstrengender heraus gestellt, als anfangs gedacht. Das erste Problem war, dass es irgendwie kaum Europaer an dem Flughafen gab und alle Angestellten dort kein Englisch sprachen. In Deutschland hat uns ein Mitarbeiter von Cina Eastern (unsrer Fluggesellschaft) bereits gesagt, dass wir mit der Transrapidbahn in die Stadt fahren sollen und dann in die U- Bahn umsteigen. Nachdem wir uns am Flughafen ein bisschen einheimische Waehrung besorgt hatten (1 Euro ca. 9 Yung oder Ying oder so...) sind wir mit der Transrapidbahn fuer 80 Ying pro Person!!! mit 300 km/h in die Stadt gefahren. Die Haeuser, an denen wir vorbei gefahren sind, waren echt schockierend. In Deutschland wuerden die Schuppen nicht mal als Gartenhaeuschen durchkommen. Vielen hatten nicht einmal Daecher, geschweige den Gearten bzw. Strassen zu den Haeusern. In der Innenstadt sah das dann schon anders aus. Ueberall riesige Gebaeude, blinkende chinesische Schriftzeichen und gestresste Chinese, die durch die Strassen hetzten. Bereits komplett durchgeschwitzt haben wir dann also die ersten 10 m der Fussgaengerzone hinter uns gebracht. Auf diesem ungalublich langem Weg wurden wir ca. 10 mal von Strassenverkaeufern angequatscht, die uns mit den anpreisenden Worten: `Look, look, very cheap, cheap, cheap, look, look, look, buy, buy` ihre unglaublich tolle Ware (Uhren von Rolex natuerlich, Handys usw.) verkaufen wollten. Wir waren dort anscheinend wirklich etwas besonderes. Nicht nur, das wir mindestens einen Kopf groesser waren als die Chinesen, wir waren auch noch Europaer, die anscheinend zu viel Geld dabei hatten. Diese bittere Erfahrung mussten wir einige Zeit spaeter machen. Nachdem wir uns naemlich nach 2 Stunden entspannen im McDonalds wieder auf den Weg machten, wurden wir ploetzlich von 4 jungen Chinesen angesprochen: `Hello, Where are you from?`, ` Germany.`..`Ohhh, Guten taaaag. Pauuuulaaaner Bieeer`. Damit waren uns die Fremden sofort sympathisch. Vorallem mit den 2 Maedels hab ich mich viel unterhalten. Wir haben viel ueber China erfahren: z.B. dass sie erst mit 20 Auto fahren duerfen und 2 Jahre lang den Fuehrerschein machen muessen, dass in China Facebook verboten ist, dass sie bis 25 nicht das Land verlassen duerfen, dass meine Augen aussehen, wie die einer Chinesein !? aber dass ich unglaublich gross bin, dass der Basti ein typischer Deutscher ist und dass Berlin mit seinen 3 Millionen Einwohnern ja ein Dorf ist (Shanghai hat 22 Mio. , soviel wie ganz Australien!!!). Die Chinsen, die in Shanghai gerade Urlaub machten, wollten uns das traditionelle Tee trinken in China zeigen. Sie haben uns durch die Stadt zu einem winzig kleinen Haus gefuehrt, das uns ohne sie wahrscheinlich nicht mal augefallen waere. Ein nett aussehender Chinese hat darin schon auf uns gewartet und uns in einen noch kleineren unauffaelligeren Raum gefuehrt. Er hat uns die `Getraenkekarte` gezeigt, die natuerlich auf chinesisch war und wir somit nichts verstanden haben. Also wollten wir einfach das probieren, was die andern tranken. Und schon gings los. Auf eine wirklich beeindruckende Art und Weise hat der Teemeister begonnen, die getrockneten Kraeuter, das heisse Wasser und die winzig kleinen Tassen durcheinander zu wirbbeln und so wirklich leckeren Tee zu zaubern. Uns wude erklaert, dass man die Tassen nur mit 3 Fingern halten duerfe und den Tee mit 3 Schlucken trinken musste. Das war wirklich gar nicht so einfach, weil der Tee kochend heiss war. Hatte man die Tasse zu lange in der Hand, hat man sich den Mittelfinger verbrannt, der die Tasse von unten halten musste, und trank man zu schnell, hat man sih die Zunge verbrannt. Beides war leider nicht vermeidbar. Und so bekamen wir ca. eine halbe Stunde und 6 Tees spaeter die Rechung hingelegt, die uns die Schmerzen vergessen liess. Ueber 800 Yung. Das waren ueber 100 Euro nur fuer Tee. Im nachhinein ist uns klar, dass das wohl eine typische Touristenabzocke war. Aber uns blieb trotzdem nichts anderes uebrig, als zu bezahlen. Auf meine Frage, ob wir mit Karte zahlen duerften, kam ein freudliches `Natuerlich`und ich wurde aufgefordert einer Mitarbeiterin zu folgen. Ich folgte ihr, und folgte, und folgte und folgte...nach gefuehlten 5 km in der unglaublichen Hitze hatten wir eine Bank erreicht in der ich neues Geld abheben sollte. Das war die chinesische Weise mit Karte zu zahlen!!!
