Hallo ihr Lieben,
Ich weiss es ist schon eeeewig her, aber ich muss euch immer noch von meinen letzten Tagen in Neuseeland berichten.
Wie gesagt, haben mich Maggie und Esa in `Marahau` abgesetzt, weil ich in den `Abel Tasman Nationalpark` wollte.
Der Nationalpark soll total schoen sein, das kleine Marahau dagegen war ziemlich langweilig. Es gab nichts dort. Wenn wir in Motueka nicht einkaufen gegangen waeren, waere ich dort hoechst warscheinlich auch verhungert. Naja, meine Vorfreude auf die aufregende Natur in dem Park hat meine Langeweile uebertroffen. Aber nicht auf Dauer.
Am naechsten Tag hat es immer noch wie in Stroemen geregnet. Wenn ich so los gelaufen waere, waere ich nach 10 Minuten komplett nass gewesen und haette (so wie ich mich kenne) total gefroren. Deshalb bin ich in dem Hostel geblieben (in dem ich die einzige war!!!) und wollte abwarten bis es besser wird. Es wurde aber nicht besser !!!
Also hab ich mir fuer den naechsten Tag vorgenommen, egal wie das Wetter ist, dass ich trotzdem in dem Nationalpark wandern geh. Ich wollte nicht umsonst her gekommen sein und der vorherige Chill Tag hatte mich schon genug aggressiv gemacht, weil man wirklich absolut nichts machen konnte. Also hab ich mir morgens um 8 den Wecker gestellt und bin durch den stroemenden Regen ins Infozentrum gerannt, um meinen Trip in den Abel Tasman zu buchen. Hochmotiviert und laechelnd kam ich dort an, um dann gesagt zu bekommen, dass der Park wegen dem straken Regen an dem heutigen Tag geschlossen war. Das gab es vorher anscheinend noch nie.
Da ich keine Lust mehr hatte noch einen sinnlosen Tag mitten im Nichts zu verbringen und das auch noch vollkommen alleine, hab ich beschlossen noch an diesem Vormittag zurueck nach Motueka zu fahren.
So hab ich also ganze zwei Tage wegen dem Wetter komplett vergeudet. Das krasse war aber auch noch, dass die Strasse, die Motueka und Marahau verbindet sehr kurvenreich ist (so wie alle Strassen in Neuseeland) und direkt an einem steilen Berg entlang fuehrt. Im Hostel in Motueka hab ich erfahren, dass ein riesen Teil der Strasse abends weggebrochen ist, weil sie unterspuelt war. Da bin ich ein paar Stunden vorher noch drueber gefahren und wenn ich Marahau nicht rechtzeitig verlassen haette, waere ich dort festgesessen. Also hatte ich wohl noch Glueck im Unglueck.
Mein naechster Stop war die 45 000 Einwohner grosse Stadt Nelson, in der auch gerade Maggie und Esa waren und die angeblich die sonnigste Stadt Neuseelands ist. Das hat sich fuer mich zum Glueck bestaetigt. Das Wetter war heute naemlich auch endlich wieder gut, also konnte ich mir viel von der Stadt ansehen. Es hat mir richtig gut gefallen. Zuerst war ich in der `Christ Church Cathedral`, die auf einem Huegel im Zentrum der Stadt steht und deshalb irgendwie etwas erhabenes und beeindruckendes hat. Verrueckterweise wurde ich auch richtig sensibel in der Kirche. Es war kurz vor Weihnachten und es gab dort ganz viele verschiedene Weihnachtsbaeume. Die Gemeinde hatte so eine Aktion, in der ganz viele Vereine oder Schulen, Kindergaerten, Geschaefte oder Verbaende mitgewirkt haben. Jede Gruppe hat ihren eigenen Baum geschmueckt. Es gab sogar einen `German Tree`, den ich absolut am schoensten fand und auch einen Baum, an den man einen Stern haengen konnte, auf den man Gruesse an seine Lieben schreiben konnte. Das hab ich natuerlich auch gleich gemacht. Ich waere auch total gerne in den 4. Advent Gottesdienst gegangen, aber da die Busse so bloed gefahren sind, musste ich am naechsten Tag schon frueh weiter und war somit nicht lange genug in Nelson, um den Gottesdienst besuchen zu koennen.
In den diversen Geschaeften hab ich Geschenke fuer die Jungs (Basti, Henrik, Pablo, Alex, Lars) gekauft, die ich ja in Sydney fuer Weihnachten und Silvester getroffen habe. Ausserdem hab ich den Schmuckmacher gesehen, der den Ring fuer `The Lord of the Rings` designed und hergestellt hat. Nachdem ich im Museum und der Library war hab ich mich abends nochmal mit Maggie und Esa getroffen.
Am naechsten Morgen hatte ich nur nochmal kurz Zeit mir den beruehmten `Nelson Market` anzuschauen, der klein aber fein war, bevor ich nach Kaikura gefahren bin.
Die Stadt liegt 180 km noerdlich von Christchurch direkt am Meer und ist deshalb ein beliebtes Urlaubsziel. Ich bin dort hingekommen, weil ich unbedingt die Seal Colony sehen wollte, die dort am Ufer lebt.
Die hunderte Seeloewen liegen einfach am Strand und auf den Felsen im Meer und chillen dort. Man kann einfach hingehen und ein paar Fotos mit ihnen machen. Bevor ich das gemacht habe, bin ich aber morgens in die Kirche, denn schliesslich war es der 4. Advent und ich hatte irgendwie noch absolut kein Weihnachtsfeeling. Trotzdem hatte ich total das Beduerfnis in die Kirche zu gehen, vorallem weil ich dachte, dass ich mit den Jungs an Weihnachten in Sydney bestimmt nicht gehen wuerde. Die Entscheidung war absolut richtig, denn es war einer der schoensten Gottesdienste, die ich je besucht habe.
