Montag, 22. August 2011

Brisbane – im Sunshine State Queensland


Hallo ihr Lieben,

unsre Tagen hier in Brisbane neigen sich nun langsam dem Ende zu. Wir sind schon fast eine Woche hier und haben viel gesehen, organisiert und erlebt.

Basti und ich sind am 16.08 abends um 10 in unsrem Hostel  „Cloud 9“ in der Upper Roma Street in Brisbane angekommen. Total erledigt von der anstrengenden Hinreise sind wir nach einer  erlösenden Dusche in unsre Betten gefallen. Die Zimmer haben für die 17 Dollar die wir pro Nacht zahlen einen wirklich guten Eindruck gemacht. Aber als wir nach 3 Tagen umziehen mussten sahen wir, was uns für unser Geld eigentlich zustand.
Wir hatten dieses billigste aller Hostel in Brisbane übers Internet gebucht, doch der Anbieter hat unsere Reservierung nicht an das Hostel weitergeleitet. Als wir dann ankamen und die Buchungsbestätigung dabei hatten, waren die 17- Dollar- Zimmer alle belegt und deshalb kamen wir in ein 8-Bett-Zimmer, indem wir dann aber nur zu dritt waren, mit Bad, das eigentlich 24 Dollar die Nacht kostete. Das wussten wir aber nicht. Nach drei Tagen, haben wir erneut 2 Nächte gebucht, diesmal für 19 Dollar und kamen in ein 16 - Bett Zimmer, das wirklich unter aller Kanone war. Die Matratzen brachten uns wirklich auf den Gedanken nicht zu schlafen!!! Als wir nämlich unsre Betten bezogen, haben wir Flecken im gesamten Farbspektrum entdeckt. Und mit der Menge Haaren, die überall verteilt lagen, hätte man Perücken für ein ganzes Männer- Altersheim herstellen können. Es war wirklich widerlich, aber da mussten wir jetzt durch.
Inzwischen sind wir mit Henrik zusammen ins YHA gezogen, das 5- Sterne- Hotel unter den Hostels. Das Angebot 220 Dollar für  10 Nächte in YHA- Hostels (die Kette hat in ganz Australien Unterkünfte), also 22 Dollar die Nacht, haben wir gerne angenommen. Hier sind wir jetzt bis Mittwochmorgen zu 6. im Zimmer, wir haben wieder ein eigenes Bad, eine große Küche OHNE Kakalaken, einen Pool, Billard, Wii und noch mehr Luxus. 


Abgesehen von unseren Erfahrungen, die wir mit Hostels gemacht haben, haben wir hier noch viel mehr erlebt. Brisbane ist wirklich eine wunderschöne Stadt voller Gegensätze. Es leben 1,8 Millionen Menschen in der boomenden Stadt, aber von Großstadtgehetze ist trotzdem keine Spur. Es werden jede Menge riesige Gebäude und Hochhäuser gebaut, doch dazwischen findet man immer wieder winzig kleine Kirchen, alte Häuser und jede Menge Parks. Es gibt hier Backpacker wohin man schaut und Menschen aus allen Nationen der Welt, aber trotzdem gibt es kein Rassismus. Jeder grüßt hier!!! Das bin ich aus Deutschland wirklich nicht gewohnt. Und die Bürger hier sind wirklich so hilfsbereit und zuvorkommend wir ihr Ruf es verspricht. Jeder fragt: Hey, How are u today? , man wird einfach so angesprochen. Echt cool.
An unserem ersten Tag in der Stadt hat uns ein älterer Australier plötzlich angesprochen. Er war wirklich lustig, obwohl wir ungefähr nur die Hälfte verstanden haben. Er hat erzählt, dass seine Frau ihn nachts geweckt hat, ihn angeschrien hat und Tee trinken wollte, ganz komischer Typ :D Dann hat uns auch ein vorbeilaufender Mann im Anzug, der sicherlich besseres zu tun hatte, gefragt ob alles in Ordnung ist und ob er uns helfen kann J Also was ich eigentlich sagen will ist, dass wir uns hier wirklich wohl und willkommen fühlen.