Nachdem uns die Chinesen an den Platz zurueck gebracht hatten (People` s Square), an dem sie uns aufgegabbelt haben, sagten sie, dass wir sie gerne mal besuchen koennten und wuenschten uns eine schoene Weiterreise. Da standen wir wieder. 100 Euro aermer, nur mehr verschwitzter, mit Brandblasen an Finger und Zunge und hungrig, mitten in Shanghai. Wir beschlossen und zur Erholung eine Pizza im Pizzahut zu goennen. Doch nicht einmal das war wie zu Hause. Es gab jede Menge Kellner, die uns sogar zu unserem Tisch fuehrten, aber dafuer gab es keine einfache Salami Pizza. Nur irgendwelches komisches ausgefallenes Zeug, dass nicht sehr appetitlich aussah. Wir entschieden uns fuer eine Pizza Margarita und Spagetti Bolognese. Danach hatten wir genug von Shanghai. Wieder am Flughafen hatte wir immernoch 5 h Zeit und deshalb auf einer Bank ein bisschen geschlafen.
Als wir um halb 9 abends endlich im Flieger sassen, waren wir echt schon kurz vor dem Zustand `klinisch tot` und wollten einfach nur duschen und schlafen. Aber das sollte noch 24h dauern. Wir flogen nach Melbourne, wo wir morgens um halb 11 meine Cousine Kim am Flughafen traffen, die kurz davor war ihren Rueckflug anzutreten. Sie war 8 Monate in Ausralien und hatte wirklich viel zu erzaehlen. Sie gab uns viele Tipps, wichtige Internetadressen und erzaehlte viel von ihren Erlebnissen. Es war wirklich schoen sie wieder zu sehen. Gegen 2 musste sie uns dann aber auch schon wieder verlassen und wir hatten wieder 4h Wartezeit, bis unser Flug nach Brisbane ging. Die verbrachten wir mit essen und schlafen.
In Brisbane angekommen mussten wir nun nur noch ins Hostel kommen. Am Busticketschaler haben wir jeder 18 Dollar bezahlt und auf den Bus gewartet. Der hat uns dann aber doch etwas ueberrascht. Es war kein typischer Bus, sondern eine Art Lieferwagen mit Anhaenger hinten fuers Gepaeck und freundlichem Fahrer. Er fuhr die Gaeste dirket bis vor die Haustuer.
Jetzt sind wir bereits einige Tage hier in Brisbane und haben auch schon viel gesehen. Was genau berichte ich bei meinem naechsten Eintrag.
Ich vermisse euch.
Eure Franzi
Wow Franzi, das ist schon komisch sich vorzustellen, wie ihr in Shanghai und jetzt in Brisbane rumlauft und ganz andere Eindrücke bekommt. Auch wenn die Zeit in Shanghai (so wie es sich anhört) nicht so super war, hoff ich, dass ihr in Australien eine wunderschöne Zeit verbringen werdet :-)
AntwortenLöschenAnnika
Hi Franzi, ist ja wirklich spannend zu lesen. Wenn einer eine Reise tut... Also sammelt weiter schön Eindrücke, dass wir was zu lesen haben. Mama
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