Es war eine winzig kleine, total suesse Kirche und als ich sie betreten habe, hab ich sofort gemerkt, dass jeder weiss, dass ich nicht nach Kaikura gehoere. Es sassen nur ca. 10 Leute in den Reihen und es wurden auch nicht mehr mehr. Alle waren total interessiert, wo ich herkomme und was ich hier mache und ausserdem glaub ich ein bisschen stolz, dass ich ihren kleinen suessen Gottesdienst besuchen wollte. Neber dem Altar stand die ganze Zeit eine Leinwand, auf der alle Liedtexte und Gebete abgebildet waren, deshalb konnte ich auch endlich mal mitbeten und mitsingen in einem englischen Gottesdienst. Sonst sass ich immer nur bloed da. Die Lieder waren viel schoener als unsere Weihnachtslieder finde ich und bei manchen Texten hab ich wirklich einen Klos im Hals und Gaensehaut bekommen, so schoen fand ich sie. Nach dem Gottesdienst haben sich alle noch im Pfarrheim getroffen, in das ich auch herzlich eingeladen wurde. Eine andere `fremde` Deutsche sass auch noch in dem Gottesdienst und so hatte ich jemanden in der gleichen Situation. Der sonstige Altersdurchschnitt dort war 65. Die Frauen waren so suess und ich kam mir ein bisschen vor wie zu Hause bei Oma :) Wir haben Tee und Kekse in dem Pfarrheim bekommen und ausserdem eine Seife zu Weihnachten geschenkt gekriegt. Das war das weihnachtlichste Erlebnis, das ich dieses Weihnachten hatte und ich habe es echt gebraucht. Die eine alte Frau hat mir dann sogar angeboten mich zu der Seal Colony zu fahren, der Fussweg haette ungefaehr eine Stunde gedauert.
So war ich frueher dort als geplant und hatte mehr Zeit fuer den `Peninsula Walkway`, der ueber den ganzen noerdlichsten Fitzel von Kaikura fuehrt, vorbei an 2 Seal Colonys und wieder zurueck ins Zentrum. Nicht nur die Seeloewen waren sehenswert, sondern die gesamte Kueste. Es war wirklich wunderschoen und so hab ich ein letztes mal die atemberaubende Natur Neuseelands genossen.
Den Bus, der mich abends nach Christchurch bringen sollte, hab ich leider verpasst, was aber nicht an einer Verspaetung meinerseits lag, sondern an einer falschen Markierung des Busses. Mit 2 anderen aus meinem Hostel, hab ich an der Bushaltestelle gewartet, doch der `Naked Bus` kam nicht. Nach einer Stunden haben wir vom Infocenter erfahren, dass es einen Bus mit der Aufschrift `Atomic` gab, der anscheinend auch fuer uns bestimmt war. Der Busfahrer ist aber wohl weg gefahren, obwohl 10 Leute nicht anwesend waren.
Weil wir keine Lus hatten, ein zweites mal Geld fuer den Bus zu zahlen und noch eine Nacht in Kaikura zu verbringen, haben wir uns an die Strasse gestellt und sind getrampt. Wie bereits erwaehnt funktioniert das in Neuseeland ja aussergewoehnlich gut. Nach 20 Minuten haben 2 Autos angehalten, die insgesamt noch 3 Plaetze frei hatten und uns mitnehmen konnten. Die Australier waren total cool. Sie waren in meinem Alter und total betrunken (ausser die Fahrer). So war die Fahrt sehr lustig und warscheinlich viel besser wie die mit dem langweiligen Bus.
Mit etwas Verspaetung kam ich in Christchurch an und wurde von Robert abgeholt. Ihn hatte ich bei meinem ersten Aufenthalt dort kennen gelernt und er hatte mir angeboten, dass ich bei ihm Couchsurfen koenne, wenn ich nochmal nach Christchurch komme. Das Angebot hab ich also gerne angenommen. Er war total nett und hat mir sein Wohnzimmer zur Verfuegung gestellt. Seine Mutter war 2 Tage vorher erst gestorben, weshalb ich es noch beeindruckender fand, dass er mir trotzdem helfen wollte.
An meinem letzten Tag in Neuseeland hab ich mich nochmal mit Johannes in New Brighton getroffen. Wie auch an meinem ersten Tag hier, wollte er mir das Kitesurfen beibringen. Leider hat das nicht so gut geklappt, was aber nicht an seinem Potential als Lehrer lag sondern an meiner Unfaehigkeit als Schueler. Aber trotzdem hat es Spass gemacht. Abends sassen wir noch lange am Strand, haben 2 Flaschen Wein getrunken und uns unterhalten. Es war der perfekte Abschluss fuer einen unglaublich aufregenden, spannenden und lustigen Monat in Neuseeland!!! Ich werde die Zeit hier nie vergessen. Es ist wirklich ein sehr facetenreiches Land, das so viel zu bieten hat. Ich verstehe nur nicht, weshalb es immer mit Australien verglichen wird, es ist naemlich total unterschiedlich und absolut nicht vergleichbar. Australien hat so viele verschiedene und wild lebende Tiere zu bieten. In Neuseeland hab ich ausser Voegeln und den Seeloewen nichts gesehen. Und auch die Landschaften sind total unterschiedlich. Neuseeland ist viel gruener und bergiger als Australien, es gibt dort Tannen und jede Menge Seen.
Das einzige was meiner Meinung nach absolut identisch ist, ist das Essen und die Menschen. Neuseelaender sind genauso cool wie Australier, also `No Worries Mate` :)
Bis zum naechsten Mal :)
Hab euch lieb.
Eure Franzi
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