Was ich auch sehr besonders hier finde ist, dass man für fast nichts Eintritt zahlen muss. Es gibt wunderschöne Parks mitten in der Stadt, mit öffentlichen Grillplätzen, Trinkwasserspendern und in dem einen sogar einen künstlich angelegten Strand (Streets Beach). Dort gibt es sogar Lifeguards, Toiletten, Umkleiden und Duschen, ein Kinderbecken und Ausblick auf den Fluss und die Skyline der Stadt für umsonst. Museen, Galerien und Internet (z.B. in der Library) sind kostenlos. Allerdings kann man von den Museen und Galerien nicht zu viel erwarten. Australien hat schließlich nicht viel Geschichte. Im 18. Jahrhundert waren hier die ersten Engländer und haben ihre Sträflinge her gebracht. Deshalb gibt es nur etwas über die Geschichte und Lebensweise der Aborigines oder der Tiere zu erfahren. Gemälde und Staturen sind nicht älter als 100 Jahre und auch die australische Geschichte prägende wichtige Menschen leben teilweise noch. Trotzdem war es interessant.
 Vor zwei Tagen (20.08.2011) waren wir auf dem Mt. Coot- tha. Da im Reiseführer nur steht, dass man von dort oben einen wunderschönen Blick auf Brisbane haben soll und es eben ein Mount ist, haben wir uns aufs „Berg besteigen“ eingestellt. Mit Wanderschuhen, 2 Litern Wasser für jeden und ausreichend Proviant sind wir also in den Bus Richtung Mt. Coot– tha eingestiegen. Dort wurden wir in der Annahme bestätigt, heute höchst sportliche Leistungen vollbringen zu müssen, weil die anderen Touristen (Chinesen, Japaner, Deutsche, und Engländer) genauso aussahen wie wir. Nach 25 Minuten rasanter ansteigender Fahrt sind wir also voller Vorfreude und Tatendrang ausgestiegen und wurden leider etwas enttäuscht. Wir waren schon auf der Aussichtsplattform!!! Und der Mount war für uns Deutschen, die die Alpen gewöhnt sind, eher ein Hügel. Aber der Ausblick war wirklich wunderschön. 5 Minuten später, nachdem wir ausreichend Fotos geschossen hatten, wollten wir , dass unsere Wandervorbereitungen nicht sinnlosgewesen waren, und beschlossen deshalb die Wanderroute zu den JC Slaughter Falls zu bestreiten. Die 4 Kilometer durch den Wald waren wirklich schön, doch schon nach einigen Metern merkten wir, dass der Flusslauf, der parallel zu unserem Weg verlief, ausgetrocknet war. Und so kamen wir also an die Abhänge der JC Slaughter Falls, wir sahen nur keine Wasserfälle, weil es kein Wasser gab. Schade, aber auch wirklich faszinierend, wenn man bedenkt, dass die Region letztes Jahr noch völlig unter Wasser stand. Auf dem Aboriginal Trail, gab es dann noch einige Wandmalereien zu sehen und (was wir besonders witzig fanden) einige „Arrangement of stones“, auf deutsch: Steinhaufen. Wir wussten erst gar nicht was gemeint war, bevor wir neben diesen Schild einige Kieselsteine entdeckten. Das ist ja auch wirklich eine wahre Seltenheit so mitten im Wald. Naja, danach waren wir dann noch im Planetarium, was ebenfalls kostenlos war und in den botanic gardens. Das beeindruckenste dort waren nicht die verschiedenen exotischen Pflanzen und Bäume,  die Bonsais oder die dort gerade stattfindende Hochzeit, sondern die vielen Leguane, die dort an einem Teich neben den Enten in der Sonne bruzelten. Sie waren wirklich richtig groß und echt viel.
Heute ist unser „Organisationstag“. Da der Henrik seinen Laptop dabei hat, lohnt es sich WLAN für 10 Dollar am Tag zu kaufen. Das haben wir heute gemacht. Wir sind im Hostel am Laptop J
Heute Abend wollen wir noch zu dem Mangrove Boardwalk, ein Holzsteg in den botanic gardens, der direkt am Fluss entlang läuft und von dem aus man nachts Opossums füttern kann. Svenja, eine Work and Travellerin, die wir gestern Abend kenn en gelernt habe, will auch mitkommen. Von ihr haben wir auch erfahren, dass Brisbane die größte Stadt an der östlichen Hemisphäre ist. Morgen steht dann der Lone Pine an, auf den ich mich schon die ganze Zeit am meisten freue, weil es dort gaaanz viele Koalas gibt J Und am Mittwoch brechen wir dann auf in Richtung Norden. Wir haben vorhin im Internet nach Angeboten für Touren zu Fraser Island, der größten Sandinsel der Welt, gesucht und wollen das dann noch buchen.

Ich hoffe in Deutschland ist alles in Ordnung und es geht euch allen gut. Ich vermisse euch auf jeden Fall. Machts gut und lasst von euch hören :)

Eure Franzi

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